Autor Thema: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)  (Gelesen 630 mal)

Offline dubh

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# 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« am: 01. März 2012, 20:38:42 »
Hier könnt Ihr zum dritten Abschnitt - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31) - schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Online Spatzi79

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #1 am: 08. März 2012, 08:13:24 »
In diesem Abschnitt konnten Thomas und Anna mal etwas Atem holen - und wir damit auch.

Die Szenen daheim in Schweden mit seinen Eltern fand ich sehr berührend. Ich habe zum Glück in meinem näheren Umfeld noch keine Erfahrungen mit Demenz gemacht, aber ich finde es hier sehr gut dargestellt. Einerseits die unfreiwillige Komik mancher Bemerkungen, andererseits die Schwierigkeit, damit im Alltag umzugehen. Die Mutter trägt ja diese Last quasi allein und für sie muss es furchtbar sein, dass der Mann, in den sie sich verliebt hat, praktisch nicht mehr da ist... Schwieriges Thema.

Und endlich bekommen wir genauere Hinweise darauf, was Helen eigentlich untersucht hat. Diese PR-Firmen und ihre Macht klingen ja beunruhigend. Vor allem deswegen, weil das sicherlich keine reine Fiktion ist. Die Öffentlichkeit, sprich wir alle,  wird sicher deutlich mehr von solchen "Stimmungsmachern" beeinflusst, als uns bewusst ist.

Als sie dann bei der Wiedereinreise nach Deutschland an der Grenze rausgewunken werden, hatte ich schon allerschlimmste Befürchtungen - ich war regelrecht erleichtert, dass es "nur" Geldorf ist, der Nyström auch nicht mal verhaftet.

Das Gewehr aus dem Prolog hat nun auch seinen Weg in die Geschichte gefunden und Nyström ist auf dem Weg nach Holland, um Anna aus der Hand der Entführer zu befreien. Da bin ich ja echt gespannt auf den Showdown!

Offline Erendis

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #2 am: 08. März 2012, 14:02:34 »
So, jetzt nähern wir uns mit großen Schritten dem Showdown.  :)

Thomas' Vater fand ich rührend und es ist traurig zu lesen, wie schwer es Ruth und Thomas fällt, mit seiner Erkrankung umzugehen. Gut hat mir aber gefallen, wie freundlich Anna mit dem älteren Herrn umgegangen ist. Und das, obwohl er offensichtlich Helen bevorzugt hat.  ;)  Das macht mir Anna noch mal ein Stück sympathischer.

Und einen Brief von Helen gab es auch noch. Sie hatte also eine Flucht nach Johannesburg geplant. Ob das die IMSS-Leute womöglich mitbekommen haben und sie deshalb gleich beseitigt haben? Bestimmt hat man sie auch beschattet. Fragt sich nur noch, warum sie dann in dieses Fitnessstudio gegangen ist und sich mit diesem geheimnisvollen Unbekannten unterhalten hat. Vielleicht Erpressung?

Nun wissen Thomas und Anna endlich, wer hinter den ganzen Untaten steckt: eine PR-Firma aus Brüssel. Kubens scheint auch gehörigen Respekt vor diesen Leuten zu haben; wahrscheinlich hat er auch schon negative Erfahrungen mit übermächtigen PR-Firmen machen müssen. Immerhin hat Thomas jetzt die Anschrift. Und von seinem Vater eine Schrotflinte, die er auch dringend benötigt, wie sich danach herausstellt.

Ich fand es schon bedenklich, dass Geldorf Thomas an der Grenze abfangen lässt. Zunächst dachte ich an ein Strafverfahren wegen der Sache auf dem Bahnhofsklo, und dass sie Thomas womöglich den Mord anhängen wollen. Um die Sache mit dem Bahnhofsklo ging es dann ja immerhin wirklich. Es ist nicht schwer zu erraten, wer hinter dem anonymen Anruf bei der Polizei steckt.
Meine frühere Vermutung hat sich bestätigt: Geldorf weiß ganz genau, dass Thomas in diese Sache verwickelt ist. Warum er wohl trotzdem auf die Abnahme der Fingerabdrücke und der Tonbandstimme verzichtet hat?

