Autor Thema: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)  (Gelesen 1225 mal)

Offline nimue

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02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« am: 02. Februar 2012, 19:21:14 »
Hier könnt ihr zu Teil 2: 23:19 Uhr (Seite 107 bis 177) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline SheRaven

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #1 am: 05. Februar 2012, 10:25:53 »
Ich gehe doch recht in der Annahme, dass der Abend, an dem Doro auf die Geburtstagsparty wollte und ihre Eltern ausgehen wollten und sie auf ihren kleinen Bruder aufpassen musste, der Vorabend des Todes ihres Bruders ist, oder?
Um 23:19 Uhr, die Uhrzeit, die alles veränderte, erfuhr die da noch 15-jährige Doro, dass ihre beste Freundin auf der Party mit dem Jungen rummachte, in den sie verliebt war. Klar, dass sie jetzt ausflippen wird (was in dieser Situation mit Sicherheit kein rein pubertäres Verhalten ist, sondern auch im Erwachsenenalter und sowohl bei Männern als auch Frauen vorkommt).
Ob sie jetzt aus der Wohnung stürmt, zu Bens Party, um Bea zusammenzustauchen? Während ihr Brüderchen weiter schreit und schreit und schreit, das Ding in seinem Kopf platzt und ...
Der ganz am Anfang geschilderte Morgen macht einen sehr harmonischen Eindruck. Weiß Doro da schon, dass ihr Bruder nicht mehr lebt?

Ist das Röcheln und Keuchen, dass Doro immer wieder hört, der Atem ihres Bruders, als sie an jenem verhängnisvollen Abend / Nacht nach Hause kommt?

Das Mädchen, dass Doro in der Nacht in ihrem Zimmer sieht, ist ein Trugbild. Und gleichzeitig vermutlich ein Bild von ihr selbst, so, wie sie sich sieht. Als das abgrundtief Böse.

Das Kevin allerdings auch ein Trugbild ist, beweifele ich inzwischen. Denn es ist zwar sein Fahrzeug ausgebrannt und es ist auch jemand in seinem Fahrzeug verbrannt, aber, wie auch Doro auf Seite 167 schon sagte, ist ja noch unklar, wer da verbrannt ist.
Also gehe ich davon aus, das Kevin lebt und in seinem Leben ebenfalls etwas schreckliches passiert ist. Etwas, dass ihn außerhalb seiner vorherigen Selbstmordversuche nochmals aus der Bahn geworfen hat.
Aber warum versteckte sich der verletzte Kevin ausgerechnet im Schuppen von Doros neuem Heim? Sein Bandkollege und Freund (?) Julian wohnt direkt gegenüber.
Wollte Kevin zu Julian?
Oder wollte er von Julian / aus Julians Elternhaus weg?
War/ist Kevin ein Patient von Julians Vater?

Und warum, verdammt noch mal, macht Doro das Licht nicht an, wenn sie Nachts durchs Haus stoplert?  ;)

Liebe Grüße
SheRaven

Offline smyrill

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #2 am: 05. Februar 2012, 11:05:12 »
SheRaven, Deinen Beitrag kann ich erstmal komplett unterschreiben ;)
Ich hatte gestern nacht beim lesen dieselben Gedanken !!

Ja, das ist der betreffende Abend, das würde ich auch sagen. Passt ja auch zu dem was konkret zu diesem Abend gesagt wird.

Ob sie jetzt aus der Wohnung stürmt, zu Bens Party, um Bea zusammenzustauchen? Während ihr Brüderchen weiter schreit und schreit und schreit, das Ding in seinem Kopf platzt und ...

Ein durchaus vorstellbares Szenario... und in dem Falle dan auch sehr verständlich, das sie solche Shculdgefühe hat.

Allerdings gäbe es in dem Falle ja auch Mitwisser (die Kids auf der Party) - was ich mir aber nicht vorstellen kann, das es die gibt, weil das doch dann irgendwie rausgekommen wäre (irgendwer HÄTTE geplaudert) das sie in der Nacht weg war.
Möglicherweise ist sie aber auch erst los und dann doch umgekehrt mit schlechtem Gewissen ?

Vielleicht war sie nach dem Anruf dann aber auch "nur" sooooo sauer, das sie sich eben dann nicht mehr um Kai gekümmert hat (hatte sie bis 23.00 ja auch schon nicht) und er starb, während sie im Haus war.

Die Gespräche mit dem Arzt lese ich mit sehr gemischten Gefühlen. Ich finde das der grad szwischen Hilfe und Manipulation da sehr schmal ist und bestimmt ruscht man da als Psychotherapeut auch mal ab.
Das Gefühl Doros "Glaub mir doch einfach mal !" kann ich gut verstehen.
Aber das man Doros Geschichten eben durchaus gut für "in ihrem Kopf entstanden" halten kann, verstehe ich auch.

Ich selber glaube grad, das das grauslige Mädchen ein "Trugbild", Kevin aber echt ist (wie SheRaven schon sagt: es wurde ja keine identifizierbare Leiche gefunden, bzw ist die noch in der Pathologie)

In Doros Lage zu sein stelle ich mir sehr schlimm vor... nicht mehr zu wissen was wahr und was falsch (oder in dem Falle: unecht) ist... und niemanden zu haben, der einem wirklich glaubt, was an gesehen hat. Da fehlt einem dann doch jeglicher Halt.
Und "Traue niemandem, nicht einmal Dir selbst" ist ja eine sehr traurige Lebenseinstellung, erst recht für eine Jugendliche.

