Autor Thema: Christoph Marzi - Lumen (Buch II: Kapitel 8 bis Kapitel 9, bis Seite 550)  (Gelesen 1550 mal)

Offline nimue

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Hier könnt ihr zu Buch II von Kapitel 9 bis zu Kapitel 9 (bis Seite 550) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Tirah

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Der Limbus ist aber wirklich ein unheimlicher Ort! Aber: es gibt keine Zufälle - ausgerechnet den "kleinen" Paul treffen Aurora und Neil. Und wieder ist ein loser Faden aufgenommen und ins Muster gewebt.

Wittgenstein ist dagegen in einer wirklich prekären Situation. Wer hat es auf ihn abgesehen?
Prag und Kafka ist ja eine passende Verbindung, sogar Gregor Samsa spielt mit.  ;D  Da ich aber eine Abneigung gegen jede Art von Insekten habe, fand ich die Szene wirklich eklig.
Und was wäre Prag ohne einen Golem? Auf Dorian Steerforth hätte ich allerdings verzichten können - oder sollte er am Ende auch einer von den Guten sein? Seine Geschichte jdenfalls ist irgendwie berührend. Wieder einmal zeigt sich, daß jeder seine eigene Geschichte hat, auch die vermeintlich Bösen.



viele Grüße
Tirah

Offline christophmarzi

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Und was wäre Prag ohne einen Golem? Auf Dorian Steerforth hätte ich allerdings verzichten können - oder sollte er am Ende auch einer von den Guten sein? Seine Geschichte jdenfalls ist irgendwie berührend. Wieder einmal zeigt sich, daß jeder seine eigene Geschichte hat, auch die vermeintlich Bösen.

Dorian Steerforth musste unbedingt wieder in die Story, denn seine Geschichte war einfach noch nicht zuende erzählt. Wer die Stelle schon gelesen hat, weiß warum.
 :winken:

Offline Saltanah

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Von Cliffhanger zu Cliffhanger: Kaum wurden Aurora und Neil gerettet, schweben sie schon wieder in Lebensgefahr. Und natürlich ist das Kapitel gerade da wieder zu Ende ::) . Etwas eintönig.

Zwischen Emily und Tristan kommt Romantik auf. Sehr überraschend ::) . Das hat sich ja auch schon seit einigen hundert Seiten angebahnt.
 
Die Szene im Büro mit reichlich Anspielungen auf Kafka war ja ganz amüsant, wirkte auf mich aber trotzdem etwas belanglos. Schöne Idee, aber was soll's? Sie eignet sich dazu, das Selbstwertgefühl die LeserInnen zu steigern ("Ich habe die Anspielungen verstanden, gebildet wie ich bin"), ebenso wie die ganzen Hinweise auf andere Werke, aber... Mir fehlt was.

Sorry, dass ich so negativ klinge, aber zur Zeit langweilt mich das Buch eben.

Offline Likimeya

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Mir hat die Anspielung auf Kafka gut gefallen. Es passte einfach schön in die Geschichte.

Die Rettung durch den Golem und Dorian Gray/Steerforth kam ziemlich überraschend. Aber irgendwie musste Wittgenstein ja aus der Sache rauskommen  ;)

Neil hatte mit seinem Misstrauen Paul gegenüber also recht. Sehr schade, ich hätte gerne an die Geschichte geglaubt, die er erzählt hat. 

Jetzt bin ich gespannt auf das große Wiedersehen in der Altneusynagoge.

Offline Tirah

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Die Rettung durch den Golem und Dorian Gray/Steerforth kam ziemlich überraschend. Aber irgendwie musste Wittgenstein ja aus der Sache rauskommen  ;)

So ging's mir auch, mit der Rettung durch Dorian hatte ich nicht gerechnet.  :)
viele Grüße
Tirah

Offline *Sternenstauner*

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Der Limbus ist aber wirklich ein unheimlicher Ort! Aber: es gibt keine Zufälle - ausgerechnet den "kleinen" Paul treffen Aurora und Neil. Und wieder ist ein loser Faden aufgenommen und ins Muster gewebt.
Das hat mir auch sehr gut gefallen. Irgendwie freue ich mich ja immer, wenn Personen vorkommen, die ich von irgendwo her schon kenne. ;D

Die Anspielung auf Kafka habe ich (Schande über mich) nicht sehen können, da ich von Kafka noch nichts gelesen habe. Aber gut, dann weiß ich ja, was ich demnächst zu tun habe. ;)

Dass Wittgenstein gerettet wird, war nicht sonderlich überraschend. Von wem hingegen dann doch. Mit Dorian Steerforth hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Seine Geschichte... Hm ja. Nun. Einerseits ist es toll, dass die Figuren dieser Reihe nicht nur böse/gut sind, aber andererseits ist es für meinen Geschmack beinahe schon ein wenig zu viel. Jeder vermeintlich Böse hat seine Gründe für sein schlechtes Tun, was ihm wieder ein paar Sympathiepunkte einbringt. Grau ist zwar immer besser als schwarz/weiß, aber irgendwie ist es immer dasselbe.

Von Cliffhanger zu Cliffhanger: Kaum wurden Aurora und Neil gerettet, schweben sie schon wieder in Lebensgefahr. Und natürlich ist das Kapitel gerade da wieder zu Ende ::) . Etwas eintönig.
In dem Punkt muss ich Saltanah zwar zustimmen, aber von Langeweile bin ich dennoch meilenweit entfernt. ;)

Offline Severine

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Ich schreibe das mal in diesem Thread, es paßt gerade so schön.

Ich glaube, das Problem ist, daß in "Lycidas" alles noch neu und aufregend war, die Figuren wurden eingeführt, man mußte als Leser erst noch mit allem vertraut werden, daß ein Höhepunkt quasi den anderen jagte, ein Aha-Effekt den nächsten, war noch frisch und ungewöhnlich.

Mittlerweile sind Emily und Co. fast schon alte Bekannte, wir haben uns an Christophs Stil und seine Art zu schreiben gewöhnt, daß wir bei jeder Wendung denken können, "Ah, da kommt schon wieder was".
Wenn man die Trilogie nun einigermaßen "intensiv" gelesen hat können gerade die Überraschungen den Leser kaum noch überraschen.

Das finde ich auf der einen Seite nicht schlecht, weil ich ich immer neugierig bin zu erfahren "Na, was hat er jetzt daraus wieder gemacht" und es mir auch gut gefällt, daß der Schreibstil über viele hundert Seiten so stringent weitergeführt wird, andererseits ist es schon ein wenig anstrengend, wenn ein "Knall" den nächsten nicht nur jagt, sondern geradezu hetzt.

Von Langeweile war ich allerdings glücklicherweise auch immer weit entfernt, einfach, weil ich immer wissen wollte, was nun noch an Einfällen kommt und wie die einzelnen handlungsstränge nun aufgelöst werden.

LG,
*Severine*


Offline Tirah

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Ich glaube, das Problem ist, daß in "Lycidas" alles noch neu und aufregend war, die Figuren wurden eingeführt, man mußte als Leser erst noch mit allem vertraut werden, daß ein Höhepunkt quasi den anderen jagte, ein Aha-Effekt den nächsten, war noch frisch und ungewöhnlich.

Damit hast Du es, glaube ich, ganz gut auf den Punkt gebracht. Wahrscheinlich hat deshalb den meisten (einschließlich mir) Lycidas am besten gefallen. Die ganze Atmosphäre hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Das war zwar bei allen drei Teilen so, aber bei Lycidas eben doch am meisten.
viele Grüße
Tirah