Autor Thema: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)  (Gelesen 337 mal)

Aldawen

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3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« am: 18. April 2012, 18:28:05 »
Hier könnt Ihr zum dritten Kapitel schreiben.

Spoilermarkierungen sind auf Grund der Beschränkung nicht vorgesehen.

Aldawen

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #1 am: 24. April 2012, 20:03:37 »
Es wird immer mysteriöser! Kausiku wurde nur befreit, um sofort beseitigt zu werden, da stellt sich also tatsächlich die Frage, wer dahintersteckt. Wahrscheinlich hätte er wirklich etwas ausplaudern können, vielleicht aber auch nicht und es handelt sich „lediglich“ um eine Vorsichtsmaßnahme aus Sicht der Täter. Unangenehm daran sind vor allem die Konsequenzen für Melvin. Das hilft Clemencias Nervenkostüm nun sicher überhaupt nicht. Und besonders ärgerlich, daß ihr die Typen zweimal knapp durch die Lappen gegangen sind. Dabei kann man den Tanten kaum einen Vorwurf machen, schließlich sind sie für solche Aufgaben auch nicht ausgebildet. Und wäre die Straße ordentlich abgeriegelt worden, wie von Clemencia angeordnet, dann wäre es vielleicht auch nicht schief gegangen.

Unterdessen macht Claus auch ein paar interessante Entdeckungen. Wenn er und Clemencia ihre Erkenntnisse zusammenwerfen und ihre unterschiedlichen Informationskanäle und -möglichkeiten weiter ausschöpfen, dann könnte das sehr nützlich sein. Daß der Minister über einen Verwandten als Strohmann bereits versucht hat, die Farm zu kaufen, ist zumindest auffällig. Historisch begründet kann das ja kaum sein, denn wenn der Fahrer Ovambo ist, ist es sein Ministeronkel ja wohl auch, und Ovamboland liegt schließlich ganz im Norden Namibias. Also liegt eher persönliche Bereicherung als Motiv nahe, aber dem Minister dürfte doch auch klar sein, daß die aktuelle Entwicklung seinem Ziel dann eher wenig förderlich ist. Gut, in seiner Position kann er sicher manches vertuschen, aber erst einmal muß dann doch einiges Gras darüber wachsen, daher kann die Gewalt und die Entführung eigentlich nicht in seinem Interesse liegen, aber wer weiß das schon? Nur, weil Kawanyama das „offiziell“ so sieht, muß es noch lange nicht wahr sein. Irgendwie hat er dann das Gespräch doch auch etwas arg abrupt beendet. Hm ...

Ein paar Dinge kann ich mir noch nicht erklären. Mit Clemencia frage ich mich, was die beiden Kausiku-Befreier bei der Gegendemonstration wollten und inwieweit sie vielleicht für diese verantwortlich waren. Ihr Auftauchen genau dort, aber so postiert, daß sie sich unauffällig aus dem Staub machen können, ist jedenfalls mehr als auffällig. Welche Rolle spielt Minister Shilongo in der ganzen Angelegenheit? Und wen will Elsa Rodenstein in der Nacht treffen? Andernfalls müßte sie nicht so darauf achten, daß Robinson schläft, und vor allem ergibt sonst der Satz Ob unter den Bäumen dort ein Mensch wartete, war noch nicht zu erkennen keinen Sinn. Wenn man es noch nicht erkennen kann, impliziert das für mich, daß man dort aber jemanden erwartet. Aber wen? Mit einem Nachbarfarmer würde sich Elsa doch auch tagsüber treffen können, ohne daß sich jemand darüber wundern würde, dafür ist solche Heimlichkeit nicht nötig. Aber wer ist es dann? Vielleicht Thomas, der gar nicht entführt wurde, sondern sich versteckt hält? Haben die Farmer vielleicht auch die Email „getürkt“, um Aufmerksamkeit zu erzielen? Dagegen spräche zwar der Anschein, den Elsa im Gespräch mit Claus erweckt hat, aber das kann schließlich auch Tarnung sein. Und irgendwie habe ich das Gefühl, daß Inke Rodenstein und besonders die Umstände um ihren Tod nicht einfach so erzählt wurden, auch wenn ich mir noch keinen Reim darauf machen kann, wie das zu den aktuellen Ereignissen in Beziehung steht.

