Leserundenarchiv > Jenny-Mai Nuyen – Nijura. Das Erbe der Elfenkrone
Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)
Bianca:
Hier ist Platz für die Rezensionen, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt.
Miramis:
So, ich mache hier mal den Anfang.
Zuerst möchte ich mich bei Jenny-Mai für die tolle Leserundenbegleitung bedanken; du hast mit deiner offenen und herzerfrischenden Art so richtig Schwung in dieses Forum gebracht und außerdem hattest du auf alle Fragen eine passende Antwort. Darum hat mir die Leserunde sehr viel Vergnügen bereitet und ich würde mich freuen, wenn es künftig weitere Leserunden mit dir gäbe. :)
Richtig Spaß gemacht hat auch die Diskussion mit euch anderen Leserundenteilnehmern - vielen Dank für eure Beiträge und ich diskutiere natürlich gerne noch ein bisschen weiter mit euch. ;D
_______________________________________________________________________________________________
Meine Meinung:
"Nijura - Das Erbe der Elfenkrone" ist ein wunderschönes Fantasy-Märchen mit viel Tiefgang und Emotionen. In einer poetischen und bildhaften Sprache erzählt Jenny-Mai Nuyen die Geschichte von Nill, einem Mädchen, das halb Elfe, halb Mensch ist. Sie wird eines Tages vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt und macht sich ganz alleine auf den Weg, um diese zu erfüllen. Nill und alle anderen Figuren sind mir im Nu ans Herz gewachsen und haben mich in ihren Bann gezogen.
Dabei wurde mit manchem Klischee aufgeräumt und Fantasy in einem ganz neuen Licht gezeigt. Einige Handlungsstränge haben mich regelrecht überrascht und die Lektüre dadurch interessanter und spannender gemacht. Die Gefühle der Protagonisten nehmen einen breiten Raum ein und sind über weite Teile handlungsbestimmend. "Nijura" ist eine Geschichte von Liebe und Verrat, aber auch vom Kampf um die Macht, von Ausgestossen- und Fremdsein, und nicht zuletzt eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und insbesondere der letzte Teil hat mich sehr bewegt. Jenny-Mai Nuyen hat mit 16 Jahren ein tolles Autorendebüt hingelegt und ich bin schon sehr gespannt auf ihre weiteren Veröffentlichungen.
*Sternenstauner*:
Hallo,
an dieser Stelle nun noch ein paar Worte zur Leserunde, die auch mir großen Spaß gemacht hat. Die Diskussion war überaus lebhaft, spannend und interessant. Dafür vielen Dank an alle Teilnehmer!
@ Jenny-Mai
--- Zitat von: Miramis am 05. Februar 2007, 22:29:36 ---Zuerst möchte ich mich bei Jenny-Mai für die tolle Leserundenbegleitung bedanken; du hast mit deiner offenen und herzerfrischenden Art so richtig Schwung in dieses Forum gebracht und außerdem hattest du auf alle Fragen eine passende Antwort.
--- Ende Zitat ---
Dem kann ich mich nur anschließen. Auch von mir noch mal ein herzliches Dankeschön! Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir auch dein zweites Buch hier gemeinsam lesen würden.
Bis dahin wünsche ich dir aber erstmal ganz viel Erfolg mit deinen weiteren Veröffentlichungen und natürlich auch im Studium!
Und hier meine Rezension:
Klappentext:
Ein unglaubliches Vergehen erschüttert den Frieden der Welt: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wird von einem machtbesessenen Menschen gestohlen. Er schwingt sich auf zum neuen König über die Marschen von Korr und rüstet eine Armee Grauer Krieger, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann das Elfenvolk retten - das magische Messer, das Königssymbol der Freien Elfen. Das Messer braucht eine Trägerin. Alle Hoffnungen ruhen auf der jungen Halbelfe Nill. Sie ist die Auserwählte - sie ist Nijura. Gemeinsam mit ihren Gefährten, dem Menschenjungen Scapa und dem Elfenprinz Kaveh, begibt sie sich auf eine gefährliche Reise zum Turm des neuen Königs ...