Anna hat mit ihrem Alleingang ziemlich leichtsinnig gehandelt. Damit hat sie es den Entführern sehr leicht gemacht. Das bringt Thomas in eine sehr verzwickte Situation. Immerhin ahnt er ja, dass diese Leute ihn nicht einfach wieder gehen lassen werden, wenn er die Daten-CD nach Flandern bringt. Und trotzdem bleibt ihm nichts anderes übrig, wenn er Anna lebend wiedersehen will. Nicht gerade eine beneidenswerte Lage.

Thomas' Täuschungsmanöver, um seine Beobachter von der Polizei abzuschütteln, war ja sehr gerissen.  :)
Sehr faszinierend fand ich Thomas' Veränderung dargestellt. Interessant, wie ein friedliebender und unbescholtener Mensch wie Thomas auf einmal Gefallen am Umgang mit einer Waffe findet und einen Geldboten unter Einsatz von Gewalt und Wahrheitsserum zum Reden bringt. Immerhin fühlt er sich dabei reichlich unwohl und ihn plagen trotz allem noch Skrupel. Ob er diese auch noch verlieren wird?

In dem Gespräch mit dem Boten bekommen wir Leser wieder einige interessante Informationen über die Probleme der Ölindustrie. Jetzt wissen wir auch, weshalb Jaeggi sterben musste.
Jetzt bin ich mal gespannt, ob es zu einem Zusammentreffen von Thomas mit diesem Morisaitte kommen wird. Hoffentlich kommen er und Anna da heil wieder raus.  :lesen:
LG,
Erendis

Offline urlaubsbille

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #3 am: 11. März 2012, 17:10:26 »
Klasse Ablenkungsmanöver! Erst einmal "Urlaub" bei den Eltern in Schweden. Gut, daß es eine Personenfähre ist. Es ist klar, daß die Verfolger ohne Fahrzeug weiterreisen müßten. So hinterlassen sie aber auch den Eindruck, daß der Überfall auf dem Schiff wirksam war. Was dann bei den Eltern auf Thomas und Anna wartet, konnte ja niemand wissen. Endlich kommt Licht in das Dunkel des Motivs, wofür Helen sterben mußte. Der demente Vater wird gut dargestellt, weder über- noch untertrieben aber doch liebenswert.
Anna wird mir immer sympathischer.

Jezt ist klar, wo das Gewehr aus dem Prolog herkommt. Es gehört Thomas' Vater. An der Grenze habe ich dann doch zusammengezuckt und gedacht, daß kann doch nicht wahr sein. Das Gespräch mit Geldorf wa ja recht nett aber wenig ergiebig. Warum erzählt Thomas nichts vn den Vorkmmnissen, sondern macht alleine auf eigene Faust weiter? Instinkt? Angst vor korrupten Polizisten?

Nach dem Telefonat hat Thomas ja keine Wahl. Er kann nur verlieren, wenn er nich nach Flandern fährt. Allerdings verstehe ich nicht, warum er nicht endlich eine Kopie der CD zieht.

In Flandern geht's dann ja richtig zur Sache. Was passiert, wenn der Bote nicht vereinbarungsgemäß wieder bei den Mittelsmännern auftaucht? Was wird mit Thomas und Anna geschehen? Wird er beide retten und Helens Tod rächen? Werden alle durch Beteiligten zur Verantwortung gezogen oder vorher sterben bzw. sich freikaufen?
Daß es um viel Geld, ist längst klar. Nur, wie hängt alles zusammen? Was hat Helen konkret herausgefunden, was dem Drahtzieher gefährlich werden könnte?