Übrigens finde ich das Verhaltne der Eltern echt unmöglich... Die große Schwester als Babysitter zu nehmen geht meiner Meinung ach nur mit deren Einverständnis. Bzw mit guten Absprachen, die auch die Pläne des Mädchens berücksichtigen. Zumal die Eltenr es ja waren, die ein Baby in die Welt gesetzt haben, mit dem man eben dann automatisch angebundener" ist.

Offline kaluma

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #3 am: 05. Februar 2012, 12:03:39 »
So, der zweite Abschnitt ist gelesen oder besser gesagt verschlungen! Ich mußte mich bremsen, um nicht gleich weiterzulesen. Hier meine Eindrücke:

Das Gänsehautfeeling ist nun auch bei mir angekommen: besonders bei der Szene, in der Doro das Mädchen in ihrem Zimmer zu sehen glaubt.  :o

Insgesamt wird mir Doro immer sympathischer, sie hat Biß! Wie sie beschließt, ihrer Mutter die 300 Euro zu ersetzen und dafür eine Stelle sucht, das fand ich toll und sehr tatkräftig von ihr. Auch wie sie mit ihren Ängsten umgeht und sich ihnen stellt, also immer wieder den Dingen, die sie zu sehen und zu hören glaubt, auf den Grund geht (das Licht anmacht, die entsprechende Tür öffnet) finde ich sehr mutig für ein Mädchen in dem Alter und mit ihrer Vergangenheit.

Warum Julian so traurig war als er aus dem Haus kam, und später normal wirkte, ist für mich nun erklärt: durch den Zustand seiner Mutter.

Als Doro Kevin auf diesem Plakat erkennt, war für mich klar, daß es nicht Kevin sein kann, der in dem Auto verbrannt ist. Selbst wenn Doro Halluzinationen haben sollte, dann wäre es wohl kaum möglich, daß sie einen Menschen halluziniert, der existiert und den sie nicht kennt. Und da es Geister nicht gibt, ist die einzige Erklärung, daß es wirklich Kevin war, den sie im Gartenhaus gesehen hat. Daß Julian auch in dieser Band ist, verstärkt meinen Verdacht, daß er mit Kevins Verschwinden zu tun hat.

Kurz schoß mir der Gedanke durch den Kopf, daß Kevin vielleicht das passende Herz für Julians Mutter hatte und deshalb gefangengehalten wurde, um ihn zum richtigen Zeitpunkt "auszuweiden"... er war ja sowieso ein potentieller Selbstmörder... das wäre allerdings ziemlich heftig und schließlich war ja das fehlende Spenderherz gar nicht das Problem bei Julians Mutter, sondern eine Virusinfektion.

Ich gehe doch recht in der Annahme, dass der Abend, an dem Doro auf die Geburtstagsparty wollte und ihre Eltern ausgehen wollten und sie auf ihren kleinen Bruder aufpassen musste, der Vorabend des Todes ihres Bruders ist, oder?
Ja, das denke ich auch!

Ist das Röcheln und Keuchen, dass Doro immer wieder hört, der Atem ihres Bruders, als sie an jenem verhängnisvollen Abend / Nacht nach Hause kommt?
Das ist auch meine Vermutung. Ist sie denn weggegangen an dem Abend? Sie ist doch nach dem Telefonat nach oben gestürmt. Vielleicht hat sie ihren Bruder geschüttelt, er bekam diesen Krampf und sie hat keinen Arzt gerufen, entweder aus Schreck und Schuldgefühl oder weil sie ihren Bruder nicht mehr ertragen konnte oder beides?


Übrigens finde ich das Verhaltne der Eltern echt unmöglich...
Ich auch. Schon im ersten Leseabschnitt war die Mutter mir irgendwie suspekt, sie wirkte nicht wie jemand, der vor einem reichlichen Jahr ein Kind verloren hat... Und wie sie in Doros Erinnerung mit ihrer Tochter spricht, war für mich völlig unverständlich! So würde ich mit meiner Tochter niemals umspringen (und ich würde mich nicht als deren beste Freundin bezeichnen). Die Eltern wollen wegen ihres Hochzeitstages ausgehen? :vogelzeigen:  Ja kann man den denn nicht zuhause feiern, wenn ein Kleinkind im Haus ist?? Erst recht wenn die Tochter, die kaum fünfzehn ist, an dem Abend zu einer Party eingeladen ist. In einer solchen Situation einen wütenden Teenager mit einem schreienden Kleinkind alleine zu lassen, und in aller Ruhe das Haus zu verlassen, ist für mich ein völllig unklares Verhalten der Mutter. Da hätte ich keine ruhige Minute zum Feiern, ganz abgesehen davon, daß ich ein schreiendes Kind nie einfach verlassen würde, das geht gegen alle Instinkte.
Und auch ich finde, daß die Eltern für ein Kleinkind verantwortlich sind und sonst niemand.
Warum waren die Eltern eigentlich um 23.19 Uhr, als das Telefon klingelte, noch nicht zurück? Warum haben sie zwischendurch nicht angerufen? Irgendwie paßt das für mich alles noch nicht zusammen. Es sei denn, entweder stimmt Doros Erinnerung an den Abend nicht, oder Kai ist ein unerwünschtes, ungeliebtes Kind (dagegen sprechen aber Doros andere Erinnerungen, was für ein Bohei um Kai gemacht wird).

