Autor Thema: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN  (Gelesen 1742 mal)

Offline Phy

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #30 am: 26. April 2012, 19:12:57 »
da das Kapitel ja nur wegen dem Titelbild eingefügt wurde

Das Design des falschen "Gottes" sowie den bergigen Hintergrund habe ich dem Titelbild entsprechend eingepasst, aber die Idee für eine Geschichte, in der der Barbar sich mit einem falschen Gott messen muss, und in der zum Schluss das Dorf der Auftraggeber in Trümmern liegt, gehört zu jenen zehn Ursprungsideen, aus denen das Buch in meinem Kopf herauswucherte.

 :lesen:: Tobias

Ah das ist gut zu hören (: Dann gibt es vielleicht doch noch ein paar Verstrickungen zu dem Dorf (:
Hoffentlich komm ich heute abend noch dazu weiter zu lesen (:

Offline Myriel

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #31 am: 26. April 2012, 20:38:12 »
NieDeRReiSSeN:
Als der Barbar am Anfang dieses Kapitels angegriffen wurde, dachte ich, es handelt sich entweder um Männer aus der Stadt (Kapitel 1) oder um Freunde/Handlanger/Söldner von Tleck, der sich vom Barbaren hintergangen fühlt. Wie so oft ist es aber etwas ganz anderes.

Den Kampf fand ich gut geschildert, insbesondere die Taktik immer in Bewegung zu bleiben um so den Gegner keine Zeit zu lassen, nachzudenken und sich eine Strategie einfallen zu lassen. Und je mehr Gegner, desto mehr bringt man sie dazu, sich gegenseitig im Weg zu sein. Gut fand ich auch, dass der Barbar das Pferd schonen will und es nicht als Schild missbraucht.

Die Grünen kann ich im Nachhinein gut verstehen. Erst war der Heilige der "Ordnungshüter" der Region und dann bringt er ihre Anführer um. Schön auch der Gegensatz zwischen dem, was die Soldaten von den primitiven Gegnern erwarten, und deren unerwartete Taktik.  ;D

Was dem Barbaren von meiner Seite aus Pluspunkte eingebracht hat, war die Szene im Wald, als er von seiner Beute abgibt. Die Pluspunkte hat er dann jedoch alle verspielt, als er Trezoi auf dermaßen grausame Art und Weise umbringt. Dass es früher oder später so kommen musste - nach all den Provokationen - war mir klar, aber mit dieser Umsetzung hätte ich nicht gerechnet.  :o

Im Gegensatz zu dieser mMn doch recht persönlichen Tat stand zum Schluss dann wieder der Austausch der Schwerter - sein Säbel gegen den des Hauptmannes. Da lässt er den Sterbenden nicht in den Dreck fallen, sondern gibt ihm eine neue Stütze, nachdem er ihm seine wegnimmt - geben und nehmen, ohne irgendwelche persönlichen Implikationen.


auSLöSCHeN:
Mit diesem Kapitel konnte ich ehrlich gesagt nichts anfangen. Es wirkt wie eine mehrtägige Halluzination, insbesondere angesichts der wandelnden - und kämpfenden - Toten.  :-\


DeMüTiGeN:
Das Gebaren der Dorfbewohner zu Beginn hat mich ziemlich misstrauisch gemacht - man hat nichts, kann eigentlich nichts geben, aber dennoch besticht man den Barbaren mit allem nicht Vorhandenem, damit er den missgünstigen Berggott umbringt. Ganz im Gegensatz dazu fand ich die Motivation des Barbaren ... nun ja, niedlich. Diese Neugier, wie wohl ein Gott angesichts des eher enttäuschenden Heiligen aussehen würde.  ;D

Den Aufstieg bis zum Berggott selbst war anschaulich und realistisch beschrieben - jedenfalls nach meiner Laienmeinung. Obwohl der Barbar körperlich total fit ist, ist dies kein Spaziergang für ihn und neben Muskeln gehört auch ein wacher Geist dazu, damit man an der Steilwand nicht in eine Sackgasse gerät.  8)

Die Beschreibung des angeblichen Gottes passt perfekt zum Titelbild - warum hat man ihn ausgewählt, wo er doch die Bühne so schnell wieder verlässt? Ein muskelbepackter Kerl in Wickelrock und mit Ohrring war wohl nicht beeindruckend genug?  :D

Als sehr prophetisch empfand ich das Gedicht des Alten. Er blickt in die Zukunft und warnt, dass es für Menschen keinen Platz in den Bergen gibt. Hat er damit den Barbaren dazu angestiftet, das unerwünschte Dorf auszulöschen? Der Natur wieder zu ihrem rechtmäßigen Platz zu verhelfen?

Das Mädchen aus dem Dorf hat ja einen ganz schönen Eindruck auf ihn hinterlassen, dass er sogar noch nach ihr sucht, nachdem er die Steinlawine ausgelöst hat. Und er träumt sogar noch von ihr ...



