Autor Thema: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN  (Gelesen 1538 mal)

Originaldibbler

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #15 am: 03. Mai 2012, 12:51:15 »
Der Schluss von ZeRSTöReN lässt viele Fragen offen. Kelwor heißt Opfer, der Barbar ist jetzt Kelwor. Oder ist Kelwor jetzt der Barbar? Was bedeutet das? Muß man Kelwor Opfer bringen? Ist Kelwor ein Opfer? Opfert sich Kelwor für seine Anhänger (siehe Christus). Oder ist der Barbar durch ein Opfer zu Kelwor geworden? Fragen über Fragen ...

Man könnte es auch so sehen, dass die Waldmenschen ihren Gott opfern. Hätte es nicht die Stautue gegeben, hätte der Kommandant den Barbaren vielleicht statt dessen 100 Waldmenschen töten geschickt...

STöReN
Und wieder lernt der Barbar neue Seiten der Zivilisation kennen: Ausschweifung, Perversion (Sex zwischen Leichen), Menschen die andere Menschen besitzen (in noch stärkerem Maße als in dem Bordellkapitel),... Außerdem trifft er auf einen Gegner, der ihn noch mehr in Bedrängnis bringt, als die zuvor. Was ist also die Steigerung eines Drachens? Ein Dämon? Ein Gott? Nein, ein Mensch und noch dazu einer, der ihm nicht ganz unähnlich ist.

ZeRSTöReN
Hier schließe ich mich Loomis Ausführungen an. Interessant für den Gesamtkontext ist die Geschichte, weil sie erklärt woher die Götter kommen auf die der barbar auch andernorts getroffen ist und wahrscheinlich noch treffen wird.

FReSSeN
Die fettgdruckte Pracht war mir zu platt. Ja, es hätte wahrscheinlich keiner gesehen aber trotzdem...
Ansonsten eine der eindringlichsten Geschichten in diesen Band! Wobei mir schon bei der ersten Erwähnung der Kinder klar war, wie sie enden würden. Spannend war die Reaktion des Barbaren. Das  - von mir erwartete - Gemetzel blieb aus, statt dessen tritt er zum ersten Mal die Flucht an. Für mich ein Indiz, dass ich mit meiner Vermutung, dass der letzte Konflikt ein innerer sein könnte, doch nicht ganz falsch liege. (Auch wenn Tobias ja quasi schon gesagt hat, dass ich das tue...)

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #16 am: 03. Mai 2012, 18:00:23 »
Für mich ein Indiz, dass ich mit meiner Vermutung, dass der letzte Konflikt ein innerer sein könnte, doch nicht ganz falsch liege. (Auch wenn Tobias ja quasi schon gesagt hat, dass ich das tue...)

Ich habe ja nichts ausgeschlossen. Ich habe nur Augenmerk auf Old Fishermans Theorie gelegt. Vielleicht gibt es ja mehrere "Endgegner"?

Die fettgdruckte Pracht war mir zu platt.

Wie kann denn etwas Fettes platt sein?  :P

 :lesen:: Tobias

Offline Myriel

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #17 am: 03. Mai 2012, 21:07:44 »
STöReN:
Unser Barbar hat die unsanfte Landung im See gut überstanden und hat sich dann an Bord eines Vergnügungsdampfers gerettet. Schon die ersten Beschreibungen haben mir ein unangenehmes Gefühl beschert, aber Setepenre war richtig widerwärtig. So ein egomanisches Miststück, dass die Welt als ihre Spielwiese betrachtet - und ausgerechnet sie überlebt das Blutbad an Bord, obwohl sie sogar noch Männer auf den Barbaren gehetzt hat! Hat sich da das Gehirn des Barbaren ausgeschaltet und er konnte nur noch mit dem Magen und später mit dem Schwanz denken???  >:(

ZeRSTöReN:
Wieder nimmt es der Barbar mit einem Gott auf. Was ist diesmal sein Beweggrund? Neugier, ob dieser Gott eine größere Herausforderung darstellt als der letzte? Gut gelungen fand ich die Beschreibungen, wie nervös er anfangs auf jeden Laut, jede Bewegung achtet, während er versucht dem Gott sein Gesicht zu nehmen.
Auch die philosophischen Betrachtungen fand ich treffend: "Also näherten sich die Gesetze, je wohlhabender jemand war, wieder den Gesetzen der Wälder und Steppen an. Er hatte erwartet, dass das anders sein würde. Genau umgekehrt. Je vornehmer, desto weiter entfernt von den Wäldern. Er fragte sich, wozu man die Wälder dann überhaupt verließ." (S. 258)
Schmunzeln musste ich am Ende des Kapitels, als die von den Waldbewohnern neu errichtete Statue beschrieben wird: jetzt ist der Barbar selbst zum Gott geworden und er hat sogar einen Namen erhalten: Opfer. Ist es das, als was er enden wird? Oder ignoriert er dieses Schicksal genauso, wie schon im 2. Kapitel den Tod?

