Autor Thema: 03 - Dritter Teil "Barbados" (Kapitel 15) bis einschließlich Kapitel 18 (S.222)  (Gelesen 607 mal)

Offline apassionata

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Ich vermute immer noch, dass Harold für Elizabeth mehr empfindet als eigentlich erlaubt wäre.

Ja, es gab da so die eine oder andere Stelle, da schlich sich so eine leise Vermutung in diese Richtung auch bei mir mit ein.
Schon im ersten Abschnitt, aber auch auf der Schiffsreise hatte ich das Gefühl, es könnte auch vielleicht etwas mehr dahinter stecken, als nur die Durchführung eines Plans mit der Betitelung "Erbfolge". Allerdings hoffe ich dies nicht gerade für Elizabeth.

Zitat
Dafür aber hat mich bald darauf die Erwähnung etwas versöhnt, dass sich Elizabeth aus völlig unrationalen Gründen danach gesehnt hatte, Duncan würde sie noch vor der Geburt von der Insel rauben.  ;D

Wieso unrational? ;) ;D   

 ;D  Ok. Aber dann wäre der Roman ja fast so gut wie vorbei. So haben wir doch noch etwas länger von den beiden, die sich doch so unglaublich wollen, dies aber bisher noch noch nicht ganz kapiert haben.  ;D

Elizabeth ist vermutlich stärker, als wir es bislang geglaubt haben. Ich denke, dass sie vernünftig genug ist, keine Auseinandersetzungen mit der Familie zu beginnen - dazu ist sie dann doch zu sehr in ihrer Zeit verhaftet und will ihrem Vater auch nicht schaden. Sie ist pragmatisch, kümmert sich um ihren Sohn und sieht, dass es ihm bei den Dunmores nicht schlecht geht, und schafft sich ihre Freiräume durch Ausritte und Rückzugsmöglichkeiten. Dabei hilft ihr sicherlich auch ihr Schwiegervater, auch wenn bislang nicht klar ist, aus welchen Beweggründen.
Dennoch ist Elizabeth natürlich trotzdem klar, wie gefährlich Robert (und auch Harold) sein kann - die Behandlung vorn Deirdre ist da mehr als eindeutig. Widerliche Kerle, die Dunmores. Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, was eigentlich in Martha vorgeht. Wie sie es all die Jahre aushält.

Ja, ich denke auch, dass Elizabeth eine gewisse Stärke hat. An solch einem Leben wären gewiss schon andere zerbrochen. Sie aber geht es recht clever an, denn was kann sie denn auch schon ausrichten. So aber versucht sie das Beste daraus zu machen und fröhnt ihrer heimlichen Sehnsucht. Und wenn Duncan jetzt nicht bald in die Gänge kommt und sie auf sein Schiff entführt…  :kommmalherfreundchen:


"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline mamasein2009

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Was mir noch zum 3. Teil eingefallen ist bzw. was mich wundert.

Elizabeht hat in den über 2 Jahren, wo sie auf der Insel verweilt, nur 2 Briefe von ihrem Vater erhalten, obwohl sie so ein inniges Verhältnis hatten. Ok, die Post hat viell. 2 monate gedauert, aber trotzdem. ???

Offline Charlotte T.

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Das mit der Post muss man sich wirklich ganz anders vorstellen als heute :-)
Jede Überquerung des Atlantiks war um das Jahr 1650 herum noch ein sehr gefährliches Unterfangen, eine Menge Schiffe kamen nie am Zielort an. Ein regelrechtes Postwesen gab es auf diesem Wege überhaupt nicht, man war darauf angewiesen, dass jemand freundlicherweise einen Brief mitnahm, d. h. man musste den Brief erst mal zu einem Kauffahrer schaffen, der zufällig gerade nach Barbados, also zu einer der entlegensten Inseln der Welt segeln wollte. Was aber die wenigsten vorhatten :-) Der atlantische Dreieckshandel war erst in der Entstehung begriffen, der Zuckerhandel nahm gerade erst seinen Aufschwung, und bis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts fuhren hauptsächlich holländische Westindienfahrer nach Barbados - der Viscount hatte es also doppelt schwer, seiner Tochter einen Brief zukommen zu lassen. Dass sie in zwei Jahren zwei bekommen hat, war deshalb schon fast Glück. :winken:

