Autor Thema: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)  (Gelesen 558 mal)

Offline Tammy1982

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3192
01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« am: 29. März 2012, 21:30:38 »
Hallo Ihr Lieben,     

hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Fortunas Flug" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Victoria Schlederer die uns hier wieder begleiten wird. Schön, dass Du, liebe Victoria, wieder mit dabei bist!   :-* 

Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!  :winken:

Hier könnt Ihr bis S. 122 (1. Akt) schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Ich wünsche uns  nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Originaldibbler

  • Gast
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #1 am: 30. März 2012, 12:44:39 »
Eigentlich schreibe ich ja nicht, bevor ich den Abschnitt nicht vollständig gelesen aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Eigentlich gehört es nämlich in den allgemeinen Thread aber da es doch schon ein wenig vorgreift, poste ich es lieber hier.

Dass du, Victoria,  das Buch nicht als Frauenbuch einstufen würdest, freut mich und macht mir Hoffnung! Das passt auch durchaus zu dem Eindruck, den ich heute Morgen nach den ersten 20 Seiten gewinnen konnte. Wobei ich schon den Eindruck hatte, dass im Bus einige Leute irritiert auf das Cover geschaut haben... ;)

So weit so gut. Ich melde mich dann heute Abend oder Sonntag, wenn ich den ersten Abschnitt gelesen habe, nochmal vernünftig.

Offline Rose

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 14
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #2 am: 01. April 2012, 15:52:40 »
Ich bin nun seit einigen Tagen mit dem ersten Abschnitt fertig. Meine Lesenotizen liegen auf dem Schreibtisch, so dass es Zeit ist, sie vor dem Staub zu retten und in einen fließenden Kommentar zu verwandeln. Oh ja, ich habe mir fleißig kleine Notizen gemacht zu den Stellen, die mir aufgefallen sind! Also dann, los. Mit dem Folgenden werde ich einen Einblick in meine Lesereindrücke gewähren, so gut es geht.

Besonders gefiel mir die Beschreibung des Großvaters. Schade, dass wir nicht erfahren, was mit ihm passiert ist. (Oder vielleicht doch?) Vermutlich hat ihn sein Alter eingeholt! Einen guten Eindruck hat er mit seinem flüchtigen Auftauchen im Buch bei mir jedoch hinterlassen können. Wer „heiter“ gleichgültig sein kann, ist schon eine Erwähnung wert!

Weiterhin fand ich es nett, wie der Leser von den kleinen Sachen wie „das verblichene Porträt der Mutter“ mehr über Stella als Hauptperson erfährt. Sie ist also ohne Mutter aufgewachsen und der Großvater ist gleichzeitig die Vaterperson und die einzige Familie in ihrem Leben. Dem Leser wird sowieso ein guter Einblick durch die Flashback-Geschichte über den Spuk in der Kapelle im Mädcheninternat gewährt. Beispielsweise wird Stelle für die Ferien in Wien beim Großvater erwartet und schon dann sagt uns etwas, dass dieser kein gelegentlicher Besuch sein soll – eine andere Wohnung gibt es für sie nicht. Der nun erweckte Verdacht, dass Stella Waisenkind ist, wird am Ende durch den Kommentar des Großvaters über ihren Vater endgültig bestätigt. Da glaube ich jedoch ein weiteres Rätsel durchscheinen zu sehen – ein spurlos verschwundener Vater – da muss noch etwas dahinter stecken! Besonders nachdem im Laufe des ersten Abschnittes immer deutlicher wird, dass Stella kein (gewöhnlicher) Mensch ist.

