Leserundenarchiv > Susanne Gerdom – Das gefrorene Lachen

Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)

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Kati:
Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines von der Autorin) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Kati:
zum Buch:

Im kleinen Königreich Almay nimmt das Leben Tag für Tag seinen gewohnten Gang. Doch zur Geburtstagsfeier des Prinzen Augustin ist etwas ganz besonderes geplant: Artisten und Theaterspieler werden das Volk mit ihren Darbietungen verzaubern. Etwas geht jedoch schief. Der böse Magier Ostwind trifft ungeladen auf der Feier ein und das Chaos nimmt seinen Lauf. Die Erlösung lastet auf den Schultern von Philippa Saffronia und ihren Freunden.

In einer märchenhaften Atmosphäre ist Susanne Gerdom erneut ein Glanzstück gelungen. Ich bin ja schon lang Fan ihrer Bücher und liebe es, wie sie meine Gedanken mit ihren Ideen verknotet. Am Ende schafft sie immer eine runde Geschichte, die sich zu lesen gelohnt hat. "Das gefrorene Lachen" ist ein kleines Buchtheater für Kids ab 12 und Junggebliebene. Es bietet viele Details und Charaktere, die man ins Herz schließen kann. Glückskekse & Gedichte, einen Dschinn & freche Wasserspeiher sowie nicht zu vergessen: eine große Show auf der Bühne und dunkle Rätsel hinter den Kulissen.

Vorhang auf!

 :buchtipp:

auch veröffentlicht auf:
Amazon
Literaturschock
Goodreads

zur Leserunde:
Eigentlich brauche ich nicht mehr viel sagen. Die Leserunden mit Susanne sind immer ein besonderes Erlebnis und bieten viel Raum für Spekulationen. Herzlichen Dank, es war und ist wieder schön.  :winken:

Susanne Gerdom:
Liebe Kati,

was soll ich sagen? Die Leserunden mit dir sind immer wieder ein besonderes Vergnügen. Danke fürs Mitlesen und -rätseln und danke für das schöne Fazit!  :-*

Originaldibbler:
Zur Leserunde:
Dies war meine zweite Leserunde mit Susanne und es war wieder sehr schön. Susanne ist immer engagiert dabei und für sachliche Kritik offen, was ich sehr sympathisch finde. Spannend finde ich dabei aber auch, gemeinsam mit Leuten zu diskutieren die völlig andere literarische Interessen und auch völlig andere Ansichten als ich haben. Von daher war auch diese Leserunde wieder ein kleiner Blick über meinen persönlichen Tellerrand.

Zum Buch:
Bei DAS GEFRORENE LACHEN von Susanne Gerdom handelt es sich um ein recht klassisches Märchen in Romanlänge. Zum Inhalt möchte ich eigentlich gar nicht viel sagen, da es schon nach wenigen Seiten den ersten großen Twist gibt und man eigentlich kaum etwas über den Inhalt sagen kann, ohne zu viel zu sagen. Von daher versuche ich es einfach mal mit einer Art Dramatis Personae, um allen ein gewisses Gefühl für den Inhalt zu geben.
Dramatis Personae (in Auszügen):
ein Königspaar
ein Prinz
ein Hofmagier
die Tochter des Hofmagiers
ein böser Zauberer
ein Dschinn
mehrere Wasserspeier
allerlei Theatervolk
...
Dabei entwickelt sich die Geschichte in den üblichen Märchenbahnen: zunächst ist eitel Sonnenschein, bis der böse Magier dem schönen Leben ein Ende macht. In dieser Situation müssen sich dann die jugendlichen Protagonisten behaupten. Und am Ende gibt es natürlich ein Ende, wie es einem Märchen gebührt.
Zur Sprache kann man sagen, dass sie einfacher gehalten ist als in manchem anderen Buch der Autorin. Doch das ist für ein Märchen  und eine jüngere Leserschaft ja nur passend. Vereinzelt tauchen auch mal schwierigere Wörter auf, die manch junger Leser wahrscheinlich nachschlagen muss. Aber auch diese stören den Lesefluss nicht wirklich, wenn man sie nicht nachschlägt.
Alles in allem ein schönes Märchen, aber einige Dinge haben mich doch gestört. Für meinen Geschmack hat sich der Mittelteil ein wenig zu lang gezogen, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Außerdem gab es am Ende noch offene Fäden, die nicht mehr aufgegriffen wurden. Nichts wesentliches für die Geschichte, aber trotzdem bleibt man ein wenig unbefriedigt zurück.
Fazit: Ein gutes und über weite Strecken unterhaltsames Buch, aber nicht wirklich etwas besonderes.

