Autor Thema: 1. Abschnitt: Anfang bis Seite 100 („Aufbruch“ bis einschließlich „Wildwuchs“  (Gelesen 1114 mal)

Offline Sookie

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Hihi, eine Freundin meinte heute morgen auch zu mir, als sie das Buch gelesen hat, was ich denn da lese. Als sie meine Antwort "einen historischen Roman, der in Sansibar spielt", war sie auch sehr erstaunt und meinte: Ach, wirklich? Es sieht aus wie ein Rosamunde-Pilcher-Roman." Allerdings lässt der Klappentext ja schon erahnen, dass es keine richtige Liebesschnulze ist ...

Dabei ist das Cover doch viiieeel schööööner als bei Pilchers ...  :'(    ;)

Ich muss ja ganz ehrlich sagen: Aufgrund des Covers und des Titels hätte ich das Buch nicht gekauft.  :-[ Ist zwar wunderschön, passt aber eigentlich so überhaupt nicht in mein "Beuteschema". Aber der Klappentext hat mich überzeugt. ;)

Offline mamasein2009

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Ach ja, ich habe mir gerade mal deine Homepage etwas genauer angeschaut. Dickes Lob! Das ist ja Wahnsinn, wie viel Liebe du da reinsteckst. Du lieferst uns Lesern ja reichlich Hintergrundwissen und Einblicke in deine Arbeit. Ganz besonders schön finde ich die alte Weltkarte, auf der man deine Romane anklicken kann. Man merkt wirklich, wie sehr du das Schreiben liebst und lebst.


Als ich hier eure Eindrücke gelesen habe, musste ich auch gleich mal zur Homepage springen.
Beeindruckend und da steckt sicherlich sehr viel Arbeit dahinter und die historische Landkarte ist perfekt gewählt und dass man dann gleich auf die entsprechenden Romane kann, top!
Werde die nächsten Tage mich mal tiefer einlesen, auch in die anderen Romane und die kommen dann gleich auf die Weihnachtsliste, zum Glück ist es nicht mehr zulang bis dahin.

Offline mamasein2009

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So, ich habe es geschafft und bin mit dem 1. Teil fertig geworden.  :winken:
Ich hatte ja schon geschrieben, dass es mein erstes Buch von dir, liebe Nicole, ist und eins ist sicher, es ist nicht das letzte. Ich bin sehr beeindruckt, durch die bildhafte Sprache kann ich mir sehr gut die Luxuswelt von Salima vorstellen. Die Weite des Palast und auch die Natur von Sanisbar.

Auch die Gefühlswelt von Salima wird für mich nachvollziehbar beschrieben, sie muss ja doch mit Änderungen klar kommen und verliert auch ihre Freunde aus Kindestagen. Ihre Mutter kann die Gefühle der Tochter nachvollziehen, denkt aber nur darüber nach, ohne dies mit ihr zu besprechen, ich denke, dies hätte Salima viel gebracht. Vor allem stell ich mir die Beziehung zum Sultan auch sehr schwierig vor - vor allem wie er seiner Vaterrolle gerecht wird, wohl eher gar nicht. Dahinein kann ich mich gar nicht versetzen.

Kurz nach dem Tod vom Sultan stirbt auch noch ihre Mutter. Somit ist sie gefühlt (fast) allein auf der Welt. Salima hat zwar ein sehr schönes Leben bisher gehabt, musste nie Hunger leiden oder andere Dinge zurückstecken. Aber sie muss auch mit Verlusten klar kommen und das im Alter von 12 Jahren!

Ich bin gespannt, wie sich enge Freundschaft zwischen Majid und Salima fortsetzt!
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2011, 14:00:48 von mamasein2009 »

Offline mamasein2009

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Mit dem Lesen und Schreiben hast du natürlich recht, Nicole. Gerade in Ländern wie Afghanistan ist das ja immer noch keine Selbstverständlichkeit. Erinnert mich auch sehr an den Roman von Khaled Hosseini, "A thousand splendid suns". Da geht es ja auch um dieses Thema. Das fand ich sehr interessant, das Buch.


