Hallo zusammen,
mir gefällt das Buch immer besser, da mir einerseits die Spekulationen sehr viel Spaß machen, ich andererseits aber eigentlich keine Erklärung und noch weniger Ahnung habe, wie es sich mit einigen Dingen verhält.

Aber zuallererst: ich glaube Doro. Auch wenn ich weiß, dass es schwierig wird, die Überreste in dem VW-Bus am Ulfinger See zu erklären. Erstens, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Kevin einen Menschen umgebracht haben könnte, den jetzt alle für ihn selbst halten, und zweitens, weil ich mir auch nicht erklären könnte, wo ein Jugendlicher/junger Erwachsener eine männliche Leiche finden könnte, die er in seinen Bus schleppt um seinen eigenen Tod vorzutäuschen.
Nachdem Pino Doro vor David gewarnt hatte, habe ich mir überlegt, ob dieser Kevin vielleicht etwas Böses wollte - aber nur weil der örtliche Eiscafé-Besitzer jemanden nicht koscher findet... Zudem war/ist Kevin depressiv. Folglich bin ich hier erst einmal ratlos.
Julian ist mir nach dem nächtlichen Ausflug zu diesem Aussichtspunkt wieder sehr sympathisch - er macht mit dem Sterben seiner Adoptivmutter eine schwere Zeit durch. Ob er Doro mehr Halt geben kann? Er hat ja eine schwierige Vergangenheit und ich könnte mir vorstellen, dass sich die beiden durchaus eine Hilfe sein könnten... Hoffentlich nimmt er Doro ihren spontanen Kuss nicht allzu übel! Einzig und alleine die Nummer im Supermarkt ist mir immer noch ein Rätsel, da ich mir durchaus vorstellen könnte, dass Julian Doro lediglich ihre eigene Kohle wiedergegeben hat... Verheimlich er also doch etwas?
Zu David kann ich eigentlich nichts wirklich sagen - er ist einen Tick zu cool und ich weiß nicht wem er damit etwas beweisen muss. Aber zum Glück ist Doro von seinem Auto und dem 'Süße'-Gequatsche bislang völlig unbeeindruckt.
Einzig und allein von Doros Mutter bin ich etwas enttäuscht - sicher, sie hat eine schwierige Situation zu bewältigen, indem sie erst den Sohn verliert und ihre Tochter einen Schock durchlebt, ihr Mann sie anschließend verlässt und sie einen neuen Job und ein neues Zuhause finden muss, aber mal ehrlich: in Doros ersten Tagen in Ulfingen hätte ich mir doch ein bißchen mehr Unterstützung durch ihre Mum erhofft. Aber vermutlich ist sie auch noch sehr mit sich selbst beschäftigt, schade jedenfalls, denn ich mag sie im Grunde.
Besonders toll finde ich übrigens die plastischen Beschreibungen! Doros Erlebnisse, Träume und die Geräusche die sie wahrnimmt, aber auch die kleinen Situationen wie beispielsweise die, als sie die Türklinke anfasst und sie als kalt und furchtbar glitschig empfindet, oder der Windstoß, der durch das Hexenhäuschen fährt... Das alles lässt mich ganz dicht an Doro rutschen, ich kann mich in den Moment einfühlen und mit Doro mitfühlen (und mir so manchen kalten Schauer einfangen.

)... Das Buch macht Spaß und ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, was Doros Erinnerungsfetzen alles ans Tageslicht befördern und wer sich als echter Freund und/oder Helfer erweist und wer vielleicht nicht.
So, dann gehe ich mal Eure Beiträge lesen.
Liebe Grüße
dubh