Offline irismaria

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #2 am: 25. April 2012, 08:14:44 »
Ich habe eben vorm Aufstehen den Abschnitt zuende gelesen - wieder waren Überraschungen dabei!
Du, Aldawen, hast alles ja schon so gut beschrieben, da schreibe ich am besten meine Anmerkungen direkt dazu:

Es wird immer mysteriöser! Kausiku wurde nur befreit, um sofort beseitigt zu werden, da stellt sich also tatsächlich die Frage, wer dahintersteckt. Wahrscheinlich hätte er wirklich etwas ausplaudern können, vielleicht aber auch nicht und es handelt sich „lediglich“ um eine Vorsichtsmaßnahme aus Sicht der Täter. Unangenehm daran sind vor allem die Konsequenzen für Melvin. Das hilft Clemencias Nervenkostüm nun sicher überhaupt nicht. Und besonders ärgerlich, daß ihr die Typen zweimal knapp durch die Lappen gegangen sind. Dabei kann man den Tanten kaum einen Vorwurf machen, schließlich sind sie für solche Aufgaben auch nicht ausgebildet. Und wäre die Straße ordentlich abgeriegelt worden, wie von Clemencia angeordnet, dann wäre es vielleicht auch nicht schief gegangen.

Tja, die Befreiungsaktion Kalumas diente tatsächlich wohl dazu, einen Mitwisser auszuschalten. Für Melvin heißt das nichts Gutes. Er und der entführte Farmerssohn bleiben verschollen - auch das ist kein gutes Zeichen. Die Täter sind vermutlich in höheren Kreisen zu sehen und die ganze Aktion soll wohl die Farmer mürbe machen und zum Weggehen animieren.

Unterdessen macht Claus auch ein paar interessante Entdeckungen. Wenn er und Clemencia ihre Erkenntnisse zusammenwerfen und ihre unterschiedlichen Informationskanäle und -möglichkeiten weiter ausschöpfen, dann könnte das sehr nützlich sein. Daß der Minister über einen Verwandten als Strohmann bereits versucht hat, die Farm zu kaufen, ist zumindest auffällig. Historisch begründet kann das ja kaum sein, denn wenn der Fahrer Ovambo ist, ist es sein Ministeronkel ja wohl auch, und Ovamboland liegt schließlich ganz im Norden Namibias. Also liegt eher persönliche Bereicherung als Motiv nahe, aber dem Minister dürfte doch auch klar sein, daß die aktuelle Entwicklung seinem Ziel dann eher wenig förderlich ist. Gut, in seiner Position kann er sicher manches vertuschen, aber erst einmal muß dann doch einiges Gras darüber wachsen, daher kann die Gewalt und die Entführung eigentlich nicht in seinem Interesse liegen, aber wer weiß das schon? Nur, weil Kawanyama das „offiziell“ so sieht, muß es noch lange nicht wahr sein. Irgendwie hat er dann das Gespräch doch auch etwas arg abrupt beendet. Hm ...

Dank Claus´ Kontakte wird klar, dass scheinbar sogar der Minister selbst mit drinhängt. Da wird Frau Rodenstein wenig Chancen haben, ihre Farm behalten zu können, denn der Minister hat sicher seine Mittel. Dieser Konflikt wird sicher nicht friedlich ausgetragen...

Ein paar Dinge kann ich mir noch nicht erklären. Mit Clemencia frage ich mich, was die beiden Kausiku-Befreier bei der Gegendemonstration wollten und inwieweit sie vielleicht für diese verantwortlich waren. Ihr Auftauchen genau dort, aber so postiert, daß sie sich unauffällig aus dem Staub machen können, ist jedenfalls mehr als auffällig. Welche Rolle spielt Minister Shilongo in der ganzen Angelegenheit? Und wen will Elsa Rodenstein in der Nacht treffen? Andernfalls müßte sie nicht so darauf achten, daß Robinson schläft, und vor allem ergibt sonst der Satz Ob unter den Bäumen dort ein Mensch wartete, war noch nicht zu erkennen keinen Sinn. Wenn man es noch nicht erkennen kann, impliziert das für mich, daß man dort aber jemanden erwartet. Aber wen? Mit einem Nachbarfarmer würde sich Elsa doch auch tagsüber treffen können, ohne daß sich jemand darüber wundern würde, dafür ist solche Heimlichkeit nicht nötig. Aber wer ist es dann? Vielleicht Thomas, der gar nicht entführt wurde, sondern sich versteckt hält? Haben die Farmer vielleicht auch die Email „getürkt“, um Aufmerksamkeit zu erzielen? Dagegen spräche zwar der Anschein, den Elsa im Gespräch mit Claus erweckt hat, aber das kann schließlich auch Tarnung sein. Und irgendwie habe ich das Gefühl, daß Inke Rodenstein und besonders die Umstände um ihren Tod nicht einfach so erzählt wurden, auch wenn ich mir noch keinen Reim darauf machen kann, wie das zu den aktuellen Ereignissen in Beziehung steht.