In dem Zusammenhang gefiel mir, dass Stella gerade nicht die übliche Schönheit darstellt und eher Mut und Köpfchen zu bieten hat. Aufgewachsen in der großväterlichen Wohnung, was nicht gerade der Traum eines jeden Kindes ist, mit dem hässlichen Pudel als Spielfreund, schlägt sie sich tapfer durchs Leben und ist gut im Begriff eine verantwortungsbewusste und gute Person zu werden. Ich fand es gut, dass sie in den Osterferien tatsächlich krank wird und sich nicht bewusst dafür entscheidet, den Großvater links stehen zu lassen um der großen Spukgeschichte nachzugehen. Sonst wäre sie undankbar und egoistisch. Undankbarkeit kann man zwar einem Kind nicht wirklich vorwerfen, da es ja gewissermaßen in der Kindernatur liegt, undankbar zu sein, bis man mehr über die Welt und die Leute gelernt hat. Für mich persönlich war es aber eine schöne Lösung, sie einfach mit Fieber ins Bett zu stecken anstatt den lieben Großvater zu vernachlässigen.

Hier nur am Rande, indem der Großvater den Schlüssel für die Kapelle anfertigen lassen hat, wurde er in meinen Augen so cool wie man in dem 19 Jh. eben sein kann!

Ein weiterer Aspekt, der für Stellas Persönlichkeit spricht, ist die Tatsache, dass sie Schuldgefühle gegenüber der Algebra Lehrerin zu verspüren scheint, während sie gegen die Regel verstößt.

Auf Seite 24 taucht das geheimnisvolle Luftschiff „Fortuna“ erstmals auf. Der Kapitän Krysztof ist eine interessante neue Figur, an die ich mich aus dem „Teufels Maskerade“ nicht erinnere. Wie er dem Meer nachtrauert und sich von seinen blauen Gemächern aus danach sehnt, finde ich schön beschrieben. Ich weiß, dass bei der Beschreibung seiner Räume und der dahintersteckende Grund, dass sie so sind, wie sie sind, gedacht habe „nice touch!“. Die Verachtung des Kapitäns für die Regeln der Gesellschaft, ihre Bälle, Kleinintrigen und Rosenkorsos finde ich gut vermittelt. Es ist beim Lesen spürbar, dass Stella sich in seiner Welt wesentlich wohler gefühlt hätte als in der Welt einer Gesellschafterin.

Auf Seite 47 kehrt eine altbekannte Figur zurück. Graf von Trubic, verjüngt nach dem letzten Buch hat seine Finger wieder in dem Spiel, trotz Suspendierung. Hier gefällt es mir, dass er als gut aussehend trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Mäkel beschrieben wird. Eine solche Schönheit ist mir wahrhaftig eine Erfrischung im Gegensatz zu aller Zeitschrift und Hollywood-Schönheitsidealen, dem man sonst ständig ausgesetzt ist. Nachdem ich also festgestellt habe, dass Trubic trotz seiner magischen Verjüngung aus dem letzten Buch ein normaler Mensch aus Fleisch und Blut ist, darf ich mich auf die nächste nette Sache freuen.

Stella reagiert auf ihn ziemlich lobenswert – sie ist ihrer eigenen Glanzlosigkeit bewusst und behält ihr gesundes Selbstbewusstsein, obwohl sie ihn ein wenig anstarrt – es soll ja schließlich nicht völlig lebensfremd sein – jeder verguckt sich immer mal wieder. In der Situation ist für den Lacher gesorgt und die Heldin bleibt trotzdem weit fern von der dümmlichen, vom Äußerlichkeiten bezauberten Standartdame. Sie kann ihn kühl einschätzen, in seiner gespielten Rolle enthüllen und wird nicht zu leichte Beute.

Als sie sich den Finger an seinem Ring verletzt und nichts dazu gesagt wird, hat man schon das Gefühl über etwas im Dunklen gelassen zu werden, was sich ja später als wahr erweist. Die Rosen, die schleunigst verwelken sind ebenfalls für den aufmerksamen Leser eine Art Vorbote des mysteriösen Artes. In Katalins Wohnung wird es dann richtig unheimlich, wobei ich es zum Teil etwas zu dramatisch fand. Wir haben nicht nur verwelkende Blumen und flatternde Vorhänge, sondern auch zerbrechende Spiegel, die glühend heiß werden, zerberstende Fensterscheiben, geisterhafte Windstöße und entsetzliche Fratzengesichter in spiegelnden Oberflächen. Und eine Frau in Ohnmacht oben drauf! Der Leser bekommt auf jedem Fall ein Gefühl für Kulmination in dem Moment, und wird mit der Erkenntnis der Heldin belohnt, dass sie bzw. die Melodie die Ursache für den ganzen Spuk ist. Es hätte aber vielleicht ein wenig heruntergeschraubt werden können. Als positiv empfinde ich es hier, dass Stella schnell vom Begriff ist und die Verbindung zwischen Lied und Folgen ziemlich rasch herstellt.

