Autor Thema: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN  (Gelesen 1625 mal)

Offline Räubertochter

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #45 am: 07. Mai 2012, 16:53:49 »
Das gibt dem Charakter des Barbaren nochmal einen ganz neuen Aspekt.

Für mich hat ihn das sehr "aufgewertet".
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Verena

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Offline Peinapfel

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #46 am: 07. Mai 2012, 19:37:59 »
Das gibt dem Charakter des Barbaren nochmal einen ganz neuen Aspekt.

Für mich hat ihn das sehr "aufgewertet".

Oh ja, definitiv! :five:

Offline Llyren

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #47 am: 07. Mai 2012, 23:28:03 »
Ehrlich gesagt ist Setepenre - abgesehen vom Barbaren selbst - meine Lieblingsfigur in diesem Buch. Sie ist so aberwitzig niederträchtig, dass ich mich beim Schreiben - fürchte ich - ein wenig in sie verliebt habe. Deshalb kommt sie auch so ungeschoren davon. 

Sie ist irgendwie - mit Nietzsche zu sprechen - jenseits von Gut und Böse. Während der Barbar noch vor Gut und Böse agiert.

Wie meinst Du das?

Sie kennt Gut und Böse, kümmert sich aber nicht um solche Details. Er weiss gar nicht, dass es Gut und Böse geben könnte.

Ah, das klingt plausibel. Und würde auch erklären, warum ich ihm irgendwie nicht wirklich etwas übelnehmen kann, während sie mich so sehr abstößt.
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Offline Myriel

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #48 am: 08. Mai 2012, 19:18:44 »
Sandhofer, dein Gedanke trifft es wirklich gut. Das erklärt mir genau wie Llyren auch, warum ich dem Barbaren das meiste nicht übel nehmen kann. Wenn man gar keine Moral kennt, wie könnte man dann unmoralisch handeln? Dazu muss man sich schließlich bewusst gegen die Moral entscheiden.

Offline Llyren

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #49 am: 08. Mai 2012, 21:13:55 »
Zerstören

Schönes Kapitel, zu dem schon viel gesagt wurde. Herausragend waren für mich die paranoiden Gedanken des Barbaren, als er auf der Statue saß. Dass er überall Falken und Wilde gesehen hat und sich immer wieder selbst einreden musste, dass es nur der Wind ist. Dies war durch die kurzen abgehackten Sätze sehr schön aus der Perspektive des Barbaren dargestellt.

Wobei mich da interessieren würde, ob er tatsächlich nur paranoid war, oder ob da nicht doch vielleicht etwas am Wirken war. Denn wer sagt uns denn, dass die Adlerstatue nicht doch zu einem Gott gehört?
Da fällt mir auch wieder ein, was ich mir beim Lesen noch gedacht hatte. Der Hauptmann meint ja, alle vorher hätten versagt. Aber sind sie alle an den Wilden gescheitert? Ich hatte so Idee, dass sie vielleicht beim Zerstören der Statue entweder in Panik geraten waren oder sogar den Verstand verloren hatten?
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Offline Peinapfel

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #50 am: 09. Mai 2012, 10:21:00 »
Zerstören

Schönes Kapitel, zu dem schon viel gesagt wurde. Herausragend waren für mich die paranoiden Gedanken des Barbaren, als er auf der Statue saß. Dass er überall Falken und Wilde gesehen hat und sich immer wieder selbst einreden musste, dass es nur der Wind ist. Dies war durch die kurzen abgehackten Sätze sehr schön aus der Perspektive des Barbaren dargestellt.

Wobei mich da interessieren würde, ob er tatsächlich nur paranoid war, oder ob da nicht doch vielleicht etwas am Wirken war. Denn wer sagt uns denn, dass die Adlerstatue nicht doch zu einem Gott gehört?
Da fällt mir auch wieder ein, was ich mir beim Lesen noch gedacht hatte. Der Hauptmann meint ja, alle vorher hätten versagt. Aber sind sie alle an den Wilden gescheitert? Ich hatte so Idee, dass sie vielleicht beim Zerstören der Statue entweder in Panik geraten waren oder sogar den Verstand verloren hatten?

Stimmt, vielleicht war wirklich Magie oder göttliche Kraft am Werk.
Kann ich mir auch gut vorstellen, dass die vorherigen psychisch nicht standgehalten haben, dagegen spricht aber, dass die Statue noch komplett unbeschädigt war. Sie hätten dann ja sofort durchdrehen müssen, als sie bei der Statue waren. Oder die Wilden sind fleißige Reparierer ;D

Offline Räubertochter

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #51 am: 09. Mai 2012, 10:29:15 »
Ich hatte den Eindruck, dass sich das alles "nur" im Kopf des Barbaren abspielte. Das würde ja auch dazu passen, dass Götter in den Köpfen der Menschen überhaupt erst entstehen.
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Offline Tobias O. Meißner

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #52 am: 09. Mai 2012, 10:42:26 »
Oder die Wilden sind fleißige Reparierer ;D

S. 281, 7./8. Zeile von unten: "Sie sind sehr schnell damit."

 ;): Tobias

Offline nimue

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #53 am: 17. Mai 2012, 14:39:50 »
Hallihallo,

erinnert mich bitte daran, dass ich nächstes Mal die Einteilung anders gestalte. Für Langsamleser sind die großen Abschnitte ja nix  :unschuldig:

Ich muss leider zugeben, dass bei mir noch der Meißnersche Wow-Effekt ausbleibt. Mir fehlt einfach der rote Faden, der sich durch die Handlung zieht, wobei es mir erstaunlicherweise überhaupt nichts ausmacht, dass der Barbar nicht redet.

STöReN

Das hatte für mich sehr viel Marquis-de-Sade-Flair. Angefangen mit den Namen Setepenre und Valenzio, über die Grausamkeiten, Sex mit Leichen und sonstigen Perversitäten, das Schwanz-Gerede bis hin zu Valenzios Ansprache auf Seite 243. Ich kenne von de Sade bisher nur "Justine", aber da herrschte für mich ähnlich Atmosphäre. Diese Gier nach Belustigung und Blut - oder Belustigung durch Blut. Setepenre halte ich übrigens weder für verrückt, noch krank oder von Drogen beeinflusst. Ich halte sie schlicht und einfach für gelangweilt.

ZeRSTöReN

Am interessantesten fand ich hier die Pointe: Dass die Waldmenschen eine neue Götze bauen, die dem Barbaren nachgebildet ist. Konsequenterweise könnte man nun vermuten, dass der Falke auch etwas nachgebildet wurde. Und dass die Götter aus Vernichtung neu entstehen. Warum waren es immer sechs Gegner? Musste hier ein bestimmtes Ritual (für die Opferung) eingehalten werden? Hätten sie ihn zusammen angegriffen hätten sie gesiegt, aber aus ihrem Opfer hätte kein neuer Gott entstehen können. Vielleicht war die Zeit des Falken einfach abgelaufen.

FReSSeN

Haha... zarte, knusprige Kinder sind ja schon seit "Hänsel & Gretel" nichts neues  ;D Aber das Kapitel zeigt wieder ganz deutlich: Bisher hat sich der Barbar noch nicht so barbarisch wie seine Gegner aufgeführt (mit einer Ausnahme: Dem geschändeten Mädchen und dem lieben Jungen). Auch in diesem Kapitel wieder: Dekadenz und Langeweile. Fehlte noch der Sex, dann wären wir wieder beim Marquis  ;)

Vielleicht findet sich dafür ja auch noch eine Leserunde? :-\

Vielleicht  :vogelzeigen:
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline sandhofer

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #54 am: 17. Mai 2012, 14:43:57 »
Vielleicht findet sich dafür ja auch noch eine Leserunde? :-\

Vielleicht  :vogelzeigen:

"Maldorors Gesänge", die zweite? Doch ja - wäre ich dabei. :daumen:

Online Kati

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #55 am: 17. Mai 2012, 14:59:29 »
Zitat
Ich muss leider zugeben, dass bei mir noch der Meißnersche Wow-Effekt ausbleibt. Mir fehlt einfach der rote Faden, der sich durch die Handlung zieht,...

