Awwww, jetzt aber, nicht doch!!
Mir macht das einfach große Freude, mitzuverfolgen, wie es euch mit der Geschichte und den Charakteren geht und noch ein bisschen an "Drumrum" und "Dahinter" zu erzählen. (Falls ich doch mal zu viel sabbel in der Leserunde, bremst mich bitte! Und umgekehrt: falls ich was vergessen oder aus Versehen überlesen sollte oder ihr etwas genauer wissen wollt, stupst mich einfach an!)
Man fühlt sich hier wirklich gut aufgehoben und auch ernst genommen. 
Das wär' ja noch schöner, wenn ich das nicht täte!

Es ist schließlich EURE Leserunde, ich bin ja nur als Begleitung dabei (fühl mich dabei aber auch sehr gut aufgehoben!) und völlig fasziniert von dem, was ihr hier an Eindrücken und Gedanken postet. Das ist für mich auch jedes Mal aufs Neue eine sehr schöne und bereichernde Erfahrung - danke an euch dafür!

Erst einmal wieder ein dickes Lob an Nicole: Wie auch bei den letzten beiden Büchern finde ich es bei diesem wieder ganz toll, dass es kein gewöhnliches Buch ist, sondern mit Bildern, Zeichnungen, Gedichten, Kapitelüberschriften. Kein reines Lesebuch, sondern wirklich so, wie ich es mir vorstelle.
Darüber freue ich mich sehr! Mir ist das selbst immer ein großes Bedürfnis, dem eigentlichen Romantext mit einer Einteilung, mit Überschriften und Zitaten einen Rahmen zu geben. Über die Zeichnungen bin ich auch sehr glücklich, vor allem, weil zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Illustratorin an die Arbeit machte, noch nicht so sehr viel vom Manuskript existierte. Und trotzdem hat Frau Aepfelbach mit ungeheuer viel Gespür genau die Symbole aus dem Text herausgepickt, die für die Geschichte eine besondere Bedeutung besitzen.

Interessant finde ich auch das Land, in dem der Roman in den ersten Kapiteln spielt: Sansibar. Interessant deshalb, weil Sansibar immer diese Assoziationen hervorruft, eine verzauberte Insel irgendwie. Hier erfahre ich zum ersten Mal von der Geschichte Sansibars, wie die Menschen dort im 19. Jahrhundert gelebt haben (zumindest die Angehörigen des Sultans ;-) ).
Während ich an dem Roman schrieb, wurde ich ab und zu gefragt, wo er denn spielen würde - und wenn ich erzählte, auf Sansibar, bekam ich eigentlich immer Reaktionen wie "ach, das klingt schon so nach Abenteuer!" oder "da hab ich den Duft von Gewürzen förmlich in der Nase!" (Seither erzähle ich das immer als Einleitung zu Lesungen aus dem Buch!

).
Ich hatte auch immer Assoziationen wie Gewürze, Piraten, Abenteuer, Handelsfahrer, versteckte Schmugglerbuchten ... - aber keine wirklich konkrete Vorstellung, wie das Leben dort früher war. Was sicher auch damit zusammenhängt, dass man auf Sansibar nicht viel schrieb und noch weniger dokumentierte - Salimas eigene Aufzeichnungen gelten als einzige Quelle, die das Leben in der Sultansfamilie des 19. Jahrhunderts beschreibt.
(Und wer von euch den "Safranmond" gelesen hat, freut sich vielleicht darüber, dass Richards Francis Burtons Reisebericht über Sansibar eine wichtige Grundlage für die Schilderungen Sansibars in diesem Buch war!)
Hauptperson ist Salima. Anfangs ist sie erst 7, wir erleben mit ihr die verschiedenen Gerüche und Farben Sansibars. Ist ja schon krass, wie viele Halbgeschwister sie hat. Und ständig kommen neue dazu?! Kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber das können sich wohl die wenigsten von uns
Das ist uns wirklich eine ganz fremde Welt, eine fremde Lebensart.
Was mir gut gefällt, ist, dass du, Nicole, immer wieder in die Geschichte einbindest, wie alt Salima ist. So muss man nicht rumrätseln, man weiß immer genau Bescheid.
*freu*
Ich hätte diese kleinen Zeitsprünge auch damit lösen können, dass ich über das Kapitel eine Jahresangabe setze - das wollte ich aber im ersten Teil nicht. Einerseits, weil man auf Sansibar zwar einen Kalender hatte, aber Datumsangaben einfach nicht die Rolle spielten wie sie es in Europa taten. Und andererseits, weil man ja auch in der Kindheit subjektiv ein anderes Zeitempfinden hat und wenig auf den Kalender schaut. Deshalb habe ich das so innerhalb des Textes gelöst.