Ich glaube, zusammen mit der großväterlichen Bemerkung, dass der Vater spurlos verschwunden ist, und mit der Erinnerung, dass Stella in einem bestimmten Abschnitt ihrer Kindheit geträumt hat, auserwählt zu sein, die Samen für eine weitere Vertiefung der Geschichte bzw. für eine neue Enthüllung gesät werden. Das wird sind noch zeigen!

Spätestens nachdem Trubic seinem „Man-toy“ den Ring mit der giftigen Nadel zeigt, wissen wir, dass Stella kein (gewöhnlicher) Mensch, sondern eine „Moroaica“ ist. Sie scheint auch unterdrückte Erinnerungen zu haben. Ihre Theorie bis jetzt ist jedoch, dass nicht sie, sondern die Melodie, die sie anstimmen kann, magisch ist. Doch spricht der Name, den Trubic und sein Doktorfreund für sie benutzen eher dafür, dass sie das Besondere ist und die Melodie mit ihrer Talente ausfüllt. Ob wohl der Großvater etwas mit der Erinnerungslücke zu tun hat? Ob er sie bewusst im Dunklen über ihr wahres Wesen gelassen hat? Oder wusste er selbst nichts davon? Was sie wohl noch im Stande ist zu machen? Ob sie die Kontrolle übernehmen kann und ihre Fähigkeiten bewusst einzusetzen lernt? Das wird sich vielleicht in dem zweiten Abschnitt zeigen!

Lustig fand ich es in diesem Abschnitt noch, wie es in dem Duell zwischen Trubic und Merentheim praktisch vorbestimmt ist, dass Merentheim gewinnen soll – auch wenn es dazu nachgeholfen werden soll!

Nicht gänzlich unerwähnt sollen natürlich die metallischen Vögel bleiben, die in der Wohnung des Dr. Krauß für einen Schreck sorgen. Ich muss sagen, so was habe ich nicht erwartet, so dass ich im ersten Moment gedacht habe, dass ein Monster ganz anderer Art erscheinen wird und von dem Vogel eher verwirrt war. Ich habe sogar Trubic und den Doktor hereinstürmen erwartet und habe mich gewundert, wieso sie so einen Lärm machen. Es macht aber im Nachhinein Sinn – natürlich, wenn der Krauß nicht für die Fortuna selbst, sondern für ihre magische Ausstattung zuständig ist, ist es nur selbstverständlich, dass Experimente in seiner Wohnung frei herumlaufen.

Ein netter Twist war auch die Geschichte mit „Chi-Chi“, die Schauspielerin, die ein Herz für den jungen Offizier und seine familiäre Probleme hat.

So viel von mir. Ich bin gespannt auf den zweiten Akt!
 :lesen:

Offline Tammy1982

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3192
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #3 am: 01. April 2012, 17:33:01 »
Hallo Ihr Lieben,

der Prolog hat schon mal sehr geheimnisvoll in das Buch eingeführt. Ich vermute, dass Stella ihrem Vater begegnet ist. Die Frage ist nur, wer bzw. was ihr Vater ist und was der Großvater wirklich darüber weiß? Den Großvater fand ich klasse und bin schon fast traurig, dass er wohl eher nicht mehr auftauchen wird.  :( ;)

