Leserundenarchiv > Bernard Craw – Sanguis B. Vampire erobern Köln

Allgemeine Fragen an Bernard Craw

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nimue:
Hier ist Platz für Fragen an Bernard Craw, die nicht direkt etwas mit dem Buch "Sangius B. Vampire erobern Köln" zu tun haben.

Bernard:
Ich verglich den Straßenzug mit der Skizze, die man mir gegeben hatte. Ja, hier musste es sein.
Ich drückte die Tür auf und betrat das Café. Kurz nach Mitternacht, noch waren keine Gäste hier, aber die Tische waren bereits hergerichtet. Es war offensichtlich, welcher Bereich für unseren Zirkel vorbereitet worden war, also begab ich mich dorthin. Das Personal hatte mein Eindringen offenbar nicht bemerkt. Ich hörte rührige Geräusche aus den Geschäftsräumen. So früh hatte man wohl auch mich noch nicht erwartet.
Ich zuckte mit den Schultern und suchte mir einen Platz, von dem aus ich die Tür sehen konnte. Wer würde wohl als nächstes kommen?
Ich stellte meinen Zylinder auf den Tisch und legte die Handschuhe darauf. Nachdem ich das Buch aus der Tasche geholt hatte, zog ich den Mantel aus und hängte ihn an einen Bügel. Dann setzte ich mich.
Mit prüfendem Blick sah ich durch das Bleiglas auf die Straße hinaus. Wenig Verkehr um diese Zeit.
Ich drehte das Gaslicht vor mir höher und schlug die wohlbekannten Seiten auf. Sie sollten mir die Wartezeit verkürzen.

Imlammenien:
Hallo Bernard!  :winken:

Da möchte ich dich doch nicht allzu lange warten lassen...  ;)

Ich hätte eine Frage zur Lektorierung des Buches. Wer hat das erledigt? Hast du diesen Part allein vorgenommen bzw. Testleser in die Pflicht genommen? Oder hat das Buch im Verlag ein abschließendes Lektorat erhalten?

Und - vielleicht ist diese Frage noch etwas zu früh gestellt? - hat dieses Lektorat vom Verlag (wenn es ein solches gegeben hat) zu maßgeblichen Änderungen geführt?

In gespannter Erwartung auf deinen Antwort
(und in der Hoffnung nicht geheimzuhaltende Verlags-Interna abzufragen  ::)),

Imlammenien

Weratundrina:
Sind die Zeilen da oben jetzt extra für diese Leserunde entstanden?  ;)

Mich interessiert ganz allgeimein - nein -  speziell nach dem Lesen des diesbezüglichen Textes (mit dem Knien vor Gott  :-\ ) - Deine Eintstellung zum Thema Religion und Glaube. Da Du das ja extra ansprichst (an eben dieser Stelle) hast Du ja sicher kein Problem, darüber zu quatschen.  :P

Bernard:
Die Dame wirkte etwas abgehetzt, sie hatte sich wohl beeilt, um herzukommen. Sie hatte einen Hund bei sich - oder war es ein Wolf? Sie fragte mich zu der Zeit, die ich gemeinsam mit dem Text verbracht hatte, der nun gedruckt und gebunden in meinen Händen lag.
Meine Gedanken wanderten zurück. Anno Domini zweitausendundeins, exakt eine Woche vor dem Fest der Geburt unseres Herrn. Damals hatte ich die vier Buchstaben E, n, d und nochmals e unter den Text gesetzt.
Dann waren die Jahre ins Land gezogen, Frühling war es geworden, der neue Taler war eingeführt worden, Schnee war auf den Sommer gefolgt, bis zum Beginn des Jahres 2005. Immer wieder hatte ich die beschriebenen Seiten aus der Schublade geholt, sie auch Freunden gezeigt und, man darf dieses Wort wohl hier verwenden, Leidensgenossen, anderen Schriftstellern also, die seinerzeit mit ihren eigenen Dämonen gerungen hatten. Dankbar dachte ich an diese ferundlichen Menschen zurück, die mir und meiner kleinen Geschichte damals ihre Zeit geopfert hatten, ein halbes Dutzend war es wenigstens gewesen. Nach dem ersten dieser Durchgänge waren die Seiten in Rot getaucht gewesen, als hätten sie geblutet. Spätere Überarbeitungen hatten nur noch kosmetische Schnitte hinzugefügt.
Dann, im ersten Monat Anno Domini 2005, war der Verleger auf mich zugekommen. Ich hatte gerade meine zehnmonatige Weltumrundung beendet, war wieder daheim in Köln und er hatte mich mit dem Angebot überrascht, einen längeren Text von mir zu verlegen.
Aber das war ja nur die Vorgeschichte, die eigentliche Antwort war ich der Dame mit dem Wolfshund noch schuldig:
"Zu dem Zeitpunkt, als das Manuskript zum Verlag ging, hatte es bereits mehrere Überarbeitungen hinter sich. Ohne die freundlichen Korrekturleser wäre es nicht geworden, was es geworden ist. Das Lektorat des Verlages beschränkte sich dann auf ortografische Fragen, und auch das waren nicht mehr viele. Ich erinnere mich jedoch an wenigstens zwei durchwachte Nächte, die ich gemeinsam mit dem Verleger in Gesellschaft seines Schreibknechtes verbrachte, um Einzelheiten des Erscheinungsbildes festzulegen, die daraufhin in wochenlanger Arbeit vom Verleger umgesetzt wurden. Das war die Hauptarbeit des Verlages. Das eigentliche Lektorat war bis dahin schon Geschichte."

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