Herzlich,
Charlotte

Offline allegra

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S. 190

Ich habe eine Frage und zwar geht es um William Noringham.
An diesem Fest beklagen sich die Pflanzer über diesen neuen Erlass von England wonach sie nicht mehr mit anderen Nationen, namentlich den Holländern, Handel treiben dürfen. Ist diese "Navigationsakte" als Folge zu sehen, dieser Eingabe von William in London, von der im ersten Teil (S. 32 ff) die Rede ist? Er setzt sich darin für das Wohl der Sklaven ein und wünscht genauere Gesetze, die den Umgang mit Sklaven regeln. Offenbar hat er eine hohes soziales Verantwortungsbewusstsein, was ja auch erkennber ist, als er den Strafvertrag von Annes Zofe aufgekauft hat.

Ich finde das mit diesen Verträgen, die diese Leibeigenschaft auf Zeit regelt, sehr interessant. Dass man sogar damit Handeln kann. Das ist ja so eine Art Sklaventum, aber nicht endgültig.

Offline mamasein2009

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Das mit der Post muss man sich wirklich ganz anders vorstellen als heute :-)
Jede Überquerung des Atlantiks war um das Jahr 1650 herum noch ein sehr gefährliches Unterfangen, eine Menge Schiffe kamen nie am Zielort an. Ein regelrechtes Postwesen gab es auf diesem Wege überhaupt nicht, man war darauf angewiesen, dass jemand freundlicherweise einen Brief mitnahm, d. h. man musste den Brief erst mal zu einem Kauffahrer schaffen, der zufällig gerade nach Barbados, also zu einer der entlegensten Inseln der Welt segeln wollte. Was aber die wenigsten vorhatten :-) Der atlantische Dreieckshandel war erst in der Entstehung begriffen, der Zuckerhandel nahm gerade erst seinen Aufschwung, und bis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts fuhren hauptsächlich holländische Westindienfahrer nach Barbados - der Viscount hatte es also doppelt schwer, seiner Tochter einen Brief zukommen zu lassen. Dass sie in zwei Jahren zwei bekommen hat, war deshalb schon fast Glück. :winken:

Herzlich,
Charlotte

Vielen Dank!  :)

Offline dubh

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Robert bleibt für mich weiterhin ein riesiges Ekelpaket. Manchmal habe ich auch richtige Wut auf Harold, dass er sich Elizabeth für Robert ausgesucht hat. Ich meine, er muss doch gewußt haben, dass ein braves englisches Mädchen Robert von seiner Sexsucht nicht heilen kann. Dass diese Ehe eine Katastrophe für seine Schwiegertochter werden wird, muss er doch erwartet haben.

Das wird ihm herzlich egal sein. Harold ist total egoistisch und hat das Beste für sich selbst ausgesucht. Eine wunderbare Frau für seinen Sohn, in der Hoffnung, dass dessen Idiotentum dadurch ein wenig abgemildert wird... ;) Und letzten Endes war es für die Raleighs auch ein "Handel", wenn man so will - wenn auch kein so ekeliger.
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline apassionata

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Robert bleibt für mich weiterhin ein riesiges Ekelpaket. Manchmal habe ich auch richtige Wut auf Harold, dass er sich Elizabeth für Robert ausgesucht hat. Ich meine, er muss doch gewußt haben, dass ein braves englisches Mädchen Robert von seiner Sexsucht nicht heilen kann. Dass diese Ehe eine Katastrophe für seine Schwiegertochter werden wird, muss er doch erwartet haben.

Das wird ihm herzlich egal sein. Harold ist total egoistisch und hat das Beste für sich selbst ausgesucht. Eine wunderbare Frau für seinen Sohn, in der Hoffnung, dass dessen Idiotentum dadurch ein wenig abgemildert wird... ;) Und letzten Endes war es für die Raleighs auch ein "Handel", wenn man so will - wenn auch kein so ekeliger.

Prima zusammen gefasst. Da bin ich ganz deiner Ansicht.
Harold verfolgt nun vehement seine ganz eigenen Ziele. Mal abgesehen davon waren glückliche Ehen aus Liebe damals sowieso eher rar.
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