FReSSeN:
Zu diesem Kapitel fällt mir nicht viel ein als: abartig und widerwärtig.
Schon zu Beginn, als der dichtende Barde unkt, dass sie vielleicht selbst die Speise sein könnten, habe ich an Kannibalismus gedacht und mich gefragt, warum sich der Oligarch ausgerechnet so ein schwieriges Opfer wie den Barbaren ausgesucht hat. Doch als die Kinder in den Fokus gerückt sind, war mir klar, worauf es hinauslaufen würde. Wirklich erschreckt hat mich aber die Bereitwilligkeit, mit der die Kinder ihrem furchtbaren Schicksal entgegen gesprungen sind.  :krank:
Da war ich echt froh, als der Barbar das Weite gesucht hat und der Leser mit ihm geflohen ist.

Offline Myriel

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #18 am: 03. Mai 2012, 21:27:49 »
Setepenre, war irgendwie witzig mit ihrem immer wiederkehrendem „Ich will euren Schwanz sehen!“
Auf mich wirkte sie anfangs wie auf Drogen, aber scheinbar lebt tatsächlich eine Barbarin in ihr!
Witzig ist nicht das Wort, was mir zu Setepenre einfallen würde und für eine Barbarin ist sie für meine Ansichten viel zu bewusst darauf aus, die gängigen Moralvorstellungen zu untergraben. Der Vergleich mit den Drogen passt da schon viel eher.

Es gab ja schon Andeutungen im letzten Kapitel, dass Gesetze bei zivilisierten Menschen nur bis zu einem bestimmten Maß auch eingehalten werden. Hier ist auch eine Grenze für den Barbaren überschritten worden. Da stellt sich die Frage, wer denn der wirkliche Wilde ist, der Barbar, oder privilegierte Menschen, wie den Oligarchen und dessen Anhänger. Der Barbar handelt triebhaft, aus Neugier, nach dem Motto, „survival of the fittest“. Der Oligarch handelt auch triebhaft, aber im Sinne der menschlichen Moral  :krank:
Das trat wirklich sehr deutlich hervor: der Unterschied zwischen dem Barbaren als dem angeblich Wildem und den Städtern als angeblich zivilisierten Menschen. Doch wer ist hier wirklich barbarisch??

[...] und besonders gut hat mir gefallen, wie der Raum beschrieben wurde, in seiner PRACHT. Ich muss aber zugeben, dass mir das sicher nicht aufgefallen wäre, wenn die Buchstaben nicht fettgedruckt gewesen wären. :-[
Da gesell ich mich zu dir: ohne den Fettdruck wäre mir das nicht aufgefallen, aber so fand ich es eine gute, ungewöhnliche Idee.

Für mich ein Indiz, dass ich mit meiner Vermutung, dass der letzte Konflikt ein innerer sein könnte, doch nicht ganz falsch liege. (Auch wenn Tobias ja quasi schon gesagt hat, dass ich das tue...)

Ich habe ja nichts ausgeschlossen. Ich habe nur Augenmerk auf Old Fishermans Theorie gelegt. Vielleicht gibt es ja mehrere "Endgegner"?
Vielleicht muss sich der Barbar zuerst selbst überwinden, damit er seine äußeren Feinde besiegen kann?

Originaldibbler

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #19 am: 04. Mai 2012, 08:11:14 »
Wie kann denn etwas Fettes platt sein?  :P

Tja, du schaffst selbst das!  ;)

Offline Old Fisherman

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #20 am: 04. Mai 2012, 15:58:58 »
Hallo werte Mitleser,
ich habe diesen Abschnitt zwar bereits gestern erledigen können, war aber zu ausgelaugt, um noch etwas schreiben zu können:

STöReN:
Unser Barbar hat die unsanfte Landung im See gut überstanden und hat sich dann an Bord eines Vergnügungsdampfers gerettet. Schon die ersten Beschreibungen haben mir ein unangenehmes Gefühl beschert, aber Setepenre war richtig widerwärtig. So ein egomanisches Miststück, dass die Welt als ihre Spielwiese betrachtet - und ausgerechnet sie überlebt das Blutbad an Bord, obwohl sie sogar noch Männer auf den Barbaren gehetzt hat! Hat sich da das Gehirn des Barbaren ausgeschaltet und er konnte nur noch mit dem Magen und später mit dem Schwanz denken???  >:(

Das sind für gewöhnlich die einzigen Dinge mit denen der Barbar denkt, wenn er nicht gerade beim Kämpfen ist. ;D
Dieses Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn ich die Kämpfe nicht als allzu fordernd empfand. Nachdem Borr, der mich an den unkaputtbaren "Beißer" aus James Bond erinnert hat gestorben war ist bereits klar gewesen, dass Valenzio keine Gefahr mehr darstellen wird.
Setepenre ist ein sehr intriganter Charakter, die sich anscheinend darauf versteht Männer zu manipulieren und sich daran erfreut wenn diese um sie kämpfen. Das dem Barbar ihr anzügliches Verhalten gefällt war abzusehen. Fies fand ich vor allem wie sie den sterbenden, in seinen Innereien liegenden Valenzio im letzten Augenblick seines Lebens mitteilt: "Ich glaube ich werde seinen Schwanz mögen!" Im Grunde war er mit seinem idiotischen Benehmen aber selbst schuld und ist wegen seiner eigenen Dummheit gestorben.
Ungewollt komisch war die Szene als der Sklave auf Geheiß seines Herren versucht den Lendenschurz des Barbaren herabzuziehen. Sein Schicksal war natürlich besiegelt. Um die Sklaven tut es mir Leid, aber die andere Möglichkeit- sich gegen ihre Herren zu stellen wäre wahrscheinlich ebenfalls nicht von großem Erfolg gekrönt gewesen, denn sobald das Schiff in den Hafen einläuft/ aufläuft würde die Jagd auf sie eröffnet werden.

Zum Kapitel ZeRSTöReN habe ich gleich einmal eine Frage an Tobias, die vielleicht auch schon einmal in anderen Leserunden gestellt wurde: Glaubst du an ein höheres/höhere Wesen? Wenn ja welcher Religion bist du zugehörig/ an was genau glaubst du? Ich habe bemerkt das Götter des Öfteren eine große Rolle in deinen Büchern spielen- deshalb die Frage.
Nun aber zum eigentlichen Kapitel. Der Barbar soll im Auftrag eines Hauptmanns eine Götterstatue der Waldmenschen (waren es die Grünen Horden?) verstümmeln. Der Lohn dafür ist der Helm des Mannes. Der Auftrag gelingt, auf dem Rückweg bekommt er es mit Kriegern zu tun, die immer zu sechst auftreten. Als sie immer härter werden (den Vergleich von odenwaldcollies mit einem Computerspiel finde ich übrigens sehr gelungen) flieht er und bekommt den Helm. Die Waldmenschen errichten eine neue Statue: Den Barbaren selbst, den sie ebenfalls Kelwor-Opfer nennen.
Zu Beginn hat mir schon einmal gefallen, wie der Barbar beharrlich den Helm für sich beansprucht. Das Ganze hat mich ein wenig an das Verhalten eines kleinen Kindes erinnert, der Kommandant gibt schließlich entnervt auf. Den Auftrag an sich fand ich auch sehr interessant, er bekommt es mit einem Gegner aus Fels zu tun.
Dann der Rückweg: Was hat es mit der Zahl sechs auf sich. Anscheinend laufen diese Waldmenschen immer in dieser Konstellation umher. Ich vermute zwar, dass hier wahrscheinlich keine geplante tiefere Bedeutung vorliegt, aber trotzdem ist es interessant zu spekulieren. Hätte der Barbar ihr Aussehen besser beschreiben können wüssten wir vielleicht mehr: Es könnte schließlich sein, dass es sich um eine best. Familienkonstellation handelt.

Wikipedia sagt zur Bedeutung der Zahl Sechs (mathematische Bedeutung etc. weggelassen):

Zitat
Nach der Bibel erschuf Gott die Erde in sechs Tagen (siehe Augustins Bemerkung im Gottesstaat).
Der Buddhismus unterteilt die Welt in sechs Daseinsbereiche, in denen ein Wesen wiedergeboren werden kann. Sie werden auf dem tibetischen Lebensrad bildlich dargestellt. Der Sechsstern ist ein sechseckiger Stern aus zwei sich überlappenden gleichseitigen Dreiecken.