Wenn man sich dies heute so vorstellt, dass man nur weil man ein Mädchen ist, nicht schreiben bzw. lesen durfte - schon sehr heftig. Und dann die Antworten auf Nachfragen von Salima - ist halt so!
Das Buch von Khaled Hosseini hat mich auch sehr beeindruckt und es gibt sehr gut die Tatsachen und Gepflogenheiten von Afghanistan wieder. Es gehört mit zu meinen Lieblingsbüchern.

Offline Nicole C.

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Hallo Ihr Lieben,

Bei den historischen Persönlichkeiten durchwühle ich dann alle Quellen so gründlich wie möglich, um dem überlieferten Bild gerecht zu werden und das möglichst nicht durch meine persönliche Einstellung einzufärben.

Ich finde, dass ist dir bisher gut gelungen - vor allen Dingen bei Salimas Vater. :)

Dem kann ich mich nur anschließen: Ich finde es total super, wie du die einzelnen Personen zum Leben erweckst und sie wirklich "atmen" lässt. Und mit diesem "atmen" meine ich, dass du es schaffst, sie so darzustellen, dass sie sich wirklich nach Menschen anfühlen. Sich so anfühlen, dass es sie so wirklich gegeben haben könnte und das ist schon eine schwierige Sache - finde ich. Gerade wenn es sich um historische Personen handelt. Dabei spielt auch mit rein, dass nicht jede Figur abgrundtief böse oder nur gut ist, sondern jeder eben seine guten und seine weniger guten Seiten hat und das kommt bei mir hier richtig gut an! Ganz klasse!  8)
Vor allem, weil ich auch denke, dass es nicht so einfach ist, Figuren, gerade tatsächlich gelebte, so darzustellen, dass man sie nicht komplett verteufelt oder in einem total rosaroten Licht dastehen lässt!

Dankeschön!  :-[
Mir ist das auch sehr wichtig, dass Charaktere nicht schwarz-weiß geraten; interessanterweise finde ich es leichter, gebrochene Charaktere zu schildern als harmonische, überwiegend "gute" - weil ich es schwierig finde, sie so zu schreiben, dass sie nicht unterträglich glatt werden oder nur zweidimensional rüberkommen.


Und zum Off-Topic muss ich ja gestehen, dass ich noch kein Buch von ihr gelesen habe ...  :-[

 :five: Ich auch nicht! Aber nach der Begeisterung von dir Nicole, denke ich vielleicht mal darüber nach...  ;)

Ich glaube nicht, dass man sie gelesen haben MUSS, finde es aber so ungerecht, dass diese drei in der fast ununterscheidbaren Masse ihrer anderen Werke untergehen. Sowas stelle ich mir aus Autorensicht wirklich schlimm vor: man hat ein paar richtig gute Sachen geschrieben, wird aber nur mit ganz anderen Sachen identifiziert ...  :o

Mit dem Lesen und Schreiben hast du natürlich recht, Nicole. Gerade in Ländern wie Afghanistan ist das ja immer noch keine Selbstverständlichkeit. Erinnert mich auch sehr an den Roman von Khaled Hosseini, "A thousand splendid suns". Da geht es ja auch um dieses Thema. Das fand ich sehr interessant, das Buch.

Da drücke ich mich bislang noch davor - seit ich hauptberuflich schreibe, habe ich ein bisschen Berührungsängste bei Büchern, bei denen ich ahne, sie könnten besonders traurig oder tragisch sein. Weil meine das auch überwiegend sind und mich das doch immer sehr leiden lässt - da packe ich das nicht auch noch in der Lektüre.  :-[

Da du erwähnt hast, dass du bei Lesungen gerne als Einleitung über die typischen Sansibar-Assoziationen berichtest, kommt natürlich diese Frage: Wann liest du mal in Stuttgart??? :)

Diesen Leseherbst / -winter wohl nicht mehr, da bleibt es voraussichtlich bei der Lesung am 2. November in Tuttlingen.
Aber für das 2. Buch in 2012 sowie für das Jugendbuch 2013 sind von Verlagsseite aus Lesereisen zumindest mal angedacht.  :winken:

Ach ja, ich habe mir gerade mal deine Homepage etwas genauer angeschaut. Dickes Lob! Das ist ja Wahnsinn, wie viel Liebe du da reinsteckst. Du lieferst uns Lesern ja reichlich Hintergrundwissen und Einblicke in deine Arbeit. Ganz besonders schön finde ich die alte Weltkarte, auf der man deine Romane anklicken kann. Man merkt wirklich, wie sehr du das Schreiben liebst und lebst.

Dankeschön! *freu*
Fairerweise muss ich sagen, dass ich zwar unbedingt eine Weltkarte auf der Startseite haben wollte -  diese kleine Spielerei mit dem Anklicken war allerdings die Idee von Mr. Nicole, der auch die ganzen Texte und Bilder, die ich dafür schreibe und zusammentrage, programmiert und die Seite am Laufen hält.

Du hattest ja kurz Richard Burton erwähnt. Ich war mir nicht mehr sicher, ob er im Buch noch im ersten oder schon Anfang des zweiten Teils erwähnt wird, aber ist ja denke ich auch kein Geheimnis.
Das hat mich besonders gefreut, weil ich gleich an "Unter dem Safranmond" denken musste.

Wer wie Du den "Safranmond" gelesen hat, wird im Laufe des Buches (hoffentlich) ein paar kleine Déjà-vu-Momente bzw. Schmunzel-Augenblicke haben - aber diejenigen, die das Buch nicht kennen, müssen sich keine Sorgen machen: euch wird deshalb nichts fehlen!  :winken:

 
Ach ja, ich habe mir gerade mal deine Homepage etwas genauer angeschaut. Dickes Lob! Das ist ja Wahnsinn, wie viel Liebe du da reinsteckst. Du lieferst uns Lesern ja reichlich Hintergrundwissen und Einblicke in deine Arbeit.

Dem Lob kann ich mich  nur anschließen. Ich muss leider zugeben, dass ich normalerweise nicht mehr recherchiere, wenn ich lese - außer bei Leserunden. Deswegen finde ich es gerade bei diesem Buch wirklich super, dass du dir so viel Mühe machst. :-*

Da doch nicht' für!  :-*

Ich muss ja ganz ehrlich sagen: Aufgrund des Covers und des Titels hätte ich das Buch nicht gekauft.  :-[ Ist zwar wunderschön, passt aber eigentlich so überhaupt nicht in mein "Beuteschema". Aber der Klappentext hat mich überzeugt. ;)

Umso mehr freu ich mich, dass Du Dich dennoch für das Buch entschieden hast - und ich hoffe sehr, dass Du es am Ende zuklappst und findest, dass sich die Zeit damit gelohnt hat!  :-*

Als ich hier eure Eindrücke gelesen habe, musste ich auch gleich mal zur Homepage springen.
Beeindruckend und da steckt sicherlich sehr viel Arbeit dahinter und die historische Landkarte ist perfekt gewählt und dass man dann gleich auf die entsprechenden Romane kann, top!
Werde die nächsten Tage mich mal tiefer einlesen, auch in die anderen Romane und die kommen dann gleich auf die Weihnachtsliste, zum Glück ist es nicht mehr zulang bis dahin.

*freu*

So, ich habe es geschafft und bin mit dem 1. Teil fertig geworden.  :winken:
Ich hatte ja schon geschrieben, dass es mein erstes Buch von dir, liebe Nicole, ist und eins ist sicher, es ist nicht das letzte. Ich bin sehr beeindruckt, durch die bildhafte Sprache kann ich mir sehr gut die Luxuswelt von Salima vorstellen. Die Weite des Palast und auch die Natur von Sanisbar.

* gleich nochmal freu*


Auch die Gefühlswelt von Salima wird für mich nachvollziehbar beschrieben, sie muss ja doch mit Änderungen klar kommen und verliert auch ihre Freunde aus Kindestagen. Ihre Mutter kann die Gefühle der Tochter nachvollziehen, denkt aber nur darüber nach, ohne dies mit ihr zu besprechen, ich denke, dies hätte Salima viel gebracht. Vor allem stell ich mir die Beziehung zum Sultan auch sehr schwierig vor - vor allem wie er seiner Vaterrolle gerecht wird, wohl eher gar nicht. Dahinein kann ich mich gar nicht versetzen.

Das stimmt, die Zeit hat sie sich da nicht genommen zwischen all ihren Verpflichtungen und Aufgaben. Ich denke auch mal, dass sie ihre Tochter nicht mit ihrer - doch sehr traurigen - Vergangenheit belasten wollte.
Und was den Sultan betrifft: für einen Mann in seiner Position hat er sich verhältnismäßig viel mit seinen (sehr vielen) Kindern beschäftigt. Kein Vergleich zu den Vätern heute, klar, aber für einen Sultan war das doch schon recht ungewöhnlich.


Kurz nach dem Tod vom Sultan stirbt auch noch ihre Mutter. Somit ist sie gefühlt (fast) allein auf der Welt. Salima hat zwar ein sehr schönes Leben bisher gehabt, musste nie Hunger leiden oder andere Dinge zurückstecken. Aber sie muss auch mit Verlusten klar kommen und das im Alter von 12 Jahren!

Ich denke, dieses Bewußtsein für Salimas Kindheit, ihr Aufwachsen im Luxus ist sehr wichtig, um sie zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens verstehen zu können.


Ich hoffe, ihr nehmt's mir nicht übel, wenn ich die Beiträge zum 2. Abschnitt erst heute Abend beantworte - ich gleich noch verabredet, und danach werden der Mr. und ich uns durch den Vor-Feiertags-Wahnsinn im Supermarkt kämpfen. Aber heut Abend bin ich dann wieder da!  :winken:

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Offline tjaa

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(Mal wieder ohne Zitate wegen Faulheit :D )

Da freue ich mich ja schon auf unsern Hr. Burton und die Déjà-Vus.

Mich hat es auch gewundert, dass der Sultan gleich wusste, welches Kind er da vor sich hat, als Salima eines nachts bei ihm vor der Zimmertür stand. Bei so vielen Kindern muss man doch irgendwann den Überblick verlieren, oder?
Und wenn man sich heute so anschaut, wie viele Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen müssen, weil die Eltern sich oft trennen oder manche Frauen nicht mal wissen, wer denn der Erzeuger ist (okay, das ist wirklich der Extremfall...), relativiert das doch die Vaterrolle des Sultans um einiges.

Ich kann gut verstehen, dass du solch traurige Bücher meidest. Mir aber hat das wirklich viel gegeben - und es war nicht nur traurig. Es gibt einem halt einen guten Einblick ins Leben in Afghanistan. Und gerade für Leute wie mich, die wenig bis gar keine Sachliteratur lesen und auch sonst sich eher wenig mit Geschichte beschäftigen (außerhalb von Romanen meine ich jetzt), ist sowas schon sehr interessant.
Du recherchierst ja schon allein für deine Romane sehr viel, ich denke da liest man auch vieles und informiert sich.
Das tue ich eben nur über Romane... Ich Banausin ;-)
Aber genau deswegen haben mir die beiden Romane von dir, die ich bisher gelesen habe, eben auch so sehr gefallen: Sie waren keineswegs nur historische Romane (die ich nämlich auch meide :D), sondern haben vieles miteinander verbunden: Geschichte, Liebe, Familie, Konflikte,... .

Wegen der Karte: Die Männer müssen sich ja auch ein bisschen einbringen, oder? ;-) Und ist ja schön, wenn der Mr. Nicole da auch Interesse zeigt.

So, dann lese ich mal noch etwas weiter. Ich hoffe, ich komme am langen Wochenende ein bisschen voran!

Offline Avila

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Mich hat es auch gewundert, dass der Sultan gleich wusste, welches Kind er da vor sich hat, als Salima eines nachts bei ihm vor der Zimmertür stand. Bei so vielen Kindern muss man doch irgendwann den Überblick verlieren, oder?
Und wenn man sich heute so anschaut, wie viele Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen müssen, weil die Eltern sich oft trennen oder manche Frauen nicht mal wissen, wer denn der Erzeuger ist (okay, das ist wirklich der Extremfall...), relativiert das doch die Vaterrolle des Sultans um einiges.

Ja, vor allen Dingen erkennt er auch all seine Kinder an - oder zumindest hab ich so das Gefühl. Aber auf Sansibar ist das wahrscheinlich auch nochmal ein wenig anders als im damaligen Europa.

Offline Nicole C.

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Da freue ich mich ja schon auf unsern Hr. Burton und die Déjà-Vus.

Ich hätte ihn so unglaublich gerne persönlich auftreten lassen, aber das hätte in meinen Augen den Spannungsbogen überdehnt, weil ich dafür dann doch zu weit von Salima hätte abschweifen müssen. Immerhin konnte ich Rigby im Gespräch mit Majid seine Gedanken kurz zu Burton wandern lassen, was durchaus auch seinen Reiz hatte.  ;D

Ich kann gut verstehen, dass du solch traurige Bücher meidest. Mir aber hat das wirklich viel gegeben - und es war nicht nur traurig. Es gibt einem halt einen guten Einblick ins Leben in Afghanistan.

*das Buch auf der Wunschliste weiter nach oben beförder*


Und gerade für Leute wie mich, die wenig bis gar keine Sachliteratur lesen und auch sonst sich eher wenig mit Geschichte beschäftigen (außerhalb von Romanen meine ich jetzt), ist sowas schon sehr interessant.
Du recherchierst ja schon allein für deine Romane sehr viel, ich denke da liest man auch vieles und informiert sich.
Das tue ich eben nur über Romane... Ich Banausin ;-)
Aber genau deswegen haben mir die beiden Romane von dir, die ich bisher gelesen habe, eben auch so sehr gefallen: Sie waren keineswegs nur historische Romane (die ich nämlich auch meide :D), sondern haben vieles miteinander verbunden: Geschichte, Liebe, Familie, Konflikte,... .

Ich hab überhaupt kein Problem damit, wenn meine Bücher "nur so" gelesen werden, der Handlung wegen, aber ich freu mich sehr, wenn Leser auch etwas daraus mitnehmen, an geschichtlichem Wissen, an Wissen über eine Kultur, ein Land, eventuell auch neue Gedanken dazu.
Ich fand Geschichte als Schulfach ganz furchtbar, trocken und "tot" - da war nichts Lebendiges drin, obwohl Geschichte ja doch immer von Menschen gemacht wird und wiederum ihren Einfluss auf Menschenleben hat. Diese Lebendige fand ich dann in historischen Biografien, in historischen Romanen - und das ist auch das, was ich dem Leser mit jedem Buch vermitteln möchte: möglichst so "nebenbei" etwas über die Hintergründe aufzusammeln, die mit der eigentlichen Handlung verflochten sind. Ich bin auch davon überzeugt, dass historische Fakten und Sachverhalte besser im Gedächtnis bleiben, wenn sie mit einer Geschichte verknüpft sind, umso mehr, wenn man Spaß an dieser Geschichte hat.
Mir geht es beim Schreiben ganz ähnlich: wenn ich schon bei der Recherche meine Geschichte und die Charaktere im Kopf habe und die Fakten gleich damit verknüpfe, kann ich mir wesentlich mehr merken - weil die Fakten dann einen Sinn, eine wirkliche Bedeutung haben. Dann ist Geschichte so richtig spannend.



Wegen der Karte: Die Männer müssen sich ja auch ein bisschen einbringen, oder? ;-) Und ist ja schön, wenn der Mr. Nicole da auch Interesse zeigt.

Ja, da bin ich auch froh drum. Wir sind ohnehin ein gutes Team, und ich find's schön, dass wir da meinen Beruf, meine Interessen mit den seinen verbinden können.  :)

Mich hat es auch gewundert, dass der Sultan gleich wusste, welches Kind er da vor sich hat, als Salima eines nachts bei ihm vor der Zimmertür stand. Bei so vielen Kindern muss man doch irgendwann den Überblick verlieren, oder?
Und wenn man sich heute so anschaut, wie viele Kinder mit nur einem Elternteil aufwachsen müssen, weil die Eltern sich oft trennen oder manche Frauen nicht mal wissen, wer denn der Erzeuger ist (okay, das ist wirklich der Extremfall...), relativiert das doch die Vaterrolle des Sultans um einiges.

Ja, vor allen Dingen erkennt er auch all seine Kinder an - oder zumindest hab ich so das Gefühl. Aber auf Sansibar ist das wahrscheinlich auch nochmal ein wenig anders als im damaligen Europa.

Er hatte offenbar tatsächlich den Überblick und ihn auch nie verloren, sich auch bemüht, allen Kindern gleich viel Zeit zu widmen - wenn es sich bei denen im Oman auch schwieriger gestaltete. Und ihm war auch wichtig, dass Mädchen und Jungen einigermaßen gleich behandelt werden. Im Rahmen der kulturell bedingten Unterschiede natürlich - aber es war nicht so, dass er die Jungs bevorzugte.( Ich erinnere z.B. daran, wie er unbedingt wollte, dass Salima länger zur Schule geht als ursprünglich geplant, auch gegen Djilfidans Willen. )
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2011, 21:05:40 von Nicole C. »
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Offline tjaa

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Ich kann gut verstehen, dass du solch traurige Bücher meidest. Mir aber hat das wirklich viel gegeben - und es war nicht nur traurig. Es gibt einem halt einen guten Einblick ins Leben in Afghanistan.

*das Buch auf der Wunschliste weiter nach oben beförder*


 :klatschen:
Du wirst es nicht bereuen :)

Und gerade für Leute wie mich, die wenig bis gar keine Sachliteratur lesen und auch sonst sich eher wenig mit Geschichte beschäftigen (außerhalb von Romanen meine ich jetzt), ist sowas schon sehr interessant.
Du recherchierst ja schon allein für deine Romane sehr viel, ich denke da liest man auch vieles und informiert sich.
Das tue ich eben nur über Romane... Ich Banausin ;-)
Aber genau deswegen haben mir die beiden Romane von dir, die ich bisher gelesen habe, eben auch so sehr gefallen: Sie waren keineswegs nur historische Romane (die ich nämlich auch meide :D), sondern haben vieles miteinander verbunden: Geschichte, Liebe, Familie, Konflikte,... .

Ich hab überhaupt kein Problem damit, wenn meine Bücher "nur so" gelesen werden, der Handlung wegen, aber ich freu mich sehr, wenn Leser auch etwas daraus mitnehmen, an geschichtlichem Wissen, an Wissen über eine Kultur, ein Land, eventuell auch neue Gedanken dazu.
Ich fand Geschichte als Schulfach ganz furchtbar, trocken und "tot" - da war nichts Lebendiges drin, obwohl Geschichte ja doch immer von Menschen gemacht wird und wiederum ihren Einfluss auf Menschenleben hat. Diese Lebendige fand ich dann in historischen Biografien, in historischen Romanen - und das ist auch das, was ich dem Leser mit jedem Buch vermitteln möchte: möglichst so "nebenbei" etwas über die Hintergründe aufzusammeln, die mit der eigentlichen Handlung verflochten sind. Ich bin auch davon überzeugt, dass historische Fakten und Sachverhalte besser im Gedächtnis bleiben, wenn sie mit einer Geschichte verknüpft sind, umso mehr, wenn man Spaß an dieser Geschichte hat.
Mir geht es beim Schreiben ganz ähnlich: wenn ich schon bei der Recherche meine Geschichte und die Charaktere im Kopf habe und die Fakten gleich damit verknüpfe, kann ich mir wesentlich mehr merken - weil die Fakten dann einen Sinn, eine wirkliche Bedeutung haben. Dann ist Geschichte so richtig spannend.

Da hast du wirklich Recht.
Das Fach Geschichte fand ich in der Schule abwechselnd interessant und doof - je nach Lehrer. In der 9. Klasse oder so (weiß nicht mehr genau) hatten wir einen tollen Geschichtslehrer, der hat das alles total spannend rübergebracht. Danach ging es bergab, die Lehrer wurden schlechter und es ging immermehr nur noch ums Dritte Reich *gähn* Versteh mich nicht falsch, das ist durchaus auch wichtig, aber es gibt doch noch so viel anderes...

Offline Nicole C.

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Das Fach Geschichte fand ich in der Schule abwechselnd interessant und doof - je nach Lehrer. In der 9. Klasse oder so (weiß nicht mehr genau) hatten wir einen tollen Geschichtslehrer, der hat das alles total spannend rübergebracht. Danach ging es bergab, die Lehrer wurden schlechter und es ging immermehr nur noch ums Dritte Reich *gähn* Versteh mich nicht falsch, das ist durchaus auch wichtig, aber es gibt doch noch so viel anderes...

Ich hatte das große Pech, dass ich die ganzen Jahre ein und denselben Lehrer in Geschichte hatte, den ich auch bis zum Abi nicht mehr loswurde. (Dass die Schüler der anderen drei Kurse unter ihren Lehrern in der Abi-Prüfung ihre Wunschthemen bekamen, nur wir im vierten Kurs nicht, sei mal nur am Rande erwähnt  ::) ). Bei ihm bestand der Unterricht darin, Auszüge aus Quellen "durchzuarbeiten" und wiederzugeben - und zwar ohne wesentliche Hintergrundinformationen und ohne irgendwelche sinnvollen Bezüge herzustellen.  :-\ Auch kritisches Hinterfragen war nicht erwünscht. Sein Hauptschwerpunkt war deutsches Mittelalter, im Rückblick gefühlte drei Schuljahre lang - was bei mir ein gigantisches schwarzes Loch hinterlassen hat, was diese Epoche betrifft, und auch ein bis heute nachwirkendes Desinteresse daran.
Drittes Reich ist ein wichtiges Thema, da gebe ich Dir recht - aber auch dass konnte besagter Lehrer nur zum Gähnen langweilig vermitteln.  ::)
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Offline Sookie

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Aaach, der Geschichtsunterricht. Ich hatte Geschichts-LK und unser Lehrer hat die meiste Zeit mit Abwesenheit geglänzt. Wenn er dann mal da war, hat er uns meistens stundenlang Texte vorgelesen oder Videos gezeigt. Ich mochte ihn wirklich sehr gern, weil er nett war und ein wandelndes Lexikon, aber sein Unterricht war eine Katastrophe. Vor allem fand ich die Schwerpunktsetzung im Stundenplan ätzend: Mehrere Jahre 2. Weltkrieg und Drittes Reich, alle anderen Themen wurden so kurz und oberflächlich wie möglich heruntergerattert.

Aber ich liebe Geschichte und historische Romane. Am meisten hat mich im Geschichtsunterricht nämlich immer gestört, dass es meist nur um die politischen Verhältnisse und sowas ging, nie um die Menschen, deren Alltag und Lebensweise. Denn das interessiert mich doch am meisten. Deswegen lese ich auch so gerne historische Romane und deswegen werde ich auch Archäologie und nicht Geschichte studieren, weil ich mir denke, dass da der Schwerpunkt eher auf dem Alltag der Menschen liegt.

Über das Thema könnte ich noch stundenlang philosophieren. Manchmal habe ich einfach eine Riesenwut auf die Schule... ::)

Offline tjaa

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Ich glaube, Geschichte ist eines der Fächer, die einem vieles versauen kann... :-P

Und die wirklich interessanten Fakten erfährt man meistens sowieso nur, wenn man sich selbst in der Freizeit mit den Themen beschäftigt.

Da lobe ich unsere Deutschlehrerin in Klasse 11-13, die uns super durchs Abi gebracht hat. Sie hat großen Wert auf Lektüren gelegt und uns dementsprechend mehr geschichtliches Hintergrundwissen geliefert als die meisten Geschichtslehrer. Da konnte man viel von mitnehmen.

Offline Avila

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Ich hatte Geschichte im Nebenfach und teilweise sehr interessante Seminare und Vorlesungen. Es ist ziemlich anders als in der Schule - leider auch die Klausuren, die in der Schule noch recht interpretativ waren, im Studium hingegen reine Wissensabfrage.

Offline tjaa

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Reine Wissensabfrage hatten wir leider in der Schule auch zur Genüge...

Offline Nicole C.

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Aber ich liebe Geschichte und historische Romane. Am meisten hat mich im Geschichtsunterricht nämlich immer gestört, dass es meist nur um die politischen Verhältnisse und sowas ging, nie um die Menschen, deren Alltag und Lebensweise. Denn das interessiert mich doch am meisten. Deswegen lese ich auch so gerne historische Romane und deswegen werde ich auch Archäologie und nicht Geschichte studieren, weil ich mir denke, dass da der Schwerpunkt eher auf dem Alltag der Menschen liegt.

Ja, so ging es mir eben auch.
Archäologie? Wie klasse! Das hätte mir auch gefallen ...  :)

Über das Thema könnte ich noch stundenlang philosophieren. Manchmal habe ich einfach eine Riesenwut auf die Schule... ::)

Die lässt nach. Versprochen. In zehn Jahren. Oder so in etwa.
(Nicole, im Jahr 20 nach dem Abi)

 ;)

Da lobe ich unsere Deutschlehrerin in Klasse 11-13, die uns super durchs Abi gebracht hat. Sie hat großen Wert auf Lektüren gelegt und uns dementsprechend mehr geschichtliches Hintergrundwissen geliefert als die meisten Geschichtslehrer. Da konnte man viel von mitnehmen.

Das ist wirklich klasse!
Ich bekomme auch immer wieder bei meiner besten Freundin (Lehrerin für Englisch und Deutsch in der Oberstufe) mit, wie toll, kreativ und engagiert Unterricht sein kann - sehe da aber auch, wie ungeheuer viel Arbeit das bedeutet, selbst dann, wenn man voller Leidenschaft diesen Beruf ausübt wie sie.

Ich hatte Geschichte im Nebenfach und teilweise sehr interessante Seminare und Vorlesungen. Es ist ziemlich anders als in der Schule - leider auch die Klausuren, die in der Schule noch recht interpretativ waren, im Studium hingegen reine Wissensabfrage.

Ich sehe da Schule (und doch auch die Uni) durchaus in einer Zwickmühle: letztlich muss ja ein quantifizierbares Lernergebnis am Ende rauskommen -  Prüfungsergebnisse, Zeugnisse, Abschlüsse, die etwas wert sein müssen.

Aber wünschen - wünschen, dass es mit etwas mehr Spaß verbunden, interessanter sein könnte - das darf man ja. Muss man vielleicht sogar!
Ich hatte ein paar Seminare im Studium, die waren so klasse, da war sogar die Prüfung irgendwie gut, weil ein prima Verhältnis zu den Profs entstanden war und die Themen super waren - da dachte ich hinterher schon: warum kann's nicht häufiger so sein? Ab und an geht's ja doch!

Und die wirklich interessanten Fakten erfährt man meistens sowieso nur, wenn man sich selbst in der Freizeit mit den Themen beschäftigt.

Ich finde, wir können ganz schon stolz auf uns sein: selbst der nervigste und langweiligste Geschichtsunterricht hat uns nicht die Faszination an der Vergangenheit genommen und uns nicht den Spaß an der Beschäftigung damit verdorben. Und das ist doch wirklich toll, oder??  :)
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