Bis jetzt ist alles sehr geheimnisvoll. Die vielen Personen, die auf einmal aufgetaucht sind, haben mir doch einige Probleme bereitet, v. a. angesichts der doch teilweise ungewöhnlichen Namen. Schade, dass es kein Personenverzeichnis gibt, das hätte mir noch richtig gut gefallen.
Aber mittlerweile habe ich mich ganz gut zurecht gefunden, bin nur noch sehr neugierig, mit welcher Art von Magie wir es hier eigentlich zu tun haben und hoffe, dass mir nicht wichtige Dinge fehlen, da ich Des Teufels Maskerade leider noch nicht gelesen habe!  :-\

Auf Seite 24 taucht das geheimnisvolle Luftschiff „Fortuna“ erstmals auf. Der Kapitän Krysztof ist eine interessante neue Figur, an die ich mich aus dem „Teufels Maskerade“ nicht erinnere. Wie er dem Meer nachtrauert und sich von seinen blauen Gemächern aus danach sehnt, finde ich schön beschrieben. Ich weiß, dass bei der Beschreibung seiner Räume und der dahintersteckende Grund, dass sie so sind, wie sie sind, gedacht habe „nice touch!“. Die Verachtung des Kapitäns für die Regeln der Gesellschaft, ihre Bälle, Kleinintrigen und Rosenkorsos finde ich gut vermittelt. Es ist beim Lesen spürbar, dass Stella sich in seiner Welt wesentlich wohler gefühlt hätte als in der Welt einer Gesellschafterin. 

Krysztof finde ich auch eine sehr interessante Figur. Noch mehr interessiert mich in welcher Beziehung er und Stella eigentlich zueinander stehen. Ihre 2. Begegnung hat sich fast nach einem Liebespaar angehört, aber dann war ich mir doch nicht mehr so sicher?  :-\ Dass er seine Wohnung in blau hält, weil er dem Meer hinter her trauert, finde ich einen tollen Einfall und insgesamt scheint er ja ein Doppelleben zu führen.

Graf Trubic ist mir noch etwas suspekt und so ganz kann ich ihn nicht einordnen. Ich hoffe wir erfahren noch mehr über den "magischen" Zwischenfall, da ich bis jetzt noch kein so richtiges Gefühl dafür entwickelt habe, was er jetzt genau kann und was nicht. Außer ein paar geheimnisvollen Andeutungen, mit denen ich aber größtenteils nichts anfangen konnte, bin ich noch nicht richtig schlau aus ihm geworden.

Sehr tragisch finde ich ja die Verwicklung von Alin und Carina. Sie liebt ihn, er liebt die Frau seines Vaters... Ach je, das ist ja ein schöner Schlamassel!  ;D

Der gesamte Bau der "Fortuna" erscheint auch höchst geheimnisvoll zu sein und anscheinend nicht so ganz legal vonstatten zu gehen. Von wem Krauß wohl sich verfolgt gefühlt hat, dass er gleich den Freitod gewählt hat? Und was wohl insgesamt mit dem Flugschiff geplant ist?

Sehr gut gefällt mir, dass immer wieder Wiener Mundart in die Dialoge einfließt und die gesamte Geschichte auch noch in Wien spielt. Ich liebe ja die Stadt und fühle mich mit dem Buch sehr wohl, wenn von den Caféhäusern und einer Tasse Mélange geschrieben wird!  :)

Spätestens nachdem Trubic seinem „Man-toy“ den Ring mit der giftigen Nadel zeigt, wissen wir, dass Stella kein (gewöhnlicher) Mensch, sondern eine „Moroaica“ ist. Sie scheint auch unterdrückte Erinnerungen zu haben. Ihre Theorie bis jetzt ist jedoch, dass nicht sie, sondern die Melodie, die sie anstimmen kann, magisch ist. Doch spricht der Name, den Trubic und sein Doktorfreund für sie benutzen eher dafür, dass sie das Besondere ist und die Melodie mit ihrer Talente ausfüllt. Ob wohl der Großvater etwas mit der Erinnerungslücke zu tun hat? Ob er sie bewusst im Dunklen über ihr wahres Wesen gelassen hat? Oder wusste er selbst nichts davon? Was sie wohl noch im Stande ist zu machen? Ob sie die Kontrolle übernehmen kann und ihre Fähigkeiten bewusst einzusetzen lernt? Das wird sich vielleicht in dem zweiten Abschnitt zeigen!

