Autor Thema: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)  (Gelesen 634 mal)

Offline Büchermanfred

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 71
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #15 am: 18. März 2012, 12:46:03 »
Was mich auch noch etwas stört: Thomas vertraut typischerweise der Polizei einfach mal nicht, obwohl er ja inzwischen ausreichend Beweise hat um da einiges in Bewegung zu setzen, ich denke schon, dass die Polizei ihm behilflich hätte sein können. Er scheint mir aber sehr auf seinem "ich gegen den Rest"-Trip zu sein und genießt den Rausch teilweise.

Oh ja dieser Trip ist deutlich zu spüren und Helens "Stimme" unterstützt ihn da gekonnt.  :)
Als er auf der Bank vor dem Café sagte, dass er auf Fremde wie ein Junkie auf Entzug wirken muss, passt auch gut dazu. Sein Denken ist nur noch von Rache geprägt und selbst vor Geldorf benimmt er sich wie ein unbesiegbarer Söldner auf dem Weg zur Vergeltung.
Trotzdem macht er in seinem Tun noch einen einigermaßen "vernünftigen" Eindruck und rennt nicht (wie ich es bei Anna vermuten würde) kopflos in den Wald. Er hat sich bei dem Maitre abreagiert und harrt der Dinge bzw. Männer, die dort kommen; mit innerer Ruhe und brodelndem Hass im Einklang.

Offline lesegrete

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 910
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #16 am: 18. März 2012, 14:26:56 »
Die Reise nach Schweden verschafft uns wieder eine kleine Atempause in puncto Action und Bangen um die Protagonisten.
Den Vater in seiner Erkrankung finde ich sehr einfühlsam dargestellt und es rührt mich, wie gut Anna auf ihn eingehen kann.

Die Entführung Annas kommt nicht wirklich überraschend. Ich hoffe, sie übersteht sie lebend. Der vorrausschauende Hinweis auf S. 205
Zitat
Es dauerte Tage bis ich Anna wiedersah, und als es so weit war, war das Sterben in vollem Gang.

lässt mich hoffen.... Aber immerhin wird auch ein Sterben angekündigt.

Weiterhin hat es mich nicht überrascht, dass Geldorf Nyström festsetzt.  Ich hatte vielleicht eher erwartet/erhofft, dass Observation, Rettung und Beistand von seiner Seite kommen würde. Das hätte für MICH das Geschehen des Romans in den Bereich der Realität gerückt, aber so lese ich mit großem Erstaunen, dass Nyström sich Geldorf nicht offenbart. S. 213
Zitat
Eigentlich hatte ich vorgehabt, Geldorf die ganze Geschichte zu erzählen und die Karten auf den Tisch zu legen. Schließlich war das der Kompromiss gewesen, den Anna und ich auf der Fahrt nach Lettland ausgehandelt hatten. Dass er mich an der Grenze hatte abfangen lassen und sein inniger Wunsch, mich mit dem Toten auf dem Bahnhofsklo in Verbindung zu bringen, das hatte meinen Entschluss ins Wanken gebracht.
Die Motive dafür, Nyström verletzte Eitelkeit wegen der Festsetzung an der Grenze oder wegen Geldorfs Ermittlungsversuch in Sachen Bahnhofsklo, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Schuss auf dem Bahnhofklo war Notwehr, was sicher nicht schwer zu beweisen wäre.
Bei der polizeilichen Befragung überrascht mich, wie gut Nyström sich als Nicht-Jurist mit seinen Rechten auskennt  und auch alle Fallen seiner eindeutigen Identifizierung (Fingerabdrücke, Stimmprotokoll) vermeiden kann.

Was ich mich frage: Woher wissen die Verfolger eigentlich von der CD? Ist hier irgendwas meiner (diesmal sowieso eingeschränkten) Leseraufmerksamkeit entgangen?


Am Schluss des 3. Leseabschnitts schließt sich allmählich der Kreis und wir werden zurückgeführt zum Prolog. Ich finde es faszinierend und nachvollziehbar wie Nyström sich bei der Ausübung von Gewalt selbst beobachtet, die Gewalt und Macht genießt und sich gleichzeitig verachtet. Überhaupt sind für mich die Protagonisten in ihrer Authenzität (bis auf das nicht nachvollziehbare, todesmutige Ermittlerverhalten) das große Plus dieses Romans.