Sollte die Regierung beteiligt sein, könnte sie auch die Gegendemo organisiert haben um die Farmer einzuschüchtern und Stimmung gegen sie zu machen.
Das nächtliche Treffen ist mir auch ein Rätsel - vielleicht hat der Entführer geheim Kontakt aufgenommen und plant etwas hinter dem Rücken der Polizei?

Ich finde das Buch übrigens weiterhin ganz klasse!

Offline Bernhard Jaumann

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #3 am: 26. April 2012, 21:53:28 »
Daß der Minister über einen Verwandten als Strohmann bereits versucht hat, die Farm zu kaufen, ist zumindest auffällig. Historisch begründet kann das ja kaum sein, denn wenn der Fahrer Ovambo ist, ist es sein Ministeronkel ja wohl auch, und Ovamboland liegt schließlich ganz im Norden Namibias. Also liegt eher persönliche Bereicherung als Motiv nahe, aber dem Minister dürfte doch auch klar sein, daß die aktuelle Entwicklung seinem Ziel dann eher wenig förderlich ist.

Völlig richtig, Ovamboland liegt im Norden, aber die Ovambos sind nun auch die absolut dominierende Ethnie in der SWAPO, und die anderen namibischen Stämme wie Hereros, Namas und Damaras beschweren sich oft darüber, dass sich unter dem Deckmantel allgemein-namibischer Interessen die Ovambos in Gebieten und Bereichen ausbreiten, in denen sie historisch nie etwas zu suchen hatten. Das ist ein Konflikt, der bei der dominanten Schwarz-Weiß-Problematik oft vergessen wird und auch mal einen Roman verdient hätte (wenn es denn jemanden in Deutschland interessieren würde).

Und irgendwie habe ich das Gefühl, daß Inke Rodenstein und besonders die Umstände um ihren Tod nicht einfach so erzählt wurden, auch wenn ich mir noch keinen Reim darauf machen kann, wie das zu den aktuellen Ereignissen in Beziehung steht.


Ja, eine Rolle spielt das schon, aber vielleicht in einem viel indirekteren Sinne, als du das vermutest. Mit den kursiven Zwischenstücken ging es mir auch darum, die Familiengeschichte der Rodensteins (die sich aus Versatzstücken realer Deutsch-Südwester-Geschichten zusammensetzt) greifbar zu machen und damit auch zu erklären, wieso sie so an ihrem Land hängen und wie so ein Konzept wie Heimat eigentlich entsteht.

Offline kaluma

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #4 am: 26. April 2012, 22:33:38 »
Dieser Abschnitt kam mir sehr lang vor, obwohl er eigentlich nicht länger als die anderen war.

Daß Tobias Kausiku gleich kurzerhand von seinen Befreiern ermordet wurde, hat mich überrascht. Damit er der Polizei nichts erzählt, hätte es doch gereicht, ihn zu befreien und untertauchen zu lassen. Dann muß er ja etwas sehr Brisantes wissen, wenn seine Kameraden ihm nicht trauen - vorausgesetzt, die beiden sind wirklich seine Kameraden. Ich finde die beiden ja sehr mysteriös - wie sie immer wieder auftauchen und verschwinden! So ein Pech, daß sie Clemencia immer wieder durch die Lappen gehen. (Allerdings erhöht das natürlich die Spannung.) Die Tanten haben hier nicht gerade geglänzt, ich wäre an Clemencias Stelle ziemlich genervt gewesen - freilich sind sie ja auch keine ausgebildeten Polizisten.

Daß die beiden Killer nach Melvin fragen, erhärtet die Vermutung, daß Melvin in die Sache verwickelt ist. Wo mag er sein? Langsam könnte es ein Lebenszeichen von ihm geben oder zumindest eine Spur seines Verbleibs. Er ist ja wie vom Erdboden verschluckt. Er muß sich doch mit seiner Bauchwunde in ärztliche Behandlung begeben haben, ansonsten könnte es gefährlich für ihn werden.

