Autor Thema: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)  (Gelesen 4223 mal)

Offline nimue

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    • Literaturschock
Hier könnt ihr zu Buch I und den Kapiteln 7 bis 9 (bis Seite 242) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2006, 18:52:24 von nimue »
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Saltanah

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Bei mir schrappt das Buch gerade haarscharf am "zuviel des Guten" vorbei. Erst die Sintflut, dann Sodom und Gomorrah und jetzt auch noch Troja! Hm, ich hoffe nur, dass nicht noch weitere Städte/Länder von Nebel/Dürre/oder gar noch einer unbekannten "Schwester" der beiden (also im Endeffekt von den Mala'ak ha Mawef) zerstört worden sind. Dann wäre für mich eine Grenze überschritten.

Auch bei dem "schwarzen Nebel" im 8. Kapitel verdrehte ich erst die Augen (nicht noch ein lebender Nebel), kam aber bei weiterem Nachdenken zu dem Schluss, dass es passt. In einer Welt, in der sehr viel belebt ist, muss dies natürlich auch auf den altbekannten Londoner Nebel zutreffen, der ja lange vor den neuen, gefährlichen Nebeln existierte. Wie ist es mit dem Ausdruck "Londons Efeu" für den Nebel, Christoph? Hast du ihn geprägt, oder bist du anderswo darauf gestoßen. Er gefällt mir gut; der Nebel, der sich an alle Gebäude klammert und sie einhüllt wie eben Efeu, das hat was.

Pasteurella Pestis 8) . Eine schöne Figur! Aber auch hier diese Gleichzeitigkeit. Kaum ist ihre Geschichte erzählt, stecken die Helden auch schon in einer Pestgrube fest. Mir persönlich ist es lieber, wenn solche Szenen längerfristig vorbereitet werden. So macht es auf mich mehr den Eindruck: "ah, noch eine schöne Idee! Wie bringe ich die unter? Ja klar, so; fertig, abgehakt", um dann nie wieder eine Rolle zu spielen. (Falls doch, nehme ich alles zurück.)

Ende Kap. 8:
Ein lange totgeglaubter Mensch hat den "guten" Nebel geschickt. Ich hoffe nur, dass das Neil Trent ist, und nicht etwa ein von den Toten zurückgekehrter Micklewhite. Wenn ihr heute abend ein Wutgebrüll aus Richtung Norden hört, war er es ;) .

Sehr positiv vermerken möchte ich das seltene Vorkommen der "abgehackten Sätze". Ich habe nämlich nicht grundsätzlich etwas gegen das Stilmittel, nur gegen dessen übertriebenen Gebrauch. Bei Lycidas war ich 600 Seiten lang davon begeistert, aber gegen Ende ging es mir wahnsinnig auf die Nerven und seitdem ist meine Toleranzschwelle dafür sehr niedrig. Aber so wie in den letzten Kapiteln eingesetzt, gefällt es mir richtig gut!

Offline christophmarzi

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. Wie ist es mit dem Ausdruck "Londons Efeu" für den Nebel, Christoph? Hast du ihn geprägt, oder bist du anderswo darauf gestoßen. Er gefällt mir gut; der Nebel, der sich an alle Gebäude klammert und sie einhüllt wie eben Efeu, das hat was.

"Londons Efeu" ist ein Begriff, den Charles Dickens geprägt hat.

Offline Tirah

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    • Eniria
Tristan Marlowe wird mir in diesem Abschnitt nicht sympathischer und ich frage mich immer noch, ob er nun zu den Guten oder den Bösen gehört?  ???
Der "glückliche Gedanke", den die beiden bei den Seven Sisters zahlen müssen, erinnerte mich sehr an Peter Pan. Interessant war es aber schon, daß Tristan an Emily gedacht hat.