Auf Stella's wahre Herkunft und ihr wahres Wesen bin ich auch schon sehr gespannt. Ich habe es auch so verstanden, dass sie selbst über magische Fähigkeiten verfügt und diese Melodie wohl ein Teil ihrer Erinnerung ist, die aber anscheinend sorgsam verschüttet wurde. Ich vermute fast auch, dass der Großvater doch einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen hat, dass sie sich nicht mehr erinnern kann. Sehr neugierig bin ich aber auch schon darauf, was sie alles kann und wozu sie in der Lage ist.

Nicht gänzlich unerwähnt sollen natürlich die metallischen Vögel bleiben, die in der Wohnung des Dr. Krauß für einen Schreck sorgen. Ich muss sagen, so was habe ich nicht erwartet, so dass ich im ersten Moment gedacht habe, dass ein Monster ganz anderer Art erscheinen wird und von dem Vogel eher verwirrt war. Ich habe sogar Trubic und den Doktor hereinstürmen erwartet und habe mich gewundert, wieso sie so einen Lärm machen.

 ;D Das ging mir genauso! Ich hatte auch schon fest damit gerechnet, dass sie jetzt alle in der Wohnung von Krauß aufeinander treffen und dann kommt ein metallischer Vogel angeflogen. Dieses Detail finde ich ja total klasse, jedoch frage ich mich natürlich auch, wo die gesamten anderen Erfindungen von Krauß abgeblieben sind?

Alles in allem ein toller 1. Akt und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht!  :lesen:

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Originaldibbler

  • Gast
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #4 am: 02. April 2012, 01:00:01 »
Einerseits ist mir der Einstieg in dieses Buch leichter andererseits aber auch schwerer gefallen als bei Victorias erstem Buch. (Ich werde in diesem Zusammenhang nicht mehr von Band 1 sprechen.  ;)) Mit der Vielzahl an Personen bin ich besser zur echt gekommen, wobei ich beim besten Willen nicht sagen kann, was in diesem Buch besser gemacht wurde bei der Einführung der Personen. Nicht so gut gefallen hat mir, dass man am Anfang relativ wenig über die Ich-Erzählerin weiß und auch nur langsam mehr erfährt. Dies hat mich ein wenig von der eigentlichen Geschichte abgelenkt.

Die eigentliche Geschichte findet bislang auf zwei Ebenen statt. Zum einen haben wir die Charakterebene, auf der es für meinen Geschmack (als männlicher Leser) bislang zu sehr um die Frage Wer-mit wem geht. Versteht mich nicht falsch: Charakterentwicklung und glaubhafte Motive der Charaktere sind auch für mich zentrale Punkte eines Romans, die verwickelten Liebesgeschichten lassen mich jedoch - entschuldigt das Klischee - wieder an ein "Frauenbuch" denken.

Die andere Ebene ist die phantastisch-magische Ebene, die mich dann doch mehr anspricht. Leider kam diese Ebene noch etwas kurz. Die belebten Automaten und die Fortuna lassen jedoch das beste hoffen!

PS: Für diesen Akt finde ich das neue Cover nun sogar passender als das alte. Wie es für's ganze Buch aussieht, werden wir noch sehen.

Originaldibbler

  • Gast
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #5 am: 02. April 2012, 09:20:29 »
Noch eine kleine Nachbemerkung zur Sprache: die Art und Weise wie die Charaktere Wienerisch sprechen gefällt mir sehr gut. E ist nicht so aufdringlich, dass man als Nicht-Wiener darüber nachdenken müsste, sondern genau das Maß, dass unterstreicht wo die Geschichte spielt und zur Atmosphäre beiträgt.