Ich bin nun sehr gespannt, auf das Showdown.

Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.

Chinesisches Sprichwort

Offline lesegrete

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 910
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #17 am: 18. März 2012, 14:36:11 »
Die andere große Sache in meinem Hirn ist die Frage, an wen die Post aus Växjø adressiert war. An Geldorf? Oder an Kubens? An Helens Anschrift ja wohl hoffentlich nicht.

Da bin ich auch sehr gespannt. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Nyström die richtige CD mitnimmt, aber dem ist ja nun nicht so....  ;)

Seine körperliche Verwandlung ist gut durchdacht und die Stimmung in der Waldhütte ist zum Zerreißen gespannt. Es ist ein interessanter Ort für das Finale; völlig abgeschieden und die Chance, dass die Polizei zur Hilfe eilt, strebt gegen Null.

Hier kann ich nur zustimmen. Es bleibt bis zum Schluss sehr spannend.

Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.

Chinesisches Sprichwort

Offline Spatzi79

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2386
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #18 am: 18. März 2012, 15:43:25 »
wow --- hier lernt man was gewisse Ereignisse aus einem Menschen machen können. Ich frage mich die ganze Zeit, schlummert diese Gewalt, die Aggression in jedem von uns oder gibt es da ein bestimmtes Gen, das da in einem Menschen schlummern muss.

Von Gentheorien habe ich noch nie viel gehalten - es würde uns größtenteils unserer eigenen Verantwortung berauben. Ich denke, dass ein gewisses Gewaltpotential in jedem von uns schlummert - nur dass unsere Hemmschwellen sehr unterschiedlich sind. Der eine tickt schon bei einer Beleidigung aus, der andere bei einem verlorenen Fußballspiel, ein anderer, wenn seinen Kindern Gewalt angetan wird. Sicherlich eine Frage des Charakters und der Sozialisation, denke ich dennoch, dass jeder sich selbst kontrollieren kann und muss.

Die Gene als Ausrede benutzen möchte ich sicher auch nicht, ich glaube allerdings schon, dass sie aucheine Rolle in unserem Verhalten spielen. Klar, wir halten uns alle eigentlich für zivilisiert, aber trotzdem genügen unterschiedlich hohe Reize, um Menschen "austicken" zu lassen, da ist der dünne Lack der Zivilisation dann schnell vergessen und man handelt wieder wie ein Steinzeitmensch...

Wobei Thomas hier ja durchaus überlegt und planvoll vorgeht, das finde ich fast noch schlimmer. Er dreht ja nicht durch, sondern er kalkuliert das durch und ist wissend bereit, tödliche Gewalt anzuwenden (zumindest gehe ich davon aus, wenn jemand ein geladenes Gewehr mit sich führt)

Offline Spatzi79

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2386
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #19 am: 18. März 2012, 15:45:01 »
Grundsätzlich ist die Arbeit, die sie öffentlich erledigt, schon sehr unsympathisch - sollten die Verursacher und Verantwortlichen für Ölkatastrophen in den Ozeanen meiner Meinung nach doch viel deutlicher zur Rechenschaft gezogen werden, aber gut, in unserer demokratischen Grundordnung hat natürlich auch der Angeklagte ein Recht auf Verteidigung. Was allerdings haarsträubend ist, sind die Methoden der besagten Firma hinter den Fassaden! Hier werden also ganz klar Einschüchterungen, Erpressungen, Bestechungen und sogar Morde vollzogen - alles um den maximalen Profit zu erzielen! Das ist so widerlich, unfassbar.

Leider ja nicht so unfassbar - ich weiß nicht, wieviel Realität in diesem Krimi steckt, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es derartige Firmen gibt und dass die dann auch zu den entsprechenden Mitteln greifen.

