NieDeRReiSSeNInteressant finde ich ja, dass ich den Barbaren immer noch nicht so richtig einschätzen kann. So meint er am Anfang ja, er hätte ihnen sogar den Ohrring gegeben, wenn sie ihn gewollt hätten. Das heißt aber wohl nicht, dass er sich einfach ohne Gegenwehr berauben lassen würde? Oder sagt er damit, dass der Ohrring für seine Gegner wohl mehr Wert hat als für ihn und er durchaus bereit wäre, ihn herzugeben. Und das sogar lieber als sie zu töten.
Als der Barbar am Anfang dieses Kapitels angegriffen wurde, dachte ich, es handelt sich entweder um Männer aus der Stadt (Kapitel 1) oder um Freunde/Handlanger/Söldner von Tleck, der sich vom Barbaren hintergangen fühlt. Wie so oft ist es aber etwas ganz anderes.
Ja, die Idee hatte ich auch ganz kurz. Was mir nach wie vor nicht eingeht ist die Tatsache, dass der Barbar tatsächlich angeheuert wird. Besonders, nachdem er einige ihrer Leute getötet hat. Sind sie tatsächlich so verzweifelt? Macht er so einen vertrauenerweckenden Eindruck? Bei solch einem Hünen, der ganz offensichtlich ein ausgezeichneter Krieger ist, der kein Wort spricht, würde ich mir Sorgen um seine Loyalität machen und ob er mir nicht zu seinem eigenen Nutzen in den Rücken fällt...
Bei den Grünen habe ich mich spontan an die schottischen Pikten erinnert gefühlt: Soldaten gegen "wilde" Eingeborene. Muss ich dazusagen, auf wessen Seite ich daher war?

In diesem Abschnitt ist mir auch zum ersten Mal bewusst aufgefallen, welche Bezeichnungen der Barbar jeweils bekommt, immer abhängig von der Rolle, die er gerade einnimmt. Nachdem er zugestimmt hat, die Soldaten zu unterstützen, wird er als "Neuankömmling" und der "Neue" bezeichnet. Dadurch wird auch gleich wieder mehr Distanz aufgebaut, denn obwohl wir viel aus der Sicht des Barbaren erzählt bekommen, erhält man auch an einigen Stellen Einblick in die Gedanken des Hauptmanns und der anderen Männer.
Und wieder einmal hat mich der Barbar überrascht, als er zunächst überhaupt nicht auf die Provokationen reagiert. Seine Überlegungen dazu sind erstaunlich durchdacht, von Temperament oder Jähzorn keine Spur.
Erst als es für ihn "notwendig" wird, handelt er.
- und das trotz des unnötig grausamen Mordes an Trezoi. Ich bin ehrlich gesagt selber verwirrt ob meiner ausbleibenden negativen Gefühle dem Barbaren gegenüber. 
Schockiert war ich ehrlich gesagt auch. Dass er früher oder später reagieren musste, war klar. Die Art und Weise war dann aber schon ziemlich heftig. Andererseits (wie du siehst geht es mir da ähnlich wie dir, Myriel) kann ich sogar nachvollziehen, dass er quasi ein Exempel statuieren wollte. Wie er selbst sagt, kann er bei seinen nächsten Taten keine Kletten gebrauchen. Trotzdem hätten es ein schneller Tod oder eine Tracht Prügel vermutlich auch getan.
Von Garifalks, demjenigen, der als Einziger den Ansturm überlebt hat werden wir wahrscheinlich nichts mehr hören. Dazu erschien er mir nicht wichtig genug.
So wie ich das gelesen hatte, ist er doch gestorben?
auSLöSCHeNDen Stilwechsel fand ich zwar ganz interessant, aber wirklich gefallen hat er mir nicht. Viel länger hätte das Kapitel nicht mehr sein dürfen.
In meiner Lesart sind dies nur Halluzinationen. Magie passt für mich gerade überhaupt nicht in dieses Weltbild.
Das kann ich so unterschreiben. Bei den Zombies war ich auch etwas perplex.
Die Geschichte mit seinem Freund... Bereits als im letzten Kapitel die Andeutung kam, er habe seinen Freund getötet, bin ich zusammengezuckt. Verrat ist eine Handlung, die ich nur sehr schwer vergeben kann. Insofern bin ich auch mit der Begründung des Barbaren "weil sie nicht beide da sein konnten" nicht zufrieden. Kommt da noch mehr?