Was mir kapitelübergreifend in diesem Abschnitt nicht gefallen hat, war das alle 3 Kapitel aus der Sicht des Barbaren geschrieben wurden. Die wechselnden Perspektiven am Anfang (Indencron und die Frau) wirkten als Gegenpol zur Stimme des Barbaren, und dieser Gegenpol hat mir in den letzten Kapiteln gefehlt.

Als Entlohnung gab es jedoch ein paar kleine Details aus der Vergangenheit des Barbaren. Die Erwähnung von früheren Freunden und Wettkämpfen und gleichaltrigen Jugendlichen wirkte befremdlich auf mich - zuu normal.  :-\
Hingegen passt das Puzzlestück, dass er ohne seine Eltern aufgewachsen ist, ins Bild. Ist die fehlende elterliche Liebe ein Grund für seine weitestgehende Emotionslosigkeit?

Offline Myriel

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #32 am: 26. April 2012, 21:02:27 »
Stehst du immer noch hinter deinem "Liebling", Myriel? ;D
Als Liebling würde ich ihn nicht bezeichnen, aber den Tod wünsche ich ihm seltsamer Weise immer noch nicht auf den Hals - und das trotz des unnötig grausamen Mordes an Trezoi. Ich bin ehrlich gesagt selber verwirrt ob meiner ausbleibenden negativen Gefühle dem Barbaren gegenüber.  :-\

In der Burg beweist der Barbar dann dass er durchaus auch Gefühle empfindet, er honoriert den Mut der Frau, indem er sie am leben lässt. Obwohl sie ihn Angegriffen hat. Das zeigt auch, dass er sich in andere Menschen hineinversetzen kann, sonst wäre ihm nicht bewusst gewesen, welch Überwindung das womöglich für die Frau war.
Diese Reaktion fand ich auch bemerkenswert und sie lässt mich weiter über das Schicksal der Frau aus "BeDRäNGeN" nachdenken. Sie hat sich schließlich auch gewehrt, oder hat es versucht - und dann hat sie versucht zu fliehen. Was wiegt mehr?

Und schließlich kann man in etwa abschätzen wie alt der Barbar ist: ~20 Jahre (S.110).
Finde ich sehr interessant, ich hätte ihn älter geschätzt.
Dem schließe ich mich an. Selbst wenn er 25 sein sollte, so ist das doch noch jünger, als ich gedacht hätte. In meiner Vorstellung war er eher Mitte 30.

Das Sumpfkapitel war schon eindrucksvoll, und ich zweifle gerade, ob wer diese Toten bzw. Zombies wirklich gesehen hat, oder sich nur eingebildet hat, vielleicht hat der Sumpf auch nur diese Bilder in ihm hervorgerufen oder es zeigt uns, dass es seelisch in dem Barbaren hoch her geht, dass er nicht nur der stumpfsinnige Schlächter ist, obwohl er uns ja schon bewiesen hat, dass er geistig überhaupt nicht zurückgeblieben ist, sondern auch sehr taktisch vorgehen kann.
In meiner Lesart sind dies nur Halluzinationen. Magie passt für mich gerade überhaupt nicht in dieses Weltbild.

Demnach wollte das Dorf dem Barbaren Schaden und das Mädchen hat deswegen das Ende vorausgesehen?
Hat das Dorf vielleicht absichtlich Kämpfer zu dem "Gott" geschickt und diese Kampfunfähig gemacht, sogesehen als Opfergabe?
Und wusste der Alte dass und hat ihm deswegen diesen Hamme gegeben und ihn am Leben gelassen?
Dann hätte der Barbar ja ganzschön Glück gehabt, dass er die Beeren vergessen hat (:

Ja, könnte doch sein. Vielleicht lebten die Dorfbewohner mit der Bergbande in Absprache. Die Dorfbewohner wollen ihre Ruhe und schicken jeden, der sie findet unter einem Vorwand in den sicheren Tod. Würde auch erklären, warum sie den Barbaren verraten, als er dort in der Felswand hängt. Und hey, vielleicht war das kein Tier, was dort oben über dem Feuer bruzzelte, sondern nur jemand der einen Weg ins Dorf gefunden hat.  :o
Auf solche Gedanken bin ich nicht gekommen, auch wenn bei den Beeren eine Alarmsirene in meinem Kopf losging. Aber verglichen mit solch einem hinterhältigen Verhalten der Dorfbewohner tritt die Grausamkeit des Barbaren für mich einen Schritt in den Hintergrund. Hier kommt für mich wieder der Unterschied zwischen absichtlicher Bösartigkeit und simpler, weil nicht böswilliger Brutalität ins Spiel.