Offline dubh

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1646
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #20 am: 18. März 2012, 16:22:57 »
Wobei Thomas hier ja durchaus überlegt und planvoll vorgeht, das finde ich fast noch schlimmer. Er dreht ja nicht durch, sondern er kalkuliert das durch und ist wissend bereit, tödliche Gewalt anzuwenden (zumindest gehe ich davon aus, wenn jemand ein geladenes Gewehr mit sich führt)

Thomas plant aber keine Ermordung. Das Jagdgewehr seines alten Herren nimmt er doch zur Selbstverteidigung mit, oder? Für mich - nach all der Leichtsinnigkeit - das plausibelste. ;)

Grundsätzlich ist die Arbeit, die sie öffentlich erledigt, schon sehr unsympathisch - sollten die Verursacher und Verantwortlichen für Ölkatastrophen in den Ozeanen meiner Meinung nach doch viel deutlicher zur Rechenschaft gezogen werden, aber gut, in unserer demokratischen Grundordnung hat natürlich auch der Angeklagte ein Recht auf Verteidigung. Was allerdings haarsträubend ist, sind die Methoden der besagten Firma hinter den Fassaden! Hier werden also ganz klar Einschüchterungen, Erpressungen, Bestechungen und sogar Morde vollzogen - alles um den maximalen Profit zu erzielen! Das ist so widerlich, unfassbar.

Leider ja nicht so unfassbar - ich weiß nicht, wieviel Realität in diesem Krimi steckt, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es derartige Firmen gibt und dass die dann auch zu den entsprechenden Mitteln greifen.

Ja, klar - ich denke, dass Lukas da ziemlich dicht an der Realität ist. Mit der unfassbaren Widerlichkeit meinte ich auch die Mittel, die recht sind, um Gewinn zu erzielen. Und kaum einer kommt dahinter.
Aber für solche "Geschäftsmänner" gibt es ja reichlich Belege - davon lesen/hören wir tagtäglich in den Medien. Was aber doch nicht alltäglich öffentlich wird, ist die Skrupellosigkeit, die auch dahinter stehen kann...
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline Spatzi79

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2386
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #21 am: 18. März 2012, 16:31:07 »
Selbstverteidigung mit einem Gewehr kalkuliert aber ein, dass man im Zweifelsfall jemanden töten muss, um sich zu verteidigen.
Natürlich ist es plausibel, er weiß ja inzwischen, dass der Gegner auch nicht zimperlich ist. Aber trotzdem ist es eine Schwelle, die man erstmal überschreiten muss...

Offline dubh

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1646
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #22 am: 18. März 2012, 16:37:11 »
Selbstverteidigung mit einem Gewehr kalkuliert aber ein, dass man im Zweifelsfall jemanden töten muss, um sich zu verteidigen.
Natürlich ist es plausibel, er weiß ja inzwischen, dass der Gegner auch nicht zimperlich ist. Aber trotzdem ist es eine Schwelle, die man erstmal überschreiten muss...

Klar. Aber die Sonderbehandlung im Bahnhofsklo (huuuah, mir ist jetzt noch schlecht, wenn ich daran denke, dass Nyströms Kopf IN der Toilette steckte! :o), auf dem Schiff und die Entführung von Anna 'helfen' bei der Überschreitung... Dass soll in kleinster Weise eine Rechtfertigung für einen geplanten Mord sein - aber alle Mal eine klare Rechtfertigung für eine mögliche Selbstverteidigung. :) Bleibt nur zu hoffen, dass Nyström nicht gleich einen komplett ausschaltet. ::)
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline Spatzi79

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2386
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #23 am: 18. März 2012, 16:42:00 »
Wie gesagt, für mich muss sich Nyström nicht rechtfertigen, ich kann seine Handlungen im Buch durchaus nachvollziehen.
Die von dir genannten Punkte kommen ja alle noch zu dem Mord an Helen dazu und reichen mir als Begründung völlig aus, um verstehen zu können, warum er nun auch zu solchen Mitteln greift.

Aber man fragt sich eben, wann bei einem selbst diese Schwelle erreicht wäre, oder? Wieviel würde man einstecken, bis man zu den entsprechenden Mitteln der Gegenwehr bzw Verteidigung greift? Das ist eine ziemlich interessante Frage in der Theorie, in der Praxis hoffe ich, nie die Antwort kennenzulernen!

Offline dubh

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1646
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #24 am: 18. März 2012, 17:11:44 »
Aber man fragt sich eben, wann bei einem selbst diese Schwelle erreicht wäre, oder? Wieviel würde man einstecken, bis man zu den entsprechenden Mitteln der Gegenwehr bzw Verteidigung greift? Das ist eine ziemlich interessante Frage in der Theorie, in der Praxis hoffe ich, nie die Antwort kennenzulernen!