Claus´Recherchen fand ich sehr aufschlußreich. Dieser Minister wollte also die Farm Steinland kaufen. Als Claus diesen Mann befragte, der als "Nama" bezeichnet wurde, habe ich erstmal nachsehen müssen, was ein Nama ist, und mich ein bißchen über die verschiedenen Volksstämme in Namibia in Kenntnis gesetzt. Auch wieder so ein Thema, über das man nun stundenlang nachlesen könnte!
Überhaupt Claus: Wie er diesem Demonstranten im Krankenwagen vorgerechnet hat, was es konkret bedeuten würde, alle Weißen zu töten, fand ich herrlich.  ;D 8) Ich mag Claus irgendwie.
Diese Rechnerei erinnerte mich an eine Stelle im Psalmenstreit von Maarten ´t Hart, wo die Hauptperson Roemer Stroombreker eine bestimmte Bibelstelle ganz ähnlich nachrechnet.

Dieser Kawanyama scheint ein aalglatter Typ zu sein. Aufgemerkt habe ich, als er sagte, nach dieser Entführungsgeschichte könnten die in der Erpressungsmail genannten Farmen nun nicht mehr enteignet werden (S. 125). Das ist ja ein höchst interessanter Aspekt - wäre es denkbar, daß doch die Farmer selber hinter der Sache stecken, mit dem Ziel, genau dies zu erreichen?
Aber wahrscheinlich gehe ich mit dieser Spekulation zu weit. Denn dann kann ich mir nicht erklären, wie diese beiden schwarzen Killer da hineinpassen sollten... etwa angeheuert von den Farmern? Das kann ich nicht wirklich glauben.  ???

Allerdings würde diese Deutung zu dem Verhalten von Elsa Rodenstein passen, als sie nachts hinausgeht. Bei dem Satz Ob unter den Bäumen dort ein Mensch wartete..., mußte ich sofort an Thomas denken. Dann wäre auch klar, warum sie in der ersten Nacht (als sie an der Leiche ihres Mannes Wache hielt) keinen Gedanken an Thomas verschwendete.
Ob Inke Rodenstein vielleicht irgendwo da draußen einen Unterschlupf hatte, in dem Thomas sich jetzt versteckt? *spekulier*

Ich bin gespannt, wie das alles zusammenpaßt.
« Letzte Änderung: 28. April 2012, 00:27:12 von kaluma »

Offline kaluma

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #5 am: 26. April 2012, 22:41:29 »
Tja, die Befreiungsaktion Kalumas diente tatsächlich wohl dazu,

 ;D ;D ;D

Ein paar Dinge kann ich mir noch nicht erklären. Mit Clemencia frage ich mich, was die beiden Kausiku-Befreier bei der Gegendemonstration wollten und inwieweit sie vielleicht für diese verantwortlich waren. Ihr Auftauchen genau dort, aber so postiert, daß sie sich unauffällig aus dem Staub machen können, ist jedenfalls mehr als auffällig.

Ja, das ist durchaus auffällig und rätselhaft.

Aldawen

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #6 am: 26. April 2012, 23:05:27 »
Völlig richtig, Ovamboland liegt im Norden, aber die Ovambos sind nun auch die absolut dominierende Ethnie in der SWAPO, und die anderen namibischen Stämme wie Hereros, Namas und Damaras beschweren sich oft darüber, dass sich unter dem Deckmantel allgemein-namibischer Interessen die Ovambos in Gebieten und Bereichen ausbreiten, in denen sie historisch nie etwas zu suchen hatten. Das ist ein Konflikt, der bei der dominanten Schwarz-Weiß-Problematik oft vergessen wird und auch mal einen Roman verdient hätte (wenn es denn jemanden in Deutschland interessieren würde).

Mit letzterem hast Du vermutlich recht. Was die innerethnischen Differenzen angeht, so ist das ja durchaus nicht nur in Namibia ein Thema. Ich meine, auch verschiedentlich darüber gelesen zu haben, daß die Herero und Nama darüber klagen, daß Deutschland Entschädigungsforderungen für die Kolonialzeit so gerne mit Verweis auf die nach Namibia gezahlte Entwicklungshilfe ablehnt, weil letztere vor allem den Ovambo und nicht ihnen zugute käme. Verstehen kann ich das schon irgendwie ...