Online Phy

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #4 am: 11. März 2012, 20:21:28 »
Thomas läuft Gewaltmäßig ja langsam richtig warm. Ich muss zugeben, die Veränderung gefällt mir, nur so kommt glaubhaft rüber was er da tut.
Der Ausflug nach Schweden war insofern gut, dass sie den brief von Helen erhalten haben, allerdings finde ich es extrem leichtsinnig zu solch verletzlichen Menschen zu fahren, obwohl die zwei den gleichen Fehler kurz zu vor schon gemacht haben.
Sehr schön finde ich das Teile aus dem prolog wieder auftauchen. Ich hab mehrfach (mindestens zwei Mal) zurück zum Prolog geblättert und habe die Gegenwart (Prolog) und die Vergangenheit (in dem Kapitel) verglichen - finde es sehr gelungen, dass man hier so deutlich sieht an welcher Stelle der Prolog verankert ist.
Jetzt gehts also richtig los mit der Geschichte.

(Und ich muss meine Eindrücke kurz unterbrechen, der Film im Fernsehn fängt an, aber das was mir jetzt wichtig war wollte ich kurz loswerden, der Rest folgt später)

Online Phy

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #5 am: 12. März 2012, 09:55:19 »
So nun hab ich endlich etwas mehr Zeit


Thomas' Vater fand ich rührend und es ist traurig zu lesen, wie schwer es Ruth und Thomas fällt, mit seiner Erkrankung umzugehen. Gut hat mir aber gefallen, wie freundlich Anna mit dem älteren Herrn umgegangen ist. Und das, obwohl er offensichtlich Helen bevorzugt hat.  ;)  Das macht mir Anna noch mal ein Stück sympathischer.

Ich finde das völlig normal wie Thomas und Ruth damit umgehen. Vorallem Ruth hängt jeden Tag mit dadrin und da kann Anna ihren Spruch leider knicken (vergessen wie er vorher war und so nehmen wie er jetzt ist). Es ist wahnsinnig schwer eine solche Person zu betreuen. (Leider hab ich in meiner Verwandtschaft schon Erfahrung mit dem Thema gemacht)
Für kurze Zeit mag das ja alles ganz lustig und in ordnung zu sein. Für den Zeitraum in dem Anna dem Vater von Thomas begegnet kann man natürlich liebevoll etc. mit ihm umgehen. Ruth allerdings hat das Problem jeden Tag (Briefe verschwinden, ihr Mann läuft weg, lässt irgendwelche Leute ins Haus, usw.) und sieht dabei noch wie der Mensch den sie mal geliebt hat immer weiter verschwindet. Das ist anstrengend und vermutlich auch sehr sehr traurig für einen.

Ich find die Stelle allerdings gut beschrieben. Anna finde ich in der Situation auch recht gelungen (aber irgendwie etwas übertrieben). Nicht jedem gelingt es in einer solchen Situation halbwegs normal zu bleiben, viele wären wohl etwas verstört, zumal Thomas soweit ich mich erinnere Anna vorher nichts davon erzählt hat.

Was mich auch noch etwas stört: Thomas vertraut typischerweise der Polizei einfach mal nicht, obwohl er ja inzwischen ausreichend Beweise hat um da einiges in Bewegung zu setzen, ich denke schon, dass die Polizei ihm behilflich hätte sein können. Er scheint mir aber sehr auf seinem "ich gegen den Rest"-Trip zu sein und genießt den Rausch teilweise.

Nach dem Telefonat hat Thomas ja keine Wahl. Er kann nur verlieren, wenn er nich nach Flandern fährt. Allerdings verstehe ich nicht, warum er nicht endlich eine Kopie der CD zieht.