Scorch:
Im Königreich Almay wartet das gesamte Volk auf einen großen Tag, denn Prinz Augustin soll als Thronfolger ernannt werden und damit muss natürlich ein gewaltiges Fest einhergehen. Die größte Sorge des Königs ist jedoch, dass die Feierlichkeiten zu langweilig oder vorhesehbar werden könnten, wie der königliche Späher, der Hofzauberer Laurentio, es in der Dorfschänke erfahren hat. Um das zu verhindern, will König Ferdinand die Menschen mit einem fliegenden Theater überraschen, doch das eigentlich so fröhliche Fest wird vom dem düsteren Magier "Ostwind" überschattet und verändert das Leben im einst so beschaulichen Dorf.
Nach dem schrecklichen Ereigniss finden wir unsere liebgewonnenen Charaktere, wie zum Beispiel Pippa, die Zaubertochter, und Prinz Augustin, sowie den versammelten Hofstaat in eben jenem fliegenden Theater wieder und niemand hat mehr eine Ahnung von dem prachtvollen Leben am königlichen Hofe und so sind es nur die Gedichte des stummen Kochs "Zarter Blütenzauber", die von furchtbaren Dingen berichten und die Vergangenheit langsam wieder in das Bewusstsein zurückholen.
Ich habe die Autorin Susanne Gerdom schon bei ihrem Buch "Sturm im Elfenland" schätzen gelernt und daher war es nur klar für mich, dass da ein weiteres Buch unbedingt folgen muss. "Das gefrorene Lachen" ist nun mehr ein Jugendbuch, was man an dem eher einfachen Schreibstil erkennen kann, was aber gar nicht unbedingt die ältere Leserschar stören sollte, schließlich fliegen die Seiten nur so dahin und man kommt schneller hinter das Geheimnis, was die Autorin ganz raffiniert eingefädelt hat und einem mordernen Märchen mit alten Elementen alle Ehre macht. Generell bekommen auch viele Helden aus mancher Kindheit ihren großen Auftritt, wie z.B. ein Dschinn (ein Flaschenhgeist) wie bei "Aladdin" oder herrlich skurille Wasserspeier, die trotz des Verbots der mutigen Pippa hin und wieder gerne ein (oder zwei) Tauben verspeisen.
Denkt man am Anfang vielleicht, dass die Personen ganz altmodisch schwarz und weiß und damit gut und böse gekennzeichnet sind, muss man diese Meinung irgendwann revidieren und einsehen, dass zumindestenes einige davon viel mehr zu bieten haben und im Laufe der Geschichte regelrecht aufblühen! Und wie es sich für Buch voller Magie und Zauberei gehört, spürt man diese Atmosphäre ganz genau und eben nicht nur, bei den tollen Bühnenshows.

Das Cover gefällt mir richtig gut und vor allem der kleine Wasserspeier ist toll gewählt, weil diese Geschöpfe, nach dem Lesen, meine ungeteilten Sympathiepunkte erhalten und ich hoffe, dass sie schon bald ihren nächsten Auftritt ins Susannes bunter und verrückter Welt bekommen werden!
Zu meckern habe ich nur an wenigen Stellen, so beispielsweise in der Finalszene im dunklen Schloss, bei der die schaurigen Tick-Tacks - Diener des bösbösen Ostwinds  :)) - aus ihrem Dornsröschenschlaf erwachen.. doch mehr will ich dazu gar nicht sagen, da sonst die Vorfreude verdorben wird.

Insgesamt war das Buch sehr unterhaltsam und hat viel Raum für Spekulationen gelassen, die sich in meinem Fall leider häufig als falsch erwiesen haben  ;), aber darin besteht ja der Spaß und Susanne hat ihr übriges dazu beigetragen, um dieser Runde den nötigen Schwung zu geben und damit hatte ich in dieser lustigen Zusammensetzung meine schönste Leserunde! Danke liebe Susanne.

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