Offline SheRaven

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 922
  • Ich bin als Kind in die Buchstabensuppe gefallen!
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #6 am: 02. April 2012, 10:31:19 »
Hallo ihr Lieben,

zur Beendigung des ersten Aktes fehlen mir nur noch zwei oder drei Seiten, aber ich poste trotzdem schon mal.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich in die Sprache des Buches eingefunden hatte und mache Abschnitte musste ich zwei Mal lesen, um alle Informationen mitzubekommen. Mehrfach verschachtelte Sätze und auch die Verwendung des Wörtchens denn anstelle von als - für mich ists gewöhnungsbedürftig.

Aber die Geschichte hat mich doch sehr schnell gepackt, so sehr, dass ich heute Nacht steampunkige Träume hatte...  ;D  ;D  ;D

Ich bin normalerweise keine Fantasy-Leserin und musste daher ziemlich stutzen, als diese beiden Drachen auftauchten. Magie liegt mir da schon eher und auch mit den technischen Dingen kann ich mich schnell anfreunden.
Womit wir bei dem Vogel wären. Ein seltsamer Vogel, keine Frage. Ein Vogel, der einfach nur durch die Gegend fliegt und mit seinen metallischen Schwingen klappert oder ein Vogel, der mehr ist als nur ein Automat?

Stella gefällt mir gut und die halbseidene Dame, deren Gesellschafterin sie ist, hat mich doch einige Mal zum Grinsen gebracht. Man braucht schon starke Nerven, um sie zu ertragen...

Die Beziehung zwischen Stella und Krysztof ist mir noch unklar. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass er ein väterlicher Freund wäre, aber inzwischen habe ich da Zweifel.

 :winken:
« Letzte Änderung: 02. April 2012, 10:33:31 von SheRaven »
Liebe Grüße
SheRaven

Originaldibbler

  • Gast
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #7 am: 02. April 2012, 11:14:21 »
Ich bin normalerweise keine Fantasy-Leserin und musste daher ziemlich stutzen, als diese beiden Drachen auftauchten. Magie liegt mir da schon eher

Das verstehe ich jetzt nicht. Magie sind doch beides in gleicher Weise phantastische Elemente. Warum kommst du mit dem einen besser zurecht als mit dem anderen?

Offline SheRaven

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 922
  • Ich bin als Kind in die Buchstabensuppe gefallen!
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #8 am: 02. April 2012, 13:19:09 »
Ich bin normalerweise keine Fantasy-Leserin und musste daher ziemlich stutzen, als diese beiden Drachen auftauchten. Magie liegt mir da schon eher

Das verstehe ich jetzt nicht. Magie sind doch beides in gleicher Weise phantastische Elemente. Warum kommst du mit dem einen besser zurecht als mit dem anderen?

*lach*  Du hast natürlich vollkommen recht, die magischen Elemente gehören auch in den Fantasy-Bereich. Das ich da einen Unterschied mache ist unlogisch - und doch ist es so. Warum, das so ist, weiß ich selbst nicht so genau. Eine Welt, in der ein bisschen Magie zum normalen Leben gehört, ist für mich eher vorstellbar, als eine Welt mit Elfen, Drachen etc.
Liebe Grüße
SheRaven

Offline Rose

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 14
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #9 am: 03. April 2012, 14:56:15 »
Ich muss sagen, ich bin auch erstmal davon ausgegangen, dass Krysztof ein väterlicher Freund von Stella wäre - eine Art Vaterfigur. Irgendwie habe ich mir das so vorgestellt, dass er viel älter ist und vielleicht auch ein Bekannter bzw. vertrauter Freund ihres Großvaters gewesen ist, der eine besondere Stellung in ihrem Leben hat. Aber da ist wohl mehr im Spiel! Da sind ein Paar Sätze im nächsten Teil, die vielsagend sind :-[ Aber ich will natürlich nicht vorgreifen.
 
Dass man es etwas schwierig hat sich an die Sprache des Buches zu gewöhnen, verstehe ich gut. Die Chakartere drücken sich ein Wenig um die Ecke aus und sind meist förmlich und umständlich. Allerdings mag ich das! Es ist lustig und mal anders. Ab und zu ist eine Stelle  sprachlich zu überfrachtet aber es lohnt sich und ich finde es okay, ab und zu nochmal lesen zu müssen. Ja, ich mag V.'s Schreibstil. 

