Der dritte Abschnitt hat mir richtig gut gefallen. Karla muss einiges aushalten. Ihr, der es immer so wichtig war, eine weiße Hexe zu sein und keine Neigungen zur dunklen Seite zu haben, wird ausgestoßen. Und dann gehört Sie auch noch ausgerechnet zur Familie von Perfido. Raoul war in dieser Situation richtig lieb. Unbedingt will er Karla helfen. Er ist sogar bereit sich quasi als Sklave anzubieten 
Sklave erscheint mir etwas zu hart. Ich hätte das eher als eine Art Lebensschuld verstanden. Interessant aber die Bemerkung, dass es in beide Richtungen geht...
Die Verzweiflung von Raoul hat man förmlich gespürt. Er setzt ja wirklich alle Hebel in Bewegung, um Karla zu helfen. Nur ob es so gut war, sich an Quass zu binden? Er scheint zwar sehr nett zu sein, doch wenn die Drachen wirklich hinter der Geschichte stehen, könnte das noch böse enden.
Obwohl ich ihm das ja eigentlich hoch anrechne, finde ich doch, dass er es etwas übertreibt. Dass er bei den Vampiren nachhakt, ist logisch, auch dass er Quass um Hilfe bittet, sehe ich noch ein. Aber hätte eine einfache Bitte nicht gereicht? Sich hier gleich auf eine Lebensschuld einzulassen, erscheint mir doch etwas übertrieben. Und da drängt sich mir die Frage auf: Eigentlich sind sie doch Freunde, oder? Warum also dann so eine eindringliche Bitte, der gehorcht werden muss? Hatte Raoul Angst, dass Quass ihm sonst nicht hilft?
Dieser Filmriss von Raoul hat mich doch sehr irritiert. Der Text geht da so nahtlos ineinander über, ohne dass man den Einschnitt bemerken könnte. Ist das Absicht? Oder erkennt man den Absatz nur nicht, weil da gerade die Seite zu Ende ist?
Ja, ich hatte da auch so meine Probleme. Das ging mir dann doch ganz schön schnell...
Was mir nicht so ganz klar geworden ist: Wie konnte die weiße Seite Karla von ihrer Magie abschneiden? Beim Kampf gegen den Wurdelak konnte sie jedenfalls nur noch sehr schwache Zauber wirken.
Eine sehr gute Frage. Ich hatte mir das so erklärt, dass Karla durch ihre "Verunreinigung" durch dunkle Mächte ihre Verbindung zur weißen Magie verloren hat.
Insgesamt finde ich, dass Karla sich ziemlich unbedacht verhält. Woher kommt ihre Überzeugung, ihr Talisman sei defekt? Sie wurde von einem Vampir gebissen und fühlt sich furchtbar! Da liegt doch die Annahme nahe, dass etwas nicht in Ordnung ist. Bzw. zu diesem Zeitpunkt wusste sie ja sogar schon, was mit ihr nicht stimmt. Und trotzdem ignoriert sie das alles einfach und will ins Hauptquartier eindringen? Spätestens nach dem ersten Alarm hätte ich mich ja zurückgezogen und zunächst mal Hilfe gesucht anstatt stur immer wieder zu versuchen, reinzukommen.
Zugegebenermaßen kommt ihr Rauswurf ziemlich plötzlich, aber andererseits: sie wird ja zunächst mal zu ihrer eigenen Sicherheit in Gewahrsam genommen. Das nehme ich ihnen sogar ab, es könnte ja eine Bessessenheit oder ähnliches vorliegen. Auch ein Arzt kommt, um sie zu untersuchen. Ich denke, vor allem als dann die Vampire auftauchen und praktisch Karlas Herausgabe als eine der ihren fordern, war die sache für die weiße Seite klar.
Perfido kann ich überhaupt nicht einordnen. Was hat er davon das er Karla hilft? Liegt es wirklich nur an dem besonderen Stoff den sie in ihrem Körper produziert? So ganz kann ich das gar nicht glauben.
Für mich hat er eine ganz neue Seite dazubekommen. Mittlerweile bin ich durchaus bereit zu glauben, dass er doch nicht der Verbrecher ist, für den Karla ihn gehalten hatte. Seine Argumentation erscheint mir logisch und auch wenn ich mir sicher bin, dass er seine Familie mit strenger Hand regiert und nur geringe Skrupel hat, was ihren Schutz angeht, so ganz der Bösewicht scheint er nicht zu sein.
Vielleicht kam sein ursprüngliches Angebot, dass Karla für ihn arbeiten soll, ja bereits daher, dass er sie bereits fast als Teil der Familie sah? Oder sie zumindest in sie aufnehmen wollte?
Und da wären wir auch schon bei Quass, den ich mittlerweile schwer in Verdacht habe, etwas mit den Weltuntergangsplänen zu tun zu haben.
Deine Vermutung klang für mich am Anfang etwas arg weit hergeholt, aber deine Erklärung hat mich nachdenklich werden lassen. Da ich Felsenstein nicht als designierten Bösewicht ernst nehmen kann - dafür hat er viel zu plakativ den Stempel "Oberbösewicht!" abbekommen, ist Quass als Drahtzieher eine plausible Vermutung. Leider! Obwohl ich Quass gern mag, hast Du mich mit deiner Vermutung nachdenklich gemacht.
Vergesst es. Keine Chance. Diese Vermutung weigere ich mich, näher zu bedenken.

Ich mag Quass und glaube auch nicht, dass seine Freundschaft zu Raoul nur gespielt ist oder gar auf Taktik beruht. Interessant wird hierbei bestimmt noch die gegenseitig Bindung, die sie eingegangen sind. Ich bin mal gespannt, wie weit das reicht und welche Auswirkungen das noch hat...