StöReNÜberflüssig empfand ich zu Beginn:
„[…]auch sein Schwert war ihm abhanden gekommen.“ Das war nach PLüNDeRN doch mehr als deutlich, oder?
Und wieder: Ist es nicht ein Wahnsinn, wie schnell sich der Barbar von Strapazen und Verletzungen erholt? Ich hatte den Eindruck, dass der Barbar noch keinen Aufenthalt auf dem Festland hatte, um sich zu regenerieren, sondern vielleicht nach stundenlangem Schwimmen auf das Boot gestoßen ist, dort hochklettert und kämpft, als hätte er zuvor nichts besonderes durchgemacht.
Setepenre, war irgendwie witzig mit ihrem immer wiederkehrendem
„Ich will euren Schwanz sehen!“Auf mich wirkte sie anfangs wie auf Drogen, aber scheinbar lebt tatsächlich eine Barbarin in ihr!
Unser Antiheld(?) zeigt, dass er dazu lernt, so gibt er sich nicht in das Reich Setepenres, weil er vermutet, ähnliche Verhältnisse bei ihr vorzufinden, wie schon bei Ionie.
ZeRSTöReNDas war meines Erachtens eines der bislang anspruchsvollsten Kapitel, das schon einen philosophischen Einschlag hat. Über dessen Inhalte möchte ich mir noch einmal sorgfältiger Gedanken machen.
Der Barbar wird tiefsinnig!
„Je mehr er von der Welt erfuhr, desto weniger begriff er.“ (S.258);
„Das Leben ist ein ewiger Kreislauf aus Werden und Vergehen“ (S.259);
„Er zerschlug ihren Kreis, indem er aufstieg, wie ein Falke.“ (S.279)
Der Barbar scheint tatsächlich ein Überwinder zu sein. Wir hatten das schon in der Leserunde zu Die Dämonen 3 – den Vergleich zu Nietzsches Philosophie, der da auch sprach:
„Der Mensch ist etwas, das überwunden werden muss.“ Ich bin mir nicht so sicher, ob Nietzsches Übermensch dann dem Barbaren entsprechen würde (aber eher noch dem, als einem Asket!).
Das war auch stark: Kelwor = dienen und enden = Opfer!
Der Barbar wird in diesem Kapitel zum Gott. Er überwindet nicht nur das Menschsein, vielmehr schafft er eine Nachhaltigkeit durch sein Tun, durch sein Wesen und seiner Art. Man wird an ihn denken, an ihn
glauben, auch wenn er dieses Buch nicht überleben wird! (Ob es diesen humanoiden Falken wohl auch einst gab?)
(Ach, und wir erfahren, dass er zuletzt als Kind gesprochen hatte! S.267)
FReSSeN
Schon wieder ein an ein Prognosticon erinnerndes Kapitel!
Beim Buckligen, der die Vier zu seinem Herren, in das große Haus bringt, musste ich unweigerlich an Dracula denken. Die kalten Finger vom Oligarchen am Nacken des Barbaren bestärkten den Verdacht, dass er ein Vampir sein könnte.
Dass die Kinder nackt waren und in Sachen Nahrung nichts außer heißem Öl in einem riesigen Topf vorhanden waren ließ in mir einen äußerst diffusen Verdacht aufkeimen. Dennoch traf mich der Sprung vom ersten, vor Vorfreude überglücklichen Kind wie ein harter Schlag in den Magen! Ich wollte am liebsten das Buch weg legen. So erging es mir bislang nur ein einziges Mal, nämlich bei der Manifestation in Hiob 1, als der Säugling …
Und absolut unerwartet: Sogar der Barbar verlor seine Fassung! Dass ihn mal was aus der Bahn haut, hätte ich kaum für möglich gehalten! Er fühlte Ohnmacht und Entsetzen, flohvor diesem Erlebnis, weil er nicht fassen konnte, was er da mitbekommen hatte. Analytisch betrachtet: Einen Sinn für Moral hat der Barbar!!!
Es gab ja schon Andeutungen im letzten Kapitel, dass Gesetze bei zivilisierten Menschen nur bis zu einem bestimmten Maß auch eingehalten werden. Hier ist auch eine Grenze für den Barbaren überschritten worden. Da stellt sich die Frage, wer denn der wirkliche Wilde ist, der Barbar, oder privilegierte Menschen, wie den Oligarchen und dessen Anhänger. Der Barbar handelt triebhaft, aus Neugier, nach dem Motto, „survival of the fittest“. Der Oligarch handelt auch triebhaft, aber im Sinne der menschlichen Moral