Schon früh zeigt sich Salimas Drang nach Freiheit, so frauenuntypisch zu dieser Zeit. Heimlich lernt sie schreiben - mutig! Als ihre Mutter sie erwischt, wird es ihr verboten. Dass es damals so sehr verpöhnt war, wenn eine Frau lesen und schreiben konnte? Auch heute kaum vorstellbar.
In gar nicht mal so wenigen Ländern der Erde leider schon. Der Afghanistan-Einsatz z.B. ist in vierlerlei Hinsicht ein heikles Thema - aber er sorgt nicht zuletzt auch dafür, dass die Mädchen im Land wieder zur Schule gehen können, was unter den Taliban verboten war.
(Bittere Ironie dabei ist, dass "taliban" aus dem Arabischen übersetzt ausgerechnet "Studenten" heisst!)
erstmal - auch wenn mit einiger Verspätung
- ein herzliches "Hallo" in die Runde und an dich liebe Nicole!
So arg viel zu spät bist Du nicht, liebe Tammy! *find*

Ich bin schon ganz tief nach Sansibar eingetaucht. Die Beschreibung der Gerüche, der Umgebung, Landschaft... einfach von allem ist einfach super, total klasse vorstellbar und ich schwelge quasi mit in den Düften, Gerüchen, Bedingungen... *schwärm* Ganz toll gemacht!
*freu*
Und man findet wieder so wunderbar schnell rein. Der Anfang gibt schon einen Vorgeschmack auf die Geschichte. Ich wurde richtig neugierig, was diese Frau erlebt hat, wie ihr Lebensweg war.
Ja, das geht mir genauso! Obwohl ich sagen muss, dass ich jetzt schon so einige Befürchtungen habe: Nach dieser Bilderbuch-Kindheit und dem geschützten goldenen Käfig in dem Salima ihre Kindheit verbringt und den Gedanken, die die alte Frau zu Beginn hat, habe ich die große Befürchtung, dass das Leben von Salima nicht so besonders einfach werden wird...
Wenn ich das so lese, beschleicht mich schon fast ein schlechtes Gewissen ...

Kleiner Tipp für die, die - wie ich - dicht am Wasser gebaut haben: vielleicht vorsichtshalber eine Kleenex-Box in Griffweite haben?
Den Stammbaum finde ich auch absolut klasse! Vielen lieben Dank für den Link und auch für die ganzen anderen Zusatz-Informationen!
Ich musste teilweise auch schon sehr aufmerksam lesen, wer jetzt alles die Halb-Geschwister von Salima sind, mit wem sie sich gut versteht, wer mit wem verwandt, verheiratet etc. ist!
Ah, danke, dass Du das hier erwähnst, das hab ich nämlich vergessen: ab S. 536 findet sich im Buch ein alphabetisch angeordnetes Personenverzeichnis mit einer kurzen Info zur betreffenden Person, die so formuliert ist, dass ihr auch keinen Spoiler befürchten müsst. Und auf S. 540 ist noch eine kurze Übersicht über die britischen Konsuln auf Sansibar, weil's da im Lauf der Handlung doch einige gab.
Puh, das ist ganz schön verzwickt! Schön finde ich, dass sich Salima aber bis jetzt anscheinend mit ihren ganzen Halb-Geschwistern sehr gut versteht und anscheinend auch die x-Frauen des Sultans doch größtenteils gut miteinander klar gekommen sind, oder? Also gerade Salima's Mutter war ja anscheinend hoch angesehen, oder?
Ja, das war sie. Offiziell war zwar Azza bint Sayf die erste Frau, inoffiziell war das aber Djilfidan aufgrund ihres Charakters und ihrer Fähigkeiten.
Mir war übrigens gar nicht mehr so bewusst, dass du hier, liebe Nicole, ja eine wahre Geschichte beschreibst! Das hat mich ja gleich noch neugieriger gemacht! Ich liebe ja wahre Geschichten.
Ich hatte schon lange davon geträumt, mal einen Roman zu schreiben, der eine wahre Geschichte nach-erzählt, und mit Salimas Geschichte konnte ich mir diesen Traum erfüllen.
Umso schöner, dass Salima so wirklich existiert hat, mit ihrem Wissensdurst und ihrem doch sehr eigenem Willen! Dass sie sich heimlich selber Schreiben beibringt bzw. es dann beigebracht bekommt, hat mir sehr gut gefallen! Schade, dass es schon wieder beendet wurde! So ganz ist mir auch noch nicht klar, warum die Frauen lesen, aber nicht schreiben können dürfen?
Aber ich hatte erst vor kurzem ein Buch, in dem es auch darum ging, dass Frauen bloß nicht schreiben lernen sollen, damit sie ja nie ihrem Liebhaber einen Liebesbrief schreiben können...
Das fände ich jetzt eine gute Erklärung dafür!!
Sehr traurig, aber leider ist es tatsächlich immer wieder so, dass Familienbande doch nicht so dick sind, wie es heißt...
Ist es. Leider.
*fängt gleich mal einen neuen Post an, damit dieser hier nicht so monströs lang gerät*