Dieser Abschnitt kam mir sehr lang vor, obwohl er eigentlich nicht länger als die anderen war.
Daß Tobias Kausiku gleich kurzerhand von seinen Befreiern ermordet wurde, hat mich überrascht. Damit er der Polizei nichts erzählt, hätte es doch gereicht, ihn zu befreien und untertauchen zu lassen. Dann muß er ja etwas sehr Brisantes wissen, wenn seine Kameraden ihm nicht trauen - vorausgesetzt, die beiden sind wirklich seine Kameraden. Ich finde die beiden ja sehr mysteriös - wie sie immer wieder auftauchen und verschwinden! So ein Pech, daß sie Clemencia immer wieder durch die Lappen gehen. (Allerdings erhöht das natürlich die Spannung.) Die Tanten haben hier nicht gerade geglänzt, ich wäre an Clemencias Stelle ziemlich genervt gewesen - freilich sind sie ja auch keine ausgebildeten Polizisten.
Daß die beiden Killer nach Melvin fragen, erhärtet die Vermutung, daß Melvin in die Sache verwickelt ist. Wo mag er sein? Langsam könnte es ein Lebenszeichen von ihm geben oder zumindest eine Spur seines Verbleibs. Er ist ja wie vom Erdboden verschluckt. Er muß sich doch mit seiner Bauchwunde in ärztliche Behandlung begeben haben, ansonsten könnte es gefährlich für ihn werden.
Claus´Recherchen fand ich sehr aufschlußreich. Dieser Minister wollte also die Farm Steinland kaufen. Als Claus diesen Mann befragte, der als "Nama" bezeichnet wurde, habe ich erstmal nachsehen müssen, was ein Nama ist, und mich ein bißchen über die verschiedenen Volksstämme in Namibia in Kenntnis gesetzt. Auch wieder so ein Thema, über das man nun stundenlang nachlesen könnte!
Überhaupt Claus: Wie er diesem Demonstranten im Krankenwagen vorgerechnet hat, was es konkret bedeuten würde, alle Weißen zu töten, fand ich herrlich.

Ich mag Claus irgendwie.
Diese Rechnerei erinnerte mich an eine Stelle im
Psalmenstreit von Maarten ´t Hart, wo die Hauptperson Roemer Stroombreker eine bestimmte Bibelstelle ganz ähnlich nachrechnet.
Dieser Kawanyama scheint ein aalglatter Typ zu sein. Aufgemerkt habe ich, als er sagte, nach dieser Entführungsgeschichte könnten die in der Erpressungsmail genannten Farmen nun nicht mehr enteignet werden (S. 125). Das ist ja ein höchst interessanter Aspekt - wäre es denkbar, daß doch die Farmer selber hinter der Sache stecken, mit dem Ziel, genau dies zu erreichen?
Aber wahrscheinlich gehe ich mit dieser Spekulation zu weit. Denn dann kann ich mir nicht erklären, wie diese beiden schwarzen Killer da hineinpassen sollten... etwa angeheuert von den Farmern? Das kann ich nicht wirklich glauben.

Allerdings würde diese Deutung zu dem Verhalten von Elsa Rodenstein passen, als sie nachts hinausgeht. Bei dem Satz
Ob unter den Bäumen dort ein Mensch wartete..., mußte ich sofort an Thomas denken. Dann wäre auch klar, warum sie in der ersten Nacht (als sie an der Leiche ihres Mannes Wache hielt) keinen Gedanken an Thomas verschwendete.
Ob Inke Rodenstein vielleicht irgendwo da draußen einen Unterschlupf hatte, in dem Thomas sich jetzt versteckt? *spekulier*
Ich bin gespannt, wie das alles zusammenpaßt.