Ja, eine Rolle spielt das schon, aber vielleicht in einem viel indirekteren Sinne, als du das vermutest. Mit den kursiven Zwischenstücken ging es mir auch darum, die Familiengeschichte der Rodensteins (die sich aus Versatzstücken realer Deutsch-Südwester-Geschichten zusammensetzt) greifbar zu machen und damit auch zu erklären, wieso sie so an ihrem Land hängen und wie so ein Konzept wie Heimat eigentlich entsteht.

Den Eindruck habe ich ein Stück weiter auch  ;)

Er muß sich doch mit seiner Bauchwunde in ärztliche Behandlung begeben haben, ansonsten könnte es gefährlich für ihn werden.

Ich bin kein Mediziner, aber wie lange kann man überhaupt mit einer Schußwunde im Bauch herumlaufen? Schätzungsweise ist das doch eine ziemlich blutige Angelegenheit, von irgendwelchen Schäden an Innereien ganz zu schweigen. Das macht man doch nicht mal so eben tagelang mit, oder?

Dieser Kawanyama scheint ein aalglatter Typ zu sein. Aufgemerkt habe ich, als er sagte, nach dieser Entführungsgeschichte könnten die in der Erpressungsmail genannten Farmen nun nicht mehr enteignet werden (S. 125). Das ist ja ein höchst interessanter Aspekt - wäre es denkbar, daß doch die Farmer selber hinter der Sache stecken, mit dem Ziel, genau dies zu erreichen?
Aber wahrscheinlich gehe ich mit dieser Spekulation zu weit. Denn dann kann ich mir nicht erklären, wie diese beiden schwarzen Killer da hineinpassen sollten... etwa angeheuert von den Farmern? Das kann ich nicht wirklich glauben.  ???

Nun ja, offensichtlich gibt es hier ja mehr als eine Interessengruppe, die nicht gerade identische Ziele verfolgen  ;)

Offline Büchermanfred

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #7 am: 01. Mai 2012, 19:14:39 »
Ja, eine Rolle spielt das schon, aber vielleicht in einem viel indirekteren Sinne, als du das vermutest. Mit den kursiven Zwischenstücken ging es mir auch darum, die Familiengeschichte der Rodensteins (die sich aus Versatzstücken realer Deutsch-Südwester-Geschichten zusammensetzt) greifbar zu machen und damit auch zu erklären, wieso sie so an ihrem Land hängen und wie so ein Konzept wie Heimat eigentlich entsteht.

Den Eindruck habe ich ein Stück weiter auch  ;)

Die kursiv gedruckten Zeilen haben sich im letzten und auch in diesem Abschnitt zu meinen Highlights entwickelt.  :)
Sie strahlen so etwas Mystisches ab und lassen mich (trotz möglicher korrupter Ideen der Weißen) mit ihnen mitfiebern und hoffen, dass die alte Frau auf "ihrem" Land bleiben darf. Clemencias Audienz bei dem Minister lässt da die Hoffnung auch wieder ein Stück aufleuchten.

Er muß sich doch mit seiner Bauchwunde in ärztliche Behandlung begeben haben, ansonsten könnte es gefährlich für ihn werden.

Ich bin kein Mediziner, aber wie lange kann man überhaupt mit einer Schußwunde im Bauch herumlaufen? Schätzungsweise ist das doch eine ziemlich blutige Angelegenheit, von irgendwelchen Schäden an Innereien ganz zu schweigen. Das macht man doch nicht mal so eben tagelang mit, oder?

Vielleicht sind meine Gedanken da etwas zu "fantastisch", aber könnte es nicht sein, dass er bei einer "Kräuterfrau" (wie es seine Tante auch ist) Hilfe gefunden hat? Über die Generationen sind da doch wirklich gute Methoden im Einklang mit der Natur entwickelt worden und wenn die Verletzung dann eventuell auch nicht ganz so schlimm gewesen ist, wie wir vermuten, passt es doch.  ;)

