So, ich bin dann auch mit dem ersten Abschnitt fertig und tauche aus einem Meer von Blut wieder auf

Um den Seelenfrieden würde ich nur bei einer Leserin fürchten, die ansonsten ausschließlich Rosamunde Pilcher und Julia Franck liest. Aber wer einen Kriminalroman verkraftet oder den "Herr der Ringe" mit seinen Orks, Schlachten, Gefahren und Riesenspinnen, dürfte von einer blutfarbenen Barbarendämmerung nicht umgehauen werden ... 
Mein Seelenfrieden ist zum Glück noch vorhanden - aber ich finde das Buch schon eine Nummer krasser als ziemlich vieles, was ich bisher gelesen habe. Ich habe doch sehr deutlich

gemerkt, dass ich "aus dem Jugendbuch komme" und der Barbar für Teenies zum größten Teil eher ungeeignet ist

Der Barbar ist ja ein ungemütlicher Geselle, obwohl er an der Stelle, wo er das Mädchen freilässt, doch irgendwie Herz zeigt. Ich muss zugeben, das hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Besonders, nachdem ich erwartet hatte, dass er das Mädel am Fluss links liegen lässt, weil sie ihm ja nicht direkt in seinem Wege stand und er da schon ziemlich wenig Herz gezeigt hat. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich im Spekulieren ganz schlecht bin - dies ist ein treffender Beweis

Der Barbar erinnert mich übrigens an Jason Momoa, auch wenn der nicht direkt "hübsch" ist. Aber dafür ist er auch eine Bestie.

In den Kapiteln zwei bis vier waren mir die Zusammenhänge Handlung-Titel relativ einleuchtend, im ersten habe ich etwas gegrübelt. Ist da die Grenze vom Leben zum Tode üBeRSCHRiTTeN worden? Wenn nicht, bin ich noch nicht dahintergekommen.
Die alte Frau, die dem Barbaren hilft, als er verletzt und dreiviertel tot im Walde liegt, fand ich sehr schräg. Sie hilft ihm, poppt ihn und lässt ihn dann liegen ... nicht direkt nachzuvollziehen ...
Als der Barbar dann den Auftrag mit dem Einbruch annimmt, habe ich zuerst gar nicht geglaubt, dass er für jemanden arbeiten mag. Ich hätte eher angenommen, dass er nur für sich selbst arbeitet. Aber im Verlauf des Einbruches kommt ja zutage, dass er durchaus in Betracht zieht, für Geld einzubrechen. Besonders barbarisch fand ich hier übrigens sein Verhältnis zu Büchern. Tse ...
Nun würde mich natürlich noch interessieren, was das für eine Falle war. War es wirklich ungefähr so, wie es sich der Barbar zusammengereimt hat, oder liegt etwas ganz anderes zugrunde? Vielleicht war es wegen des Blutbades am Anfang, vielleicht wegen des Mädchens am Fluss, wer weiß.
Noch ein paar Gedanken zur Sprache:
Sie gefällt mir ausgezeichnet. Mit nur wenigen Sätzen entstehen ziemlich klare Bilder in meinem Kopf. Krasse Bilder zwar, aber nu ja. Ich lese hier ja nicht Nesthäkchen.

Die vielen Analogien für den Schmerz in der Schulter gefielen mir auch echt gut. Sowas habe ich noch nie gehört.
Einmal bin ich gestolpert, nämlich auf S. 33 über den Nachtzerrer - ist das ein fehlerhafter Nachtzehrer, oder bin ich nur ungebildet?

Ebenso mit "tausendfaltig" - gibt es das wirklich, oder ist das einfach eine Verschmelzung von mannigfaltig mit tausendfach?
So, und jetzt gucke ich mal, was ihr hier schon für viele tausend Beiträge geschrieben habt ...