Soweit ich das mitbekommen habe ist die CD noch nicht in Hamburg angekommen.
Wer weiß auch ob die nicht irgendwo verloren gegangen ist. Bei der Post passieren ja manchmal komische Dinge (;

Thomas' Täuschungsmanöver, um seine Beobachter von der Polizei abzuschütteln, war ja sehr gerissen.  :)
Sehr faszinierend fand ich Thomas' Veränderung dargestellt. Interessant, wie ein friedliebender und unbescholtener Mensch wie Thomas auf einmal Gefallen am Umgang mit einer Waffe findet und einen Geldboten unter Einsatz von Gewalt und Wahrheitsserum zum Reden bringt. Immerhin fühlt er sich dabei reichlich unwohl und ihn plagen trotz allem noch Skrupel. Ob er diese auch noch verlieren wird?

Ich schätze ja! Vermutlich wird er im nächsten Abschnitt auf die anderen Männer (mit Anna) treffen und da er fest entschlossen ist, Anna zu befreien, wird er vermutlich auch bereits sein die anderen zu töten. Ich denke wenn er das tut wird er sich noch einmal selbst verändern, bisher hat er nur aus Notwehr den Mann auf dem Bahnhofsklo angeschossen und den Geldboten etwas verletzt. Richtig getötet hat er noch nicht, aber er scheint festentschlossen es zu tun, wenn es soweit ist.

Ich finde es bringt einen schon dazu selber darüber nach zu denken, was man selbst in solchen Situationen tun würde. Und vorallem was müsste passieren damit man sich selbst mit einem geladenen Gewehr und zwölf Patronen in ein Haus setzt und wartet bis diejenigen kommen die man damit töten möchte? Gruselig.

Geldorf erscheint mir weiterhin nicht als jemand der Thomas schaden möchte, er scheint selbst ein paar Zweifel zu haben (zB. Warum die Wohnung versiegelt wurde) und ist vielleicht froh, dass Thomas nicht locker lässt und dadurch der Fall wieder aufgenommen wird. Ich glaube nur nicht, dass er mit den Alleingängen von Thomas in diesem Maße einverstanden wäre (:

Annas Alleingang finde ich nicht so schlimm. Das hätte genausogut in Helens Wohnung passieren können, die Typen sind gut und hätten sie überall entführen können. Es war nur sehr praktisch, dass sie alleine unterwegs war. Sie wäre aber auch alleine in Hamburg gewesen, wenn sie nichts außergwöhnliches gemacht hätte. Da hätte es gereicht wenn sie rausgegangen wäre um etwas zu Essen zu holen.
« Letzte Änderung: 12. März 2012, 09:59:29 von Phy »

Online Spatzi79

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #6 am: 12. März 2012, 11:14:16 »
Ich finde es bringt einen schon dazu selber darüber nach zu denken, was man selbst in solchen Situationen tun würde. Und vorallem was müsste passieren damit man sich selbst mit einem geladenen Gewehr und zwölf Patronen in ein Haus setzt und wartet bis diejenigen kommen die man damit töten möchte? Gruselig.

Das fand ich auch eine spannende Frage. Ich kann mir eigentlich für mich selbst keine Situation vorstellen, die mich so weit treiben würde. Aber wahrscheinlich kann man das vorher gar nicht beurteilen...

Online Phy

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #7 am: 12. März 2012, 13:59:07 »
Ich finde es bringt einen schon dazu selber darüber nach zu denken, was man selbst in solchen Situationen tun würde. Und vorallem was müsste passieren damit man sich selbst mit einem geladenen Gewehr und zwölf Patronen in ein Haus setzt und wartet bis diejenigen kommen die man damit töten möchte? Gruselig.

Das fand ich auch eine spannende Frage. Ich kann mir eigentlich für mich selbst keine Situation vorstellen, die mich so weit treiben würde. Aber wahrscheinlich kann man das vorher gar nicht beurteilen...

Ich fürchte, dass  das schneller geht als man denkt.
Allerdings gibt es da sicherlich riesige Unterschiede bei verschiedenen Menschen.