Der Davidstern
Das Hexagramm, ein Stern mit sechs Strahlen, der aus zwei übereinander gelegten Dreiecken gebildet ist, ist religiöses Symbol in einigen Religionen, so im tantrischen Hinduismus und im Buddhismus. Abgeleitet daraus ist er ein Zeichen der Alchemie, bei dem die überlappenden Dreiecke die Elemente symbolisieren. Als so genannter Brauerstern war das Hexagramm das Zunftzeichen der Brauer und Mälzer. Daraus leitet sich die Verwendung in Wirtshausschildern ab. Als Davidstern (hebr. מגן דוד, Magen David – „Schild Davids“) ist es das Symbol des Judentums und des Volkes Israel.
Das Buch der Wandlungen (Yijing) beruht auf Vierundsechzig Hexagrammen, die aus je sechs Yin- oder Yang-Linien bestehen. Zur Bedeutung der Sechs in der chinesischen Zahlensymbolik siehe dort.

Den markierten Bereich fand ich interessant- wurden sie einfach immer wieder geboren in neuen Körpern und der Barbar kämpfte immer wieder gegen dieselben Gegner? Ich kenne mich mit dem Buddhismus allerdings nicht wirklich aus und kann somit auch nichts über diese sechs Daseinsbereiche aussagen.

FReSSeN:
Die Geschichte wie Jenny Mai-Nuyen dir das erzählt hat klingt aus deiner Sicht irgendwie unheimlich. ;D Eine tolle Idee ist das ganze auf jeden Fall, sie einzubauen war auf keinen Fall eine Fehlentscheidung. Im übrigen war es für mich im Gegensatz zu Originaldibbler und einigen anderen nicht von Anfang an klar, dass die Kinder geopfert werden. Erst als sie dann zu singen begannen:"...Unseren Eltern zum Dank, für Speise und Trank..." war mir klar, welches Schicksal sie zu erfüllen hat.  :krank: Ich freu mich schon auf Hiob... ;D
Allerdings fällt es mir schwer vorzustellen, dass eine solcherart sadistisch "Barbarei" in unserer Zivilisation möglich wäre. Allein das die Eltern im Anschluss das zarte Fleisch ihrer eigenen, gemästeten Kinder kosten werden (Schade, dass es hier keinen Kotz-Smiley gibt)
Und dem Magistrat und dem Lautenspieler scheint das Ganze auch noch sehr zu gefallen: 
:tanzen::tanzen: :sabber: :sabber:
Naja, bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht und freue mich bereits auf Indencron, Tleck und alle weiteren wiederkehrenden Charaktere. Mal sehen, wen Tobias als würdig genug erachtet...

Offline Magnhor

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #21 am: 04. Mai 2012, 16:34:02 »
Wir saßen unter einer außergewöhnlich flammendroten Abenddämmerung am Spreeufer, sahen Paaren beim Tangotanzen zu und teilten uns eine Pizza. [...]
Oh, wie rAmOntisch!  :flirt: (War das wirklich so, oder dringt da dein aktuelles Werkeln am Erotikroman durch?) Vielen Dank, für diesen Hintergrund. Wie Räubertochter schon treffend sagte:
Um solche Neugierden zu befriedigen sind Leserunden mit Autorenbegleitung einfach unbezahlbar.

Wegen Setepenre habt ihr natürlich alle Recht! Sie hat eine kranke Persönlichkeit. Wirklich lustig oder amüsant fand ich sie nicht ernsthaft. Ich erlebte das Kapitel aber irgendwie mit sehr viel schwarzem Humor, weil sehr viel Satire enthalten ist, so kam ich dann auch zu meiner Formulierung. Da fällt mir gerade auf: Setepenre <-> Satire  ;D

Ich freu mich schon auf Hiob...

Ich auch! Aber dennoch mit mulmigen Gefühl. Wenn man bedenkt, dass Tobias in diesem Projekt wahre Geschichten zur Maletristik verarbeitet. (Obwohl Hiob 2 schaffte es nicht, dass ich das Buch irgendwann mal aus Entsetzen aus den Händen weg legen wollte, wie hier in FReSSeN oder bei der Manifestation geschehen.)

Originaldibbler

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #22 am: 04. Mai 2012, 16:39:03 »
(Obwohl Hiob 2 schaffte es nicht, dass ich das Buch irgendwann mal aus Entsetzen aus den Händen weg legen wollte, wie hier in FReSSeN oder bei der Manifestation geschehen.)

