Sibylle Aurich erwacht in einem Raum voller technischer Geräte, die den Anschein eines Krankhauszimmers erwecken, das sich aber zu ihrem Schrecken als Kellerraum herausstellt.
Als ein Arzt sie über ihren Gesundheitszustand aufklärt, erklärt er ihr, dass sie vor zwei Monaten überfallen wurde und seitdem im Koma läge.
Wären diese Nachrichten nicht schon schlimm genug, so geht der Irrsinn weiter – sie sei kinderlos, obwohl sie sich in allen Einzelheiten an ihren Sohn Lukas erinnern kann und ihr Ehemann hält sie für eine Lügnerin, weil sie keinerlei Ähnlichkeit mit seiner geliebten Frau hat.
Sibylle gelingt die Flucht aus den Händen der Polizei, doch wem kann sie vertrauen, wo sich anscheinend alle gegen sie verschworen haben?
Ohne lange Einleitungsworte wird der Leser sofort mit der Protagonistin in diese schreckliche Situation geworfen und somit ist die Spannung von der ersten Seite auf einem hohen Niveau.
Für Sibylle beginnt eine Zeit voller Ungewissheit, die davon geprägt ist, dass sie sich nicht mehr auf sich selbst und ihre Erinnerungen verlassen kann und dadurch hilflos durch die Stadt irrt.
Auf ihrem Weg trifft sie immer wieder Menschen, die ihr helfen möchten, doch durch ihre Unsicherheit lässt sie sich zu sehr beeinflussen und gerät in einen Strudel zwischen Gut und Böse.
Arno Strobel erschafft eine beklemmende Atmosphäre, die mit fortlaufender Handlung immer mehr dem Prädikat „Psychothriller“ in aller Grausamkeit gerecht wird und bietet damit keinen Lesestoff für schwache Nerven!

Besonders positiv hervorzuheben ist noch der Schreibstil, denn es ist wirklich selten, dass ich direkt ohne Probleme derart gut in die Geschichte eintauchen konnte und ich den Thriller am liebsten ohne Pause durchgelesen hätte. Die Wortstellung ist sehr natürlich und leicht, ohne dabei an Lesespaß einzubüßen.
Auf den letzten Seiten haben mich einige Stellen mehr an einen Science-Fiction Roman erinnert, doch die Erklärungen dafür sind in sich schlüssig und im Ganzen ist „Der Trakt“ sehr gut durchdacht.
Bis zum Schluss kann man sich als Leser nicht sicher sein, die Geschichte durchschaut zu haben - so genießt man am besten die 359 Seiten, lässt sich überraschen und denkt schockiert über die grausamen Machenschaften der Menschen im Trakt nach, die hoffentlich niemals Realität werden!
Diese Leserunde war wieder super und dank vieler möglicher Szenarien konnte man seiner Fantasie so richtig schön freien Lauf lassen und herrlich drauflos rätseln. Danke an Arno für die nette Begleitung und das schicke Freiexemplar! Bei „Das Skript“ bin ich natürlich wieder dabei.

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