Originaldibbler

  • Gast
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #10 am: 03. April 2012, 15:01:59 »
Dass man es etwas schwierig hat sich an die Sprache des Buches zu gewöhnen, verstehe ich gut. Die Chakartere drücken sich ein Wenig um die Ecke aus und sind meist förmlich und umständlich. Allerdings mag ich das! Es ist lustig und mal anders. Ab und zu ist eine Stelle  sprachlich zu überfrachtet aber es lohnt sich und ich finde es okay, ab und zu nochmal lesen zu müssen. Ja, ich mag V.'s Schreibstil.

Das sehe ich eigentlich nicht so, die Sprache ist halt ein wenig der Zeit der Handlung angepasst aber doch um Längen moderner als man damals tatsächlich gesprochen hat. Die Sprache finde ich tatsächlich sehr gelungen.

Offline Victoria

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 71
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #11 am: 03. April 2012, 15:33:53 »
Hallo in die Runde! Und bittet entschuldigt, dass ich erst jetzt wieder auftauche - momentan wäre der 48-Stunden-Tag gerade von hoher Relevanz für mich ;)

Fangen wir mal von hinten an:
Dass man es etwas schwierig hat sich an die Sprache des Buches zu gewöhnen, verstehe ich gut. Die Chakartere drücken sich ein Wenig um die Ecke aus und sind meist förmlich und umständlich. Allerdings mag ich das! Es ist lustig und mal anders. Ab und zu ist eine Stelle  sprachlich zu überfrachtet aber es lohnt sich und ich finde es okay, ab und zu nochmal lesen zu müssen. Ja, ich mag V.'s Schreibstil.

Das sehe ich eigentlich nicht so, die Sprache ist halt ein wenig der Zeit der Handlung angepasst aber doch um Längen moderner als man damals tatsächlich gesprochen hat. Die Sprache finde ich tatsächlich sehr gelungen.

Darf ich kurz anbringen, dass mich das gerade sehr freut?  :) Ich bin jemand, die sowohl als Leserin als auch als Autorin sehr viel wert auf angemessene Sprache legt, gerade im historischen Kontext. Allerdings habe ich auch ein gewisses Talent, in dieser Hinsicht leise über die Stränge zu schlagen; irgendwo liegt der goldene Mittelweg zwischen historischer Korrektheit, beziehungsweise den aus der Zeit gebräuchlichen Formulierungen, potentieller Lesbarkeit, und dem persönlichen Spaß am Schreiben, (der mit Verschwurbelungsgrad steigt ;) ) nach dem eifrig gesucht wird.


@SheRaven: das finde ich interessant! Von einem Bekannten (der üblicherweise auch nicht soviel Fantasy liest, aber für die Fortuna eine Ausnahme gemacht hat) habe ich erst kürzlich etwas ganz ähnliches gehört: der meinte, phantastische Elemente wären für ihn solange okay, wie er sich vorstellen könnte, in dem jeweiligen Setting leben zu können, ohne diese wahrnehmen zu müssen; Magie könnte er ignorieren (oder als Sinnestäuschung abtun), einen handfesteren Beweis, wie einen Drachen, der ihm auf der Straße begegnet, dann wohl weniger ;)
Persönlich kann ich dazu nichts sagen (da sind die Fantasy und ich dann doch viel zu sehr aneinander gewöhnt), aber ich fand den Gedanken spannend.


Liebe Grüße
V, die sich heute Abend ausführlicher melden wird

Offline Tammy1982

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 3192
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #12 am: 03. April 2012, 21:36:29 »
Ich muss sagen, ich bin auch erstmal davon ausgegangen, dass Krysztof ein väterlicher Freund von Stella wäre - eine Art Vaterfigur. Irgendwie habe ich mir das so vorgestellt, dass er viel älter ist und vielleicht auch ein Bekannter bzw. vertrauter Freund ihres Großvaters gewesen ist, der eine besondere Stellung in ihrem Leben hat. Aber da ist wohl mehr im Spiel! Da sind ein Paar Sätze im nächsten Teil, die vielsagend sind :-[ Aber ich will natürlich nicht vorgreifen. 

