Autor Thema: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)  (Gelesen 248 mal)

Aldawen

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5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« am: 18. April 2012, 18:29:28 »
Hier könnt Ihr zum fünften Kapitel schreiben.

Spoilermarkierungen sind auf Grund der Beschränkung nicht vorgesehen.

Offline irismaria

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #1 am: 28. April 2012, 09:21:09 »
Auch wenn ich mich in jedem Abschnitt wiederhole: Bernhard ist es wieder gelungen, mich mit dem Verlauf der Story völlig zu überraschen!

Operi, der zweite Mittäter des Überfalls, wird umgebracht, wieder von den zwei Pseudopolizisten, die schon den ersten Mord begangen haben und auch Melvin jagen. Und das gerade, als er sich der Polizei stellen will - die also offenlichtlich irgendwie mit drinhängt. Wem kann man noch trauen? Scheinbar nichtmal Tjikundu - Clemencia steht nun alleine da. Da herauskommt, dass sie ihren Bruder deckt, wird sie nun auch gesucht, nachem sie Robinson, der sie verhaften sollte, entkommen ließ.
Bei einer Pressekonferenz mit Staatspräsident und Minister stellt Claus unangenehme Fragen. Claus kommt für mich hier sehr positiv und mutig rüber, allerdings muss man befürchten, dass er nun auch auf der Gegnerliste der Regierung steht.

Irgendwie läuft alles auf eine Katastrophe hinaus, denn wer könnte Clemencia und Claus noch zur Seite stehen? Aber ich hoffe auf eine Wendung zum guten, auch wenn es dazu wenig Ansatzpunkte gibt...

Aldawen

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #2 am: 28. April 2012, 20:20:22 »
Na, hier ging's ja jetzt drunter und drüber! Also, mal sehen ...

Shilongo hat irgendwelche Interessen in Bezug auf Steinland, sonst hätte er auf Claus' Fragen nicht so cholerisch reagieren müssen. Auch wenn er vielleicht einfach so veranlagt ist und weiße Journalisten sowieso zum Kotzen findet, wäre diese Reaktion doch übertrieben. Daß er seinen Neffen für ein Verkaufsangebot vorgeschickt hat, ist denkbar und naheliegend. Aber damit hat er eine so breite Spur zu sich gelegt, daß ich fast gewillt bin zu vermuten, daß er nicht hinter den Killern steckt, die Tobias und Operi auf dem Gewissen haben. Ich würde darauf zwar keine größeren Beträge verwetten, aber irgendwie ergäbe das für mich keinen Sinn, damit machte der Minister sich, SWAPO hin oder her, doch extrem angreifbar. Wenn es also nicht Shilongo ist, der hinter den Killern steht, wer dann?

Die Erklärung, daß Tjikundu die undichte Stelle ist, klingt auf Grund der Zusammenhänge zunächst einmal plausibel. Ich würde Robinson sogar zutrauen, daß er tatsächlich versucht, wie von Clemencia verlangt, Tjikundus Handy zu kontrollieren, wenn auch nicht, um ihr einen Gefallen zu tun, sondern weil es ihm einfach Spaß machen würde, einen Schwarzen in die Pfanne zu hauen. Und weil er damit natürlich nach dem verpatzten Abliefern bzw. Nicht-Abliefern von Clemencia bei Oshivelo wieder ein paar Punkte gut machen könnte, wenn sich der Verdacht bestätigt. Das hielte ich nicht für abwegig. In diesem Zusammenhang habe ich, nicht zum ersten Mal aber besonders, Angula schmerzlich vermißt. Der fehlt hier einfach an allen Ecken und Enden. Wahrscheinlich hätte er mit seiner ruhigen Beobachtungsgabe schon früher so etwas geahnt.

Die Farmer versteifen sich auf ihre Geschichte. Das ist natürlich verständlich, denn ihr Verhalten ist nicht nur für sie sondern auch die übrigen weißen Farmer keineswegs hilfreich. Trotzdem stellt sich die Frage, warum sie angesichts der Beweislage bei der vorgetäuschten Entführung so krampfhaft daran festhalten? Was haben sie damit noch zu gewinnen? Oder: Wen müssen sie decken? Drei Leichen, alle so aus nächster Nähe erschossen, daß man das Gehirn im Umkreis aufsammeln muß ... Sollte da vielleicht eine Verbindung bestehen? Sollten die beiden Killer auch Gregor Rodenstein umgebracht haben? Wer würde daran und warum ein Interesse haben, davon profitieren? Der Minister nicht, das würde also durchaus dafür sprechen, daß meine obige Vermutung ihn betreffend stimmt. Also vielleicht doch eine geplante Gemeinschaftsaktion der Farmer, weil Gregor zum „Verräter“ zu werden drohte? Dann würde auch der Telefonanruf mit der Warnung ins Bild passen, der dann nämlich von den beiden Killern gekommen wäre. Und das würde auch erklären, warum diese beiden so dahinter her sind, die drei Jungs umzubringen: Die könnten sie ja identifizieren. Stellt sich aber die Frage: Würden weiße Farmer tatsächlich Schwarze für so eine Aktion anheuern und sich vor allem vorab selber mit Überfällen drangsalieren lassen? Wie ich es auch drehe und wende, irgendein Aspekt ist immer dabei, der nicht ins Bild paßt.

