Oh schön wie du spekulierst Aldawen, da mache ich doch gleich ein bißchen mit!

Ich kann mir zwar gut vorstellen, daß die Farmer den Überfall für sich ausnutzen und aus einer vorgetäuschten Entführung Vorteile für ihr Anliegen schlagen wollten. Nun bleibt aber die Frage, wie und warum Gregor Rodenstein starb. Der Gedanke, daß es ein Unfall gewesen sein könnte, ist mir auch schon gekommen. Denn warum sollten die Farmer sich gegenseitig erschießen, wo sie doch immer so zusammenhalten. Oder gibt es da Differenzen, von denen wir noch nichts wissen?
Möglich. Was mir nicht aus dem Kopf geht und überhaupt nicht ins Bild paßt: Elsa Rodenstein hat bei der ersten Vernehmung doch erzählt, sie hätten an dem Abend einen Anruf bekommen und seien vor dem Überfall gewarnt worden. Wer hat da gewarnt und vor allem warum? Die Jungs selber werden sich nicht angekündigt haben, für so dämlich halte ich sie nun wirklich nicht. Wer kann noch von der Aktion gewußt haben? Die Mittelsmänner, über die die „Aufträge“ abgewickelt wurden, und deren Hintermann bzw. Hintermänner natürlich. Dann sehe ich wesentlichen zwei Möglichkeiten: Die Jungs wollten für die Arbeit mehr Geld und wurden so vielleicht lästig. Wäre denkbar, halte ich aber nicht für übermäßig wahrscheinlich.
Stimmt, an den Anruf habe ich gar nicht mehr gedacht, weil ich mir beim Lesen des ersten Abschnittes überhaupt nicht erklären konnte, wer das gewesen sein sollte. Auch jetzt wissen wir noch nicht genug, um das zu deuten. Gewußt haben, daß der Überfall geplant war, können eigentlich nur die Mittelsmänner und deren Auftraggeber/Hintermann, der vielleicht Minister Shilongo ist, vielleicht aber auch nicht. Einer von denen muß also der Anrufer gewesen sein.
Für mich stellt es sich so dar: Durch den Anruf wollte also jemand einen (bewaffneten) Zusammenstoß zwischen den Dieben und den Farmern provozieren, damit die ganze Sache Öffentlichkeit erhält und in Bewegung kommt. Möglicherweise tatsächlich um die Farmer in schlechtem Licht erscheinen zu lassen? Vielleicht ging der Auftraggeber davon aus, daß die Farmer nervös reagieren würden und daß es eine Schießerei geben würde? Der Tod eines Farmers war da allerdings sicher nicht beabsichtigt gewesen (vermutlich war eher der Tod der drei Diebe einkalkuliert), und durch die (angebliche) Entführung neigte sich die Waage der öffentlichen Meinung ja erstmal zugunsten der Farmer, was sicher auch nicht beabsichtigt war. Nun, da herausgekommen ist, daß Thomas doch nicht entführt wurde, geht die ganze Sache wieder in die andere Richtung.
Daß die drei Jungs mehr Geld wollten, glaube ich nicht. Ich denke, sie waren eine Art Bauernopfer und weil die Sache aus dem Ruder gelaufen ist, müssen sie aus dem Weg geräumt werden, damit nicht mehr nachweisbar ist, wer sie beauftragt hat.
Voraussetzung bei alldem ist natürlich, daß es tatsächlich einen Hintermann wie Shilongo gibt, der auf die Farm scharf ist. Aber warum gerade auf Steinland? Kurz dachte ich, daß dort vielleicht irgendwelche Bodenschätze entdeckt wurden, aber Elsa Rodenstein sagte ja zu Claus, daß alles, was mehr als drei Fuß unter der Oberfläche liegt, sowieso dem Staat gehört.
Und bei allem ist immer noch unklar, wie Gregor Rodenstein ums Leben kam.
Wollte Thomas seinen Vater beerben und Gregor mußte deshalb sterben?
Meinst du? Ich könnte mir eher vorstellen, daß Gregor vielleicht einknickte und verkaufen wollte und weder Thomas noch Schroeder, noch Elsa damit einverstanden waren.
Oder hat Schroeder was gedreht, weil er hofft, sich Steinland unter den Nagel reißen zu können, wenn das Thema Enteignung von Tisch zu bekommen ist? Nein, ich glaube, das geht irgendwie auch nicht recht auf 
Das halte ich nicht für wahrscheinlich.
Falsche Fährten für meine geschätzten Leser würde ich doch nie legen!!
Zu den Puzzlestücken: Es liegen schon so viele am richtigen Platz, dass ich bei jedem Beitrag fürchte, dass das Gesamtbild schon jetzt, also deutlich zu früh, erkennbar wird. Gott sei Dank ist es noch nicht ganz soweit, aber trotzdem Respekt für eure Gedankenspiele!
Also ich sehe noch kein Gesamtbild, auch nicht nach dem Lesen des nächsten Kapitels (5), und sicher werde ich auch nicht auf die Lösung kommen.
So groß ist die Spinne nicht, aber die Spuren sieht man in feinem Sand trotzdem gut, wenn man jemanden hat, der einen darauf aufmerksam macht. Und Leute wie die San, die sich auf so etwas verstehen, können dir wirklich ganze Geschichten über die Ereignisse der vergangenen Nacht daraus vorlesen. Faszinierend.
Ja, das stelle ich mir auch höchst interessant vor.
Und zu Melvin und seiner Schußwunde:
Das sehe ich wie ihr, Geld für eine ärztliche Behandlung hatte er sicher nicht, und seine Auftraggeber werden auch nicht daran interessiert sein, daß er behandelt wird. Im Gegenteil.