Und nun zum Therapeuten, auch den finde ich seltsam. Ganz besonders die Stelle, als er auf Doros Frage antwortet, was er tun würde, wenn ihm jemand sagt er sei nackt: Dann würde er einen Mantel anziehen und seine Tabletten nehmen.  ??? Hä? was ist denn das für eine Antwort? Das möchte ich ja bezweifeln, daß er das wirklich tun würde.  ;D
So ganz unvoreingenommen ist er also nicht Doro gegenüber, denn ganz offensichtlich geht er davon aus, daß sie in der Regel spinnt. Anstatt gemeinsam mit ihr herauszufinden, wie sie Einbildung und Realität zuverlässig voneinander unterscheiden kann, lautet seine Lösung: Tabletten. Das ist sicher nicht schön für Doro und daß sie ihm nicht ganz traut und ihm nicht alles erzählt, finde ich da ganz folgerichtig.  :(

Und warum, verdammt noch mal, macht Doro das Licht nicht an, wenn sie Nachts durchs Haus stoplert?  ;)
Das frage ich mich auch. Ich habe mich schon in der Gartenhaus-Szene gefragt, wieso sie keine gescheiten Taschenlampen im Haus haben. Heutzutage hat doch jeder diese LED-Lampen zuhause, ich habe davon allein drei Stück im Flur und eine im Schlafzimmer griffbereit.
Im Buch befinden wir uns übrigens in der Zukunft, deute ich das richtig? Kai ist im Dezember 2009 geboren, also müssen wir uns zur Handlungszeit des Buches im Sommer 2012 befinden.
« Letzte Änderung: 05. Februar 2012, 12:06:47 von kaluma »

Offline schlumeline

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #4 am: 05. Februar 2012, 12:04:04 »
Ich gehe doch recht in der Annahme, dass der Abend, an dem Doro auf die Geburtstagsparty wollte und ihre Eltern ausgehen wollten und sie auf ihren kleinen Bruder aufpassen musste, der Vorabend des Todes ihres Bruders ist, oder?
Um 23:19 Uhr, die Uhrzeit, die alles veränderte, erfuhr die da noch 15-jährige Doro, dass ihre beste Freundin auf der Party mit dem Jungen rummachte, in den sie verliebt war. Klar, dass sie jetzt ausflippen wird (was in dieser Situation mit Sicherheit kein rein pubertäres Verhalten ist, sondern auch im Erwachsenenalter und sowohl bei Männern als auch Frauen vorkommt).

Ja, der Auslöser für Doros Verhalten ist eindeutig diese Situation. Allerdings ist wirklich die Frage was geschehen ist. Sie wird genug mit sich selbst zu tun gehabt haben und so dürfte sicher sein, dass der kleine Kai geschrien und geschrien und geschrien hat ohne das jemand zu ihm gegangen ist. Ob Doro dann aber apathisch und wütend zu Hause geblieben ist oder das Haus verlassen hat, wer weiß das schon. Wenn sie allerdings auf die Party gestürmt ist und da ihre Freundin vor versammelter Mannschaft verbal oder auch körperlich angegriffen hat, dann könnte ich ja die spätere Reaktion der Mitschüler/innen und deren Eltern verstehen. Irgendwie glaube ich aber nicht, dass Doro das getan hat.

Mal sehen, ob das aktuelle Geschehen etwas mit der Band zu tun hat, in der Julian, David und der angeblich tote Kevin gemeinsam gespielt haben. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Jungs untereinander Probleme miteinander haben. Oder aber der Doktor, Julians Stiefvater ist hier der Schlüssel.

Doro tut mir jedenfalls leid. Ich finde es toll von ihr, dass sie nun versucht den finanziellen Schaden wieder gut zu machen und das Geld durch einen Job wieder reinzuholen.

Die Gespräche mit dem Arzt lese ich mit sehr gemischten Gefühlen. Ich finde das der grad szwischen Hilfe und Manipulation da sehr schmal ist und bestimmt ruscht man da als Psychotherapeut auch mal ab.

Mir ist das alles auch nicht ganz geheuer und ich habe auch die Befürchtung, dass es nicht gut ist nun Doros Tablettendosis zu erhöhen.
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Offline Spatzi79

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #5 am: 05. Februar 2012, 13:01:43 »
Hm, wir sind wohl alle auf der gleichen Spur.

Auch ich habe beim Lesen dieses Abschnitts gedacht

- dass Kevin wohl doch nicht tot ist, nur wer ist dann in dem Auto verbrannt? Und vor wem braucht Kevin Hilfe, bzw was wollte er in Doros Schuppen?

- dass der Abend der Party, an den Doro sich hier erinnert, zu der Nacht gehört in der Kai gestorben ist. Die Theorie, dass sie nach dem Anruf losgerannt ist, um sich persönlich mit ihrer "besten Freundin" auseinanderzusetzen, ist mir auch sofort gekommen. Und wenn dann am nächsten Morgen Kai tot war, und der Anruf das alles ausgelöst hat, dass sie ihn allein gelassen hat, könnte das ja auch ihre Telefon-Phobie erklären? Oder sie ist doch dageblieben, war aber so wütend, dass sie Kai doch etwas angetan hat, ihm eine Ohrfeige gegeben oder ihn geschüttelt hat und dadurch unbewusst seinen Tod verursacht hat? Sie hat ja schon vor dem Anruf im wahrsten Sinne des Wortes "rot gesehen".
Dass die Eltern so rücksichtslos einfach ausgehen, fand ich auch unmöglich. Ich war (bin  ;) ) selber große Schwester und hatte oft die Verantwortung für meine beiden jüngeren Schwestern, aber an so eine Szene kann ich mich echt nicht erinnern.

Der Therapeut ist mir irgendwie unsymphatisch. Sicher, der Mann hat auch gerade ziemliche Sorgen mit seiner sterbenden Frau, aber irgendwie gefällt mir sein Umgang mit Doro nicht. Ich hab keine Ahnung, wie üblich das ist, aber warum gibt er ihr die zusätzlichen Pillen aus einer Probepackung und verschreibt sie ihr nicht ordentlich per Rezept? So kann eigentlich keiner nachvollziehen, wieviel von dem Zeug er ihr verordnet hat und das finde ich bei Psychopharmaka doch bedenklich. Vielleicht spinne ich, aber da gingen bei mir gleich ein paar Alarmglocken an...