Offline Erendis

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #8 am: 13. März 2012, 18:46:22 »
Ich finde es bringt einen schon dazu selber darüber nach zu denken, was man selbst in solchen Situationen tun würde. Und vorallem was müsste passieren damit man sich selbst mit einem geladenen Gewehr und zwölf Patronen in ein Haus setzt und wartet bis diejenigen kommen die man damit töten möchte? Gruselig.

Das fand ich auch eine spannende Frage. Ich kann mir eigentlich für mich selbst keine Situation vorstellen, die mich so weit treiben würde. Aber wahrscheinlich kann man das vorher gar nicht beurteilen...

Ich fürchte, dass  das schneller geht als man denkt.
Allerdings gibt es da sicherlich riesige Unterschiede bei verschiedenen Menschen.

Ich habe schon in gewisser Weise Verständnis für Thomas' Reaktion in seiner speziellen Situation. Immerhin haben diese Leute einen geliebten Menschen (Helen) von ihm getötet und scheinen mit dieser Tat völlig ungestraft davonzukommen. Das muss ja unerträglich sein. Und dann noch das Gefühl der Hilflosigkeit und die Drohungen und Angriffe auf ihn und Anna. Mit Annas Entführung haben sie wahrscheinlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Und dann bekommt er noch ein Gewehr in die Hand und kommt in Reichweite der Täter... ideale Bedingungen für drastische Rachepläne.
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Erendis

Online Phy

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #9 am: 13. März 2012, 19:29:27 »
Ich finde es bringt einen schon dazu selber darüber nach zu denken, was man selbst in solchen Situationen tun würde. Und vorallem was müsste passieren damit man sich selbst mit einem geladenen Gewehr und zwölf Patronen in ein Haus setzt und wartet bis diejenigen kommen die man damit töten möchte? Gruselig.

Das fand ich auch eine spannende Frage. Ich kann mir eigentlich für mich selbst keine Situation vorstellen, die mich so weit treiben würde. Aber wahrscheinlich kann man das vorher gar nicht beurteilen...

Ich fürchte, dass  das schneller geht als man denkt.
Allerdings gibt es da sicherlich riesige Unterschiede bei verschiedenen Menschen.

Ich habe schon in gewisser Weise Verständnis für Thomas' Reaktion in seiner speziellen Situation. Immerhin haben diese Leute einen geliebten Menschen (Helen) von ihm getötet und scheinen mit dieser Tat völlig ungestraft davonzukommen. Das muss ja unerträglich sein. Und dann noch das Gefühl der Hilflosigkeit und die Drohungen und Angriffe auf ihn und Anna. Mit Annas Entführung haben sie wahrscheinlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Und dann bekommt er noch ein Gewehr in die Hand und kommt in Reichweite der Täter... ideale Bedingungen für drastische Rachepläne.

Klar. Verständnis habe ich auch auf jeden Fall. Ich frage mich nur wann ich so weit bin und mich so dringend rächen möchte. Oder auch: "Wie hätte ich in der Situation reagiert?"

Offline sternchen28

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #10 am: 14. März 2012, 18:42:42 »
wow --- hier lernt man was gewisse Ereignisse aus einem Menschen machen können. Ich frage mich die ganze Zeit, schlummert diese Gewalt, die Aggression in jedem von uns oder gibt es da ein bestimmtes Gen, das da in einem Menschen schlummern muss.

Zu sehen, wie der Vater von Thomas lebt mit seiner Demenz ist für mich nicht einfach. Eigentlich für keinen der einen Demenzkranken zu Hause oder in der Verwandschaft hat. Es ist sehr gut und einfühlsam beschrieben.