Der Begriff Londons Efeu gefällt mir auch, wobei ich zugeben muß, daß es langsam etwas unübersichtlich wird: Dürre einerseits, schwarzer Nebel andererseits und dazwischen Londons Efeu. Ich frage mich, wohin das noch führen soll...  ;D

Lord Uriel scheint sich durch Emilys Auge allerdings zum positiven verändert zu haben.
Überhaupt mag ich die Engel und ihre Musik ja sehr: bei Lycidas war es "Cheek to Cheek", bei Lilith "Blue Skies" und jetzt "You are my sunshine". Alles sehr schöne Stücke, die herrlich beschwingt sind. Am schönsten finde ich jedoch die Auswirkungen, die diese Musik auf die Menschen hat.
viele Grüße
Tirah

Offline Tina

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Seite 187"Er hat mich in Rickmansworth aufgegabelt"  :D
Ne Christoph, das ist jetzt zuviel. Gib's zu, Du bist ein Rickman-Fan  ;D
Tina

Offline christophmarzi

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Seite 187"Er hat mich in Rickmansworth aufgegabelt"  :D
Ne Christoph, das ist jetzt zuviel. Gib's zu, Du bist ein Rickman-Fan  ;D
Tina

Eindeutig. War irgendwie passend.  ;D

Offline Tina

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Hi,

die Seven Sisters waren ja nette Mädels ;D , so wie sie da auf ihrem Berg 'rumhüpfen. Das man zu ihnen kommt wenn man durch das Plakat wandert hat mich zuerst sehr an Harry Potter und das Krankehaus der Zauberer erinnert. Auch mit dem guten Gedanken den die Mädels haben wollten, erinnerte mich etwas an das Denkarium von Dumbledore. Intressanter GEdanke, daß die Trojaner wegen so einem blöden Holzgaul nie die Tür aufgemacht hätten.
Der Efeu Londons war ja sehr freundlich und eine beruhigende Komponente in der Geschichte, daß der böse Nebel, anscheinend doch ernst zu nehmende, gleichstarke Gegner hat.
Die Engel, was soll man dazu sagen. Ich finde die Idee, mit den Engels als Straßenmusiker, die in den Menschen etwas bewirken, ohne daß die es bemerken, sehr schön. Ich muß bei Racheengel und Sodom und Gomorrah immer an Matt Daemon und Ben Afflek denken, die ebenfalls keine Lust mehr auf das Gemetzel hatten. Ich hatte ganz vergessen, wie Engel sich hinsetzen, aber so nach und nach kommen wieder viele Dinge. Vielleicht hätte ich doch zuerst noch einmal die beiden anderen Bücher lesen sollen. Habt Ihr schon einmal im winter mit dem Fernglas die Plejaden angesehen? Das ist wunderschön. Es ist ein Haufen Sterne mit 7 Hauptsternen. Die Sterne sind sehr hell, blau und somit sehr jung. Die Plejaden sind sozusagen der Kindergarten des Sternenhimmels. Das ist ein gefunkel, das ist atemberaubend. Man kann sie sehr gut mit dem Fernglas sehen.

Tina

Offline Severine

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Ich finde Londons Efeu irgendwie niedlich, ich mag seine Art zu reden, die kommt bei mir irgendwo zwischen vornehm und naiv an- ein bißchen weltfremd (naja, es ist halt ein Nebel).
Irgendwo sagt er "Ich bin einer von den Guten"- wäre schön, wenn es so bliebe, aber ich bin noch skeptisch, schon zu viele Figuren haben sich irgendwann "gedreht" und ihre wahren Beweggründe waren nicht ganz so freundlich, wie man hätte annehmen müssen...

Offline Dreamy

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Wow.........
Bis jetzt gefällt mir "Lumen" fast noch besser als die ersten beiden Teile *duck*.
Ich konnte das Buch gestern fast garnicht aus der Hand legen.

Die Geschichte mit den Pestgruben fand ich sehr beeindruckend, und "Londons Efeu" einfach nur herrlich.
Ich finde es auch erstaunlich das man nach 2 Büchern in der "Uralten Metropole" von London immer noch neue Orte und Wesen entdecken kann.
Christoph, kann es sein das "Lumen" im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen erheblich an Tempo zugelegt hat? Oder kommt mir das nur so vor ?

Die "Seven Sisters" fand ich einfach nur herrlich. Es gefällt mir diesmal besonderst gut das die Hintergründe zu solchen Figuren direkt eingestreut werden, so das man gleich das ganze Packet an Informationen bekommt.

