Autor Thema: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11  (Gelesen 5682 mal)

Offline Solas

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #30 am: 22. Dezember 2006, 19:07:13 »
@HoldenCaulfield

Na, da hoffe ich doch, dass Du Dich jetzt erst einmal erholen kannst.

So, Daniel magst Du jetzt lieber? Ich mochte ihn ja immer gerne, obwohl er mir mit seiner eher lauten, extrovertierten Art am Anfang ferner war und in seiner Verzweiflung viel näher. Irgendwie sieht man bei manchen Menschen doch erst einmal nur die laute (oder auch leise) Fassade, macht sich ein Bild ... Aber stimmt das Bild auch?

Alles war sicherlich nicht Illusion, vieles prägt zumindest unser Leben ja heute. Nur dieser Vorstellungen vom sofortigen Paradies, damit hat's eben nicht geklappt. Erst einmal stellt sich das jeder anders vor und zweitens gönnt es der eine dem anderen oft nicht.

@Heimfinderin
Ja genau. Ich war sogar selbst ein bissl depremiert danach. Ich weiß zwar dass es so ja der Wahrheit entspricht aber irgendwie hatte ich dann trotzdem die Hoffnung das es nicht so wäre ;)

Hoffnung ist aber auch etwas Schönes. Als Idealistin bin ich da einfach unverbesserlich. Ich lasse mich nicht davon abbringen. ;D

Liebe Grüße

Kirsten

Offline HoldenCaulfield

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #31 am: 22. Dezember 2006, 22:01:29 »
@Solas Stimmt *lach*
Memento Mori

Offline dubh

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #32 am: 24. Dezember 2006, 11:06:20 »
Hallo zusammen,

da ich in den letzen Tagen kaum ins Internet gekommen bin, aber das Buch leider schon zuende gelesen habe, "reiche" ich nun die letzten zwei Teile "nach":

Im ersten Abschnitt des dritten Teils gab es einige Überraschungen, manchmal sogar unangenehmer Art. Daniels Entwicklung zum Beispiel hat mich wirklich schaudern lassen! Verständlich, dass ihn der grausige Tod von seiner geliebten Schwester Adrienne fürchterlich erschüttert - aber ein solch grausamer Rachefeldzug gegen Menschen, die früher auf seiner Seite standen... :o

Der Prolog allerdings wird herrlich aufgelöst: endlich wissen wir felsenfest, wer der Vater von Sophie ist und das der Tod ihrer Mutter ein tragischer Moment war... Sehr schön, wir lagen also richtig mit unseren Vermutungen am Anfang! :winken:

Und Jean-Marie wird für mich immer mehr zu einer der sympathischsten Figuren des Romans, vielleicht gerade weil man bei ihm nicht in schwarz-weiß Kategorien denken kann!

Leider nähert sich der Roman dann auch recht fix dem Ende zu... schade, wirklich schade!

Liebe Grüße
dubh
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline HoldenCaulfield

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #33 am: 24. Dezember 2006, 13:36:05 »
So nun bin auch ich endlich mal is zu Kapitel 11 gekommen. Hier meine Eindrücke von Kapitel 4-11: (wie immer Live wärend dem Lesen notiert)

Jean Marie verzweifelt an sich selbst. Irgendwie ist er eine tragische Figur. Da ich ihn sehr mag tut es mir richtig leid um ihn. Ich denke man wird ihm auf die Schliche kommen und dann ist er verloren. Wenn er das nicht schon immer war...

Traurig unheimlich ist Daniel... Ich glaube er weiß gar nicht mehr warum er eigentlich tötet... Ich kann seine Verzweiflung direkt vor mir sehn... ein trauriges aber doch irgendwie auch ausdrucksloses Gesicht das nichts mehr fühlen kann.

Jeans Festnahme..daran sieht man richtig wie fanatisch manche der Revolutionäre waren. Letztendlich sind sie dadurch auch nicht besser als so mancher Adlige die bekämpfen wollten. Es gibt keinen Grund Jean zu verhaften außer das er adlig ist. Malvaux ist richtig Skrupelos und ihm ist es letztendlich egal wieviele Menschen getötet werden für "die Sache der Republik". Die Schlinge um Jean Marie zieht sich langsam aber sicher zu.
Ha... endlich wird zumindest für den Leser das Geheimnis um Sophies Herkunft endgültig gelüftet. Ich fand es gut das Sophie nicht erfuhr das Jean Marie ihr Vater ist. Alles andre wäre überzogen gewesen.

Daniels Traum fand ich irgendwie genial. Man konnte seine Angst förmlich riechen.

Jean Maries Tod fand ich so traurig. Aber ich bin froh das er nicht der Guiliotine zum Opfer gefallen ist. Und auch das niemand sein Geheimnis aufgedeckt hat. Das hat ihm einen zwar tragischen Tod beschehrt aber irgendwie seine Würde doch noch gelassen. Ich hatte mir ja schon gedacht das er wohl sterben wird aber trotzdem bin ich nun traurig. Er war bzw. ist eine meiner Lieblingsfiguren.

Malvaux denkt nur noch an "Seine" Revolution. Ich glaube er versteht nicht wie man gegen sein Vorgehen sein kann. Was werden die Bauern mit ihnen machen? Werden sie alle getötet werden?
Wenigstens dürfen sie Jean Marie begraben... Ich bin grad irgendwie total traurig. Es ist alles so deprimierend.