Das ist auf jeden Fall eine sehr spannende Frage! Manche Hemmschwellen sitzen so tief, dass ich echt mehr als nur entsetzt bin... Neulich stand ich beispielsweise in einer Schlange beim Bäcker. Vor mir zwei Leute und dann bemerke ich, dass an der anderen Seite (der Tresen war L-förmig) auch zwei Leute stehen. Die Bäckersfrau war alleine und hat die zwei "Extra-Ansteher" nicht bemerkt, woraufhin diese laut wurden und gleich auch noch begonnen haben, die vermeintliche Vordränglerin auf meiner Seite zu bepöbeln... So weit, so 'gut'. Das Ende vom Lied war, dass ich mit einem anderen Menschen die drei Zankhühner (die sich schon am Kragen hatten) auseinander zu zerren. Peinlich, oder? Um wie viel Zeit ging es da? Um die für den Kauf eines Brötchens? Unglaublich. Mein erster Gedanke war "typisch deutsch" - da ticken die aus, weil sie eventuell in der Reihenfolge benachteiligt werden! Und deshalb auch noch Gewalt anzuwenden, ist mehr als hohl.
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline Erendis

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 521
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #25 am: 18. März 2012, 18:01:25 »
Aber man fragt sich eben, wann bei einem selbst diese Schwelle erreicht wäre, oder? Wieviel würde man einstecken, bis man zu den entsprechenden Mitteln der Gegenwehr bzw Verteidigung greift? Das ist eine ziemlich interessante Frage in der Theorie, in der Praxis hoffe ich, nie die Antwort kennenzulernen!

Ja, die Frage habe ich mir während des Lesens auch immer wieder gestellt. Wobei ich natürlich auch hoffe, dass die Hemmschwelle bei mir nie ausgetestet wird.   ;)

Das ist auf jeden Fall eine sehr spannende Frage! Manche Hemmschwellen sitzen so tief, dass ich echt mehr als nur entsetzt bin... Neulich stand ich beispielsweise in einer Schlange beim Bäcker. Vor mir zwei Leute und dann bemerke ich, dass an der anderen Seite (der Tresen war L-förmig) auch zwei Leute stehen. Die Bäckersfrau war alleine und hat die zwei "Extra-Ansteher" nicht bemerkt, woraufhin diese laut wurden und gleich auch noch begonnen haben, die vermeintliche Vordränglerin auf meiner Seite zu bepöbeln... So weit, so 'gut'. Das Ende vom Lied war, dass ich mit einem anderen Menschen die drei Zankhühner (die sich schon am Kragen hatten) auseinander zu zerren. Peinlich, oder? Um wie viel Zeit ging es da? Um die für den Kauf eines Brötchens? Unglaublich. Mein erster Gedanke war "typisch deutsch" - da ticken die aus, weil sie eventuell in der Reihenfolge benachteiligt werden! Und deshalb auch noch Gewalt anzuwenden, ist mehr als hohl.

Oh ja, ich wundere mich im Alltag auch immer wieder, wie aggressiv und gewaltbereit manche Menschen sind. Hier bei uns im Kaff gibt es auch sehr viele solche Exemplare, Gewaltbereitschaft gehört bei denen schon fast zum "guten Ton".
Und welche nichtigen Anlässe deren Wutausbrüche manchmal haben, da kann man nur noch den Kopf schütteln.   ::)

Aber es ist ja auch noch mal ein Unterschied, ob man angegriffen wird und sich wehrt oder rächt (was meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt sein kann, aber natürlich kommt es hier auch auf die angewandten Mittel an) oder ob man von selbst jemanden angreift (wofür ich überhaupt kein Verständnis habe).
LG,
Erendis

Offline Spatzi79

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2386
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #26 am: 18. März 2012, 18:11:56 »
ohja, man wundert sich schon über die Hemmschwelle mancher Leute... auf uns ist hier mal ein Landwirt mit einem ziemlich großen Schraubenschlüssel losgegangen und das, weil meine Hunde über seine Wiese gerannt sind und seine Kühe angebellt habe (die wohlgemerkt hinter einem Zaun waren und da sind meine Hunde nicht drüber!!!) - mein Ex ist völlig cool stehengeblieben, hat sein Notizbuch gezückt und um den Namen des Kerls gebeten... Juristen sind irgendwie anders  ;D - aber ich bin beinahe gestorben, v.a. weil ich Angst hatte, dass meine Hunde sich bedroht fühlen und sich wehren und die Kacke dann richtig am Dampfen ist... Ich bin wohl eher der defensive Typ  ;)