Auch noch nicht so ganz warmgeworden bin ich mit David. Der Eisdielenbesitzer hat Doro ja auch vor ihm gewarnt. Ich bin gespannt, was da noch kommen wird!

Julian gefällt ihr und die beiden verstehen sich auch gut, aber nach dem Kuss schreckt er erstmal zurück. Nicht ganz unverständlich, da war Doro doch recht spontan. Aber vielleicht steckt da auch mehr dahinter?

Offline smyrill

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #6 am: 05. Februar 2012, 15:19:39 »
Das beruhigt mich ja, das ihr den Arzt auch alle "komisch" findet...
Ja, die Idee "erst mal eben die Tablettendosis zu erhöhen" ist echt komisch... und doch sicherlich auch nicht "normal", oder ? Also, wenn das der behandelnde Arzt gemacht hätte aufgrund seiner Erfahrung mit Doro aus den letzten ca 1,5 Jahren, dann hätte ich das noch eher verstanden, aber beim zweiten Termin "mal eben" !?!?!? 

Und das Kevin noch am Leben (und also "echt" ist... ) glauben wir jetzt alle, oder ?
Hm, vielleicht hat wirklich Julians Vater was damit zu tun. Wenn Kevin schcn mehrere Selbstmordversuche hinter sich hatte, war er ja möglicherweise auch in Behandlung bei ihm ? 

Schon im ersten Leseabschnitt war die Mutter mir irgendwie suspekt, sie wirkte nicht wie jemand, der vor einem reichlichen Jahr ein Kind verloren hat... Und wie sie in Doros Erinnerung mit ihrer Tochter spricht, war für mich völlig unverständlich! So würde ich mit meiner Tochter niemals umspringen (und ich würde mich nicht als deren beste Freundin bezeichnen). Die Eltern wollen wegen ihres Hochzeitstages ausgehen? :vogelzeigen:  Ja kann man den denn nicht zuhause feiern, wenn ein Kleinkind im Haus ist?? Erst recht wenn die Tochter, die kaum fünfzehn ist, an dem Abend zu einer Party eingeladen ist. In einer solchen Situation einen wütenden Teenager mit einem schreienden Kleinkind alleine zu lassen, und in aller Ruhe das Haus zu verlassen, ist für mich ein völllig unklares Verhalten der Mutter. Da hätte ich keine ruhige Minute zum Feiern, ganz abgesehen davon, daß ich ein schreiendes Kind nie einfach verlassen würde, das geht gegen alle Instinkte.
Und auch ich finde, daß die Eltern für ein Kleinkind verantwortlich sind und sonst niemand.
Warum waren die Eltern eigentlich um 23.19 Uhr, als das Telefon klingelte, noch nicht zurück? Warum haben sie zwischendurch nicht angerufen? Irgendwie paßt das für mich alles noch nicht zusammen. Es sei denn, entweder stimmt Doros Erinnerung an den Abend nicht, oder Kai ist ein unerwünschtes, ungeliebtes Kind (dagegen sprechen aber Doros andere Erinnerungen, was für ein Bohei um Kai gemacht wird).

Es ist natürlich schwierig zu sagen, wie sich eine Mutter benimmt, die vor 1,5 Jahren ein Kind verloren hat... Aber ich finde auch alles rund um die Eltern etwas komisch... Wobei wir da ja immer nur so Bruchstücke erfahren und kein wirklches Bild haben.

Allem was Du sagst,kann ich da auch nur zustimmen... Das Verhalten der Eltern an diesem Abend und "allgemein" kann ich nicht nachvollziehen und finde es verantwortunglos. Kai gegenüber aber auch Doro gegenüber.
Die Situation an dem Hochzeitstag muß dermaßen gespannt gewesen sien, da war es wohl klar das Kai da nicht zur Ruhe kommen würde.
Ein abends schreiendes Kind ist schon für einen Erwachsenen echt hart und nervenzerfetztend, das würde ich weder meinem Kleinkind noch meiner großen Tochter gegenseitig zumuten.

Ich überlege auch, wie lange die Eltern wohl weg waren... die müssen weit nach Mitternacht zurückgekommen sein, oder ? So lange wegzubleiben, das deutet in der Situation schon auf das Gemüt eines Fleischerhundes hin oder ?

Offline WulfD

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #7 am: 05. Februar 2012, 19:49:39 »
Das beruhigt mich ja, das ihr den Arzt auch alle "komisch" findet...
Ja, die Idee "erst mal eben die Tablettendosis zu erhöhen" ist echt komisch... und doch sicherlich auch nicht "normal", oder ? Also, wenn das der behandelnde Arzt gemacht hätte aufgrund seiner Erfahrung mit Doro aus den letzten ca 1,5 Jahren, dann hätte ich das noch eher verstanden, aber beim zweiten Termin "mal eben" !?!?!?

Ist das wirklich so komisch? Nur mal so nebenbei, aus Sicht des Klinikers ... ;) Dem Therapeuten liegt doch die Krankengeschichte seiner Patientin vor. Solche Informationen beinhaltet der Arztbrief, den man z. B. bei der Überweisung zum Facharzt oder nach Entlassung aus dem Krankenhaus für den Hausarzt mitbekommt. Darin sind sämtliche bisherigen Therapiemaßnahmen und Medikamente aufgelistet. Ohne dieses Wissen würde kein Therapeut die Behandlung fortsetzen. Zum anderen verhält es sich bei Psychopharmaka ebenso wie bei anderen Medikamenten, was gelegentliche Schwankungen in der Höhe der Dosierung betrifft. Wenn sich z. B. bei einem Diabetiker trotz regelmäßiger Insulingabe eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zeigt, wird der Behandler ebenfalls die Dosis anheben und beobachten, ob sich eine Besserung einstellt. Und nach meiner beruflichen Erfahrung ist es gerade bei der komplexen Wirkung von Psychopharmaka schwierig, eine dauerhaft konstante Dosierung zu finden. Was aber bitteschön nicht so zu verstehen ist, dass ich persönlich Psychopharmaka für die Ultima Ratio halte. Aber Nords Verhalten ist in dieser Situation nicht untypisch.

