N'Abend zusammen,
Mensch, ist das toll wieder in der Uralten Metropole zu wandern. Allzu lange musste ich zwar nicht auf den dritten Teil warten, da ich die beiden Vorgänger erst vor kurzem gelesen habe, aber ein wenig 'Heimweh' hatte ich schon wieder.

Hach, und jetzt fängt der dritte Teil auch noch so traurig an...

Und die arme Emily muss den Tod ihrer Mutter durch diese mysteriösen Nebel auch noch nacherleben. Ich weiß wirklich nicht, ob ich die Trickster-Gabe gerne hätte.
Dass Mia ihre Tochter scheinbar erkannt hat, fand ich sehr rührend. Eine Szene, die man nicht unbedingt in der vollen Bahn lesen muss, denn ein wenig schlucken musste ich schon.
Auch die Tatsache, dass Emily und Adam sich trennen müssen, fand ich traurig, denn ich hätte Emily ein Leben, wie sie es sich vorstellt, von ganzem Herzen gegönnt. Ihre Reaktion auf Adam's Entschluss kann ich persönlich übrigens voll und ganz nachvollziehen. Einige von euch haben das hier auch schon sehr schön begründet.
Aurora tut mir nicht weniger leid. Erst verliert sie ihren Vater kurz nachdem sie überhaupt erfährt, dass Maurice Micklewhite ihr Vater war und dann verläuft sich auch die Freundschaft zu Emily ein wenig im Sande. Was ich aber auch nachvollziehen kann. Es ist doch so, dass Freundschaften hinter Beziehungen manchmal leider ein wenig zurückstecken müssen. Und in dem Alter sowie beim ersten Freund ist das wahrscheinlich besonders der Fall. Hinzu kommt vor allem, dass Aurora selbst sich wahrscheinlich auch von den Beiden distanziert, weil sie zum einen nicht stets das Fünfte Rad am Wagen sein möchte und zum anderen durch das Glück der anderen nicht an ihr Unglück erinnert werden möchte.
Auch wenn ich es Aurora gegönnt hätte und ich Maurice Micklewhite wirklich mochte, hoffe ich trotzdem, dass er nicht wiederaufersteht. Wenn solche Unglücke ständig wieder behoben werden, reizt sich das irgendwann mE einfach aus.
Dass Little Neil Trent wieder auftauchen könnte, fände ich hingegen in Ordnung. Der war ja nicht tot, sondern einfach nur verschollen - und das wurde in
Lilith so relativ nebenbei erwähnt, dass er eigentlich wiederkommen
muss.

Sprache und Stil gefallen mir mal wieder wahnsinnig gut. Auch gegen die kurzen Sätze habe ich nichts einzuwenden. Während mir in
Lycidas bestimmte Phrasen ein wenig zu häufig zu wiederholt worden, fiel mir das in
Lilith nicht so sehr auf. Und auch diesmal scheinen sich Wiederholungen in Grenzen zu halten.
Mein Lieblingssatz bisher ist übrigens folgender: "Herzen hören auf zu schlagen, wenn ihrem Klang niemand mehr zuhört."

Auch die RailMail-Symbolik fand ich sehr sehr schön.
Zur Ausgabe ist zu sagen, dass ich das Rot auch nicht so übermäßig klasse finde und dass das Buch in der Tat recht schwer ist. Und trotzdem habe ich selten Bücher besessen, die mein Herz schon höher schlagen lassen, wenn ich sie bloß in der Hand halte.

Jetzt muss ich weiterlesen.

Ach so. Die Zeichnungen von Katharina Lippach sind wirklich spitze! Ich kannte sie schon und hoffe, dass immer mal wieder neue hinzukommen.