Bei Fressen hatte ich das bedürfnis nicht. Wahrscheinlich weil ich rechtzeitig verstanden habe, was kommen würde... Und Hiob hab ich mangels Hiob 1 noch nicht gelesen...

PS: Gerade Jürgen bestellt.

Offline Old Fisherman

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #23 am: 04. Mai 2012, 17:43:29 »
Ich meinte: Ich freue mich schon auf meinen ersten Hiob.

@Maghnor: Ramontisch? ;)

Offline tigi86

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #24 am: 04. Mai 2012, 17:45:13 »
Der letzte Abschnitt war schon etwas unheimlich, wie die Kinder sich freiwillig in das heiße Öl stürzen, nur um anschließend von der feierwütigen Gesellschaft aufgegessen zu werden, und der Gedanke, dass sie auf diesen Moment hinerzogen wurden, ist genauso graußig.

und ausgerechnet sie überlebt das Blutbad an Bord, obwohl sie sogar noch Männer auf den Barbaren gehetzt hat! Hat sich da das Gehirn des Barbaren ausgeschaltet und er konnte nur noch mit dem Magen und später mit dem Schwanz denken???  >:(

Die Bösen überleben doch ziemlich oft  ;) Aber sie hatte doch auch schon ihrem Liebhaber den Kopf verdreht. Na ja, die "Bessergestellten" wissen doch manchmal mit ihrer Zeit nichts sinnvolles anzufangen, dass sie auf derartige Ideen kommen. Aber wer weiß, was wir anstellen würden, wenn wir die Möglichkeiten hätten, das zu tun, was wir wollen.

Offline tigi86

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #25 am: 04. Mai 2012, 17:56:21 »
ZeRSTöReN
Sehr gut geschrieben, wie der Barbar zweifelt, ob die Statue nun nur ein Stück Stein ist, oder ob doch mehr dahinter steckt. Interessant auch, wie er durch seine Taten selbst zu einem "Gott" wird, aber erst noch von den Waldbewohnern "geprüft", dann aber doch für würdig erachtet wird.
Ironie, dass sich die Situation für den Kommandanten der Soldaten - obwohl der Barbar seinen Auftrag wie gewünscht ausgeführt hat - keineswegs verbessert.

In diesem Leseabschnitt war dieser Abschnitt der nachdenklichste, wenn nicht der nachdenklichste Teil überhaupt, denn die Gedanken scheinen etwas tiefgründiger.

Vielleicht ist es es wie im normalen Leben, wie viele Menschen haben schon versucht, die Welt zu verbessern, aber am Ende fällt die Welt von einem Unheil ins nächste.


Offline Tobias O. Meißner

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #26 am: 04. Mai 2012, 21:09:26 »
Zum Kapitel ZeRSTöReN habe ich gleich einmal eine Frage an Tobias, die vielleicht auch schon einmal in anderen Leserunden gestellt wurde: Glaubst du an ein höheres/höhere Wesen? Wenn ja welcher Religion bist du zugehörig/ an was genau glaubst du? Ich habe bemerkt das Götter des Öfteren eine große Rolle in deinen Büchern spielen- deshalb die Frage.

Ich glaube nicht an einen inkarnierten Gott und bin auch kein Anhänger einer etablierten Religion. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass die Natur (nicht nur die Erde und ihre Lebewesen, sondern auch das Weltall) in all ihrer Schönheit Respekt verdient, bei dem mir die Form der Anbetung durchaus naheliegend erscheint. (Ich verstehe jederzeit, weshalb man die Sonne anbetet, den Mond oder den Bison.) Ich finde auch, dass Demut (also das Akzeptieren eines Höheren) der Menschheit gut zu Gesicht steht, und bin immer wieder verwundert und enttäuscht darüber, wenn Religionen - die ja eigentlich Demut implizieren sollten - dann zu so etwas wie Krieg und Ausgrenzung führen. Aus diesen ganzen Widersprüchen heraus leitet sich meine lebenslange Faszination für solche Themen und Mythen ab.


Oh, wie rAmOntisch!  :flirt: (War das wirklich so, oder dringt da dein aktuelles Werkeln am Erotikroman durch?)