Also wusste auch Chevillon über Sophies wahre Herkunft bescheid. Ich hatte ja erst vermutet das Sophie von J.M. vor die Tür ihres Zievaters gelegt haben könnte. Fast wünscht man sich das Sophie doch noch alles erfährt. Aber würde sie das nicht sogar noch trauriger machen?

Hat Malvaux wirklich gedacht er würde einfach so davonkommen? Mir stockte der Atem, die ganze Zeit hatte ich Angst Sophie und die andren könnten doch noch entdeckt werden.
Wie brutal Malvaux und Ferrier abgeschlachtet wurden... Das Volk hat eben seine eigenen Gesetze...

Sophie kann endlich weinen. Hier fühle ich das erste Mal im ganzen Roman mit ihr mit. Sonst war sie mir irgendwie etwas fern. Aber ich glaube das liegt vorallem daran das ich J.M. gern mochte und sie ja auch um ihn trauert.  Jules trauert auch sehr um ihn. Ich denke für ihn war er mehr Vater als Henri.  Zwar ist er nun auch endlich mal wieder glücklich aber vermutlich nicht für sehr lange...

Zwischen Jules und Pierre gibt es keine Freundschaft mehr. Dechamps hat ihn ganz für sich eingenommen. Ich kann verstehen das seine Trauer Piere soweit gebracht hat aber irgendwie hätte ich gefacht das er merkt wenn ihn jemand gegen seine Freunde aufhetzt...
Dechamps halte ich für sehr gefährlich. Wie er Sophie behandelt... Hier kommt auch stark heraus wie damals die Frauen behandelt worden sind. Sie sollten brav zu Hause bleiben. Für sie galt die Freiheit nicht. Ihre Stimmen waren nicht gefragt.

Endlich hört man wieder etwas von Cecile. Ich hatte sie schon wieder schmerzlich vermisst. Sie trauert um Marie Antoinette. Hier hätt ich mir auch ein wenig mehr aufmerksamkeit gewünscht. Aber trotzdem ist ihr Tod eine Möglichkeit Ceciles Gedanken aufzuzeigen da sie ja eine große Bewunderung für sie hegte. Ich glaube um alles andre macht sie sich gar nicht mehr so ihre Gedanken.

Dechmaps derweil wird mir immer unheimlicher. Er scheint eine tickende Zeitbombe zu sein, die wenn sie explodiert alles mit sich reißt.

In diesem Teil ist wieder sehr viel passiert und ich bin nun traurig freu mich aber auf den Rest!

Weihnachtliche Grüße
Memento Mori

Offline Solas

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #34 am: 25. Dezember 2006, 16:46:26 »
Traurig unheimlich ist Daniel... Ich glaube er weiß gar nicht mehr warum er eigentlich tötet... Ich kann seine Verzweiflung direkt vor mir sehn... ein trauriges aber doch irgendwie auch ausdrucksloses Gesicht das nichts mehr fühlen kann.

Irgendwie muss ich da sofort an eines der Bilder denken, die mein Freund gemalt hat. Mal sehen, ob ich das finde.

Ich denke für ihn war er mehr Vater als Henri.

Ja, das glaube ich auch.

Hier kommt auch stark heraus wie damals die Frauen behandelt worden sind. Sie sollten brav zu Hause bleiben. Für sie galt die Freiheit nicht. Ihre Stimmen waren nicht gefragt.

Ja, leider. Olympe de Gouges hat das ja besonders zu spüren gekriegt. Sie wurde hingerichtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Erklärung_der_Rechte_der_Frau_und_Bürgerin
Marie-Antoinette auch, die man ja während ihres Prozesses als Hure und Monster hingestellt hat, die ihr eigenes Kind missbraucht habe.

@HoldenCaulfield
Übrigens klasse, wie Du mit gehst. :)

Liebe Grüße

Kirsten

Offline Flor

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #35 am: 02. Januar 2007, 03:07:56 »

Nur so am Rande: Die Franzosen rufen ihrer Fußballmannschaft auch heute noch zu: "Aller les bleu...."
(lauft ihr Blauen)

Okay, jetzt wo du das sagst ;). Das habe ich natürlich  auch schon gehört aber gar nicht so miteinander verbunden.

Und Jean-Marie wird für mich immer mehr zu einer der sympathischsten Figuren des Romans, vielleicht gerade weil man bei ihm

Mir ist Jean-Marie auch richtig ans Herz gewachsen. Ich mochte ihn wirklich sehr, trotz allem. Das war beim ersten mal Lesen nicht so, da habe ich ihn einfach mit anderen Augen gesehen.

@Solas
Welches ist eigentlich deine Lieblingsfigur, Cécile?
Oder kannst du das gar nicht sagen?

Grüße
Sabrina
« Letzte Änderung: 02. Januar 2007, 03:15:06 von Flor »

Offline Solas

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Re: Teil 3, Kapitel 01 bis Kapitel 11
« Antwort #36 am: 02. Januar 2007, 20:49:35 »
@Solas
Welches ist eigentlich deine Lieblingsfigur, Cécile?
Oder kannst du das gar nicht sagen?

Grüße
Sabrina

Eindeutig Jules, danach Daniel. Jean-Marie läuft etwas außer Konkurrenz, der ist einfach einmalig (Was er sicherlich auch so sehen würde.  ;D) Über Pierre würde ich gerne noch mehr wissen. Sophie steht noch zu sehr am Anfang, gerne habe ich sie aber schon und Cécile? Meine "starke" Cécile hat mich etwas enttäuscht. Der Einzige, dem ich allerdings aus vollem Herzen die Pest an den Hals wünschen würde, ist Deschamps.

Liebe Grüße

Kirsten