Offline Llyren

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #33 am: 27. April 2012, 00:42:51 »
NieDeRReiSSeN
Interessant finde ich ja, dass ich den Barbaren immer noch nicht so richtig einschätzen kann. So meint er am Anfang ja, er hätte ihnen sogar den Ohrring gegeben, wenn sie ihn gewollt hätten. Das heißt aber wohl nicht, dass er sich einfach ohne Gegenwehr berauben lassen würde? Oder sagt er damit, dass der Ohrring für seine Gegner wohl mehr Wert hat als für ihn und er durchaus bereit wäre, ihn herzugeben. Und das sogar lieber als sie zu töten.
Als der Barbar am Anfang dieses Kapitels angegriffen wurde, dachte ich, es handelt sich entweder um Männer aus der Stadt (Kapitel 1) oder um Freunde/Handlanger/Söldner von Tleck, der sich vom Barbaren hintergangen fühlt. Wie so oft ist es aber etwas ganz anderes.
Ja, die Idee hatte ich auch ganz kurz. Was mir nach wie vor nicht eingeht ist die Tatsache, dass der Barbar tatsächlich angeheuert wird. Besonders, nachdem er einige ihrer Leute getötet hat. Sind sie tatsächlich so verzweifelt? Macht er so einen vertrauenerweckenden Eindruck? Bei solch einem Hünen, der ganz offensichtlich ein ausgezeichneter Krieger ist, der kein Wort spricht, würde ich mir Sorgen um seine Loyalität machen und ob er mir nicht zu seinem eigenen Nutzen in den Rücken fällt...

Bei den Grünen habe ich mich spontan an die schottischen Pikten erinnert gefühlt: Soldaten gegen "wilde" Eingeborene. Muss ich dazusagen, auf wessen Seite ich daher war?  ;)

In diesem Abschnitt ist mir auch zum ersten Mal bewusst aufgefallen, welche Bezeichnungen der Barbar jeweils bekommt, immer abhängig von der Rolle, die er gerade einnimmt. Nachdem er zugestimmt hat, die Soldaten zu unterstützen, wird er als "Neuankömmling" und der "Neue" bezeichnet. Dadurch wird auch gleich wieder mehr Distanz aufgebaut, denn obwohl wir viel aus der Sicht des Barbaren erzählt bekommen, erhält man auch an einigen Stellen Einblick in die Gedanken des Hauptmanns und der anderen Männer.
Und wieder einmal hat mich der Barbar überrascht, als er zunächst überhaupt nicht auf die Provokationen reagiert. Seine Überlegungen dazu sind erstaunlich durchdacht, von Temperament oder Jähzorn keine Spur.
Erst als es für ihn "notwendig" wird, handelt er.
- und das trotz des unnötig grausamen Mordes an Trezoi. Ich bin ehrlich gesagt selber verwirrt ob meiner ausbleibenden negativen Gefühle dem Barbaren gegenüber.  :-\
Schockiert war ich ehrlich gesagt auch. Dass er früher oder später reagieren musste, war klar. Die Art und Weise war dann aber schon ziemlich heftig. Andererseits (wie du siehst geht es mir da ähnlich wie dir, Myriel) kann ich sogar nachvollziehen, dass er quasi ein Exempel statuieren wollte. Wie er selbst sagt, kann er bei seinen nächsten Taten keine Kletten gebrauchen. Trotzdem hätten es ein schneller Tod oder eine Tracht Prügel vermutlich auch getan.

Von Garifalks, demjenigen, der als Einziger den Ansturm überlebt hat werden wir wahrscheinlich nichts mehr hören. Dazu erschien er mir nicht wichtig genug.
So wie ich das gelesen hatte, ist er doch gestorben?

auSLöSCHeN
Den Stilwechsel fand ich zwar ganz interessant, aber wirklich gefallen hat er mir nicht. Viel länger hätte das Kapitel nicht mehr sein dürfen.
In meiner Lesart sind dies nur Halluzinationen. Magie passt für mich gerade überhaupt nicht in dieses Weltbild.
Das kann ich so unterschreiben. Bei den Zombies war ich auch etwas perplex.

Die Geschichte mit seinem Freund... Bereits als im letzten Kapitel die Andeutung kam, er habe seinen Freund getötet, bin ich zusammengezuckt. Verrat ist eine Handlung, die ich nur sehr schwer vergeben kann. Insofern bin ich auch mit der Begründung des Barbaren "weil sie nicht beide da sein konnten" nicht zufrieden. Kommt da noch mehr?
Ich glaube hier auch eher an Halluzinationen als an ein wirkliches Aufeinandertreffen. Dass der Barbar mit dem Thema immer noch nicht abgeschlossen hat, zeigte er ja bereits, als er das Parfüm mitgenommen hat, weil es ihn daran erinnerte. Dass er sich jetzt dieser Erinnerung auch physisch stellen muss, erscheint mir logisch.

Mit auSLöSCHeN war sicherlich auch die Erinnerung an die Tötung an seinen Freund gemeint. Der Barbar überwindet seine Erinnerungen, die ihn belasten. Letztlich muss man sich auch fragen, ob der Barbar wirklich seinem toten Freund begegnet ist, oder ob der Barbar durch seine von der Sumpfatmosphäre  berauschten Sinne den letzten Gegner als jenen sehen wollte … um sich der Last von den Schultern zu nehmen! Insofern muss man ihn auch im mentalen Sinne als einen wahren Überlebenskünstler bezeichnen!
Hm. Hat er das? Natürlich hat er ihn getötet, aber auf mich machte das keinen besonders überzeugenden Eindruck. Für den Moment hat er die Erinnerung besiegt, aber ob das Thema damit wirklich abgeschlossen ist? Kurz bevor er die Einzelteile in den Sumpf schiebt, heißt es ja auch noch "Es duftete noch immer nach dem Flüssigblau der Damen".