Ich war auch etwas entsetzt, als am Ende dieses Abschnitts das Gespräch zwischen Stelle und Krysztof irgendwie doch eine sehr intime Wendung annimmt. Ich habe ihn mir auch eher als Großvater-Ersatz vorgestellt...  :-[ ;D

Darf ich kurz anbringen, dass mich das gerade sehr freut?  :) Ich bin jemand, die sowohl als Leserin als auch als Autorin sehr viel wert auf angemessene Sprache legt, gerade im historischen Kontext. Allerdings habe ich auch ein gewisses Talent, in dieser Hinsicht leise über die Stränge zu schlagen; irgendwo liegt der goldene Mittelweg zwischen historischer Korrektheit, beziehungsweise den aus der Zeit gebräuchlichen Formulierungen, potentieller Lesbarkeit, und dem persönlichen Spaß am Schreiben, (der mit Verschwurbelungsgrad steigt ;) ) nach dem eifrig gesucht wird.

Das kann ich mir gut vorstellen, dass das schon eine Herausforderung ist die Sprache so authentisch wie möglich zu halten und gleichzeitig sicherzustellen, dass der heutige Leser es versteht und daran Spaß hat. Ich finde die Mischung hier bis jetzt auch sehr gelungen. Es ist genau so viel Authentizität dabei, dass ich nie vergesse, in welchem Jahrhundert ich mich befinde, aber gleichzeitig werde ich nicht aus dem Lesefluss gerissen. Das ist wirklich sehr gut gemacht!  8) Außerdem merke ich einfach immer, dass wir uns in Wien befinden, an diesen kleinen eingestreuten Wiener-Ausdrücken und Redewendungen! Einfach klasse!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Rose

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 14
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #13 am: 04. April 2012, 00:20:12 »
Wow, O.dibbler und Victoria - so weit habe ich wirklich nicht gedacht und jetzt frage ich mich, was man so macht, um sich zu informieren, wie die Sprache damals war. Hört man sich Radiosendungen an? Liest man Schriften aus der Zeit? Kino wird's hier noch nicht gegeben haben ... Spricht man mit Sprachforscher?

Und weil dieses Smiley so süß ist, verabschiede ich mich heute damit.
:abinsbett:

Offline dubh

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1658
Re: 01 - Anfang - S. 122 (1. Akt)
« Antwort #14 am: 04. April 2012, 21:07:17 »
Hallo zusammen,

da ich mich relativ spät zu dieser Runde entschlossen habe und das Buch erst einmal besorgen musste, hinke ich jetzt mit dem Lesen ein klein wenig hinterher - hoffentlich gibt sich das in den nächsten Tagen. Jedenfalls bin ich mit dem ersten Abschnitt noch nicht durch, muss aber trotzdem schon mal ein bißchen etwas loswerden...
Normalerweise - ich gestehe - bin ich keine Fantasy-Leserin und das noch nicht einmal aus irgendwelchen Gründen. Im Prinzip schrecke ich vor diesen Bergen von (Monster-)Serien zurück, die mir letztlich Angst machen. Deshalb treibe ich mich selten in den Fantasyecken einer Buchhandlung herum und so kommt es, dass ich noch nie ein Steampunk-Buch gelesen habe! :-[ Premiere also! :)
Besonders gut gefällt mir bislang die Sprache - ein bißchen Wienerisch, einige antiquierte Worte und überhaupt diese Sätze. Am liebsten würde ich mich zum Lesen in ein schönes altes Wiener Kaffeehaus setzen und nebenbei Kaffee schlürfen und Kuchen essen...
Stella ist mir übrigens auf Anhieb sympathisch und ich bin sehr gespannt auf mehr Details aus ihrer Vergangenheit - einen tollen Großvater hat sie ja offensichtlich schon mal! ;)

Liebe Grüße
dubh
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe