üBeRSCHReiTeNSo, Tobias fängt mal anders an: ganz ohne Erklärung, Intro oder ähnliches (kenn ich zumindest bis jetzt nicht aus seinen Büchern).
So richtig erfährt man als Leser nicht, was alles passierte, damit unser Namenloser aufs Schafott kommt.
Daß sich der Namenlose befreien wird, ist wohl klar (andererseits wäre der Tod am Anfang auch ne idee, das restliche Buch ist dann Flashback des Delinquenten, bei dem man scheibchenweise immer mehr erfährt, wie es zu seinem schnöden Ableben kam - so als Impuls für einen anderen Plot, Tobias

)
Unser wackerer Held präsentiert sich als wahre Kampfmaschine, seine Gegner (passend zum Theatervergleich von Tobias) sind lediglich Statisten - dazu passt dann auch der Monolog des zweiten Armbrusters. Sehr schön fand ich auf den ersten beiden Seiten die Aufzählung der Schaulustigen, Beschreibungen, die wohl der Barbar selbst fast so gegeben hätte (zumindest mit der Grundaussage: Bäh, Städter!)
Interessant die Beschreibungen des Barbaren als Delinquent, Verurteilter, Mörder etc.
Ich hab so das Gefühl, das es nicht wirklich persönlicher wird - ein Name etwa. Sollte er die weitaus größere und kräftigere Version des namenlosen Westernhelden Sergio Leones sein?
Frage: Seite 20 ganz oben: Der Verurteilte war ein Gleichmache
n. Druckfehler? Gleichmache
r macht doch mehr Sinn, oder seh ich da was falsch?
MiSSaCHTeN
.... wahr sehr schwierig zu lesen. Die Sicht und Gedanken des Barbaren sind etwas gewöhnungsbedürftig. Das angesprochene Tag-Nacht-Gewechsel ist wahrscheinlich wirklich eine Ohnmacht nach der anderen (schließlich verreckt er auch fast an dem Bolzen).
Lustig das alte Kräuterweiblein (wenn´s denn keine Hexe war), die ihn und sich versorgt

BeDRäNGeN
Irgendwie gewöhn ich mich an den Perspektivwechsel. Gerade nach der Barbarendenkweise ein deutlich anderes Lesegefühl, danke Tobias für das Kopfkino (im unschuldigen Sinne). Ganz so unschuldige Motive scheint unser "Held" hingegen nicht zu haben.
Anders als die meisten hier denk ich aber, daß seine unfreiwillige Gespielin (denn von diesem Akt geh ich dann doch stark aus) nicht von ihm umgebracht wurde - er ist ja kein Unmensch! Sie hat ihn schließlich (zumindest soweit wir die Szene kennen) nicht angegriffen, und bis jetzt hat der Barbar nicht unmotiviert getötet - will heißen, nur Leute getötet, die ihn bedrohten (auch wenn man von den meisten Stadtgardisten wohl weniger von realen Bedrohungen ausgehen kann)
STeHLeN
Das typische (und damit absichtlich platte?) Rollenspielszenario (deswegen wohl auch die Ähnlichkeit mit der Mammut-Szene, die dem Rollenspiel entsprungen sein soll): Autraggeber, der in der Schenke anheuert und bei weitem andere Motive hat. Die typische Rollenspieler-Reaktion: gut, wird gemacht, schließlich wird der Auftrag wohl das Abenteuer sein.
Beim Barbaren selbst kann ich sonst keine Motivation sehen, außer vielleicht Interesse und Neugier - andererseits fühlt er sich ja in der Stadt nicht wirklich wohl - also bleibt noch Langeweile und der Drang, Energie abzubauen, ohne daß er wieder 4 Leute in der Schenke totschlägt

Bis jetzt ist unser Barbar, so wie er ins Haus einbricht, ein körperlicher Alleskönner, und auch Angst scheint er nicht wirklich zu kennen. Bis zum Fund des Mädchens geht es recht normal zu, vom Kulturunterschied zwischen Barbar und Bürger mal abgesehen.
Schade, daß man nicht wirklich erfährt, welche Pläne Tleck hat. Wird man wohl auch nicht erfahren, dank des Kurzgeschichten-Stils (was hier eher nachteilig ist, ich will da mehr erfahren).
Auch bei seiner Flucht tötet er nicht nach Belieben, nur, wer direkt im Wege steht.
Der körperliche "Abschied" zwischen ihm und seiner "geretteten holden Jungfrau" ist dann doch.... naja, seltsam. Aber ok, wenn die Gute sich auf diese Weise bedanken will, kann´s ihm nur recht sein.
