Autor Thema: 02 - Seite 73 bis 158 (einschließlich des Kapitels "Das Mädchen ohne Namen")  (Gelesen 561 mal)

Offline dubh

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Apropos Maschke: Dauerte die Polizeischule wirklich nur ein Jahr? Er war doch bis Kriegsende Soldat und hat die Polizeischule schon 1946 abgeschlossen? Hm, sehr umfassend kann die Ausbildung da nicht gewesen sein.

Das weiß ich nicht. Aber es war so, dass während und kurz nach dem 2. Weltkrieg manche Ausbildungen verkürzt waren, weil man die Leute einfach möglichst schnell gebraucht hat. Und dazu gab es vermutlich auch zuwenig "saubere" Lehrer.

Ein Jahr liest sich erschreckend kurz. Aber vermutlich gab es einfach Bedarf an jungen, 'unbelasteten' Nachwuchspolizisten...
Menschen sind senkrechte Schweine. Edgar Allan Poe

Offline SheRaven

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Apropos Maschke: Dauerte die Polizeischule wirklich nur ein Jahr? Er war doch bis Kriegsende Soldat und hat die Polizeischule schon 1946 abgeschlossen? Hm, sehr umfassend kann die Ausbildung da nicht gewesen sein.

Das weiß ich nicht. Aber es war so, dass während und kurz nach dem 2. Weltkrieg manche Ausbildungen verkürzt waren, weil man die Leute einfach möglichst schnell gebraucht hat. Und dazu gab es vermutlich auch zuwenig "saubere" Lehrer.

Ein Jahr liest sich erschreckend kurz. Aber vermutlich gab es einfach Bedarf an jungen, 'unbelasteten' Nachwuchspolizisten...

... und der Staat musste wieder ans Laufen gebracht werden.
Liebe Grüße
SheRaven

Offline CayR

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Apropos Maschke: Dauerte die Polizeischule wirklich nur ein Jahr? Er war doch bis Kriegsende Soldat und hat die Polizeischule schon 1946 abgeschlossen? Hm, sehr umfassend kann die Ausbildung da nicht gewesen sein.

Das weiß ich nicht. Aber es war so, dass während und kurz nach dem 2. Weltkrieg manche Ausbildungen verkürzt waren, weil man die Leute einfach möglichst schnell gebraucht hat. Und dazu gab es vermutlich auch zuwenig "saubere" Lehrer.

Ein Jahr liest sich erschreckend kurz. Aber vermutlich gab es einfach Bedarf an jungen, 'unbelasteten' Nachwuchspolizisten...

... und der Staat musste wieder ans Laufen gebracht werden.


... ganz genau. Und bald nach 1945 sind deshalb dann auch sehr viele Leute wieder eingestellt worden, von denen die Besatzungsbehörden sehr genau wussten, dass die Mitläufer oder gar Schlimmeres gewesen waren. Das gilt leider auch für meine Branche, den Journalismus. Sehr aufschlussreich, wenn man mal in Archiven, Bibliotheken oder bei den diversen Online-Archiven über Zeitungs- oder Zeitschriften-Ausgaben aus den späten 40ern und frühen 50ern stolpert: der Stil, in dem diese Beiträge geschrieben wurden, kommt manchmal direkt aus der "Wochenschau" der Nazizeit.




* edit: Zitat entwirrt. LG, dubh *
« Letzte Änderung: 26. Januar 2012, 23:08:02 von dubh »

Offline dubh

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Hallo zusammen,

nun spinne ich vielleicht ein bißchen zu viel herum, aber mir kam noch die Idee, dass der Mörder vielleicht ein Nazi sein könnte, der sich und seine Familie schützen und in Sicherheit bringen will. Im Sinne von Identitätsraub...
Der Mörder stiehlt den Opfern die Papiere und tötet sie, damit seine 'Leute' unter deren Namen und mit deren Lebensmittelkarten untertauchen können. Er sucht sich also Menschen, die Ähnlichkeiten besitzen - und zur damaligen Zeit kann man einige optische Unterschiede zur Not auch mit Hunger, Entbehrungen, harter Arbeit/Kriegseinsatz erklären...

Liebe Grüße
dubh
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Offline mamasein2009

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Der Trümmermörder hat gleich zweimal zugeschlagen
im Westen wird ein alter Mann 70  Jahre gefunden und in einem Fahrstuhlschacht in der Nähe vom Wasser eine Kinderleiche - wieder im Osten.
Beide Leichen weisen die Würgemale auf und sind nackt, gleichzeitig wird ein Medaillon gefunden - Kreuz und zwei Dolche - welcher Zusammenhang besteht hier.

Das Vorgehen und die Einschaltung andere Stelle hat mir gut gefallen, auch die Beschreibung des Handels auf dem Schwarzmarkt und auch die Preise. Lebensmittel gab es nur auf Bezugschein und die Mittel die es gab, waren wirklich zur Lebenserhaltung. Beim Lesen habe ich so gedacht, dass da kein Kind gesund groß werden konnte - die Milchration ist ja gar nix.
Die Verhöre waren gut geschildert.

Geschockt war ich von Maschkes Foltermethoden - warum er dies getan hat, ist mir noch nicht klar. Das er irgendwas zu verbergen hat, ist schon an seinem Verhalten zu erkennen, aber was bzw. was hat ihn veranlasst, den jungen Mann zu quälen, oder ist es so, dass es ihm einfach Spaß macht?

Weiter ist ersichtlich, dass MacDonalds und Maschke versuchen, sich gegenseitig zu überbieten und immer gegenteilige Erklärungen zum Vorgang haben.
Auch die Überlegungen, wie die Opfer zusammengehören könnten, logisch aufgebaut, aber ich kann mir irgendwie nicht so recht vorstellen, dass sie verwandt sind. Das Medaillon muss eine andere Bedeutung haben.

Die Rolle vom Staatsanwalt Ehrlich wird sicherlich  noch tragender, erstaunlich ist, dass er auch der einzige war, der an Staves 43. Geburtstag gedacht hat. -> diese Situation hat mich traurig gestimmt, warum denkt niemand an Staves Privatleben?
« Letzte Änderung: 27. Januar 2012, 22:08:42 von mamasein2009 »

Offline mamasein2009

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Mir hat in diesem Teil v.a. S.99 f gefallen, wo aus der Sicht von Stave beschrieben wird, wie er die Waren des täglichen Bedarfs besorgt; dieses komplexe System von Berechtigungsscheinen und Lebenmittelkarten.

Der Satz auf S.100 "Wenn ich die Karten fressen könnte, wäre ich wenigstens mal satt, denkt Stave...." bringt es auf den Punkt. Einerseits ist Papier Mangelware, andererseits muss man für jede Kleinigkeit neben Geld eben auch noch Karten haben. Dass Erna da die Nähe zu MacDonald gesucht hat, der natürlich mit den meisten Dingen besser versorgt war, ist verständlich und vermutlich auch typisch. Die german "Froileins" waren ja nicht unbeliebt.

Diese Szene hat für mich die traurige Stimmung des Buches noch weiter erhöht. Auch, dass man für alles eine andere Karte brauchte - Absatz kaputt - extra Karte?
Staves Einsamkeit beschäftigt mich ebenfalls die ganze Zeit, auch wie sehr er an Margarethe erinnert wird und nie die Hoffnung auf die Rückkehr von Karl aufgibt.

Das Erna und MacDonald zusammen kommen, schafft wirklich einen kleinen Lichtblick. Schon die Blickkontakte im Büro haben für Schmunzeln gesorgt.
« Letzte Änderung: 27. Januar 2012, 22:12:08 von mamasein2009 »

Offline sternchen28

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Die Rolle vom Staatsanwalt Ehrlich wird sicherlich  noch tragender, erstaunlich ist, dass er auch der einzige war, der an Staves 43. Geburtstag gedacht hat. -> diese Situation hat mich traurig gestimmt, warum denkt niemand an Staves Privatleben?

Das hat mich auch gewundert .... ist doch der Geburtstag total untergegangen ist. Und wenn ich es mir richtig gemerkt habe, hat Stave selbst gar nicht mehr dran gedacht.

Offline Saltanah

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An der Stelle hat es mich eher gewundert, dass Ehrlich Staves Geburtsdatum kannte. Das lässt meiner Meinung nach darauf schließen, dass er Stave erst kürzlich überrüft hat.
(Ich bekenne, dass ich keine Ahnung habe, wann meine Kolleginnen Geburtstag haben.)

Offline allegra

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Ich nehme an, Ehrlich hätte den Fall nicht übernommen, wenn er mit dem zuständigen Polizisten nicht zufrieden gewesen wäre. Immerhin verfolgt er ja eine Mission will mit braunem Gesocks bestimmt nichts zu tun haben.