Soo, ich bin auch durch den ersten Abschnitt durch und bin begeistert. Mal wieder der Meißner-Effekt.
ÜberschreitenWas für eine Eröffnung. Wer vorher nicht ganz glauben konnte, dass der Barbar wirklich ausnahmslos barbarisch ist (wie ich), der wurde jetzt eines besseren belehrt. Was für ein Gemetzel.
Dadurch, dass dem Namenlosen alles so leicht gefallen ist (Fesseln zerreißen, Axt einhändig führen), bekam ich erst eine richtige Vorstellung von seinem massiven Körper und seiner unbändigen Kraft. Gut veranschaulicht. In diesem Zusammenhang auch mein Lieblingssatz in dem Kapitel (auf S.19)
Als wäre er bereits ein Leichnam, der sich vermehrte, indem er weitere Leichen erzeugte.
Dieser Satz veranschaulicht es perfekt: Der Barbar ist ein völlig emotionsloser Mensch.
ehrlich gesagt hätte ich erwartet, dass Welw Indecron auch noch den Löffel abgibt, aber das war wohl eine falsche Vermutung. Ich bin gespannt ob er oder die Kurtisane noch eine größere Rolle spielen werden.
Da Welw Indencron gleich zu Beginn vorgestellt wurde und sein weiteres Interesse am Barbaren sehr deutlich umschrieben wird, gehe ich stark davon aus, dass er wieder auftaucht. Vielleicht um Experimente mit ihm durchzuführen, oder um zu versuchen ihn zu sozialisieren...
MissachtenIch fand zunächst den Perspektivwechsel interessant. Dieses Kapitel aus Sicht des Barbaren war viel einfacher geschrieben, in kurzen Sätzen und mit häufigen Wiederholungen. Dies hat mir verdeutlicht, dass der Barbar sehr simpel und instinktiv denkt. Sein Schmerz ist unglaublich lebhaft beschrieben.
Das alte Weib war merkwürdig, und ihre Vergewaltigung des Barbaren war einfach nur absurd.
Was die Kräuterfrau angeht, glaube ich aber nicht, dass sie noch eine Rolle spielen wird...
Interessant fand ich in diesem Abschnitt auch der sich ständig wiederholende Satz "Es wurde dunkel, und es wurde wieder hell, aber es war noch immer der selbe Tag"- ist das etwa bereits eine Andeutung auf die Barbarendämmerung?
Ich glaube es auch nicht. Sie hat dafür viel zu wenig Eindruck auf mich gemacht, im Gegensatz zu Welw.
Zu dem sich wiederholenden Satz: Ich glaube, der Barbar versteht nicht, was Ohnmacht ist. Für ihn ist es nur ein simples Ereignis: Hell --> Dunkel --> Hell. Schmerz ist für ihn gleich zu jedem anderen Gefühl (Lachen, Schlafen), deswegen denkt er, er könne sie durch einander ersetzen.
Natürlich ist der Barbar auch nur ein Mensch mit Schwächen. Aber dadurch, dass er das selbst nicht realisiert, sondern nur seinen Instinkten folgt, wirkt er eher wie ein Tier. Er denkt ja gar nicht darüber nach, dass er nur knapp dem Tode entronnen ist, dank eines anderen Menschen. Für ihn ist irgendwie alles selbstverständlich.
Bedrängen Und wieder ein Perspektivwechsel. Und wieder ist die Sprache auf die Person angepasst. Sie ist einfach, aber voller Emotionen, so wie das Mädchen.
Das Kapitel zeigt, wie furchteinflößend der Barbar ist. Bloß durch seine reine Anwesenheit, ist das Mädchen durch und durch panisch geworden und wusste praktisch schon, was geschehen wird.
Ich hoffte das Mädchen käme davon! Wir werden wohl niemals erfahren, ob der Barbar sie nur mit Gewalt genommen hatte, oder ob er sie tötete. Vielleicht hatte sich das Mädchen selbst noch hingegeben? Vielleicht lebt sie noch? ….
Huch, darauf, dass sie noch leben könnte, bin ich noch gar nicht gekommen. Vielleicht, weil ich den Barbaren als zu barbarisch einschätze. Für mich hat sich mittlerweile das Bild manifestiert, dass er ein sehr simpler Mensch ist, der ausschließlich seinen grausamen Instinkten folgt: Wenn ihm etwas im Weg steht, zerstört er es. Wenn ihn jemand bedroht, tötet er ihn. Wenn er etwas braucht, nimmt er es sich. Wenn er geil ist, fickt er.
StehlenAuch für mich das bisher intensivste Kapitel. Hatte ebenfalls ein kleines Hiob-Feeling, vor allem im Ritualraum. Aber zusätzlich hatte ich noch ein Mammut-Feeling und zwar bei diesem Satz auf S. 52, in der Rekrutier-Szene in der Taverne:
"Greif zu, mein Junge! Iss und trink! Das geht alles auf meine Rechnung, egal, ob du dich nun entscheidest, für mich zu arbeiten, oder nicht."
Na, an welche Mammut-Szene erinnert euch das?

In dieser Szene habe ich das erste Mal so richtig die Werte des Barbaren kennengelernt. Er rettet das Mädchen aus dem Käfig, aber nicht aus Mitleid. Sondern weil für ihn Freiheit das wertvollste Gut, das er kennengelernt hat, ist, und er es ihr vergönnt.
Außerdem respektiert er es, dass Schuld beglichen wird (S.83, Beischlaf mit Fischmaulmädchen).
Diese Werte sind für mich typische Werte eines Kriegers. Eine Art Ehrenkodex. Ich bin gespannt, ob dies weiterhin so bleibt, oder ich mich in ihm täusche.
Dass sich der Barbar nach seiner zweiten Verausgabung mit dem Mädchen etwas seltsam fühlte könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass er mit einer Krankheit angesteckt wurde?

Könnte sein. Ich musste bei der Stelle nur ein bisschen schmunzeln und hab mir gedacht, dass einem nach 2 mal schon ein bisschen schwindelig sein darf