Meine Meinung:
Jenny-Mai Nuyen hat mit ihrem Debüt-Roman eine emotionale und dichte Fantasy-Geschichte über den Kampf um Macht, aber vor allem über Freundschaft und Liebe geschrieben, die schon nach wenigen Kapiteln Lust auf weitere Bücher der jungen Autorin macht.
Der Klappentext lenkt die Erwartungen allerdings in eine etwas andere Richtung, als es zunächst tatsächlich geht. So begibt man sich nach einer kurzen Schilderung der Machtübernahme des neuen Königs erst einmal nach Kesselstadt, wo man die beiden Kinder Scapa und Arane kennen lernt, die sich mit Diebstählen über Wasser halten und die Eroberung des 'Fuchsbaus' planen. Erst im zweiten Teil des Buches wird Nill eingeführt, das Mädchen, dem das Messer und damit die schwierige Aufgabe zufallen, das Elfenvolk zu befreien.
Mit der Zeit laufen die beiden Handlungsstränge zusammen, anfängliche Rätsel werden nach und nach aufgeklärt bis es letztlich zum großen Finale kommt, bei dem jedoch die eine oder andere Frage offen bleibt. In mancher Hinsicht ist dies positiv, in anderen Punkten wäre eine abschließende Klärung hingegen wünschenswert gewesen. Auch stolpert man im Laufe der Geschichte manches Mal über kleinere Ungereimtheiten, weil diverse Dinge etwas zu einfach erscheinen.
Entschädigt wird man allerdings durch die wundervolle Sprache der Autorin. Bereits der erste Satz klingt fast schon poetisch. Wunderbar bildhafte und atmosphärische Beschreibungen versetzen den Leser mitten ins Geschehen. Man wandert mit Nill und ihren Gefährten durch die düsteren Marschen, tanzt mit den Elfen am Lagerfeuer und streift mit Scapa und Arane durch die engen Gassen von Kesselstadt.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, haben wohlklingende, passende Namen und sind größtenteils sympathisch, so dass sie dem Leser schnell ans Herz wachsen. Lediglich einer wichtigen Figur fehlen deutlichere Hintergründe für ihr Handeln, was das Lesevergnügen allerdings nur geringfügig schmälert.
Ein besonderes Lob verdient die tolle Aufmachung des Buches. Neben dem wunderschönen Einband ist es vor allem die selbst gezeichnete Landkarte der Autorin, die das Leserherz höher schlagen lässt.
FAZIT: Ein phantasievolles Buch mit vielen neuen Ideen, das ich gerne gelesen und schon weiterempfohlen habe.
Aldawen:
Hallo,
so langsam nähert sich diese Leserunde ja wohl ihrem Ende, also wird es Zeit für einen abschließenden Kommentar :)
Nijura - Das Erbe der Elfenkrone hat mir gut gefallen, die Geschichte in sich ist stimmig und flüssig erzählt, die Charaktere im großen und ganzen interessant und sie tragen die Handlung in angemessener Weise. Es gibt ein paar überraschende Wendungen und immer wieder "Ruhepausen", deren Zusammenhang mit dem Haupterzählstrang sich erst später erschließt. Die Beschreibungen sind detailliert genug, um Bilder von Kesselstadt, den Marschen, dem Elfendorf usw. heraufzubeschwören, aber nicht überladen. Das alles zusammengenommen sorgt für ein unterhaltsames Leseerlebnis. Zustimmen muß ich *Sternenstauner* hier:
--- Zitat von: *Sternenstauner* am 11. Februar 2007, 02:39:26 ---Lediglich einer wichtigen Figur fehlen deutlichere Hintergründe für ihr Handeln, was das Lesevergnügen allerdings nur geringfügig schmälert.
--- Ende Zitat ---
Hier hätte ich mir auch deutlich mehr Hintergrundinformation gewünscht, das gilt gleichermaßen für den in den Threads auch schon angesprochenen Komplex der "Kenntnis des wahren Namens" sowie für manche ausgelegte Spur, die zu sang- und klanglos verschwand. Da ist vielleicht ein bißchen verschenkt worden, aber andererseits wäre das Buch dann sicher sehr viel dicker geworden (was ich persönlich nicht schlimm gefunden hätte ;D ). Dafür entschädigen aber neue Ideen wie die Moorelfen und nicht zuletzt die schöne Sprache.