Interessanterweise beides. Erstens war es wirklich so. Und zweitens begann mein aktuelles Werkeln am Erotikroman genau dort, denn plötzlich wusste ich, mit wem zusammen ich dieses Projekt so gestalten kann, dass es eben nicht nur eine herkömmliche Männerfantasie wird, sondern etwas Außergewöhnliches. :jakka:

 :lesen:: Tobias

Offline Magnhor

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #27 am: 04. Mai 2012, 22:41:58 »
Oh, wie rAmOntisch!  :flirt: (War das wirklich so, oder dringt da dein aktuelles Werkeln am Erotikroman durch?)

Interessanterweise beides. Erstens war es wirklich so. Und zweitens begann mein aktuelles Werkeln am Erotikroman genau dort, denn plötzlich wusste ich, mit wem zusammen ich dieses Projekt so gestalten kann, dass es eben nicht nur eine herkömmliche Männerfantasie wird, sondern etwas Außergewöhnliches. :jakka:

Wow! Das freut mich wirklich sehr für dich, dass du mit Jenny-Mai Nguyen jemanden gefunden hast die dir weiterhelfen kann. Mit der Grundidee zu FReSSeN scheint sie ja genau auf deiner Wellenlänge zu liegen! Ich vermutete erst, dass die Grundidee in irgendeinem von ihr geschriebenen Werk erwähnt ist, aber ich glaube so schreckliche Dinge wird die in ihren Büchern nicht verarbeiten, oder? (Und nicht dass du wieder denkst, ich will dich auf Trab halten, nein, es interessiert mich wirklich: Woher kennt ihr euch? Aus gemeinsamen Studienzeiten, oder kennt man sich halt so unter Berliner Autoren, ist sich mal im Stirnhinterzimmer oder so was begegnet?)

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #28 am: 05. Mai 2012, 10:19:11 »
aber ich glaube so schreckliche Dinge wird die in ihren Büchern nicht verarbeiten, oder?

Warte ihren im Herbst erscheinenden Roman NOIR ab ... >:D

Woher kennt ihr euch? Aus gemeinsamen Studienzeiten, oder kennt man sich halt so unter Berliner Autoren, ist sich mal im Stirnhinterzimmer oder so was begegnet?)

Die Idee mit den "gemeinsamen Studienzeiten" gefällt mir sehr, denn in Wirklichkeit entstammen wir zwei verschiedenen Generationen. Sie ist gerade 24 geworden, ich werde dieses Jahr 45. Nein, wir kennen uns von einer Lesung vor dreieinhalb Jahren und haben uns seitdem sehr gut angefreundet. Aber Du hast recht: Wie jeder, der in Berlin literarischen Geschmack beweist, waren wir natürlich auch schon gemeinsam im STIRNHIRNHINTERZIMMER (wo ich übrigens kommende Woche, am 10. Mai, aus BARBARENDÄMMERUNG lesen werde, das nur für diejenigen von Euch, die zufällig in Berlin sein sollten ...)

  :lesen:: Tobias

Offline Phy

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #29 am: 05. Mai 2012, 14:30:24 »
Puh ich komm nun auch endlich mal dazu hier etwas zu schreiben.

STöReN
Fand ich eher belustigend. Er kommt auf ein Schiff, schlachtet ein paar Männer ab, frisst und vögelt lustig rum.
Für den Barbar wohl ein netter Ort letztlich.
Die Bekannschaft mit der Frau schien ihm auch zu gefallen, auch wenn auch diese nicht von Dauer war, der Barbar lässt sich nicht gern binden (:

ZeRSTöReN
Diesen Teil fand ich schön.
Der Barbar ist wider äußerst kritisch bezüglich Göttern: "Ohne die Menschen gab es sie gar nicht." (S.262)
Wahrscheinlich lässt er sich deswegen auf diesen Auftrag ein und weil er dafür immerhin den Helm bekommen hat.
Auch hierbei hat er dann dazu gelernt: Er sucht sich einen Helm damit er nichtmehr soviel Schaden abbekommt.
Die anschließende Zerstöung und die Kämpfe, sowie die Flucht fand ich sehr wirr, aber interessant.

FReSSeN
In dem Moment als die Kinder erwähnt wurden, war für mich klar was passieren würde. Interessant fand ich dabei wie die Gesellschaft aufgebaut war, welche Strukturen es gab. Die Kinder wurden entsprechend erzogen und auch die Erwachsenen sahen das als selbst verständlich an.
Mich würde interessieren: bekommt diese Gesellschaft nur Zuwachs von außen oder bleiben auch einige selbst gezeugte Kinder am Leben?