Hallo Zusammen,
hier auch mal von mir ein erster Eindruck.
Schön, daß es wieder mit einem "Die Welt ist gierig..."-Satz anfängt. Überhaupt gefällt mir sehr gut, wie die einzelnen Bücher quasi mit einem "Vorgreifen" beginnen und wir erst nach und nach erfahren, wie es zu dieser Anfangssituation gekommen ist. Auch die kurzen, manchmal aus nur einem Wort bestehenden Sätze stören mich gar nicht, ich finde, sie machen einen großen Teil des Reizes der Reihe erst aus.
Die Grundstimmung erscheint mir irgendwie noch deprimierender als bei "Lycidas" und "Lillith", trotzdem würde ich die Reihe durchaus als "Wohlfühlbücher" beschreiben insofern, daß es mir einfach sehr viel Freude bereitet, sie zu lesen. Nicht, daß die Atmosphäre besonders kuschelig wäre, im Gegenteil, obwohl es "nur" Bücher sind, bin nach dem Lesen total durch den Wind, weil ich ganz einfach mit den Figuren mitleiden muß.
Tja, zum Inhalt bisher- ich gehe fest davon aus, daß Master Micklewhite tot bleiben wird und ich bin etwas zwiegespalten darüber. Einerseits mochte ich den Charakter gern und hätte es für Aurora schön gefunden, wenn sie etwas mehr Zeit mit ihm hätte verbringen und ihren Vater besser kennenlernen dürfen, andererseits bin ich kein Fan dauernder Wiederbelebungen, mich hat es beispielsweise schon ein bißchen "gestört", wie schnell Aurora ihrerzeit aus dem Jenseits zurückgekehrt ist oder wie nebenbei Emily ihr Augenlicht wiedererlangt hat.
Emilys Reaktion auf Adams Reise nach Paris scheint auf den ersten Blick übertrieben, bedenkt man jedoch, wieviel sie bisher stets verloren hat, sobald sie es gefunden glaubte und was sie in ihrem kurzen Leben schon erleben mußte, wird es wieder verständlicher.
Der Nebel.... brrr. Fiese Sache das, zumal es dagegen ja erstmal (ich bin schon etwas weiter) kaum ein Mittel zu geben scheint. Und hinter allem steht bei mir wieder die große Frage "Wer und vor allem Warum?".
Zum Schluß noch ein bißchen Lobhudelei an den Autor: Christoph, ich finde, Du hast einen wunderbaren Stil, derartiges ist mir in der deutschsprachigen Fantasy bisher so noch nicht begegnet. Auch die Verquickung all dieser Legenden, Bücher und Filme, die mir immer wieder Aha-Erlebnisse bescheren, ist wunderbar und wird immer wieder glaubwürdig und logisch aufgelöst.
Und es macht immer wieder Spaß, Parallelen herauszufinden- vor kurzem habe ich z.B. noch China Mievilles "King Rat" gelesen- auch wieder ein kleiner Aha-Effekt.

LG,
Severine (um Nachsicht bittend, weil es ihre allererste Lesrunde ist- falls sie Blödsinn schreibt oder an falscher Stelle oder whatever...)