Es geht Schlag auf Schlag .... die Geschichte kommt voran und strebt dem Höhepunkt zu. Ich bin gespannt

Offline dubh

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #11 am: 17. März 2012, 23:50:13 »
Hallo zusammen,

in diesem Abschnitt verdichten sich also die Fakten und Details rund um Helen Jonas' journalistische Entdeckungen. Der Audi mit belgischem Kennzeichen, der Nyström und Anna verfolgt hat, war also in der Tat ein Hinweis auf die Herkunft der Firma: eine international operierende Firma aus Brüssel, die offiziell als Anwaltsfirma tätig ist... Grundsätzlich ist die Arbeit, die sie öffentlich erledigt, schon sehr unsympathisch - sollten die Verursacher und Verantwortlichen für Ölkatastrophen in den Ozeanen meiner Meinung nach doch viel deutlicher zur Rechenschaft gezogen werden, aber gut, in unserer demokratischen Grundordnung hat natürlich auch der Angeklagte ein Recht auf Verteidigung. Was allerdings haarsträubend ist, sind die Methoden der besagten Firma hinter den Fassaden! Hier werden also ganz klar Einschüchterungen, Erpressungen, Bestechungen und sogar Morde vollzogen - alles um den maximalen Profit zu erzielen! Das ist so widerlich, unfassbar.
Was mir nun die allergrößten Sorgen bereitet, ist ein Satz auf Seite 205: Es dauerte ein paar Tage, Bd ich Anna tatsächlich wiedersag, und als es so weit war, war das Sterben in vollem Gange.
Okay, es gibt einen Trost - Nyström sieht Anna wieder. Aber was den letzten Teil des Satzes angeht, habe ich vor allem Befürchtungen wegen der Personen, die die beiden bislang mit hineingezogen haben... Selbst um den selbstgefälligen Anzugsdeppen zum Ende, Maître Villani, mache ich mir fast schon Sorgen!
Naja, und dieses Szene scheint ja auch die aus dem Prolog zu sein: Nyström mit einer geladenen Schrotflinte, voller Hass. Der Geräteschuppen ist jedenfalls nicht weit. ;)
Die andere große Sache in meinem Hirn ist die Frage, an wen die Post aus Växjø adressiert war. An Geldorf? Oder an Kubens? An Helens Anschrift ja wohl hoffentlich nicht. Apropos Kubens: bei ihm hatte ich den Verdacht, dass er mehr weiß. Beim Telefonat zwischen ihm und Nyström gibt er anfangs ja bereitwillig Auskunft, aber als er schnallt, um welche Firma es konkret geht, macht er dicht und legt schnell auf. Ahnt er etwas oder ist da mehr?

Ui, es ist gan schön spannend - vor allem, weil ich nicht die geringste Ahnung habe, was mich am Ende erwartet.

Liebe Grüße
dubh
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Offline dubh

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #12 am: 17. März 2012, 23:59:01 »
Meine frühere Vermutung hat sich bestätigt: Geldorf weiß ganz genau, dass Thomas in diese Sache verwickelt ist. Warum er wohl trotzdem auf die Abnahme der Fingerabdrücke und der Tonbandstimme verzichtet hat?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Geldorf ahnt, dass er mit Nyström mehr herausfinden kann. Da dieser aber nicht mitspielt, versucht der Polizist mit Beschattungen mehr über Nyströms Detektivspielen zu erfahren... Wenn er ihn aber erkennungsdienstlich behandeln lässt, muss er ihn erstmal aus dem Verkehr ziehen und somit die weiteren Spuren unterbrechen. Zudem schätzt er den Halbschweden auch charakterlich ganz gut ein.
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Offline dubh

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #13 am: 18. März 2012, 00:04:21 »
wow --- hier lernt man was gewisse Ereignisse aus einem Menschen machen können. Ich frage mich die ganze Zeit, schlummert diese Gewalt, die Aggression in jedem von uns oder gibt es da ein bestimmtes Gen, das da in einem Menschen schlummern muss.