Übrigens ein sehr schönes Bild aus diesem Kapitel: "Am Morgen bildete sich Licht, als würde das Dunkel verschimmeln".

DeMüTiGeN
Sollte unser Barbar es nicht eigentlich besser wissen, als eine fremde, schwere Waffe in den Kampf zu führen? Aber trotzdem siegt er ohne größere Probleme.
Das mit den Beeren fand ich ehrlich gesagt auch etwas seltsam. Dass sie wohl kaum das sind, was die Dorfbewohner behauptet hatten, wundert mich nicht. Sonst hätten sie den "Gott" ja wohl auch selbst bezwingen können. Nur, warum nimmt er sie überhaupt an? Und warum ist er sie nach dem Kampf dann noch? Vor allem, weil er ja wohl kaum noch Hunger haben kann...
Das Gedicht ging leider etwas an mir vorüber, aber ich habe es einfach nicht so mit Gedichten oder Liedern in Büchern. *schulterzuck*
Der Alte scheint gewusst zu haben, was der Barbar mit dem Dorf tun würde, nachdem er ihm so demonstrativ den Hammer bereit gelegt hat. Da hat er mir einiges voraus. Weder hatte ich das kommen sehen, noch kann ich es nachvollziehen.
Demnach wollte das Dorf dem Barbaren Schaden und das Mädchen hat deswegen das Ende vorausgesehen?
Hat das Dorf vielleicht absichtlich Kämpfer zu dem "Gott" geschickt und diese Kampfunfähig gemacht, sogesehen als Opfergabe?
Und wusste der Alte dass und hat ihm deswegen diesen Hamme gegeben und ihn am Leben gelassen?
Dann hätte der Barbar ja ganzschön Glück gehabt, dass er die Beeren vergessen hat (:
Ja, könnte doch sein. Vielleicht lebten die Dorfbewohner mit der Bergbande in Absprache. Die Dorfbewohner wollen ihre Ruhe und schicken jeden, der sie findet unter einem Vorwand in den sicheren Tod. Würde auch erklären, warum sie den Barbaren verraten, als er dort in der Felswand hängt. Und hey, vielleicht war das kein Tier, was dort oben über dem Feuer bruzzelte, sondern nur jemand der einen Weg ins Dorf gefunden hat.  :o
Wenn ich es jetzt noch mal lese, könnte ich tatsächlich die Beeren als Handlungsgrund für den Barbaren interpretieren. Trotzdem bleibt die Aktion für mich ziemlich heftig. Was wieder einmal zeigt, dass ich ihn nicht einschätzen kann. Teilweise ist es nachvollziehbar, was er tut, aber wenn ich denke, ihn durchschaut zu haben, tut er wieder etwas völlig Unerwartetes.
Und dennoch: richtig negativ bin ich ihm immer noch nicht eingestellt, die ursprüngliche Distanz, aus der ich das Ganze betrachte, bleibt noch erhalten.

Das Mädchen aus dem Dorf hat ja einen ganz schönen Eindruck auf ihn hinterlassen, dass er sogar noch nach ihr sucht, nachdem er die Steinlawine ausgelöst hat. Und er träumt sogar noch von ihr ...
Das finde ich auch sehr bemerkenswert. Ist das Reue?
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Offline Old Fisherman

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #34 am: 27. April 2012, 19:00:07 »
Zitat
So wie ich das gelesen hatte, ist er doch gestorben?

Ich hatte nur in Erinnerung, dass er blutete und sich auf sein Schwert stützte, aber werde wohl gleich nochmal nachschauen.

Bei der Beeren-theorie glaube ich allerdings nicht, dass die Dorfbewohner dem Barbar absichtlich schaden wollten. ich glaube einfach, dass sie sich der Wirkung nicht wirklich bewusst waren: schließlich haben sie ja auch viele der eigenen Söhne und Väter an den "gott" verloren, was dem Barbaren ja auch auffällt. Vielleicht hat auch einer der Räuber die Dorfbewohner über die Wunderwirkung der Beeren unterrichtet, um so ihrem Anführer leiches spiel zu machen und seinen übermächtigen Status hervorzuheben.

LG,
Fisherman

Offline Myriel

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #35 am: 27. April 2012, 20:22:32 »
Bei den Grünen habe ich mich spontan an die schottischen Pikten erinnert gefühlt: Soldaten gegen "wilde" Eingeborene. Muss ich dazusagen, auf wessen Seite ich daher war?  ;)

Nö, sie waren schließlich grün *duck und wech*  ;D

Wie er selbst sagt, kann er bei seinen nächsten Taten keine Kletten gebrauchen. Trotzdem hätten es ein schneller Tod oder eine Tracht Prügel vermutlich auch getan.
Hätte das für den von ihm gewünschten Abstand gesorgt? Oder hätte ein schneller Tod bzw. eine Tracht Prügel nicht vielmehr einen gegenteiligen Effekt gehabt?