So aber jetzt schnell wieder zurück zum Buch  :lesen:.
Lieber Barfuss als ohne Buch - Isländisches Sprichwort

Offline Tirah

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die Seven Sisters waren ja nette Mädels ;D , so wie sie da auf ihrem Berg 'rumhüpfen. Das man zu ihnen kommt wenn man durch das Plakat wandert hat mich zuerst sehr an Harry Potter und das Krankehaus der Zauberer erinnert. Auch mit dem guten Gedanken den die Mädels haben wollten, erinnerte mich etwas an das Denkarium von Dumbledore.

Interessant, an Harry Potter hatte ich gar nicht gedacht. Bei den Seven Sisters hat mir am  besten gefallen, wie sie sich über Tristan amüsiert haben  ;D
viele Grüße
Tirah

Offline Ravenna

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Re: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)
« Antwort #10 am: 20. Oktober 2006, 10:46:13 »
Mir haben (u.a.) die Engel auch gefallen. Zuerst dachte ich,  mhm...  Engel müssen doch eigentlich alle gut sein, dann fielen mir haufenweise kitschige Engelssachen aus der Esoterikecke ein, über die ich hier und da gelesen habe.
Nein, dann sind die Ma...  (hab das Buch nicht zur Hand & bekomme den Namen ohne nicht richtig hin) wohl angemessener.
Dem, was über Londons Efeu und die 7 Sisters gesagt wurde, kann ich mich nur anschließen.

Offline christophmarzi

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Re: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)
« Antwort #11 am: 20. Oktober 2006, 22:36:56 »
die Seven Sisters waren ja nette Mädels ;D , so wie sie da auf ihrem Berg 'rumhüpfen. Das man zu ihnen kommt wenn man durch das Plakat wandert hat mich zuerst sehr an Harry Potter und das Krankehaus der Zauberer erinnert. Auch mit dem guten Gedanken den die Mädels haben wollten, erinnerte mich etwas an das Denkarium von Dumbledore.

Defnitiv findet sich kein Harry Potter-Bezug im ganzen Buch. Nein, nein, nein. >:(  In den Potter-Büchern bin ich auch gar nicht so bewandert (außer im groben Plot).

Der Übergang durch das Plakat ist ein recht klassisches Element, denke ich. Das steht schon für sich.

Und die Sache mit dem schönen Gedanken geht (wenn man schon Untertöne sucht) an James Barrie. Um zu fliegen, braucht man einen schönen Gedanken. Die Szene war wichtig für die Charakterisierung von Tristan (und um klarzustellen, dass man immer einen Preis zahlen muss für Dinge, die einem wichtig sind).

Also: keine Harry Potter-Bezüge. Dafür ganz viele andere.

In diesem Sinne: wer mag Gilbert Keith?

Offline Tina

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Re: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)
« Antwort #12 am: 21. Oktober 2006, 02:40:29 »
Defnitiv findet sich kein Harry Potter-Bezug im ganzen Buch. Nein, nein, nein. >:(  In den Potter-Büchern bin ich auch gar nicht so bewandert (außer im groben Plot).

Ich werde in dieser Runde nie wieder den bösen Namen erwähnen ;D. Kannst Du mir noch einmal verzeihen, denn ich gelobe sofortige Reue. ;)
Tina

Offline christophmarzi

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Re: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)
« Antwort #13 am: 21. Oktober 2006, 07:51:57 »
Ich werde in dieser Runde nie wieder den bösen Namen erwähnen ;D. Kannst Du mir noch einmal verzeihen, denn ich gelobe sofortige Reue. ;)
Tina

Oh, gar kein Problem ;D

Offline Saltanah

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Re: Christoph Marzi - Lumen (Buch I: Kapitel 7 bis Kapitel 9, bis Seite 242)
« Antwort #14 am: 21. Oktober 2006, 08:38:28 »
In diesem Sinne: wer mag Gilbert Keith?

Gilbert Keith ??? Google spuckt dazu Gilbert Keith Chesterton aus, den ich als den Schöpfer von "Father Brown" kenne. Da ich diese Bekanntschaft aber vor gut 25 Jahren gemacht und nie erneuert habe, sagt er mir in diesem Zusammenhang nichts. Es sei denn, du beziehst dich auf dieses Zitat:
"Thieves respect property. They merely wish the property to become their property that they may more perfectly respect it." (Quelle)
Sprich: die besten Ideen aus anderen Büchern, werden zu Ideen in meinen Büchern. Wogegen, wenn gut ausgeführt, nichts einzuwenden ist, im Gegenteil.