Ich muss ehrlich sagen, mir wird beinahe schlecht beim Lesen.
Ich bin beileibe kein zartbeseiteter Leser, aber gerade die Vorstellung, dass so etwas ja nicht irgendeine weit hergeholte Serienkiller-Story ist, sondern so vielleicht wirklich passiert, macht mir wirklich zu schaffen.
Dass die Mutter nicht bei der Familie bleibt, war ja schon am Anfang klar, als die Stiefmutter erwähnt wurde. Und irgendwie hatte ich da auch schon befürchtet, dass sie stirbt. Wobei ich es, glaube ich, noch grässlicher gefunden hätte, wenn sie gegangen wäre und Tobias allein bei Vater und Schwester zurückgelassen hätte. So kann man ihr nun immerhin keinen weiteren Vorwurf mehr machen.
Aber es ist echt unglaublich heftig, erst bringen diese miesen Mitschüler den Hund dazu zu beißen, dann muss der eingeschläfert werden und dabei wird die Mutter in den Unfall verwickelt - und daran gibt man Tobias die Schuld? Wie daneben kann man denn eigentlich sein?
Für mich ist das völlig unbegreiflich, wo dieser Hass auf Tobias herkommt? Vor allem, da zwischen Sarah und dem Vater ja alles bestens ist, er ist ja offensichtlich kein genereller Kinderhasser.
Kommt da irgend so eine verquere Einstellung zum Vorschein, dass man mit Jungs härter sein muss, damit was aus ihnen wird? Der Großvater war mit dem Vater ja offenbar auch nicht zimperlich. Aber wieso hat das dann Jahre gedauert, bevor es beim Vater so durchgebrochen ist?
Ich hatte auch überlegt, ob Tobias wohl nicht das leibliche Kind ist und die Mutter deswegen so still gehalten hat, weil sie froh war, dass ihr Kuckuckskind überhaupt vom Mann"akzeptiert" wurde. Aber der Spruch vom Großvater hat mich die Theorie dann auch wieder verwerfen lassen.
Auf die Frau vom Jugendamt hatte ich echt Hoffnungen gesetzt, aber es war fast klar, dass Tobias sich nicht trauen wird, etwas zu sagen. Ich fand es aber gut, dass sie doch als recht kritisch und nachfragend dargestellt wurde. In der Konstellation mit den drei lügenden Familienmitgliedern hatte sie wohl kaum eine Chance, die Wahrheit herauszufinden