Zitat
So wie ich das gelesen hatte, ist er doch gestorben?

Ich hatte nur in Erinnerung, dass er blutete und sich auf sein Schwert stützte, aber werde wohl gleich nochmal nachschauen.
Ich plädiere für die Mitte  ;)
Als unser Barbar den Hauptmann verlassen hatte, war er noch am Leben. Allerdings schien er mir so schwer verletzt (das Schwert als Einzigstes, das ihn aufrecht gehalten hat), dass es wohl nur eine Frage der Zeit gewesen sein dürfte, bis er starb.

Offline Llyren

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #36 am: 27. April 2012, 20:26:52 »
Bei den Grünen habe ich mich spontan an die schottischen Pikten erinnert gefühlt: Soldaten gegen "wilde" Eingeborene. Muss ich dazusagen, auf wessen Seite ich daher war?  ;)

Nö, sie waren schließlich grün *duck und wech*  ;D

Genau.  ;D

Zitat
So wie ich das gelesen hatte, ist er doch gestorben?

Ich hatte nur in Erinnerung, dass er blutete und sich auf sein Schwert stützte, aber werde wohl gleich nochmal nachschauen.
Ich plädiere für die Mitte  ;)
Als unser Barbar den Hauptmann verlassen hatte, war er noch am Leben. Allerdings schien er mir so schwer verletzt (das Schwert als Einzigstes, das ihn aufrecht gehalten hat), dass es wohl nur eine Frage der Zeit gewesen sein dürfte, bis er starb.
"Er begann zu lachen. Es war wie ein Zittern oder ein Krampf, der seinen sterbenden Körper schüttelte."
Insofern stimme ich Dir da zu. Entweder ist er schon tot oder stirbt gerade noch.
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Offline Magnhor

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #37 am: 27. April 2012, 20:28:45 »

Bei der Beeren-theorie glaube ich allerdings nicht, dass die Dorfbewohner dem Barbar absichtlich schaden wollten. ich glaube einfach, dass sie sich der Wirkung nicht wirklich bewusst waren: schließlich haben sie ja auch viele der eigenen Söhne und Väter an den "gott" verloren, was dem Barbaren ja auch auffällt. Vielleicht hat auch einer der Räuber die Dorfbewohner über die Wunderwirkung der Beeren unterrichtet, um so ihrem Anführer leiches spiel zu machen und seinen übermächtigen Status hervorzuheben.


Das habe ich ähnlich gesehen. Die Dorfbewohner nennen den Tyrannen einen Gott, weil sie von der äußeren Erscheinungsform des - in der Tat nicht besonders guten - Kämpfers  eingeschüchtert waren und weil sie zu schwach, vielleicht zu ungebildet und damit wohl auch zu leichtgläubig waren.
In ihrem Glauben priesen die Bewohner den Beeren eine besondere Wirkung an. Sie selbst wären wohl am schockiertesten, wenn sie gesehen hätten, welche Wirkung die Beeren tatsächlich erzielt haben, nämlich keine, denn ich bleibe dabei: Ich glaube nicht, dass die Beeren den Tiefschlaf bewirkt haben. Für mich waren es einfach nur Beeren, wie das Wasser bei der Taufe einfach nur Leitungswasser ist!
« Letzte Änderung: 27. April 2012, 20:31:29 von Magnhor »

Offline odenwaldcollies

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #38 am: 27. April 2012, 21:07:08 »
Niederreissen:
Als der Barbar am Anfang dieses Kapitels angegriffen wurde, dachte ich, es handelt sich entweder um Männer aus der Stadt (Kapitel 1) oder um Freunde/Handlanger/Söldner von Tleck, der sich vom Barbaren hintergangen fühlt. Wie so oft ist es aber etwas ganz anderes.
Das war auch mein erster Gedanke  ;D

Mich wunderte es, daß sich unser Barbar von den Heiligengardisten hat anheuern lassen, nachdem sie ihm zuerst so blöd gekommen sind: evtl. wegen dem Umstand, daß sie für einen "Heiligen" kämpfen und er wissen will, wie oder was so ein Heiliger ist? Weil der Kampf des Heiligen und der Gardisten ist eindeutig nicht der Kampf des Barbaren, er hat mit den grünen Horden kein Problem, im Gegenteil, er gibt sogar was von dem erlegten Wildschwein ab. Auch andersherum scheint eine gewisse Bewunderung da zu sein.

Jedenfalls beschäftigt ihn der Heilige (er stellt ihn sich als ziemlich beeindruckend vor) und die Gebäude der Burg deutlich mehr als irgendwelche bevorstehenden Angriffe - der Angriff auf das Tor interessiert ihn ja herzlich wenig, lieber nutzt er die Gelegenheit und sieht nach, was sich in den Gebäuden befindet.

Das hat mir übrigens sehr gut gefallen, niemand von den Gardisten war bisher in den Gebäuden und weiß, wer dort alles wohnt, der Heilige läßt sich auch nicht blicken und hinter den Fenstern ist ab und an Musik zu hören und Silhouetten zu sehen - kein Wunder, daß der Barbar da neugierig wird  ;D Verwundert hat mich ja, daß er die Frau leben ließ, die ihn mit ihrem Messerchen gepiekt hat - und daß aus dem Grunde, weil sie als Einzige den Mut besessen hatte, gegen ihn vorzugehen.

Ups, und Terzoi, ganz schön heftig, den aufzuspiessen und zu braten - eines ist damit schon mal klar, man sollte den Barbaren nicht zu sehr ärgern  ;D

Auslöschen:
Hier geht es mir wie Old Fisherman (ich glaube, du hast das geschrieben): dieses Kapitel hat mir neben "Stehlen" auch genial gut gefallen. Ich liebe Beschreibungen, die wie das Wandeln in einem Alptraum sind. Auch wenn ich schleime: Tobias das kannst du richtig, richtig gut. Auch die Beschreibungen seinerzeit der Provinzen (nicht im Barbaren) fande ich so genial alptraumhaft.

Sonst kann ich zu diesem Thema nicht viel schreiben: ich habe mich einfach über den Steg treiben lassen, habe das Viechzeugs bestaunt - und irgendwie habe ich schon bei den ersten Untoten geahnt, daß der von ihm getöte Freund noch auf dem Steg auftauchen wird.

Demütigen:
Und wieder ein ganz anderer Handlungsort - das gefällt mir auch so gut an deinen Büchern, Tobias (ich schleime schon wieder  :-[ ;D), auch im Mammut fand ich das so klasse.
Als das Gebirge auftaucht, dachte ich schon, na, das würde ja jetzt zum Cover passen - und tatsächlich, und nicht nur das Gebirge  ;D  Die Beschreibungen des Kletterns haben mir auch gut gefallen, allerdings bin ich da absoluter Laie.

Irgendwie kommen mir die Dorfbewohner komisch vor, ich weiß nicht wieso, aber ich traue denen nicht ... nur das kleine Mädchen sticht daraus hervor. Nicht, daß ich jetzt das Ende des Dorfes und wie es dazu kommt, gut heißen würde, aber es hat mich nicht sooooo sehr geschockt  :-[

Na, und der Gott war fast der gleiche Reinfall wie der Heilige - immerhin hat der Gott wenigstens noch gelebt.

Das Gedicht des Alten erscheint mir so, als ob das Dorf sowieso keine Zukunft habe, und früher oder später eh alles zu Staub wird.
Ich glaube auch, daß es einen Zusammenhang zwischen dem Gedicht, den Beeren und dem Zerstören der Brücke gibt. Nur welchen genau, hmm ...
Warum isst er die Beeren, als eigentlich alles schon vorüber ist und er überlegt, ob er sich überhaupt noch an den Abstieg machen soll? Die Beeren sind doch eher irgendso ein halluzinogenes Zeugs, bei den Träumen, die er da hat und in denen er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, wie ein Gott. Will er kein Gott sein und zerstört deshalb das Dorf?
In dem Traum sinken zum Schluß die Menschen betrunken und schwanger (?) übereinander und es bildet sich eine Brücke aus schwarzem Basalt über sie: kann das auch dafür stehen, daß diese Sache mit dem Gott und dem damit verbundenen Ungemach für die Dorfbewohner wie ein  Kreislauf ist und nur unterbrochen werden kann, wenn die Brücke zerstört wird?

Hach, ich fühle mich jedenfalls inzwischen rundum wohl in dem Buch und der Barbar kann wüten, wie er will - Hauptsache, das Buch ist nicht so schnell zu Ende  ;D
Liebe Grüße
Karin

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #39 am: 28. April 2012, 12:03:36 »
Hach, ich fühle mich jedenfalls inzwischen rundum wohl in dem Buch und der Barbar kann wüten, wie er will - Hauptsache, das Buch ist nicht so schnell zu Ende  ;D

Ja, "Barbarendämmerung" ist ein richtiges Feelgood-Buch und gehört bei sämtlichen Anlässen auf den Gabentisch!  ;)

 :-*: Tobias

Offline sandhofer

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #40 am: 28. April 2012, 15:38:33 »
Mir will scheinen, dass (nicht nur) in diesem Abschnitt jedes Kapitel so seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Sprache hat. Der Barbar bleibt unverständlich. Er tötet ein ganzes Dorf. Warum? Sie haben ihm Wasser zu trinken gegeben. (Gut, kein Fleisch zu essen, nur Haferschleim. Und ihn nicht zum Sitzen eingeladen. Sondern ihn in den ihrer Meinung nach unvermeidlichen Tod geschickt. Genügt das als Grund? Offensichtlich schon ...)

Daneben, dort, wo er als Burgwache angeheuert wird: Hier fand ich es ein bisschen allzu künstlich, dass der arme Kerl nicht sprechen durfte. Irgendwie handicapiert ihn, den Erzähler und den Leser das doch sehr, wenn er in Gesellschaft sich herumtreiben sollte.

Schön und der "Weird Tales" würdig, das Sumpf-Kapitel, wo er seinen alten, von ihm getöteten Freund als Toten wiedertrifft und der ihn nochmals zum Zweikampf herausfordert.

Offline Räubertochter

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #41 am: 28. April 2012, 19:07:43 »
In diesem Abschnitt ist mir aufgefallen, dass Tobias den Barbaren jetzt nicht mehr umschreibt, sondern "der Barbar" nennt. Mir ist aber noch nicht so richtig klar, was sich geändert hat. Vielleicht hat es auch gar keine weitere Bedeutung ;D

Ganz gut gefiel mir, dass irgendwie Schwung in die Sache gekommen ist. Die Szene zu Beginn des Abschnittes NieDeRReiSSeN hat mich trotz aller Brutalität amüsiert. "Schnappt ihn euch" klang in der Tat erst mal ganz anders als "Wir wollen doch nur reden" ;D Dass der Hauptmann den Barbaren anwerben will, scheint logisch - immerhin hat er gerade fünf Männer verloren. Mir ist allerdings nicht ganz klar geworden, wieso die Männer bei der Rückkehr in die Festung sagen, der Barbar sei kein Barbar ???

Den Tod von Trezoi fand ich ziemlich unvermeidlich, er hat sich ja auch dem Barbaren gegenüber ausgesprochen leichtsinnig verhalten. Er hat sogar mich genervt. Gut, dass er ihn geröstet hat, fand ich schon wieder ganz schön hart. Die Reaktion des Hauptmannes war auch verständlich, was hätte er schon machen können?

Bei der Konfrontation mit der Frau, die ihn in die Hand gestochen hat, fand ich den Barbaren wieder ziemlich irrational. - die Frau war nicht etwa "selbst schuld", wie man vermuten könnte, sondern "mutig" und darf deshalb am Leben bleiben. Ich finde, der Barbar handelt ganz schön nach Lust und Laune.

Das Sumpfkapitel hat mich dann mächtig an Tolkiens Totensümpfe erinnert, allerdings habe ich die etwas weniger gefährlich in Erinnerung. Absolut gruselig und meine "Lieblingsszene" in dem Kapitel war die Stelle mit der Rückenflosse, die den Steg durchschneidet und dabei unversehrt zurücklässt. :o

Die Szene mit seinem ehemaligen Freund war auch hart. Ob wir von dem noch hören werden? Er ist ja jetzt schon zweimal erwähnt worden. Und dass er einfach so, sinnlos, den Flakon mit dem Blumenduft leert. Ich hätte ja angenommen, dass der irgendeine sinnvolle Funktion erfüllen wird. Aber vielleicht sollte ich mich allmählich von den üblichen Fantasyromanmustern lösen ... ;D

Die Wiederholungen fand ich interessant. Deprimierend. Ich habe mal ein ganzes Buch gelesen, dass so aufgebaut war, das hat mich in den Wahnsinn getrieben, das war bewusst einem Sonett nachempfunden. Tobias, war das bei dir auch so? Oder wolltest du eher die beinahe Monotonie zeigen?

Lustig dann die Reaktion der Dorfbewohner. Dass durch den Sumpf bisher noch keiner zu ihnen gekommen ist, will ich gerne glauben ;D Aber wie sie darauf kommen, dass er in friedlicher Absicht kommt? :barbar:

Jetzt wissen wir dann also auch, wer der Kerl auf dem Titelbild ist. Er ist ziemlich gut getroffen, der Bildgestalter hat offenbar zumindest diesen Teil der Geschichte gelesen. Ich mag das ja sehr, wenn die Titelbilder speziell zur Geschichte passen. Und dann musste ich schon wieder lachen - dem Barbaren mangelt es ganz sicher nicht an Selbstbewusstsein, nennt er diesen Kerl von einem Brückenwächter einen schwerfälligen Aufschneider ... :D Aber ich falle wohl eher in die Kategorie hasenfüßiger Dörfler ;D
Ich musste hier übrigens schon wieder an Tolkien denken, allerdings an die Verfilmung, wo Gandalf vor dem Balrog steht und sein berühmtes "Du kannst nicht vorbei!" schmettert ;D
Der Kampf ist ja dann bemerkenswert unspektakulär.

Wer ist denn wohl der Alte in der Höhle. Auch ein Barbar? Immerhin kennt der Barbar seine Sprache sehr gut. Und sein Gedicht passt irgendwie. In dieser LR fangen also nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Protagonisten das Dichten an. ;D

Mein Satz der Sätze bisher ist jetzt übrigens: (S.155)
Zitat
Und alle Ideen, alle Träume endeten schlagartig ohne Widerhall, ohne Aufschrei des Universums.
Liebe Grüße,
Verena

"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?" Gandalf in "Die Gefährten", J.R.R. Tolkien

Offline Räubertochter

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #42 am: 28. April 2012, 19:56:27 »
Gespannt bin ich, ob wir noch etwas von dem Söldnerführer hören, der den Barbar immer noch zu jagen scheint (Kap. DeMüTiGeN)

Meinst du Garifalks? Wieso ist der noch hinter dem Barbaren her? ???