Vielen Dank an Jenny-Mai für die Begleitung dieser Leserunde und natürlich auch an die übrigen Teilnehmer für die anregenden Diskussionen. Es hat wieder großen Spaß mit euch gemacht!
Aldawen
melima:
Hallo!
Um mich nun auch ordentlich aus der Leserunde zu verabschieden, schreib ich hier noch einen kurzen Beitrag.
Mein Leserundenfazit:
Das Schöne immer zuerst: Also, sehr gut hat mir Jenny-Mai gefallen. Das hatte ich im letzten Posting schon mal geschrieben. Sie scheint hier ihren Spaß gehabt zu haben und hat mir mit ihrem Charme gute Laune gemacht. Auch ihr anderen Leserundenteilnehmer seid sehr angenehme Lesefreunde gewesen und alle sind immer nett miteinander umgegangen, so dass ich mich hier wirklich gut aufgehoben gefühlt hab. :-* an alle!
Ich hatte ein bisschen das Pech, dass ich zu langsam für die schnellen Leser war. Und zu schnell für die später eingestiegenen, die vielleicht auch etwa mein Tempo gehabt haben dürften. Daher hab ich mich im Mittelfeld etwas einsam gefühlt und so konnten auch mit mir keine richtigen Diskussionen zustandekommen. Insofern war es leider fast als hätte ich das Buch allein gelesen. Glücklicherweise gab es ja dann doch noch vereinzelt ein paar Leute, die meine Eindrücke nochmal aufnahmen.
Zum Buch:
Ich bin begeisterte Fantasyleserin, deshalb kann ich vor so wunderbar aussehenden Büchern mit sehr hübschem Namen nicht halt machen und wenn sie dann auch noch von so jungen Autoren stammen, komme ich nicht dran vorbei - erst recht nicht, wenn der Autor für Fragen greifbar ist. So erwarte ich dann Einiges und es könnte durchaus schwierig für ein Buch werden, mich nicht zu enttäuschen.
Tja, Nijura - Das Erbe der Elfenkrone hat mich keineswegs enttäuscht. Es ist für mich sowohl sprachlich als auch von Seiten des Ideenreichtums betrachtet erstaunlich, dass sich hinter der Geschichte eine so junge Autorin verbirgt. Ich konnte mit Nijura in eine andere Welt abtauchen und habe trotz überdurchschnittlich vieler ungewollter Unterbrechungen immer wieder sehr gut in die Geschichte finden können.
Doch leider haben genau diese Unterbrechungen mir auch einen Teil des Lesespaßes genommen, wofür das Buch überhaupt nichts kann. Es ist eher das Gegenteil der Fall: Ich hatte das Bedürfnis, mit Jenny-Mais Buch viel längere Lesesitzungen zu halten als mir letztendlich möglich war.
Sehr gut fand ich, dass den Charakteren, von denen der Großteil Teenager in der Blüte ihrer Pubertät sind, während Fortlauf der Handlung auch Entwicklung anzumerken war, wenn ihnen auch insgesamt noch etwas an Tiefe gefehlt hat.
Das einzige, was ich als Manko sehen würde, ist, dass sich auf etwa dem letzten Fünftel des Buches für mein persönliches Empfinden zu viele Ungereimtheiten tummeln, die allerdings nicht die größere Handlung, sondern eher Kleinigkeiten betreffen, die andere Leser vielleicht nicht als wichtig erachten würden. Die Grundhandlung ist stimmig und findet mit dem Epilog auch nochmal ein sehr rundes Ende.
Man kann Jenny-Mai Nuyen eigentlich nur wünschen, dass sie am Schreiben dranbleibt und uns Leser noch mit sehr vielen wunderbaren Geschichten unterhält. :)
:winken:
Liebe Grüße,
melima
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln