Autor Thema: 6 - Seite 417 bis Seite 497 („Nomadenjahre“ bis „Die versunkene Welt")  (Gelesen 746 mal)

Offline Imlammenien

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Nicole, weißt du, ob Emily mit ihren Kindern Deutsch oder Arabisch gesprochen hat?
Rosa sagte ja immer mein Kind zu ihrer Mutter und ich habe mich gefragt, ob sie das auf Deutsch oder in einer anderen Sprache macht.

Für mich klang alles danach, dass sie Deutsch mit ihnen sprach, wie sie auch ihre Aufzeichnungen auf Deutsch schrieb. Sie hatte sich für die deutsche Sprache und das Christentum entschieden, sowohl was ihre Kinder betraf, aber auch sich selbst, und das zog sie auch bis zu ihrem Lebensende durch. Da war sie sehr konsequent.
Das finde ich jetzt wirklich erstaunlich. Insbesondere wenn man bedenkt, wie spät Emily erst Deutsch gelernt hat.

Offline Avila

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Ich hoffe, ich kann jetzt all meine Eindrücke fassen - momentan komm ich nur sehr unregelmässig zum Lesen, was meine Erinnerung ein wenig beeinträchtigt.
Ich weiß nicht genau, ob es daran liegt oder das Salima sich so sehr verändert hat, auf jeden Fall denke ich nun nicht mehr an die sansibarische Frau Salima, sondern an die Europäerin Emily, wenn ich lese. Eine sehr interessante Entwicklung, die ich in meinem Leseverhalten beobachten kann.

Zu den Sklaven-Gedanken, den Tammy am Anfang des Threads hatte, kann ich mich nur anschließen. Diese Überlegungen hatte ich ebenfalls, aber auch schon mal bei der Lektüre eines anderen Buches, und dort sogar noch viel mehr. Ich meine "Vom Winde verweht". Alle sprechen von der misslichen Lage der Sklaven und dass sie befreit werden müssen, ohne weiterzudenken und zu hinterfragen, wie schlecht es ihnen wirklich geht und ob sie nicht doch etwas für ihre Arbeit bekommen - und noch viel schlimmer ohne zu bedenken, dass sie die Sklaven selbst verachten und die Kinderpflege und Erziehung niemals in deren Hände legen würden ... Ich muss sagen, dass ich diesen Standpunkt mir auch selbst erarbeiten musste. In der Schule wird dieser historische Teil defintiv zu einseitig dargestellt und vermittelt. Zensur auf eine interessante Art und Weise ...

Emily ... Ich hatte ja schon im vorigen Abschnitt ein wenig die Angst, dass sie sich da in etwas verrennt und es scheint sich ja wirklich bewahrheitet zu haben. Sansibar hat sich verändert, die Herrscher dort haben sich verändert. Aus ihrem Bruder ist das geworden, was vorauszusehen war, allerdings denkt sie immer noch, dass ihre Geschwisterbande ihr weiterhelfen. Warum? Auf welcher Tatsache basierend? Irgendwie ist mir das nicht so ganz einleuchtend.
Ihre Kinder müssen wirklich einiges mitmachen und ich bin wirklich total überrascht, was sie alles so mitmachen und wie gut sie das anscheinend auffassen und ihre Mutter unterstützen. Emilys Kinder mussten vor ihrer Zeit erwachsen werden, wie sie selbst damals, nur dass sich nicht nur um sich sondern auch um ihre trauerende und verzweifelte Mutter kümmern müssen. So ist es vielleicht ganz niedlich, dass sie von ihrer Tochter "mein Kind" genannt wird, allerdings halte ich das pädagogisch für ziemlich fraglich und gar nicht amüsant. Emily müsste für ihre Kinder dasein und nicht umgekehrt. Stattdessen verrennt sie sich in die Erbsache und neidet ihrem Bruder, anstatt es hinzunehmen.

Interessant fand ich die Kommentare über Said. Er als Sultan. Vielen Leuten scheint dieser Gedanke Hoffnung zu machen, er selbst scheint sehr nachdenklich zu werden ... Vielleicht ist es auch besser, wenn er wieder in Deutschland ist.

Offline Tammy1982

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Zu den Sklaven-Gedanken, den Tammy am Anfang des Threads hatte, kann ich mich nur anschließen. Diese Überlegungen hatte ich ebenfalls, aber auch schon mal bei der Lektüre eines anderen Buches, und dort sogar noch viel mehr. Ich meine "Vom Winde verweht". Alle sprechen von der misslichen Lage der Sklaven und dass sie befreit werden müssen, ohne weiterzudenken und zu hinterfragen, wie schlecht es ihnen wirklich geht und ob sie nicht doch etwas für ihre Arbeit bekommen - und noch viel schlimmer ohne zu bedenken, dass sie die Sklaven selbst verachten und die Kinderpflege und Erziehung niemals in deren Hände legen würden ... Ich muss sagen, dass ich diesen Standpunkt mir auch selbst erarbeiten musste. In der Schule wird dieser historische Teil defintiv zu einseitig dargestellt und vermittelt. Zensur auf eine interessante Art und Weise ...

Bingo! Ich hatte auch schon die ganze Zeit überlegt, wo ich mir schon mal Gedanken über die Befreiung von Sklaven gemacht habe und jetzt wo du es schreibst, ist es mir auch wieder eingefallen: Vom Winde verweht, aber fast noch intensiver bei "Fackeln im Sturm" (ja, jetzt oute ich mich komplett!  :P ;D). Und ich stimme dir auch zu, dass das Thema gerade auch in der Schule gar nicht thematisiert wird. Es geht immer um das hohe Ziel: Sklaverei abschaffen. Das ist auch richtig! Aber keiner denkt dann weiter. Was bietet man den freien Sklaven? Wie bindet man sie in die Gesellschaft ein etc.. Das ist genauso wie Liebesfilme, die damit aufhören, dass die Partner heiraten. Und dann? Dass NACH der Heirat die Ehe beginnt und da dann die eigentlichen Herausforderungen warten, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Daher finde ich es spannend, dass Emily diese Diskrepanz schon entdeckt und sich darüber auch Gedanken gemacht hat!

Ihre Kinder müssen wirklich einiges mitmachen und ich bin wirklich total überrascht, was sie alles so mitmachen und wie gut sie das anscheinend auffassen und ihre Mutter unterstützen. Emilys Kinder mussten vor ihrer Zeit erwachsen werden, wie sie selbst damals, nur dass sich nicht nur um sich sondern auch um ihre trauerende und verzweifelte Mutter kümmern müssen. So ist es vielleicht ganz niedlich, dass sie von ihrer Tochter "mein Kind" genannt wird, allerdings halte ich das pädagogisch für ziemlich fraglich und gar nicht amüsant. Emily müsste für ihre Kinder dasein und nicht umgekehrt. Stattdessen verrennt sie sich in die Erbsache und neidet ihrem Bruder, anstatt es hinzunehmen.

Ja, den Gedanken, dass ihre Kinder schon vor der Zeit erwachsen werden müssen, hatte ich auch. Daher finde ich es auch so spannend, dass die Kinder so bedingungslos hinter ihrer Mutter stehen und das alles mittragen! Das ist wirklich bewundernswert und auch nicht so unbedingt der Normalfall.
@Nicole: Weißt du, was später aus den Kindern geworden ist? (oder hatten wir das hier schon mal und ich habe es schon wieder vergessen?  :-[)

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Avila

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Zu den Sklaven-Gedanken, den Tammy am Anfang des Threads hatte, kann ich mich nur anschließen. Diese Überlegungen hatte ich ebenfalls, aber auch schon mal bei der Lektüre eines anderen Buches, und dort sogar noch viel mehr. Ich meine "Vom Winde verweht". Alle sprechen von der misslichen Lage der Sklaven und dass sie befreit werden müssen, ohne weiterzudenken und zu hinterfragen, wie schlecht es ihnen wirklich geht und ob sie nicht doch etwas für ihre Arbeit bekommen - und noch viel schlimmer ohne zu bedenken, dass sie die Sklaven selbst verachten und die Kinderpflege und Erziehung niemals in deren Hände legen würden ... Ich muss sagen, dass ich diesen Standpunkt mir auch selbst erarbeiten musste. In der Schule wird dieser historische Teil defintiv zu einseitig dargestellt und vermittelt. Zensur auf eine interessante Art und Weise ...

Bingo! Ich hatte auch schon die ganze Zeit überlegt, wo ich mir schon mal Gedanken über die Befreiung von Sklaven gemacht habe und jetzt wo du es schreibst, ist es mir auch wieder eingefallen: Vom Winde verweht, aber fast noch intensiver bei "Fackeln im Sturm" (ja, jetzt oute ich mich komplett!  :P ;D). Und ich stimme dir auch zu, dass das Thema gerade auch in der Schule gar nicht thematisiert wird. Es geht immer um das hohe Ziel: Sklaverei abschaffen. Das ist auch richtig! Aber keiner denkt dann weiter. Was bietet man den freien Sklaven? Wie bindet man sie in die Gesellschaft ein etc.. Das ist genauso wie Liebesfilme, die damit aufhören, dass die Partner heiraten. Und dann? Dass NACH der Heirat die Ehe beginnt und da dann die eigentlichen Herausforderungen warten, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Daher finde ich es spannend, dass Emily diese Diskrepanz schon entdeckt und sich darüber auch Gedanken gemacht hat!

Ich mochte "Vom Winde verweht" total gerne und es hat ja auch überhaupt nicht viel liebesschnulziges an sich - der Film soll ja wohl nur so sein, wobei ich den nicht gesehen habe. Ist "Fackeln im Sturm" die Fortsetzung?
Sorry, ein wenig OFF-Topic grad ...

Ja, Emily denkt da wirklich sehr differenziert, was ich bei ihrer Verrennerei nach ihrem Erbe überhaupt nicht erlebe. Schade!

Offline Nicole C.

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Nicole, weißt du, ob Emily mit ihren Kindern Deutsch oder Arabisch gesprochen hat?
Rosa sagte ja immer mein Kind zu ihrer Mutter und ich habe mich gefragt, ob sie das auf Deutsch oder in einer anderen Sprache macht.

Für mich klang alles danach, dass sie Deutsch mit ihnen sprach, wie sie auch ihre Aufzeichnungen auf Deutsch schrieb. Sie hatte sich für die deutsche Sprache und das Christentum entschieden, sowohl was ihre Kinder betraf, aber auch sich selbst, und das zog sie auch bis zu ihrem Lebensende durch. Da war sie sehr konsequent.
Das finde ich jetzt wirklich erstaunlich. Insbesondere wenn man bedenkt, wie spät Emily erst Deutsch gelernt hat.

Ohja, das fand ich auch.

Ich weiß nicht genau, ob es daran liegt oder das Salima sich so sehr verändert hat, auf jeden Fall denke ich nun nicht mehr an die sansibarische Frau Salima, sondern an die Europäerin Emily, wenn ich lese. Eine sehr interessante Entwicklung, die ich in meinem Leseverhalten beobachten kann.

Das finde ich jetzt auch ganz interessant! Es stimmt ja auch: sie ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die, die sie mal auf Sansibar war, und das nicht nur von der Umgebung und vom Namen her.

Emily ... Ich hatte ja schon im vorigen Abschnitt ein wenig die Angst, dass sie sich da in etwas verrennt und es scheint sich ja wirklich bewahrheitet zu haben. Sansibar hat sich verändert, die Herrscher dort haben sich verändert. Aus ihrem Bruder ist das geworden, was vorauszusehen war, allerdings denkt sie immer noch, dass ihre Geschwisterbande ihr weiterhelfen. Warum? Auf welcher Tatsache basierend? Irgendwie ist mir das nicht so ganz einleuchtend.

Das ist auch auf eine Art irrational.
Andererseits stellen Familienbande einen sehr hohen Wert dar in der arabischen Welt.
Eigentlich.
Uneigentlich ist auch da Blut nicht immer dicker als Wasser, wie wir in den zurückliegenden Teilen des Buchs gesehen haben; trotzdem bleibt dieser Wert nach wie vor bestehen, sicher auch nochmal mehr in der Erinnerung. 

Für mich ist es auch eine Tragik bei Salima / Emily, dass sie sich irgendwo zwischen den Werten ihrer Herkunft und denen Europas verstrickt (und sich selbst dabei verloren) zu haben scheint.

Interessant fand ich die Kommentare über Said. Er als Sultan. Vielen Leuten scheint dieser Gedanke Hoffnung zu machen, er selbst scheint sehr nachdenklich zu werden ... Vielleicht ist es auch besser, wenn er wieder in Deutschland ist.

Ich fand das sehr befremdlich, als ich das in den Quellen gelesen habe. An dieser Stelle habe ich das Sansibar aus Salimas Kindheit, über das ich zuvor geschrieben hatte, auf eine Art nicht mehr mit Emily und ihren Kindern zusammengebracht. Das waren wirklich zwei ganz verschiedene Welten, und gefühlt lagen da für mich auch mehr als nur ein paar Jahrzehnte dazwischen.

Zu den Sklaven-Gedanken, den Tammy am Anfang des Threads hatte, kann ich mich nur anschließen. Diese Überlegungen hatte ich ebenfalls, aber auch schon mal bei der Lektüre eines anderen Buches, und dort sogar noch viel mehr. Ich meine "Vom Winde verweht". Alle sprechen von der misslichen Lage der Sklaven und dass sie befreit werden müssen, ohne weiterzudenken und zu hinterfragen, wie schlecht es ihnen wirklich geht und ob sie nicht doch etwas für ihre Arbeit bekommen - und noch viel schlimmer ohne zu bedenken, dass sie die Sklaven selbst verachten und die Kinderpflege und Erziehung niemals in deren Hände legen würden ... Ich muss sagen, dass ich diesen Standpunkt mir auch selbst erarbeiten musste. In der Schule wird dieser historische Teil defintiv zu einseitig dargestellt und vermittelt. Zensur auf eine interessante Art und Weise ...

Bingo! Ich hatte auch schon die ganze Zeit überlegt, wo ich mir schon mal Gedanken über die Befreiung von Sklaven gemacht habe und jetzt wo du es schreibst, ist es mir auch wieder eingefallen: Vom Winde verweht, aber fast noch intensiver bei "Fackeln im Sturm" (ja, jetzt oute ich mich komplett!  :P ;D). Und ich stimme dir auch zu, dass das Thema gerade auch in der Schule gar nicht thematisiert wird. Es geht immer um das hohe Ziel: Sklaverei abschaffen. Das ist auch richtig! Aber keiner denkt dann weiter. Was bietet man den freien Sklaven? Wie bindet man sie in die Gesellschaft ein etc.. Das ist genauso wie Liebesfilme, die damit aufhören, dass die Partner heiraten. Und dann? Dass NACH der Heirat die Ehe beginnt und da dann die eigentlichen Herausforderungen warten, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Daher finde ich es spannend, dass Emily diese Diskrepanz schon entdeckt und sich darüber auch Gedanken gemacht hat!

Ich finde das ganz wichtige (und hochinteressante!) Gedanken, die ihr beide hier äußert. Ich sehe das genauso: was nach der Befreiung mit den Sklaven wird, war von untergeordnetem Interesse, wenn überhaupt - und das hat auch nach dem Ende des Sezessionskriegs viel Elend zur Folge gehabt.
Und der "gute" Norden hat die freigelassenen Sklaven ja auch nicht wirklich als gleichberechtigt angesehen ...


Ihre Kinder müssen wirklich einiges mitmachen und ich bin wirklich total überrascht, was sie alles so mitmachen und wie gut sie das anscheinend auffassen und ihre Mutter unterstützen. Emilys Kinder mussten vor ihrer Zeit erwachsen werden, wie sie selbst damals, nur dass sich nicht nur um sich sondern auch um ihre trauerende und verzweifelte Mutter kümmern müssen. So ist es vielleicht ganz niedlich, dass sie von ihrer Tochter "mein Kind" genannt wird, allerdings halte ich das pädagogisch für ziemlich fraglich und gar nicht amüsant. Emily müsste für ihre Kinder dasein und nicht umgekehrt. Stattdessen verrennt sie sich in die Erbsache und neidet ihrem Bruder, anstatt es hinzunehmen.

Da hast Du auf jeden Fall recht, Avila.

Ja, den Gedanken, dass ihre Kinder schon vor der Zeit erwachsen werden müssen, hatte ich auch. Daher finde ich es auch so spannend, dass die Kinder so bedingungslos hinter ihrer Mutter stehen und das alles mittragen! Das ist wirklich bewundernswert und auch nicht so unbedingt der Normalfall.
@Nicole: Weißt du, was später aus den Kindern geworden ist? (oder hatten wir das hier schon mal und ich habe es schon wieder vergessen?  :-[)

So zwischen den Zeilen habe ich für mich rausgelesen, dass Tony nicht immer so bedingungslos hinter ihrer Mutter stand, sich aus dieser Situation lösen und abnabeln wollte, während Rosa ihr tatsächlich sehr nahe war, ihr den Rücken stärkte und eben manchmal auch etwas wie eine Mutterrolle übernahm.

Vorsichtige Gegenfrage, Tammy: wie weit bist Du mit dem Lesen? Im Epilog habe ich nämlich kurz skizziert, welche Lebenswege Tony, Said und Rosa später einschlugen. Nicht dass ich Dir da etwas vorwegnehme, wenn ich da gleich drauf antworte ...

Zu den Sklaven-Gedanken, den Tammy am Anfang des Threads hatte, kann ich mich nur anschließen. Diese Überlegungen hatte ich ebenfalls, aber auch schon mal bei der Lektüre eines anderen Buches, und dort sogar noch viel mehr. Ich meine "Vom Winde verweht". Alle sprechen von der misslichen Lage der Sklaven und dass sie befreit werden müssen, ohne weiterzudenken und zu hinterfragen, wie schlecht es ihnen wirklich geht und ob sie nicht doch etwas für ihre Arbeit bekommen - und noch viel schlimmer ohne zu bedenken, dass sie die Sklaven selbst verachten und die Kinderpflege und Erziehung niemals in deren Hände legen würden ... Ich muss sagen, dass ich diesen Standpunkt mir auch selbst erarbeiten musste. In der Schule wird dieser historische Teil defintiv zu einseitig dargestellt und vermittelt. Zensur auf eine interessante Art und Weise ...

Bingo! Ich hatte auch schon die ganze Zeit überlegt, wo ich mir schon mal Gedanken über die Befreiung von Sklaven gemacht habe und jetzt wo du es schreibst, ist es mir auch wieder eingefallen: Vom Winde verweht, aber fast noch intensiver bei "Fackeln im Sturm" (ja, jetzt oute ich mich komplett!  :P ;D). Und ich stimme dir auch zu, dass das Thema gerade auch in der Schule gar nicht thematisiert wird. Es geht immer um das hohe Ziel: Sklaverei abschaffen. Das ist auch richtig! Aber keiner denkt dann weiter. Was bietet man den freien Sklaven? Wie bindet man sie in die Gesellschaft ein etc.. Das ist genauso wie Liebesfilme, die damit aufhören, dass die Partner heiraten. Und dann? Dass NACH der Heirat die Ehe beginnt und da dann die eigentlichen Herausforderungen warten, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Daher finde ich es spannend, dass Emily diese Diskrepanz schon entdeckt und sich darüber auch Gedanken gemacht hat!

Ich mochte "Vom Winde verweht" total gerne und es hat ja auch überhaupt nicht viel liebesschnulziges an sich - der Film soll ja wohl nur so sein, wobei ich den nicht gesehen habe. Ist "Fackeln im Sturm" die Fortsetzung?
Sorry, ein wenig OFF-Topic grad ...

Ja, Emily denkt da wirklich sehr differenziert, was ich bei ihrer Verrennerei nach ihrem Erbe überhaupt nicht erlebe. Schade!

*hängt sich an das off-topic dran*

"Vom Winde verweht" ist eines meiner Lieblingsbücher, war es immer, wird es immer bleiben, gerade aufgrund der engen Verflechtung von Fakten und Fiktion - und weil Scarlett eine solch unverbesserliche, sperrige Heldin ist. So arg schnulzig finde ich den Film übrigens eigentlich gar nicht ...
"Fackeln im Sturm" (hat mit Mitchells Buch nichts zu tun, ist eine eigenständige Serie) fand ich die Bücher grottig - aber die Verfilmung, hach!!
Ich habe mir unlängst die DVD-Box gekauft ...  :herz:


(P.S. und back to topic: das stimmt, Avila - diese Fähigkeit zur Differenzierung ist ihr seither verloren gegangen.)
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- Billy Graham

Offline Tammy1982

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Vorsichtige Gegenfrage, Tammy: wie weit bist Du mit dem Lesen? Im Epilog habe ich nämlich kurz skizziert, welche Lebenswege Tony, Said und Rosa später einschlugen. Nicht dass ich Dir da etwas vorwegnehme, wenn ich da gleich drauf antworte ...

*Hüstel* Wusste ich doch, dass ich schon etwas zu den Kindern gelesen hatte... Ich bin schon durch und habe auch den Epilog gelesen und als ich das hier von dir gelesen habe, ist es mir auch wieder eingefallen...  :-[ Tut mir leid, manchmal weiß ich einfach nicht mehr wo mir der Kopf steht...  :-[

*hängt sich an das off-topic dran*

"Vom Winde verweht" ist eines meiner Lieblingsbücher, war es immer, wird es immer bleiben, gerade aufgrund der engen Verflechtung von Fakten und Fiktion - und weil Scarlett eine solch unverbesserliche, sperrige Heldin ist. So arg schnulzig finde ich den Film übrigens eigentlich gar nicht ...
"Fackeln im Sturm" (hat mit Mitchells Buch nichts zu tun, ist eine eigenständige Serie) fand ich die Bücher grottig - aber die Verfilmung, hach!!
Ich habe mir unlängst die DVD-Box gekauft ...  :herz:

Ich weiß ist Off-Topic: Aber ich liebe die Serie auch!  :herz: 8) Habe alle Folgen gesehen, mir dann die Bücher gekauft und war schwer enttäuscht!  :( Aber die Serie ist der Hit!
Und genau da ist mir schon immer im Kopf herum gewandert, dass die "guten" Nordstaatler zwar die Sklaven befreit wissen wollten, aber sie eigentlich nicht in ihrer Nähe haben wollten!  ::)

Wieder zurück zum Topic: Je mehr ich über Emily / Salima nachdenke, desto faszinierter bin ich von ihr. Eine einerseits doch sehr starke und zielstrebige Frau, die dann aber irgendwann in ihrer Zielstrebigkeit zu weit gegangen ist und irgendwie nicht mehr zu sich selbst zurück gefunden hat! Spannende Persönlichkeit!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Nicole C.

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*Hüstel* Wusste ich doch, dass ich schon etwas zu den Kindern gelesen hatte... Ich bin schon durch und habe auch den Epilog gelesen und als ich das hier von dir gelesen habe, ist es mir auch wieder eingefallen...  :-[ Tut mir leid, manchmal weiß ich einfach nicht mehr wo mir der Kopf steht...  :-[

Macht doch überhaupt nichts!  :-*
(kenne ich übrigens, mir geht's zur Zeit ganz ähnlich, uff ...  :spinnen: )


Ich weiß ist Off-Topic: Aber ich liebe die Serie auch!  :herz: 8) Habe alle Folgen gesehen, mir dann die Bücher gekauft und war schwer enttäuscht!  :( Aber die Serie ist der Hit!

 :five:

Wieder zurück zum Topic: Je mehr ich über Emily / Salima nachdenke, desto faszinierter bin ich von ihr. Eine einerseits doch sehr starke und zielstrebige Frau, die dann aber irgendwann in ihrer Zielstrebigkeit zu weit gegangen ist und irgendwie nicht mehr zu sich selbst zurück gefunden hat! Spannende Persönlichkeit!

Das zu lesen macht mich sehr, sehr glücklich.  :)
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2011, 22:12:30 von Nicole C. »
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Offline Avila

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Für mich ist es auch eine Tragik bei Salima / Emily, dass sie sich irgendwo zwischen den Werten ihrer Herkunft und denen Europas verstrickt (und sich selbst dabei verloren) zu haben scheint.

Ja, das bringt es auf den Punkt.

Wieder zurück zum Topic: Je mehr ich über Emily / Salima nachdenke, desto faszinierter bin ich von ihr. Eine einerseits doch sehr starke und zielstrebige Frau, die dann aber irgendwann in ihrer Zielstrebigkeit zu weit gegangen ist und irgendwie nicht mehr zu sich selbst zurück gefunden hat! Spannende Persönlichkeit!

Dessen kann ich mich nur anschließen. :)

Offline Nicole C.

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Wieder zurück zum Topic: Je mehr ich über Emily / Salima nachdenke, desto faszinierter bin ich von ihr. Eine einerseits doch sehr starke und zielstrebige Frau, die dann aber irgendwann in ihrer Zielstrebigkeit zu weit gegangen ist und irgendwie nicht mehr zu sich selbst zurück gefunden hat! Spannende Persönlichkeit!

Dessen kann ich mich nur anschließen. :)

 :-*
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Offline mamasein2009

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Emily versucht an unterschiedlichen Orten in Deutschland glücklich zu werden, doch sie kann nie lange bleiben, sie ist von einer inneren Unruhe getrieben, sie wird an den jewiligen Orten nicht heimisch und "flieht" dann wieder. Der Titel Nomadenjahre trifft ihre Situation genau!

Dieser Abschnitt enthält auch viel geschichtl. Hintergrundwissen um die Kolonialpolitik von Deutschland und England.
Emily lässt jedoch nciht locker und verfolgt weiterhin ihre Erbansprüche und wendet sich auch an den Reichskanzler Bismarck.
Um Ziele in der Kolonialpolitik zu verfolgen, wird Emily gestattet, sich zunächst im Boot ihrer Heimat zu nähern und dann muss sie 6 Wochen warten, bis sie ans Land gehen darf.
Ihre Gefühle, als sie Sansibar nach Jahrzehnten wieder betreten darf, werden sehr nachfühlbar beschrieben. Wie sie den Duft und die Farben und die enge der Gassen wahrnimmt. Traumhaft! Ihr wird auch ein schöner Empfang durch die einfache Bevölkerung bereitet. Doch es scheint alles zu gut zu verlaufen und durch die dt. Regierung erhält sie wieder den Befehl zurückzukehren. Auch eine zweite Heimkehr kann ihr kein Glück bescheren, so dass sie für immer Sansibar den Rücken kehren muss. Sich dies bewußt zu machen, der Heimat für immer den Rücken zu kehren, ist für die eigene Gefühlswelt ein tiefer Schnitt und auch schwer zu verkraften

Barghash bleibt weiter unnachgiebig. Besonders hart fand ich seine Reaktion, als Emily wieder in Sansibar war und auch im Sultanspalast vorspricht und als Antwort erhält, dass seine Schwester schon vor Jahren gestorben ist. Schockierend sind auch die Berichte über sein Handeln als Herrscher, wie er langsam aber sicher alle Verwandten und möglichen Thronnachfolger bzw. -rivalen töten oder einkerkern lässt. Hier ist mir die ganze Zeit der Spruch eingefallen - Wehe, wem Macht gegeben.
Er ist nur auf seinen Vorteil bedacht, umgibt sich mit  Reichtümern und kümmert sich nicht ums Ansehen von Sansibar.




Offline mamasein2009

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Tief getroffen hat mich die Nachricht, dass ausgerechnet Khaduj auf "Pilgerfahrt" geschickt wurde! Wie grausam!  :o Da rettet sie ihre Schwester und erleidet schließlich genau das Schicksal vor dem sie Emily bewahrt hatte...  :'( Nach dieser Geschichte vermute ich aber auch, dass Khaduj wohl auch eine Beziehung gepflegt hat, die nicht ihrem Stand entsprochen hat. Unter Majid hatte sie dann entweder das Glück, dass der davon nichts bemerkt hat oder es einfach still geduldet hat. Aber Barghash ist da eindeutig anders gestrickt!  :o


Das Schicksal von Khaduj hat mich auch sehr betroffen gemacht, denn ich habe angenommen, dass Emily bei ihrer Rückkehr wieder mit ihr in Kontakt kommt. Das Handeln von Barghash zeigt aber auch wieder wie rigeros er ist und versucht alle mgl. Rivalen auszuschalten.

Offline Imlammenien

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Tief getroffen hat mich die Nachricht, dass ausgerechnet Khaduj auf "Pilgerfahrt" geschickt wurde! Wie grausam!  :o Da rettet sie ihre Schwester und erleidet schließlich genau das Schicksal vor dem sie Emily bewahrt hatte...  :'( Nach dieser Geschichte vermute ich aber auch, dass Khaduj wohl auch eine Beziehung gepflegt hat, die nicht ihrem Stand entsprochen hat. Unter Majid hatte sie dann entweder das Glück, dass der davon nichts bemerkt hat oder es einfach still geduldet hat. Aber Barghash ist da eindeutig anders gestrickt!  :o


Das Schicksal von Khaduj hat mich auch sehr betroffen gemacht, denn ich habe angenommen, dass Emily bei ihrer Rückkehr wieder mit ihr in Kontakt kommt. Das Handeln von Barghash zeigt aber auch wieder wie rigeros er ist und versucht alle mgl. Rivalen auszuschalten.
Ich vermute, Khaduj wusste, auf was sie sich da einließ. Und vermutlich konnte sie auch Bargash deutlich besser einschätzen als Salima/Emily, schließlich erlebt sie ihn ja in direktem Kontakt. Trotzdem ist es tragisch, dass ausgerechnet Khaduj nicht die Hilfe und Unterstützung gefunden hat, die sie selbst Salima/Emily gewährt hat!

Offline Nicole C.

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Emily versucht an unterschiedlichen Orten in Deutschland glücklich zu werden, doch sie kann nie lange bleiben, sie ist von einer inneren Unruhe getrieben, sie wird an den jewiligen Orten nicht heimisch und "flieht" dann wieder. Der Titel Nomadenjahre trifft ihre Situation genau!

Dieser Titel war auch sofort da, ich musste gar nicht lange überlegen, wie ich diesen Teil des Buches nennen würde.

Dieser Abschnitt enthält auch viel geschichtl. Hintergrundwissen um die Kolonialpolitik von Deutschland und England.
Emily lässt jedoch nciht locker und verfolgt weiterhin ihre Erbansprüche und wendet sich auch an den Reichskanzler Bismarck.
Um Ziele in der Kolonialpolitik zu verfolgen, wird Emily gestattet, sich zunächst im Boot ihrer Heimat zu nähern und dann muss sie 6 Wochen warten, bis sie ans Land gehen darf.

Das empfand ich als grausam: die frühere Heimat ist in Sichtweite, und doch darf sie sie so lange nicht betreten.
(Ich bin sehr oft recht parteiisch, was meine Romancharaktere - fiktive wie historisch belegte - angeht, und ich grolle Bismarck um Salimas / Emilys Willen immer noch sehr.)

Sich dies bewußt zu machen, der Heimat für immer den Rücken zu kehren, ist für die eigene Gefühlswelt ein tiefer Schnitt und auch schwer zu verkraften

Das ist es, das empfinde ich genauso.

Barghash bleibt weiter unnachgiebig. Besonders hart fand ich seine Reaktion, als Emily wieder in Sansibar war und auch im Sultanspalast vorspricht und als Antwort erhält, dass seine Schwester schon vor Jahren gestorben ist. Schockierend sind auch die Berichte über sein Handeln als Herrscher, wie er langsam aber sicher alle Verwandten und möglichen Thronnachfolger bzw. -rivalen töten oder einkerkern lässt. Hier ist mir die ganze Zeit der Spruch eingefallen - Wehe, wem Macht gegeben.
Er ist nur auf seinen Vorteil bedacht, umgibt sich mit  Reichtümern und kümmert sich nicht ums Ansehen von Sansibar.

Dieser Spruch trifft es absolut.



Tief getroffen hat mich die Nachricht, dass ausgerechnet Khaduj auf "Pilgerfahrt" geschickt wurde! Wie grausam!  :o Da rettet sie ihre Schwester und erleidet schließlich genau das Schicksal vor dem sie Emily bewahrt hatte...  :'( Nach dieser Geschichte vermute ich aber auch, dass Khaduj wohl auch eine Beziehung gepflegt hat, die nicht ihrem Stand entsprochen hat. Unter Majid hatte sie dann entweder das Glück, dass der davon nichts bemerkt hat oder es einfach still geduldet hat. Aber Barghash ist da eindeutig anders gestrickt!  :o


Das Schicksal von Khaduj hat mich auch sehr betroffen gemacht, denn ich habe angenommen, dass Emily bei ihrer Rückkehr wieder mit ihr in Kontakt kommt. Das Handeln von Barghash zeigt aber auch wieder wie rigeros er ist und versucht alle mgl. Rivalen auszuschalten.
Ich vermute, Khaduj wusste, auf was sie sich da einließ. Und vermutlich konnte sie auch Bargash deutlich besser einschätzen als Salima/Emily, schließlich erlebt sie ihn ja in direktem Kontakt. Trotzdem ist es tragisch, dass ausgerechnet Khaduj nicht die Hilfe und Unterstützung gefunden hat, die sie selbst Salima/Emily gewährt hat!

Ich vermute auch, das Khaduj sich dessen bewusst war, gerade auch unter Barghashs Herrschaft; deshalb empfinde ich ihr Schicksal auch als so tragisch.
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Offline tjaa

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So Mädels, ich bin auch durch mit dem Abschnitt und bald fertig mit dem Buch.
Ich bin gerade wirklich sehr langsam, und immer wieder kommt etwas dazwischen, ich hoffe ihr seid mir nicht böse!

Die Entwicklung von Emily ist wirklich interessant. Hatte ich anfangs mit Heinrich noch das Gefühl, dass Emily in Deutschland wirklich heimisch werden kann, verliere ich dieses Gefühl immer mehr. Sie kommt mir total entwurzelt rüber und ist rastlos, wird nirgends wirklich sesshaft.
Emilys starkes Verlangen nach einer Rückkehr nach Sansibar ist einerseits zu beneiden, wie sehr sie ihre Heimat vermisst und sich nach ihr sehnt. Andererseits wird sie sich wohl, solange sie sich so nach Sansibar sehnt, nie wirklich in Deutschland wohlfühlen. Das ist doch ganz schrecklich, oder?
Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wieso Emily immer und immer wieder bei Barghash um ihr Erbe bettelt. Klar, es steht ihr zu, aber mir kommt es irgendwann sehr wie Betteln rüber. Und das tut mir leid um sie, da sie für mich damit irgendwie auch an Stolz verliert. Eben diesen Stolz, den sie bei Ihrer "Flucht" aus Sansibar hatte.

Als Emily dann wirklich nach Sansibar reist bin ich etwas beunruhigt. Irgendwie war Deutschland für mich doch eine gewisse Sicherheit, vor allem weil man ja nicht wusste, was Emily in Sansibar erwartet.
Als Barghash sie abweist und auch sagt, sie sei für ihn gestorben, meint Emily ja, sie schließe mit ihm ab. Ob sie das wirklich so kann? Da bin ich ja gespannt, wie es weitergeht.

Offline Avila

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Emilys starkes Verlangen nach einer Rückkehr nach Sansibar ist einerseits zu beneiden, wie sehr sie ihre Heimat vermisst und sich nach ihr sehnt. Andererseits wird sie sich wohl, solange sie sich so nach Sansibar sehnt, nie wirklich in Deutschland wohlfühlen. Das ist doch ganz schrecklich, oder?

Ja, das finde ich auch wirklich schrecklich. Irgendwie kann sie sich auf nichts wirklich einlassen. Wobei ich auch verstehen kann, dass sie sich in Deutschland unwohl fühlt, aber ich hatte manchmal auch das Gefühl, dass sie vielleicht mehr hätte machen können, damit das Wohlfühlsein sich einstellt.

Als Barghash sie abweist und auch sagt, sie sei für ihn gestorben, meint Emily ja, sie schließe mit ihm ab. Ob sie das wirklich so kann? Da bin ich ja gespannt, wie es weitergeht.

Da habe ich auch meine Zweifel, sie hat es ja auch nie geschafft, mit Sansibar abzuschließen oder mit dem Tod ihres ersten Kindes. Sowas ist natürlich alles sehr hart, aber ich glaube, Emily bzw Salima ist ein Mensch, der sich sehr schwer mit Veränderungen in ihrem Leben tut. Ähnlich habe ich eigentlich auch bei dem Tod ihrer Eltern empfunden.  ::)