Es gibt zwar viele Fragen, die beziehen sich aber mehr auf die Vergangenheit als auf das was noch passieren wird.

Das stimmt. Die Zukunft des Barbaren liegt für mich auch völlig im Dunklen.

Ich persönlich frage mich schon, ob es einen bestimmten Grund gibt, warum der Barbar schweigt.
Legte er einst einen Schwur ab? Gehört das zur Barbarenmentalität? Schweigt er aus Überzeugung, nur stark zu sein zu können, wenn er schweigt? (Auch ein Lächeln tat er als Schwäche ab.) Obliegt es seinem Naturell, oder hatte er gar ein traumatisches Erlebnis bzw. eine außergewöhnliche schwierige Vergangenheit?

Vielleicht hat er keine Zunge (mehr), oder kann aus anderne Gründen physisch nicht sprechen.

Aber hier nochmal für alle, weil auch Phy nach dem Cover fragte: Die Geschichte DeMüTiGeN habe ich verfasst, nachdem sich der Verlag für dieses Titelbild entschieden hatte und es mir zuschickte. Ich dachte: "Nein, das ist nicht mein Barbar da vorne drauf. Also wer könnte das sein? Wie wäre es mit: jemand, der zwar fürchterlich angibt, den mein Barbar dann aber verhältnismäßig mühelos plattmacht?" Und deshalb stimmen halt alle Details der Kleidung und der Landschaft.

Na, dann wird mir alles klar ;D siehe mein voriges Posting ;D

Ich könnte mir vorstellen, dass er halt eh nicht an solches Zeug glaubt und es bloß lustig fand den Männern in der Höhle einen solchen Streich zu spielen und sich gleichzeitig mit diesem Verhalten über die angebliche Göttlichkeit des Toten lustig macht.

Ich glaube, er fand die "göttliche Kleidung" schlicht und ergreifend nützlich, um der Bande den Garaus zu machen.

Aber er scheint ja nachträglich den Tod des Mädchens zu bedauern, da sie ihm im Traum erscheint.

Das kann ich mir vorstellen, zumindest hat er sie in Erinnerung behalten. Vielleicht weil sie vom Dorf ein wenig ausgeschlossen wurde und er sich deswegen in sie hineinversetzen konnte?
Ich bin mir auch nicht so sicher, dass er das Dorf auslöschen wollte. Vielleicht hat er die Auswirkungen der Zerstörung der Brücke auch erst erkannt, als es zu spät war...

Ich hatte wie tigi86 auch nicht den Eindruck, dass es Absicht war. Eher ein Kollateralschaden.

Die Beeren hat er leichtgläubig genommen und entgegen den Reden der Dorfbewohner machte ihn das nicht schneller sondern versetzte ihn in Tiefschlaf. ?

Interessanter Gedanke! Darauf wäre ich nie gekommen. Ich hatte eher den Eindruck, das der Barbar war nach dem Klettern, den Kämpfen und nach dem Essen und darüber hinaus dem für ihn verhältnismäßig langem Zuhören beim Gedicht des Alten einfach nur müde. Da wundert es mich nicht, dass er gut schlafen kann.

Ich auch nicht. Ich hatte angenommen, dass die Beeren in berauscht haben und er danach ebenjenen Rausch ausgeschlafen hat.

Na, und der Gott war fast der gleiche Reinfall wie der Heilige - immerhin hat der Gott wenigstens noch gelebt.

;D Ich habe ihn zuerst für eine Art Vogelscheuche gehalten. Bis er sich bewegt hat.
Liebe Grüße,
Verena

"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?" Gandalf in "Die Gefährten", J.R.R. Tolkien

Offline Old Fisherman

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #43 am: 28. April 2012, 20:41:58 »
@Söldnerführer: Das war glaube ich doch erst in dem Kapitel der "Dorfverwüstung". Ich meine es war die Szene, ob er den Alten verschont oder nicht.
@Kleidung: Vielleicht fand er es auch einfach nur lustig :D

Offline Räubertochter

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Re: 02 - NieDeRReiSSeN, auSLöSCHeN, DeMüTiGeN
« Antwort #44 am: 28. April 2012, 20:49:05 »
@Söldnerführer: Das war glaube ich doch erst in dem Kapitel der "Dorfverwüstung". Ich meine es war die Szene, ob er den Alten verschont oder nicht.

Jetzt weiß ich - du meinst, wo er überlegt, den Alten zu verschonen, weil der letzte, den er verschont hat, ihm zwei Kopfgeldjäger hinterhergeschickt hat, wo der eine noch mehr oder weniger auf seinen Fersen ist, richtig? Aber ob das Garifalks war? ???
Liebe Grüße,
Verena

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