Offline dubh

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1646
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #27 am: 18. März 2012, 18:59:01 »
Aber es ist ja auch noch mal ein Unterschied, ob man angegriffen wird und sich wehrt oder rächt (was meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt sein kann, aber natürlich kommt es hier auch auf die angewandten Mittel an) oder ob man von selbst jemanden angreift (wofür ich überhaupt kein Verständnis habe).

 :five: Wobei das mit der Rache schon ein zweischneidiges Schwert ist. Grundsätzlich kann ich dieses Gefühl, sich rächen zu wollen, an mancher Stelle nachvollziehen, aber trotzdem ist sie zu recht nicht legitim.
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline foenig

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 257
Re: # 03 - Seite 175 bis 252 (einschließlich Kapitel 31)
« Antwort #28 am: 17. April 2012, 07:12:47 »
Hey,

Demenz:
Ich habe zum Glück noch keine persönlichen Erfahrungen mit Demenz gemacht, aber ich habe die Darstellung hier im Buch als realistisch empfunden. Die unfreiwillige Komik hat mich öfter schmunzeln lassen, wobei ich aber auch sofort ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass Annas Alltag mit Gunnar überaus schwer ist.

Der Ausflug nach Schweden war insofern gut, dass sie den brief von Helen erhalten haben, allerdings finde ich es extrem leichtsinnig zu solch verletzlichen Menschen zu fahren, obwohl die zwei den gleichen Fehler kurz zu vor schon gemacht haben.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Klar, sie haben scheinbar erstmal ihre Verfolger abgehängt. Aber da die Verfolger wissen, wer Thomas ist, kann es auch nicht lange dauern herauszufinden, wo Thomas Eltern leben. Ich habe eigentlich die ganze Zeit damit gerechnet, dass wieder irgendso ein gefährlicher Typ auftaucht.

Schrotflinte aus dem Prolog:
Ich habe die Schrotflinte beim Lesen gar nicht mit dem Prolog in Zusammenhang gebracht. Ich war so vertieft in die Geschichte, dass ich ehrlich gesagt auch schon gar nicht mehr an den Prolog gedacht habe...

Geldorf:
Der Mann ist und bleibt mir ein Rätsel. Mir ist er eher unsympathisch und daher glaube ich, dass er irgendwas im Schilde führt, was für Thomas nicht so gut ist!

Sehr faszinierend fand ich Thomas' Veränderung dargestellt. Interessant, wie ein friedliebender und unbescholtener Mensch wie Thomas auf einmal Gefallen am Umgang mit einer Waffe findet und einen Geldboten unter Einsatz von Gewalt und Wahrheitsserum zum Reden bringt. Immerhin fühlt er sich dabei reichlich unwohl und ihn plagen trotz allem noch Skrupel. Ob er diese auch noch verlieren wird?
Thomas Wandel verfolge ich auch äußerst gespannt. Auch wenn seine Verhaltensveränderung recht radikal ist, erscheint es mir realistisch. Schließlich haben sich seine äußeren Bedinungen auch drastisch geändert!

Soweit ich das mitbekommen habe ist die CD noch nicht in Hamburg angekommen.
Wer weiß auch ob die nicht irgendwo verloren gegangen ist. Bei der Post passieren ja manchmal komische Dinge (;
Auf die Idee etwas so wichtiges mit der Post zu verschicken, wäre ich nie im Leben gekommen! Thomas hat wohl noch nicht allzu viele Erfahrungen mit der Post gemacht.  ;) Mir wäre das Risiko einfach viel zu hoch, dass mal wieder etwas bei der Post nicht funktioniert.
Die andere große Sache in meinem Hirn ist die Frage, an wen die Post aus Växjø adressiert war. An Geldorf? Oder an Kubens? An Helens Anschrift ja wohl hoffentlich nicht.
Darüber habe ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Irgendwie bin ich ganz automatisch davon ausgegangen, dass er die Cd wohl an Helens Adresse schicken wird, auch wenn das nicht allzu clever sein könnte.