Spannend ist nun natürlich mit wem Elsa sich unter dem Baum treffen will! Diese Begegnung könnte bestimmt hilfreich für die Aufklärung von dem ganzen Schlamassel sein. Wenn der nächtliche Besucher tatsächlich ihr Sohn sein sollte, ist das schon eine wichtige Wendung oder trifft sie sich sogar mit den Mördern von Kausiku und es war alles ein perfides Spiel, um die Zeugen der inszenierten Entführung (als nächstes Melvin) verschwinden zu lassen? Diese Idee hatte Clemencia während der Demo auch schon, doch dann wäre sie am Tod ihres Mannes nicht ganz unschuldig und das kann ich ihr wiederum nicht zutrauen. Die politischen Verstrickungen zusammen mit den Problemen der Charaktere habe ich noch nicht durchschaut und so lasse ich mich gerne weiter überraschen. Ich habe übrigens so meine Schwierigkeiten mit den Namen und hoffe, dass ich da niemanden vertausche.  ???
Carl (gut zu merken  ;D) läuft zu Höchstformen auf und geht seinen Weg. Auf ihn ist mehr Verlass, als auf die angeheuerte Verstärkung der Polizei.

Aldawen

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #8 am: 02. Mai 2012, 06:58:26 »
Vielleicht sind meine Gedanken da etwas zu "fantastisch", aber könnte es nicht sein, dass er bei einer "Kräuterfrau" (wie es seine Tante auch ist) Hilfe gefunden hat? Über die Generationen sind da doch wirklich gute Methoden im Einklang mit der Natur entwickelt worden und wenn die Verletzung dann eventuell auch nicht ganz so schlimm gewesen ist, wie wir vermuten, passt es doch.  ;)

Nichts gegen traditionelle Heilmethoden, aber die hatten wohl eher selten mit Wunden zu tun, die ein Gewehr verursacht hat. Da stelle ich mir die Möglichkeiten doch eher beschränkt vor ...

oder trifft sie sich sogar mit den Mördern von Kausiku und es war alles ein perfides Spiel, um die Zeugen der inszenierten Entführung (als nächstes Melvin) verschwinden zu lassen?

Kannst Du Dir, angesichts des Verhaltens der Farmer, wirklich vorstellen, daß sie Schwarze anheuern? Das paßt für mich irgendwie nicht. Allerdings würde ich mir nach Kausikus Beseitigung auch Sorgen machen, wenn ich mit ihm da draußen gewesen wäre. Wer weiß, was da für Interessen hinterstehen? Es wäre zwar theoretisch denkbar, daß noch jemand ein Hühnchen mit Kausiku in einer Angelegenheit zu rupfen hatte, die nicht in Verbindung mit diesen Ereignissen steht, aber an solche Zufälle glaube ich in Romanen auch eher weniger   ;)

Offline Bernhard Jaumann

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #9 am: 02. Mai 2012, 18:22:33 »
Ich habe übrigens so meine Schwierigkeiten mit den Namen und hoffe, dass ich da niemanden vertausche.  ???
Carl (gut zu merken  ;D) läuft zu Höchstformen auf und geht seinen Weg. Auf ihn ist mehr Verlass, als auf die angeheuerte Verstärkung der Polizei.

Hallo, Büchermanfred, Carl heißt leider Claus ;D, aber grundsätzlich ist für Autoren das mit den Namen natürlich schon ein Problem, gerade wenn die Geschichte in einem fremden Kulturkreis spielt und es sich nicht um eine Art "Kammerkrimi" mit nur wenigen Figuren handelt. Ich bemühe mich eigentlich schon, bei der Namensauswahl z.B. in dem Sinn abzuwechseln, dass nicht nur 3silbige, sondern auch 1-,2- oder 4silbige Namen vorkommen. Manchmal jedoch heftet sich ein bestimmter Namen so fest an einen Charakter, dass es auch für mich fast unmöglich ist, ihn diesem wieder wegzunehmen.


Die kursiv gedruckten Zeilen haben sich im letzten und auch in diesem Abschnitt zu meinen Highlights entwickelt.  :)
Sie strahlen so etwas Mystisches ab und lassen mich (trotz möglicher korrupter Ideen der Weißen) mit ihnen mitfiebern und hoffen, dass die alte Frau auf "ihrem" Land bleiben darf.

Danke! Ich mag die Stellen auch gern, obwohl sie natürlich Tempo aus der Geschichte nehmen.

Offline irismaria

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #10 am: 02. Mai 2012, 18:52:19 »

Die kursiv gedruckten Zeilen haben sich im letzten und auch in diesem Abschnitt zu meinen Highlights entwickelt.  :)
Sie strahlen so etwas Mystisches ab und lassen mich (trotz möglicher korrupter Ideen der Weißen) mit ihnen mitfiebern und hoffen, dass die alte Frau auf "ihrem" Land bleiben darf.