Von Gentheorien habe ich noch nie viel gehalten - es würde uns größtenteils unserer eigenen Verantwortung berauben. Ich denke, dass ein gewisses Gewaltpotential in jedem von uns schlummert - nur dass unsere Hemmschwellen sehr unterschiedlich sind. Der eine tickt schon bei einer Beleidigung aus, der andere bei einem verlorenen Fußballspiel, ein anderer, wenn seinen Kindern Gewalt angetan wird. Sicherlich eine Frage des Charakters und der Sozialisation, denke ich dennoch, dass jeder sich selbst kontrollieren kann und muss.
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Offline Büchermanfred

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Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #14 am: 18. März 2012, 12:38:18 »
Die Szenen daheim in Schweden mit seinen Eltern fand ich sehr berührend. Ich habe zum Glück in meinem näheren Umfeld noch keine Erfahrungen mit Demenz gemacht, aber ich finde es hier sehr gut dargestellt. Einerseits die unfreiwillige Komik mancher Bemerkungen, andererseits die Schwierigkeit, damit im Alltag umzugehen.

Mich hat diese Szene auch sehr berührt, vor allem weil Gunnar in seinem Alter praktisch wieder zum Kind wird. Ruths Reaktion auf die Krankheit finde ich sehr authentisch und ihr Gefühlsausbruch bei Thomas' Ankunft unterstreicht den Druck, der täglich auf ihr lastet. Anna war mir bei diesem Besuch aber schon fast ein bisschen zu künstlich fröhlich und in der angespannten Situation wirkten ihre ständigen Küsse und Umarmungen einfach fremd.

Anna hat mit ihrem Alleingang ziemlich leichtsinnig gehandelt. Damit hat sie es den Entführern sehr leicht gemacht.

Das ist glaube ich noch ein zusätzlicher Punkt, weshalb ich mit Anna nicht komplett warm werde. Natürlich hätte man sie in Hamburg auch ohne größere Probleme entführen können, doch alleine in einem dunklen Parkhaus ist die Gefahr bedeutend höher - zumal die beiden endlich die ersehnten Information von Helen erhalten haben. Da versuchen sie ihre Verfolger abzuschütteln und sie läuft völlig kopflos in die Falle.  ::)

Dafür hat mir Helens Idee, den Brief nach Schweden zu schicken, sehr gut gefallen. Sie wollte Thomas also wirklich nicht fallen lassen und ihn nur nicht unnötig in Gefahr bringen. Das zeigt, wie verschieden die Schwestern sind und ein Happy End für Anna und Thomas als Paar finde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht erstrebenswert.. Sie machen auf mich mehr den Eindruck von Vater und Tochter, besonders nun, da Thomas sein Leben für sie aufs Spiel setzt.

Als sie dann bei der Wiedereinreise nach Deutschland an der Grenze rausgewunken werden, hatte ich schon allerschlimmste Befürchtungen - ich war regelrecht erleichtert, dass es "nur" Geldorf ist, der Nyström auch nicht mal verhaftet.

Ich habe mich bei dem Gedanken ertappt, dass die Schrotflinte leider im Kofferraum ist und sie sich gar nicht gegen die Angreifer wehren können.  :-[ Da hatte ich das Gefühl, dass ich mich mit Thomas ein bisschen zu "Rambo" entwickle und keine Hemmungen hätte, den Mörder meiner Freundin zur Strecke zu bringen - ein untrügliches Zeichen, dass ich mit unserem Protagonisten mitfiebere.  ;)  Seine körperliche Verwandlung ist gut durchdacht und die Stimmung in der Waldhütte ist zum Zerreißen gespannt. Es ist ein interessanter Ort für das Finale; völlig abgeschieden und die Chance, dass die Polizei zur Hilfe eilt, strebt gegen Null.

Was mir nun die allergrößten Sorgen bereitet, ist ein Satz auf Seite 205: Es dauerte ein paar Tage, Bd ich Anna tatsächlich wiedersag, und als es so weit war, war das Sterben in vollem Gange.

Diesen Satz finde ich genauso verheißungsvoll wie "Zwölf ist eine gute Zahl. Zwölf Apostel, zwölf Geschworene, zwölf Schuss.". Wird er tatsächlich zwölf Schüsse abfeuern??  :o