Ich glaube hier auch eher an Halluzinationen als an ein wirkliches Aufeinandertreffen. Dass der Barbar mit dem Thema immer noch nicht abgeschlossen hat, zeigte er ja bereits, als er das Parfüm mitgenommen hat, weil es ihn daran erinnerte. Dass er sich jetzt dieser Erinnerung auch physisch stellen muss, erscheint mir logisch.
Mit auSLöSCHeN war sicherlich auch die Erinnerung an die Tötung an seinen Freund gemeint. Der Barbar überwindet seine Erinnerungen, die ihn belasten. Letztlich muss man sich auch fragen, ob der Barbar wirklich seinem toten Freund begegnet ist, oder ob der Barbar durch seine von der Sumpfatmosphäre berauschten Sinne den letzten Gegner als jenen sehen wollte … um sich der Last von den Schultern zu nehmen! Insofern muss man ihn auch im mentalen Sinne als einen wahren Überlebenskünstler bezeichnen!
Hm. Hat er das? Natürlich hat er ihn getötet, aber auf mich machte das keinen besonders überzeugenden Eindruck. Für den Moment hat er die Erinnerung besiegt, aber ob das Thema damit wirklich abgeschlossen ist? Kurz bevor er die Einzelteile in den Sumpf schiebt, heißt es ja auch noch "Es duftete noch immer nach dem Flüssigblau der Damen".
Übrigens ein sehr schönes Bild aus diesem Kapitel: "Am Morgen bildete sich Licht, als würde das Dunkel verschimmeln".
DeMüTiGeNSollte unser Barbar es nicht eigentlich besser wissen, als eine fremde, schwere Waffe in den Kampf zu führen? Aber trotzdem siegt er ohne größere Probleme.
Das mit den Beeren fand ich ehrlich gesagt auch etwas seltsam. Dass sie wohl kaum das sind, was die Dorfbewohner behauptet hatten, wundert mich nicht. Sonst hätten sie den "Gott" ja wohl auch selbst bezwingen können. Nur, warum nimmt er sie überhaupt an? Und warum ist er sie nach dem Kampf dann noch? Vor allem, weil er ja wohl kaum noch Hunger haben kann...
Das Gedicht ging leider etwas an mir vorüber, aber ich habe es einfach nicht so mit Gedichten oder Liedern in Büchern. *schulterzuck*
Der Alte scheint gewusst zu haben, was der Barbar mit dem Dorf tun würde, nachdem er ihm so demonstrativ den Hammer bereit gelegt hat. Da hat er mir einiges voraus. Weder hatte ich das kommen sehen, noch kann ich es nachvollziehen.
Demnach wollte das Dorf dem Barbaren Schaden und das Mädchen hat deswegen das Ende vorausgesehen?
Hat das Dorf vielleicht absichtlich Kämpfer zu dem "Gott" geschickt und diese Kampfunfähig gemacht, sogesehen als Opfergabe?
Und wusste der Alte dass und hat ihm deswegen diesen Hamme gegeben und ihn am Leben gelassen?
Dann hätte der Barbar ja ganzschön Glück gehabt, dass er die Beeren vergessen hat (:
Ja, könnte doch sein. Vielleicht lebten die Dorfbewohner mit der Bergbande in Absprache. Die Dorfbewohner wollen ihre Ruhe und schicken jeden, der sie findet unter einem Vorwand in den sicheren Tod. Würde auch erklären, warum sie den Barbaren verraten, als er dort in der Felswand hängt. Und hey, vielleicht war das kein Tier, was dort oben über dem Feuer bruzzelte, sondern nur jemand der einen Weg ins Dorf gefunden hat. 
Wenn ich es jetzt noch mal lese, könnte ich tatsächlich die Beeren als Handlungsgrund für den Barbaren interpretieren. Trotzdem bleibt die Aktion für mich ziemlich heftig. Was wieder einmal zeigt, dass ich ihn nicht einschätzen kann. Teilweise ist es nachvollziehbar, was er tut, aber wenn ich denke, ihn durchschaut zu haben, tut er wieder etwas völlig Unerwartetes.
Und dennoch: richtig negativ bin ich ihm immer noch nicht eingestellt, die ursprüngliche Distanz, aus der ich das Ganze betrachte, bleibt noch erhalten.
Das Mädchen aus dem Dorf hat ja einen ganz schönen Eindruck auf ihn hinterlassen, dass er sogar noch nach ihr sucht, nachdem er die Steinlawine ausgelöst hat. Und er träumt sogar noch von ihr ...
Das finde ich auch sehr bemerkenswert. Ist das Reue?