Über Gernots Rolle bei Kelletats Tod war ich auch schockiert und so sind nur wenige Seiten vergangen, doch die haben ausgereicht, um Gunda im neuen Licht zu sehen. Dafür ist mir Editha zu "herrisch" und die häufigen englischen Flüche unterstreichen das noch. Wie wird sie wohl reagieren, wenn sie Agnes erkennt? Hermine steht dann bestimmt für alle Missetaten bereit - natürlich um noch mehr Erpressungsmöglichkeiten zu haben.
Die politischen Einschübe reißen mich immernoch nicht mit, doch ich bin gespannt, wie lange Wehlau der Belagerung noch standhalten muss.
Von Strack würde ich gerne noch mehr lesen, denn sein Schicksal ist genauso traurig wie Gundas. Gemeinsam könnten sie sich Halt geben, doch die Braumeisterin hat sicherlich gerade andere Dinge im Kopf, als nach neuen Heiratswilligen zu suchen.
Sehr interessant finde ich auch die Einschübe über das Baumeisterhandwerk. So wie die Details zum Bierbrauen, finde ich es klasse, dass auch einige Eigenheiten des Baumeisterwesens mit eingeflochten werden.
Davon bin ich auch ganz begeistert und staune über die riesigen Mengen!

Irgendwo konnte man mal einen Lehrgang zu diesem Thema belegen und Heidi macht richtig neugierig einmal selbst den Löffel in der Maische zu schwingen.

Dass die beiden dann - gefühlterweise an jeder Ecke - immer gleich miteinander ... ich bin ja nicht prüde, aber die eine oder andere Sexszene hätte man meiner Meinung nach schon weglassen können ...
Ich finde es auch, dass ihre Beziehung ein bisschen zu sehr darauf beschränkt ist. Agnes ist unsicher, weil Selege die Hochzeit verschiebt und wundert sich über manche seiner Eigenarten, doch obwohl sie sich kaum kennen, steht die Leidenschaft ungebrochen im Mittelpunkt. Ich habe kein gutes Gefühl bei ihrer übereilten Flucht und denke, dass ein Happy End für die beiden noch nicht in Sichtweite ist. Die Drohung bei der Begleichung der Spielschulden hat auch so etwas in die Richtung angedeutet.. Wird Agnes vielleicht schwanger und dann auch mit Zwillingen? Das soll ja in der Familie liegen.
Der angebliche Grund des Hausstands klingt für mich auch nur vorgeschoben. Es wird doch wohl möglich gewesen sein, ohne diesen die Ehe eingehen zu dürfen. Eigentlich müsste Selege doch auch genügend Reserven haben, da er sehr gefragt ist. Wenn ich mich richtig erinnere, will Gunda ihrer Magd den Hausstand bezahlen und Agnes Liebster erscheint mir wohlhabender..

Ich freue mich auf weitere Lesestunden und bin gespannt, ob Gunda tatsächlich das entflohene Vögelchen einfangen kann.