Naja, wenigstens hat Clemencia Melvin wiedergefunden und im letzten Abschnitt muß sich ja jetzt klären, wie das alles zusammenhängt und auseinanderfällt  ;)  Was mich im übrigen auch beruhigt hat: Claus hat seinen Denkapparat wieder in Betrieb genommen und sich klar gemacht, warum er eher bereit ist, weißen Farmern als einem SWAPO-Minister (und auch wenn er es in dem Moment nicht gedacht hat: erst recht einem Tsotsi) zu glauben. Tja, Rassismus ist ein Übel, in das auch wohlmeinende und vernünftige Leute verfallen können.

Was mir noch aufgefallen ist, für die Handlung zwar nicht von sonderlicher Relevanz, mich aber interessiert: Clemencias Nachname wird immer als Garises angeben und Melvins als Gariseb. Ist das eine Besonderheit, daß zwischen männlichen und weiblichen Formen von Nachnamen unterschieden wird? Dabei ist mir bewußt geworden, daß ich mich noch gar nicht gefragt habe, zu welcher Volksgruppe Clemencia und ihre Familie eigentlich gehören ...?

Offline kaluma

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #3 am: 28. April 2012, 20:23:07 »
Auch wenn ich mich in jedem Abschnitt wiederhole: Bernhard ist es wieder gelungen, mich mit dem Verlauf der Story völlig zu überraschen!

Ich schließe mich an!
Zudem gelingt es Bernhard, daß ich jedesmal, wenn ich glaube etwas verstanden zu haben, mir doch nicht 100%ig sicher bin und ein letzter Rest Zweifel bleibt. Zum Beispiel kann ich noch nicht ganz sicher glauben, daß wirklich Tjikundu der Maulwurf ist, obwohl die Umstände (die Zeitverzögerung bei Operis Anruf und seine Anwesenheit, als der Wagen mit Tobias Kausiku überfallen wurde) eigentlich eindeutig dafür sprechen. Aber von Tjikundu hätte ich das irgendwie nicht erwartet.  :(

Clemencia hat sich nun tief in Schwierigkeiten manövriert. Einerseits dadurch, daß herauskommt, daß sie Melvin deckt, andererseits dadurch, daß sie Operi am Tag zuvor nicht festgenommen hat. das hat sicher üble berufliche Konsequenzen für sie. Ich hoffe, daß es trotz allem noch gut für sie und Melvin ausgeht.

Auf dieser Einweihungsveranstaltung tritt der Minister ja ziemlich die Flucht nach vorne an, indem er an die Öffentlichkeit bringt, daß die Entführung vorgetäuscht war und regelrecht Stimmung gegen die Farmer macht.  Shilongo reagierte ja sehr empfindlich auf Claus´ Fragen. Also wird wohl was dran sein. Getroffene Hunde bellen. Also geht es bei der Landreform offenbar doch nicht darum, das Land wirklich an Bedürftige zu verteilen, sondern um Macht und darum, daß einige sich bereichern.  :( Shilongo ist ja wohl kaum als Bedürftiger zu bezeichnen, und wird seinen Unterhalt in Zukunft wohl auch kaum durch harte Farmarbeit verdienen, er hat ja das Ministergehalt.

Man mag auch kaum glauben, daß der Einbruch in Claus´ Haus danach ein Zufall war. (Obwohl die Einbrecher dann sehr schnell gewesen wären - wo doch sonst alles so lange dauert.  ;D)

Daß Melvin sich bei den Tanten versteckt, habe ich nicht geahnt.  :o Ich muß sagen, ich finde das ein starkes Stück und einen eklatanten Vertrauensbruch Clemencia gegenüber. Ich an ihrer Stelle wäre zutiefst verletzt und enttäuscht.