Im Buch befinden wir uns übrigens in der Zukunft, deute ich das richtig? Kai ist im Dezember 2009 geboren, also müssen wir uns zur Handlungszeit des Buches im Sommer 2012 befinden.

Ja, das stimmt. Die Handlung spielt im Erscheinungsjahr des Buches. Das halte ich in allen meinen Büchern so.

Ich überlege auch, wie lange die Eltern wohl weg waren... die müssen weit nach Mitternacht zurückgekommen sein, oder ? So lange wegzubleiben, das deutet in der Situation schon auf das Gemüt eines Fleischerhundes hin oder ?

Ähm, hüstel ... ehe jetzt noch die Köpfe der Eltern gefordert werden, möchte ich kurz zu bedenken geben, wie denn die Situation tatsächlich aussieht. Denn wir erfahren hier ja nur Doros Sicht der Dinge, und die sieht so aus: Sie will unbedingt auf diese Party und ist stinkig, dass sie stattdessen auf Kai aufpassen muss. Fakt ist, wir wissen nicht, wie oft die Eltern überhaupt noch ausgehen. Könnte ja sein, dass dies der erste Abend für die beiden seit längerer Zeit ist (worauf z. B. die neue Krawatte des Vaters oder das Abendkleid der Mutter schließen lassen könnte).

Okay, Kai schreit in diesem Moment, weil es ihm nicht passt, dass seine Eltern ausgehen, aber das ist Trotz. Wenn er zwei Jahre später an der Supermarktkasse tobt, weil er das Überraschungsei aus dem Regal neben dem Laufband nicht bekommt (weshalb man die Waren an der Kasse nicht umsonst als "Quengelware" bezeichnet :) ), werden die Eltern sicherlich auch nicht immer nachgeben, oder?

Und was Doro betrifft: Teenager neigen nun einmal gerne zu verallgemeinernden Behauptungen, wie z. B. ihr kleiner Bruder schreie immer, wenn sie auf ihn aufpassen sollen - erst recht, wenn sie aufgebracht und selbst trotzig sind, weil sie anderes vorhaben. Außerdem erwähnt Doro nicht, ob ihre Eltern sich nicht zwischendurch vielleicht doch bei ihr gemeldet oder ihr zumindest eine Handynummer für den Notfall gegeben haben.

Sorry, dass ich mich hier in die Diskussion einmische und eine Lanze für die Eltern breche, aber ich fand es eben nicht sooo abwegig, dass die Eltern ihren Hochzeitstag auch einmal außerhalb feiern sollten. Und wenn Doro sich für alt genug hält, um allein auf Partys zu gehen, ist sie mit ihren fünfzehn Jahren doch sicherlich auch verantwortungsbewusst genug, um einen Abend lang auf ihren kleinen Bruder aufzupassen. Oder stempelt mich diese Einstellung jetzt ebenfalls zum Rabenvater mit Fleischerhundgemüt ab? ;)

Offline starone

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #8 am: 05. Februar 2012, 20:09:37 »
Hallo alle Zusammen,  :winken

wow , wart ihr schon schon fleißig. Da muss ich mich, aber ranhalten ;).

LG..starone.. :winken: :lesen:

Offline smyrill

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #9 am: 05. Februar 2012, 20:17:01 »
Sorry, dass ich mich hier in die Diskussion einmische

*grins* "Einmischungen"  des Autors werden immer gerne genommen ;)
Dazu bist Du doch hier dabei oder !?  ;D
Außerdem mußt Du doch auch "Deine Protagonisten verteidigen" ;)

Also, ich kenne mich mit klinischen Gegebenheiten nicht aus... Und ich bin jemand der so weit es geht einen Bogen um Medikamente macht ;) (Wobei ich das Glück habe, auch kaum welche zu brauchen) und der bei Psychotherapie eher daran denkt "es ohne Mediaente zu schaffen". Was aber nicht irgendeinem Wissen über die Gepflogenheiten entspringt sondenr wohl eher meiner persönlichen Einstellung zu Medikamenten.

Hm, lese ich jetzt zwischen Deinen Zeilen, das an dem Tag an dem der Bruder dann starb, alles gar nicht so schlimm war ?  :)
Ja, Du hast recht, Jugendliche verallgemeinern gerne.
(War es nicht so das es aber noch irgendwoanders hieß, das Kai viel schreien würde ? )

Hm, ich kan mir schon vorstellen das der Abend für die Eltern WICHTIG war.. und ich meine auch ganz sicher nicht, das junge Eltern kein "Recht" auf einen freien Abend haben... 
Aber ich persönlich kann mir nciht vorstellen, das ich mein Kleinkind mit einer pubertierenden Schwester in "übler Stimmung" ;) länger als nötig wenn überhaupt alleine gelassen hätte.

Ich finde Schlafen ist ein "sehr spezielles Thema" (über das man auch stundenlang hin und her diskutieren kann und ich weiß das es da nicht nur eine "richtige Meinung und Methode" gibt ;) ) ...
Nicht zu vergleichen mit dem "Wutanfall im Supermarkt" ... zumal die Eltern in dem Falle das Kind ja nicht "alleine lassen".  ;)

Aber es ging mir auch nicht darum, dem Kind "seinen Willen zu lassen" indem die Eltern dableiben sondern es ging mir darum, wie und ob Doro mit der Situation fertigwird.

Und wenn Doro sich für alt genug hält, um allein auf Partys zu gehen, ist sie mit ihren fünfzehn Jahren doch sicherlich auch verantwortungsbewusst genug, um einen Abend lang auf ihren kleinen Bruder aufzupassen. Oder stempelt mich diese Einstellung jetzt ebenfalls zum Rabenvater mit Fleischerhundgemüt ab? ;)

 ;D ;D ;D ;D

Ich persönlich glaube, das weit weit weniger Verantwortungsbewußtsen dazu gehört auf eine Party zu gehen, als auf ein kleines Kind aufzupassen  :elf:

Offline Spatzi79

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #10 am: 05. Februar 2012, 20:37:04 »
Hallo Wulf!
Ich finde es auch schön, dass Du uns hier zeigst, dass wir uns vielleicht alle ein bisschen zu sehr auf die Eltern eingeschossen haben - nur keine Scheu vor Einmischungen, die Diskussion mit dem Autor ist doch gerade das Tolle an solchen begleiteten Leserunden!  ;)

Gerade das mit den Medikamenten konnte ich als gesunder Laie wirklich nicht einschätzen, also danke für die Klarstellung, dass das wohl alles im normalen Rahmen ist!

Offline WulfD

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #11 am: 05. Februar 2012, 21:33:33 »
Also, ich kenne mich mit klinischen Gegebenheiten nicht aus... Und ich bin jemand der so weit es geht einen Bogen um Medikamente macht ;) (Wobei ich das Glück habe, auch kaum welche zu brauchen) und der bei Psychotherapie eher daran denkt "es ohne Mediaente zu schaffen". Was aber nicht irgendeinem Wissen über die Gepflogenheiten entspringt sondenr wohl eher meiner persönlichen Einstellung zu Medikamenten.

Da haben wir etwas gemeinsam. Ich bin auch einer, der lieber auf bewährte Hausmittelchen zurückgreift, statt gleich Pillen zu schlucken ;) Im psychiatrischen Bereich hängt es jedoch sehr von der Art des psychischen Leidens ab. Und manchmal geht es dann nicht ganz ohne Medikamente. Zumindest aus meiner Erfahrung.

Hm, lese ich jetzt zwischen Deinen Zeilen, das an dem Tag an dem der Bruder dann starb, alles gar nicht so schlimm war ?  :)

Na ja, bisher sieht es zumindest mal nicht so aus, als würden die Eltern am Tod ihres kleinen Sohnes schuldig sein, oder? Als sie aus dem Haus gingen, war alles noch in Ordnung - sieht man einmal von der schmollenden Tochter und dem schreienden Sohnemann ab. Aber wer weiß ...

Aber es ging mir auch nicht darum, dem Kind "seinen Willen zu lassen" indem die Eltern dableiben sondern es ging mir darum, wie und ob Doro mit der Situation fertigwird.

Lassen wir uns überraschen. Noch wissen wir nicht, was an jenem Abend tatsächlich geschehen ist.

Ich persönlich glaube, das weit weit weniger Verantwortungsbewußtsen dazu gehört auf eine Party zu gehen, als auf ein kleines Kind aufzupassen  :elf:

Na ja, ich würde sagen, das hängt ganz von der Party ab ;D

Offline kaluma

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #12 am: 06. Februar 2012, 01:09:44 »
Hallo Wulf,

Ähm, hüstel ... ehe jetzt noch die Köpfe der Eltern gefordert werden, möchte ich kurz zu bedenken geben, wie denn die Situation tatsächlich aussieht. Denn wir erfahren hier ja nur Doros Sicht der Dinge, und die sieht so aus: Sie will unbedingt auf diese Party und ist stinkig, dass sie stattdessen auf Kai aufpassen muss. Fakt ist, wir wissen nicht, wie oft die Eltern überhaupt noch ausgehen. Könnte ja sein, dass dies der erste Abend für die beiden seit längerer Zeit ist (worauf z. B. die neue Krawatte des Vaters oder das Abendkleid der Mutter schließen lassen könnte).
Naja, anderthalb Jahre zählen bei mir noch nicht direkt als "längere Zeit". Und die Erwähnung mehrerer anderer Babysitter, die an dem Abend aus verschiedenen Gründen nicht kommen konnten, erweckten bei mir schon den Eindruck, daß das Ausgehen der Eltern eher Routine als Einzelfall ist.  Und daß Doro nicht zum ersten Mal auf Kai aufpassen muß. Und wenn Doro auf eine Party eingeladen ist, konnte man das eigentlich auch einige Tage vorher in der Familie besprechen und nach Alternativen suchen.

Okay, Kai schreit in diesem Moment, weil es ihm nicht passt, dass seine Eltern ausgehen, aber das ist Trotz. Wenn er zwei Jahre später an der Supermarktkasse tobt, weil er das Überraschungsei aus dem Regal neben dem Laufband nicht bekommt (weshalb man die Waren an der Kasse nicht umsonst als "Quengelware" bezeichnet :) ), werden die Eltern sicherlich auch nicht immer nachgeben, oder?
Ich finde, man kann diese beiden Situationen nicht vergleichen. Nein, das Schreien beim Weggang der Eltern ist kein Trotz, sondern ein legitimes Bedürfnis. Das Verhalten an der Supermarktkasse ist etwas grundlegend anderes, dem darf man nicht nachgeben und wie smyrill schon anmerkte, läßt man da das Kind ja auch nicht allein.  Natürlich kann es sein, daß Doros Eltern das anders sehen und das ist vermutlich auch so beabsichtigt (irgendwie muß es ja zu der Situation kommen, in der Doro  - was auch immer-  dem kleinen Kai antut).

Sorry, dass ich mich hier in die Diskussion einmische und eine Lanze für die Eltern breche,
Nein, das ist schon ganz in Ordnung so, ich bin sehr froh über diesen Input.  :) :winken:

Langer Rede kurzer Sinn: Ich wollte keineswegs die Köpfe der Eltern fordern, sondern nur meinen Eindruck schildern, daß die Eltern einen ziemlich großen Anteil an der Eskalation der Situation und an dem Geschehen haben, für das Doro sich schuldig fühlt.
Und irgendwie erzeugt diese Situation mit den weggehenden Eltern, der frustrierten Doro und dem schreienden Kai schon ein ganz ungutes Gefühl und eine schlimme Vorahnung beim Leser (also zumindest bei mir). Soll ja sicher auch so sein.

Zu der Erhöhung der Tablettendosis (das hatte ich ja auch kritisch gesehen): ich habe keinerlei Erfahrung mit Psychopharmaka und deren Dosierung, hatte aber den Eindruck, daß Herr Nord die Dosis erhöht, weil er Doro nicht glaubt, daß sie etwas Reales gesehen hat, sondern das, was sie gesehen hat, für Halluzinationen hält - und das war ja nicht richtig, nehme ich an. Aus seiner Sicht hat er natürlich das Richtige getan (bei Doros Vorgeschichte). Nur Doro hilft es leider nicht.

Grüße, kaluma
« Letzte Änderung: 06. Februar 2012, 01:16:52 von kaluma »

Offline smyrill

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #13 am: 06. Februar 2012, 08:55:30 »
Im psychiatrischen Bereich hängt es jedoch sehr von der Art des psychischen Leidens ab. Und manchmal geht es dann nicht ganz ohne Medikamente. Zumindest aus meiner Erfahrung.

Ja, das sehe ich (als Laie) durchaus genauso. Das ist eben das mit dem Fluch und Segen - das die Mittel natürlich eine wunderbare Hilfe sind, das man sie aber verantwortungsbewußt einsetzen muß.

Na ja, ich würde sagen, das hängt ganz von der Party ab ;D

Auf Parties gehen und sich da verantwortungsbewußt benehmen (im Sinne der Eltern  ;D ) ist in jedem Fall eine recht große Hürde ;D ;D

Also, Kaluma, ich wir könten gegenseitig unsere Kinder sitten, das passt ja gut zusammen  ;D ;D ;D ;D

Und ich glaube der Kern der Sache ist tatsächlich dieser hier:

Langer Rede kurzer Sinn: Ich wollte keineswegs die Köpfe der Eltern fordern, sondern nur meinen Eindruck schildern, daß die Eltern einen ziemlich großen Anteil an der Eskalation der Situation und an dem Geschehen haben, für das Doro sich schuldig fühlt.

Die Eltern sind VERANTWORTLICH ... Für ihre Kinder.

Natürlich kann das mal schiefgehen (wie einfach wäre Elternsein, wenn nichts schiefgehen würde  :verrueckt: ) aber das ändert nichts daran, das sie verantwortlich sind.
Und das in dem Falle Doro in Sachen Verantworltichkeit eben "in der zweiten Reihe steht".

Und so wie ich es sehe, stimmt eben das hier für mich auch nicht:

Na ja, bisher sieht es zumindest mal nicht so aus, als würden die Eltern am Tod ihres kleinen Sohnes schuldig sein, oder? Als sie aus dem Haus gingen, war alles noch in Ordnung - sieht man einmal von der schmollenden Tochter und dem schreienden Sohnemann ab. Aber wer weiß ...

Ich wüßte gerne inwieweit die Eltern sich da schuldlos fühlen...

Ich überlege andauernd wie ich das handhaben würde... Aber meine Kinder sind nicht so weit auseinander, daß das so oder auch nur ähnlich in Frage käme.
Grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, meine Tochter nicht zu einer Party gehen zu lassen um selber feiern zu gehen. 
Zumal man ja nun problemos auch einen Tag später dann ausgehen könnte.

Ich bin gespannt, ob wir noch mal mehr von der Mutter hören, wie sie die Sache sieht und ob/wem sie die Schuld gibt.

Wulf, ich wüßte ja gerne ob Du Dir gerade die Haare raufst weil wir uns an solchen "Nebensächlickeiten" so lange aufhalten  :elch:

Also, ich sehe lese das Buch jetzt ganz bestimmt nicht unter dem "Elternratgeber- Aspekt"  ;D

Neben dem das ich mich über sowas grundsätzlich echt aufregen kann  :-[ (ich bin wohl eine militante Mutter  :P ) ist es einfach auch so, das ich nach Erklärungen und Entschuldigungen zu Doros Entlastung suche. Ich habe mich auf ihre Seite gestelt, und will sie verteidigen. Bzw zuallererst glaube ich mal das sie "nichts Schlimmes" getan hat, das sie jedenfalls kein Monster ist ... Ich hoffe also immer noch auf eine Auflösung in der Kai erst gestorben, ist als die Eltern schon wieder da waren. Und ansonsten würde ich am ehesten noch glauben, das Doro ihren Bruder einfach ignoriert hat. Also eben Fahrlässigkeit, kein Vorsatz (oder so).

Und die Erwähnung mehrerer anderer Babysitter, die an dem Abend aus verschiedenen Gründen nicht kommen konnten, erweckten bei mir schon den Eindruck, daß das Ausgehen der Eltern eher Routine als Einzelfall ist.  Und daß Doro nicht zum ersten Mal auf Kai aufpassen muß. Und wenn Doro auf eine Party eingeladen ist, konnte man das eigentlich auch einige Tage vorher in der Familie besprechen und nach Alternativen suchen.

*unterschreib*

Offline foenig

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Re: 02 - Teil 2: 23:19 Uhr (S. 107 bis einschl. 177)
« Antwort #14 am: 06. Februar 2012, 09:22:03 »
Hey,
hier wurde ja schon wild diskutiert und nun möchte ich auch noch ein wenig mitsenfen...

Kevin:
Ich hoffe ganz stark, dass er nicht tot ist. Aber hundertprozentig sicher bin ich mir da nicht. Ich bin jedenfalls sehr neugierig, was dahinter steckt und welche Probleme Kevin hat oder hatte. Scheinbar traut Kevin (falls er noch lebt) Julian nicht, denn ansonsten hätte er doch schon längst einen Weg gefunden mit ihm in Kontakt zu kommen. Oder Julian ist schon längst mit Kevin in Kontakt und hilft ihm, aber verschweigt es Doro um Kevin nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Das Mädchen mit den großen Augen:
Das Gänsehautfeeling ist nun auch bei mir angekommen: besonders bei der Szene, in der Doro das Mädchen in ihrem Zimmer zu sehen glaubt.  :o
Puuh, aber so was von... Bei dem Mädchen gehe ich auch eher davon aus, dass es nicht real gewesen sein kann. Wie soll es in das Zimmer gekommen sein und wie soll es wieder hinausgekommen sein? Aber wenn Doro ein Mädchen im Zimmer sieht, dann könnte auch Kevin nicht real gewesen sein. Wobei sie Kevin auch berührt hat, das Mädchen hingegen nicht. Ich musste bei dieser Szene an den Film "The Six Sense" denken...
Das Mädchen, dass Doro in der Nacht in ihrem Zimmer sieht, ist ein Trugbild. Und gleichzeitig vermutlich ein Bild von ihr selbst, so, wie sie sich sieht. Als das abgrundtief Böse.
Hmm, das ist eine interessante Interpretation, die ich mal im Hinterkopf behalten werde.

Die Band:
Nun "kennen" wir schon drei Mitglieder der Band, da kommt doch die Vermutung auf, dass die Band auch noch eine wichtige Rolle spielen wird. Etwas verwundert hat mich, Julians und Davids Begegnung im Freibad als Doro dabei war. Ich wäre eigentlich davon ausgegangen, dass die beiden sich nicht sonderlich gut kennen, wenn David danach nicht erzählt hätte, dass sie zusammen in einer Band spielen. Noch kann ich die Warnung des Eisdielenbesitzers vor David noch nicht richtig einordnen. Bisher scheint er ganz in Ordnung zu sein und verhilft Doro zu einem Ferienjob. Vielleicht hat er das nur gemacht, weil er damit bei Doro landen möchte. Aber das ist schließlich nichts Schlimmes.

Doro und ihre Eltern:
Vielleicht war sie nach dem Anruf dann aber auch "nur" sooooo sauer, das sie sich eben dann nicht mehr um Kai gekümmert hat (hatte sie bis 23.00 ja auch schon nicht) und er starb, während sie im Haus war.
Ich finde schon, dass sie sich um ihn gekümmert hat. Schließlich hat sie ihm seine Lieblingsgeschichte vorgelesen und dieses Schlafliedgedudel angemacht. Ob sie noch andere Sachen probiert hat oder vorher mit ihm gespielt hat, wird nicht erzählt. Aber es wird genauso wenig erzählt, dass ihn einfach schreien lies und was völlig anderes gemacht hat.

Ich stelle mich mal mutig auf die Seite der Eltern. Mir ist ihr Verhalten nämlich nicht verantwortungslos oder gemein gegenüber Doro vorgekommen. Man muss bedenken, dass Doro ein verliebter Teenager ist und die ganze Sachen wahrscheinlich theatralischer nimmt als sie eigentlich ist. Die Einladung zur besagten Party hat sie nämlich erst zwei Tage vorher erhalten. Ich vermute aber, dass die Eltern ihr Ausgehen am Hochzeitstag schon früher geplant hatten und dies bestimmt sogar Doro mitgeteilt haben. Ich würde es übertrieben finden, wenn die Eltern ihr Ausgehen am Hochzeitstag spontan absagen müssen, weil ihre minderjährige Tochter auf eine Party möchte. Außerdem gab es dort scheinbar auch reichlich Alkohol. Vielleicht waren Doros Eltern auch froh, dass sie nicht auf diese Party konnte, denn mit 15 Jahren muss man noch nicht Caipis mögen und viele davon trinken. Ich finde es auch nicht schlimm, dass Doro auf ihren kleinen Bruder aufpassen muss. Schließlich erfährt man nicht wie oft sie das machen muss und wie ihre Bedingungen dafür sind. Vielleicht bekommt sie dafür auch andere Privilegien.

Wulf, ich wüßte ja gerne ob Du Dir gerade die Haare raufst weil wir uns an solchen "Nebensächlickeiten" so lange aufhalten  :elch:
Ich war wirklich sehr erstaunt, dass das Verhalten der Eltern hier so eine große Welle geschlagen hat.
Ich habe mir viel mehr Gedanken zu dem Mädchen im Zimmer oder über Kevin gemacht. Vielleicht läuft dort ein Mörder (falls Kevin tot ist und keines natürlichen Todes gestorben ist) oder jemand der es auf Kevin abgesehen hat herum. Wenn das der Fall ist, könnte auch Doro in Gefahr sein. Schließlich hat sie Kevin gesehen, nachdem er schon tot sein sollte...

Grüße foenig