So...
Lumen ist gelesen, die Trilogie ist beendet und ich bin ein wenig traurig. Andererseits freue ich mich auf den Beginn einer neuen Trilogie in circa einem Jahr und hoffe einfach, daß es auch da ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt.

Irgendwo hat Christoph geschrieben, daß es vielleicht ganz interessant wäre, alle drei Teile noch einmal zu lesen und zwar mit dem Wissen, wie sich alles auflöst. Genau diesen Vorschlag werde ich befolgen, wenn wohl auch erst in ein paar Monaten. Und ich schätze, daß mich dann doch noch ein paar Aha-Erlebnisse erwarten werden.

Mir hat die gesamte Trilogie sehr gefallen, vor allem auch der Schreibstil. Ich bin beeindruckt von der Ideenfülle und den vielen Literaturanspielungen. Ich mochte den Humor und einige der Figuren sind mir fast ein wenig ans Herz gewachsen.Für mich sind alle drei Teile Wohlfühlbücher, wenn mir auch
Lycidas von allen noch am besten gefallen hat.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir, Christoph, für die vielen angenehmen Stunden, die mir diese Romane geschenkt haben!
Meine Rezension: Gerade erst letzten Monat habe ich
Lycidas und
Lilith noch einmal gelesen, um für den Abschluß der Trilogie gewappnet zu sein. Ich muß sagen, daß es auch gut so war, denn viele Details der verwickelten Geschichte hatte ich schon wieder vergessen. Details, die in Lumen jedoch von Bedeutung sind.
Die Handlung ist verwickelt und es gibt Intrigen und Ränkespiele allerorten. Und wer weiß schon von den Leuten, denen er begegnet, auf welcher Seite sie wirklich stehen und wem ihre Loyalität gehört? Da sind überraschende Wendungen und besonders bei einer Person wußte ich bis zum Schluß nicht, ob sie nun zu den „Guten“ oder doch eher zu den „Bösen“ gehört.
Das Hauptmerkmal der Geschichte sind jedoch die liebenswerten und skurrilen, teilweise kauzigen Charaktere sowie die vielen Literaturanspielungen. Da ist z.B. Lord Nelson, der zwar auf dem Trafalgar Square „arbeitet“ aber auf einem Segelschiff wohnt. Da ist der Lordkanzler von Kensington, der in Wirklichkeit der ägyptische Totengott Anubis ist. Da ist der „Londons Efeu“, der berühmte Londoner Nebel. Nicht zu vergessen natürlich die Engel, Lucifer und Lilith sowie die Hölle und ihre Bewohner…
Man trifft in Lumen auf viele alte Bekannte aus den ersten beiden Romanen und ich war immer wieder erstaunt und erfreut, wie lose Fäde irgendwann aufgenommen und in die Geschichte eingewebt wurden. Dabei ist Lumen zwar sehr düster, aber auch romantischer als die anderen Teile.
Der Erzählstil wechselt wie gewohnt zwischen sehr kurzen, fast schon abgehackten Passagen und wunderbar langen, nahzeu poetischen Sätzen. Diesen Stil muß man mögen, da man sonst mit der ganzen Geschichte nicht recht warm wird. Mir gefällt dieser Erzählstil sehr, genervt haben mich jedoch etliche Cliffhanger jeweils zum Ende eines Kapitels.
Die Geschichte ist beendet und (fast) alle Rätsel wurden gelöst. Ich muß sagen, es ist mir schwergefallen, mich von vielen liebgewonnen Personen zu verabschieden und nicht mehr an ihrem Leben teilzuhaben - aber ist es nicht gerade das, was eine gute Geschichte ausmacht?