Nicht ganz verstanden habe ich, warum Robinson geschossen hat, als er Clemencia laufenließ. Aus Wut? Er hat doch nicht auf sie gezielt, oder? Und wie erklärt er dann die fehlende Munition, da er ja behauptet, er hätte sie gar nicht gefunden?  ???

Die auf S. 244 erwähnten Fuchsmangusten mußte ich im Internet nachsehen, und auch die Mausvögel. Sind ja allerliebst.  :)

Jetzt bin ich neugierig auf das Ende und hoffe darauf, daß sich für Clemencia und Melvin alles noch zum Guten wendet und die ganze Angelegenheit aufgeklärt wird. Ich würde gern noch die Todesumstände von Gregor Rodenstein erfahren.
« Letzte Änderung: 28. April 2012, 23:23:16 von kaluma »

Offline kaluma

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #4 am: 28. April 2012, 20:35:19 »
In diesem Zusammenhang habe ich, nicht zum ersten Mal aber besonders, Angula schmerzlich vermißt. Der fehlt hier einfach an allen Ecken und Enden. Wahrscheinlich hätte er mit seiner ruhigen Beobachtungsgabe schon früher so etwas geahnt.

Ich habe zwar noch nicht an Angula gedacht, aber du hast recht. Wenn er noch im Team wäre, hätte Clemencia vielleicht auch sorgloser den Fall wegen Befangenheit aus den Händen geben können.

Die Farmer versteifen sich auf ihre Geschichte. Das ist natürlich verständlich, denn ihr Verhalten ist nicht nur für sie sondern auch die übrigen weißen Farmer keineswegs hilfreich. Trotzdem stellt sich die Frage, warum sie angesichts der Beweislage bei der vorgetäuschten Entführung so krampfhaft daran festhalten? Was haben sie damit noch zu gewinnen? Oder: Wen müssen sie decken?

Das möchte ich auch wissen, denn eigentlich ist ja längst bewiesen, daß sie lügen. Sind sie so verzweifelt?

Wie ich es auch drehe und wende, irgendein Aspekt ist immer dabei, der nicht ins Bild paßt.

Genau.

Was mir noch aufgefallen ist, für die Handlung zwar nicht von sonderlicher Relevanz, mich aber interessiert: Clemencias Nachname wird immer als Garises angeben und Melvins als Gariseb. Ist das eine Besonderheit, daß zwischen männlichen und weiblichen Formen von Nachnamen unterschieden wird? Dabei ist mir bewußt geworden, daß ich mich noch gar nicht gefragt habe, zu welcher Volksgruppe Clemencia und ihre Familie eigentlich gehören ...?

Ich habe das ganz selbstverständlich als männliche und weibliche Namensform aufgefaßt, ähnlich wie z.B. bei litauischen Namen. Welcher Volksgruppe sie angehören, weiß ich auch nicht (wurde das in "Stunde des Schakals" gesagt?), habe es mich aber unabhängig von den Namen schon gefragt. Ein Anhaltspunkt ist im Glossar hinten, daß "Miki" eine Bezeichung auf Damara und/oder Nama ist, also müssen sie wohl einem von beiden Völkern angehören?
« Letzte Änderung: 28. April 2012, 20:37:02 von kaluma »

Aldawen

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #5 am: 29. April 2012, 07:27:55 »
Man mag auch kaum glauben, daß der Einbruch in Claus´ Haus danach ein Zufall war. (Obwohl die Einbrecher dann sehr schnell gewesen wären - wo doch sonst alles so lange dauert.  ;D)

Kommt vielleicht immer drauf an, wer etwas für wie wichtig hält und wieviel er bereit ist, für eine beschleunigte Abwicklung zu investieren ...

Daß Melvin sich bei den Tanten versteckt, habe ich nicht geahnt.  :o Ich muß sagen, ich finde das ein starkes Stück und einen eklatanten Vertrauensbruch Clemencia gegenüber. Ich an ihrer Stelle wäre zutiefst verletzt und enttäuscht.

Ich glaube, sie hat es geahnt, aber zunächst verdrängt, weil sie mit anderen Sachen so ständig eingespannt war. Warum sonst hätte sie den Tanten gegenüber so darauf insistieren sollen, daß diese Melvin ihre Botschaft einfach ausrichten. Clemencia hat vermutlich tatsächlich nicht damit gerechnet, daß Melvin in dem Schuppen liegt, aber daß die Tanten etwas damit zu tun hatten, daß er so spurlos verschwunden war, davon ist sie wohl ausgegangen. Das macht das Ganze nicht wirklich besser, aber ein bißchen kann ich die Tanten und Melvin hier auch verstehen, vor allem, nachdem die falschen Polizisten aufgetaucht waren.