Den roten Faden habe ich auch vermisst, aber es hat sich trotzdem gut lesen lassen. Ich sollte wohl wirklich mal zu einem "normalen" Fantasyroman von Tobias greifen.  :)

Zitat von: nimue
Setepenre halte ich übrigens weder für verrückt, noch krank oder von Drogen beeinflusst. Ich halte sie schlicht und einfach für gelangweilt.

Sie hat aber eine etwas kranke Art, ihre Langeweile zu bekämpfen.  ;D
 


Offline nimue

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #56 am: 17. Mai 2012, 15:45:48 »
Gut lesen lässt sich "Barbarendämmerung" auf jeden Fall. Sonst wäre es kein Buch von Tobias.  ;)

Sie hat aber eine etwas kranke Art, ihre Langeweile zu bekämpfen.  ;D

Waren die ganzen Menschen krank, die Gladiatorenkämpfe angeschaut haben? Oder die zusahen, wie Löwen in der Arena auf Sklaven geschickt wurden? Hat das was mit dem Status der Zivilisation zu tun? Aber die Römer hatten schon sehr viel Kultur und Zivilisation. Und wer ist denn hier in der Geschichte wirklich krank? Derjenige, der durch Liebe manipuliert und den "Geliebten" in den sicheren Tod schickt, oder der Geliebte, der sich manipulieren lässt und nicht darüber nachdenkt, dass es ihm gar nichts bringt, wenn er sich für eine Frau töten lässt. Denn der Ausgang war von vornherein klar. Der logische Menschenverstand hätte Valenzio eigentlich antworten lassen sollen "Ey, Tussi. Wenn Du jemals wieder meinen Schwanz sehen willst, halt am besten die Klappe" Wer ist also der Kranke in dieser Geschichte?  ;D
« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 15:47:48 von nimue »
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Räubertochter

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #57 am: 17. Mai 2012, 18:02:07 »
Zitat
Ich muss leider zugeben, dass bei mir noch der Meißnersche Wow-Effekt ausbleibt. Mir fehlt einfach der rote Faden, der sich durch die Handlung zieht,...

Den roten Faden habe ich auch vermisst, aber es hat sich trotzdem gut lesen lassen.

Ich fand, dass sich der allgegenwärtige Tod als roter Faden gut machte. :winken:

Ich stelle mir gerade so einen Discworld-Death vor, der dem Barbaren beständig über die Schulter guckt. Und nein, ich meine nicht Cohen den Barbaren ;D
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Offline Räubertochter

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #58 am: 17. Mai 2012, 18:33:58 »
Und nein, ich meine nicht Cohen den Barbaren ;D
Ein jüdischer Barbar?  ;)

Stimmt, das ist mir ja noch nie aufgefallen :D

Ich meinte diesen hier: Cohen der Barbar
« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 18:35:56 von Räubertochter »
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Offline Tobias O. Meißner

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Re: 04 - STöReN, ZeRSTöReN, FReSSeN
« Antwort #59 am: 17. Mai 2012, 19:28:41 »
Setepenre halte ich übrigens weder für verrückt, noch krank oder von Drogen beeinflusst. Ich halte sie schlicht und einfach für gelangweilt.

So ist es! Die Ärmste! Man muss sich ihrer nur annehmen ...

Der logische Menschenverstand hätte Valenzio eigentlich antworten lassen sollen "Ey, Tussi. Wenn Du jemals wieder meinen Schwanz sehen willst, halt am besten die Klappe"

Aber so einfach ist das ja nicht. Dann sagt sie: "Pah, was soll an DEINEM denn so besonders sein? Ich will ... DEN DA." Und was soll er denn dann machen? Er ist verliebt, der arme Tropf, wirklich verliebt!

 :banane:: Tobias