Danke! Ich mag die Stellen auch gern, obwohl sie natürlich Tempo aus der Geschichte nehmen.

Mir gefallen die Einschübe auch sehr gut - sie geben der Geschichte nochmal eine andere Dimension und machen das Denken der Farmer nachvollziehbar.

Aldawen

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #11 am: 02. Mai 2012, 20:02:40 »
Ich bemühe mich eigentlich schon, bei der Namensauswahl z.B. in dem Sinn abzuwechseln, dass nicht nur 3silbige, sondern auch 1-,2- oder 4silbige Namen vorkommen. Manchmal jedoch heftet sich ein bestimmter Namen so fest an einen Charakter, dass es auch für mich fast unmöglich ist, ihn diesem wieder wegzunehmen.

Jaja, Namen sind so eine Sache, das glaube ich. Ich hatte ja nun den Vorteil, einen Teil davon schon aus dem Schakal zu kennen, das machte es vermutlich einfacher. Die einzigen, bei denen ich hier immer etwas aufpassen mußte, waren Tobias und Thomas, die hätte ich beim Posten mal fast verwechselt  ;D

Offline kaluma

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #12 am: 03. Mai 2012, 08:57:19 »

Die kursiv gedruckten Zeilen haben sich im letzten und auch in diesem Abschnitt zu meinen Highlights entwickelt.  :)
Sie strahlen so etwas Mystisches ab und lassen mich (trotz möglicher korrupter Ideen der Weißen) mit ihnen mitfiebern und hoffen, dass die alte Frau auf "ihrem" Land bleiben darf.

Danke! Ich mag die Stellen auch gern, obwohl sie natürlich Tempo aus der Geschichte nehmen.

Mir gefallen die Einschübe auch sehr gut - sie geben der Geschichte nochmal eine andere Dimension und machen das Denken der Farmer nachvollziehbar.

Ist mir ja peinlich, daß ich nun auch noch in dieses Horn stoße,  :-[, aber auch ich mochte diese Stellen bis zum Schluß sehr gerne und hätte auch nichts dagegen gehabt, noch mehr aus der Familiengeschichte der Rodensteins zu erfahren. Und daß sie Tempo aus der Geschichte nehmen, fand ich auch nicht direkt - die Geschichte konnte ein Innehalten hin und wieder ganz gut verkraften, finde ich.

Ich bemühe mich eigentlich schon, bei der Namensauswahl z.B. in dem Sinn abzuwechseln, dass nicht nur 3silbige, sondern auch 1-,2- oder 4silbige Namen vorkommen. Manchmal jedoch heftet sich ein bestimmter Namen so fest an einen Charakter, dass es auch für mich fast unmöglich ist, ihn diesem wieder wegzunehmen.

Jaja, Namen sind so eine Sache, das glaube ich. Ich hatte ja nun den Vorteil, einen Teil davon schon aus dem Schakal zu kennen, das machte es vermutlich einfacher. Die einzigen, bei denen ich hier immer etwas aufpassen mußte, waren Tobias und Thomas, die hätte ich beim Posten mal fast verwechselt  ;D

Und ich habe bis über die Mitte des Buches gebraucht, um mir endlich den Nachnamen von Tobias merken zu können.  ;D Bei seinem Kumpel Operi war es einfacher.
Die Namen von Clemencias Familie und die der Polizisten waren auch mir schon zum Teil aus dem Schakal bekannt. Mit den Namen der Farmer hatte ich keine Probleme, da deutsch. Ich habe vor allem Probleme mit längeren afrikanischem Namen, da man ja mit denen nichts verbindet. Oshivelo und Kawanyama sind auch zwei Fälle, die ich immer wieder nachschlagen mußte.

Offline Büchermanfred

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Re: 3 – Kapitel 3 (S. 99 – 149)
« Antwort #13 am: 06. Mai 2012, 16:30:19 »
Ich habe übrigens so meine Schwierigkeiten mit den Namen und hoffe, dass ich da niemanden vertausche.  ???
Carl (gut zu merken  ;D) läuft zu Höchstformen auf und geht seinen Weg. Auf ihn ist mehr Verlass, als auf die angeheuerte Verstärkung der Polizei.

Hallo, Büchermanfred, Carl heißt leider Claus ;D

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