Nicht ganz verstanden habe ich, warum Robinson geschossen hat, als er Clemencia laufenließ. Aus Wut? Er hat doch nicht auf sie gezielt, oder? Und wie erklärt er dann die fehlende Munition, da er ja behauptet, er hätte sie gar nicht gefunden?  ???

Ich habe es als Wutreaktion interpretiert. Und ob man in Namibia als Polizist im Einsatz über die verschossene Munition so wie hier Rechenschaft ablegen muß, wage ich nach inzwischen zu bezweifeln. Außerdem kann Robinson immer noch behaupten, er sei von irgendwelchen Tsotsis belästigt worden, die er mit Warnschüssen habe vertreiben müssen oder so. Das wird wohl kaum jemand kontrollieren.

Ich habe das ganz selbstverständlich als männliche und weibliche Namensform aufgefaßt, ähnlich wie z.B. bei litauischen Namen.

Ich weiß, daß es so etwas in verschiedenen Sprachen gibt, deshalb habe ich es auch darauf geschoben. Aber ich wüßte es gerne genauer  ;D

Ein Anhaltspunkt ist im Glossar hinten, daß "Miki" eine Bezeichung auf Damara und/oder Nama ist, also müssen sie wohl einem von beiden Völkern angehören?

Nicht unbedingt, solche Begriffe wandern auch gerne und werden Allgemeingut.

Offline kaluma

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #6 am: 29. April 2012, 12:27:06 »
Daß Melvin sich bei den Tanten versteckt, habe ich nicht geahnt.  :o Ich muß sagen, ich finde das ein starkes Stück und einen eklatanten Vertrauensbruch Clemencia gegenüber. Ich an ihrer Stelle wäre zutiefst verletzt und enttäuscht.

Ich glaube, sie hat es geahnt, aber zunächst verdrängt, weil sie mit anderen Sachen so ständig eingespannt war. Warum sonst hätte sie den Tanten gegenüber so darauf insistieren sollen, daß diese Melvin ihre Botschaft einfach ausrichten. Clemencia hat vermutlich tatsächlich nicht damit gerechnet, daß Melvin in dem Schuppen liegt, aber daß die Tanten etwas damit zu tun hatten, daß er so spurlos verschwunden war, davon ist sie wohl ausgegangen. Das macht das Ganze nicht wirklich besser, aber ein bißchen kann ich die Tanten und Melvin hier auch verstehen, vor allem, nachdem die falschen Polizisten aufgetaucht waren.

Ich habe beim Lesen auch gemerkt, daß Clemencia so eine Ahnung hatte, daß die Tanten etwas wissen. Und vom Standpunkt Melvins und der Tanten aus kann ich es ja auch ein bißchen verstehen, daß sie ihn versteckt haben, ABER: wenn man bedenkt, daß Clemencia ja die ganze Familie finanziell unterstützt, und sich vorstellt, die Polizei hätte Melvin dann in ihrem Haus gefunden und sie wußte von nichts???!!! Damit hätten sie Clemencia ganz, ganz übel in die Bredouille gebracht, wahrscheinlich für mehrere Jahre ins Gefängnis und ihre Anstellung hätte sie wohl auch verloren. Und sich selbst hätten sie auch einen Teil ihrer Lebensgrundlage entzogen.  Also ich jedenfalls würde solche gewichtigen Sachen gern wissen wollen.

Ein Anhaltspunkt ist im Glossar hinten, daß "Miki" eine Bezeichung auf Damara und/oder Nama ist, also müssen sie wohl einem von beiden Völkern angehören?

Nicht unbedingt, solche Begriffe wandern auch gerne und werden Allgemeingut.

Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als darauf zu warten, was Bernhard sagt. Oder daß sich einer der anderen Leserundenteilnehmer erinnert, ob Clemencias Volkszugehörigkeit irgendwo erwähnt wurde.

Ich muß gestehen, daß ich mir erst darüber Gedanken gemacht habe, als von den verschiedenen Volksgruppen und ihrer Vergangenheit etwas detaillierter die Rede war. Vorher gab es für mich einfach "schwarz" und "weiß".


Wie ich sehe, hast du Aldawen auch schon zum letzten Abschnitt etwas geschrieben. (Bist du schnell!)
Dann werde ich mich mal ranhalten und versuchen, den heute auch noch zu lesen.

Offline Bernhard Jaumann

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #7 am: 29. April 2012, 12:52:34 »

Was mir noch aufgefallen ist, für die Handlung zwar nicht von sonderlicher Relevanz, mich aber interessiert: Clemencias Nachname wird immer als Garises angeben und Melvins als Gariseb. Ist das eine Besonderheit, daß zwischen männlichen und weiblichen Formen von Nachnamen unterschieden wird? Dabei ist mir bewußt geworden, daß ich mich noch gar nicht gefragt habe, zu welcher Volksgruppe Clemencia und ihre Familie eigentlich gehören ...?

Ich habe das ganz selbstverständlich als männliche und weibliche Namensform aufgefaßt, ähnlich wie z.B. bei litauischen Namen. Welcher Volksgruppe sie angehören, weiß ich auch nicht (wurde das in "Stunde des Schakals" gesagt?), habe es mich aber unabhängig von den Namen schon gefragt. Ein Anhaltspunkt ist im Glossar hinten, daß "Miki" eine Bezeichung auf Damara und/oder Nama ist, also müssen sie wohl einem von beiden Völkern angehören?

Clemencia und ihre Familie sind Damaras, deren Sprache sehr eng mit der der Namas verwandt ist, obwohl erstere ethnisch den Bantu-Völkern, letztere den Khoisan-Völkern zugerechnet werden (es scheint so zu sein, dass irgendwann die Damaras die fremde Sprache übernommen haben oder übernehmen mussten, aber meines Wissens ist das wissenschaftlich noch nicht völlig geklärt). Jedenfalls enden auf Nama/Damara nicht nur Namen, sondern alle männlichen Substantive auf -b, weibliche dagegen auf -s. Die Einteilung m/w folgt im Gegensatz zum Deutschen einer gewissen Logik, d.h. z.B. Flüsse (da lang) sind männlich, Wasserlöcher (da eher rund) weiblich.

Offline Büchermanfred

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Re: 5 – Kapitel 5 (S. 195 – 255)
« Antwort #8 am: 20. Mai 2012, 21:11:11 »
Daß Melvin sich bei den Tanten versteckt, habe ich nicht geahnt.  :o Ich muß sagen, ich finde das ein starkes Stück und einen eklatanten Vertrauensbruch Clemencia gegenüber. Ich an ihrer Stelle wäre zutiefst verletzt und enttäuscht.

Ich hätte das auch nicht vermutet und finde es ganz erstaunlich, dass die Tanten (wo sie doch sonst so gesprächig sind) dieses Geheimnis vor Clemencia verbergen konnten. Die Szene am Tor war dafür allerliebst und obwohl ich die Tanten nicht so ins Herz geschlossen habe, musste ich doch ganz breit über ihren Einsatz schmunzeln. Clemencia selbst hat aber wohl wirklich etwas gemerkt und sich dann aber so in die Arbeit gestürzt, dass tausend andere Sachen Vorrang hatten. Ob sie sich nach diesem ganzen Wirrwarr wieder mehr um ihr Privat- und Familienleben kümmern wird? Ich bin sowieso gespannt, wie ihre Zukunft aussehen wird. Kann sie ihren Chef überzeugen, dass ihr Alleingang "notwendig" war? Steckt ihr schwarzer Kollege tatsächlich mit den Verbrechern unter einer Decke? Falls dem so ist, steht Clemencia eigentlich als Heldin da und sie sollte mit einem kleinen Rüffel davonkommen.. Oder heimst sich Robinson die Lorbeeren ein? Ob Claus die Beziehung beendet? Viel verbindet die beiden nicht mehr und ewig will er bestimmt nicht die zweite Wahl - hinter der Arbeit - sein.

Mit meiner Vermutung, dass Melvin bei einer "Kräuterfrau" Hilfe gefunden hat, lag ich tatsächlich richtig.  ;D Hoffentlich hat er keine Folgeschäden.

Auf den Seiten 244 und 245 hat mir der Perspektivenwechsel sehr gut gefallen und stilistisch war das richtig spitze.  :)

Die Auflösung ist nicht mehr weit und ich hoffe, dass sich auf den letzten Seiten noch alles aufklärt. Bei "Steinland" würde ich zu viele offene Fragen wahrscheinlich als störend empfinden, weil mich das Schicksal der Farm Rodenstein und auch die Folgen für den Minister nach seiner haltlosen Drohung sehr interessieren. 

Was mir noch aufgefallen ist, für die Handlung zwar nicht von sonderlicher Relevanz, mich aber interessiert: Clemencias Nachname wird immer als Garises angeben und Melvins als Gariseb.

Das ist mir auch aufgefallen und ich finde, dass die weibliche Schreibweise schöner aussieht. Ein "b" am Ende sieht in dem Fall einfach falsch aus.  ::)