Hallo zusammen,
ich freu mich riesig, dass ihr euch zusammengefunden habt, um Salima durch ihr bewegtes Leben zu begleiten!

Und ich freu mich auch, dass ich euch wiederum auf dieser Reise begleiten darf ...
Und Salima finde ich unglaublich knuddelig und süß!
Wie sie ein gutes Mädchen sein will, sich dann aber doch nicht überwinden kann, auf den Ausflug zu verzichten, wie sie die Erwachsenen immer wieder austrickst und von fernen Ländern träumt, die sie noch nie gesehen hat. Lachen musste ich vor allem bei der Szene, als sie sich zu ihrem Vater schleicht, weil sie bei dem Gedanken an die Bonbons nicht mehr schlafen kann. Und dann kommt sie an und wird ausgeschimpft, weil sie ihren Schmuck vergessen hat. Das fand ich einfach genial, wie sie ihre ganzen Armreifen, Ketten und Ohrringe abtastet, um dann festzustellen, dass der Haarschmuck fehlt. Und dann kann sie sich nicht entscheiden, was schlimmer ist, die Enttäuschung ihres Vaters oder die Tatsache, dass sie keine Bonbons bekommen hat.
Diese Szene hat sich tatsächlich so zugetragen, und ich fand sie so schön (und gleichermaßen auch sehr bezeichnend für das Verhältnis zwischen Vater und Tochter und für das Selbstverständnis der Sultansfamilie), dass ich sie einfach nacherzählen musste.

Wobei ich sehr schön finde, was ihre Mutter sagt. Dass alles vorherbestimmt ist und man nie daran zweifeln darf, was Allah mit einem vorhat. Daran wird sie sich später bestimmt noch erinnern.
Ich finde es sehr schade, dass wir so wenig über Djilfidan wissen abgesehen von ein paar Fakten, ein paar Details. Aber aus dem Bisschen entstand für mich der Eindruck einer sehr lebensklugen, warmherzigen und starken Frau.
Wie angekündigt
habe ich gestern den ersten Abschnitt fertig gelesen. Und ich musste so heulen.
Oweh.

Ich kann's Dir aber nachfühlen, mir ging es beim Schreiben genauso.
Dass der Vater, also der Sultan, stirbt, das war ja noch akzeptabel. Immerhin war er schon alt (hab ich das richtig verstanden, dass er fünfzig Jahre lang regiert hat? Oder verwechsel ich da jetzt etwas?) und hatte die Kugel im Bein stecken - da hatte ich ehrlich gesagt die ganze Zeit schon mehr oder weniger darauf gewartet, dass so etwas passiert. Das ist für Salima auf den zweiten Blick betrachtet (auf den ersten ist es natürlich furchtbar traurig) ja eigentlich sogar etwas Gutes, immerhin bleibt ihr jetzt eine frühe Hochzeit und ein Leben im Oman erstmal erspart.
Nein, das stimmt schon: er kam quasi als Kind an die Macht und regierte dann tatsächlich fünfzig Jahre lang, und für sansibarische Verhältnisse wurde er sehr alt.
Ich hab auf meiner Website ein Kurzportrait von ihm mit Bild:
Sultan Sayyid Sa'id bin SultanWas die geplante Verheiratung in den Oman betrifft: davon war nichts in den Quellen zu finden. Allerdings war das im Sultanshaus eigentlich so üblich - und ich habe mich immer gefragt, warum Salima zu dem Zeitpunkt, an dem sie Heinrich begegnet, noch unverheiratet war. Aus meiner Sicht lässt es sich einerseits durch den Tod des Vaters erklären, andererseits durch das, was danach passiert; da würde ich gerne später in der Leserunde nochmal drauf zurückkommen.

Aber als dann Djilfidan so plötzlich an der Cholera stirbt, das fand ich ganz furchtbar.
Nicht nur, dass Salima mit fünfzehn schon eine Vollwaise ist, sondern auch weil ihre Zukunft jetzt völlig ungewiss ist. Vorher konnte sie sich wenigstens an ihre Mutter halten. Sie hat zwar noch ihre vielen Geschwister, aber wie schon angedeutet auf den letzten Seiten dieses Abschnitts, glaube ich nicht, dass ihr die noch viel Sicherheit geben können. Die einen sind zu jung, die anderen in Machtkämpfe verwickelt.
Das empfand ich auch als furchtbar, so kurz nach dem Tod des Vaters auch noch die Mutter zu verlieren.
Mich bedrückte und faszinierte gleichermaßen, wie eng beieinander auf Sansibar damals Schönes und Schreckliches lagen. In allen Quellen war das sehr deutlich zu sehen, einerseits diese paradiesisch-üppige Idylle, andererseits Grausamkeit, Krankheit und Tod.
Ich hab einfach nur mit ihr gelitten, als da auf wenigen Seiten ihre ganze Welt zusammenbricht.
Ein paar Seiten vorher ist sie (und der Leser) noch totunglücklich darüber, dass sie umziehen muss. Das erscheint jetzt geradezu lächerlich kleinlich...
Es ist zwar ein Gemeinplatz, aber wie so viele Gemeinplätze ist er einfach wahr: "Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen", und das gilt in meinen Augen nicht nur aus Sicht der Eltern, sondern auch aus Sicht eben dieser Kinder. Was einem als Kind ungeheuren Kummer verursacht, ist später dann so viel kleiner und nichtiger, wenn mit zunehmendem Lebensalter dann die großen Sorgen kommen.
Und ich finde, es ist auch wahr, dass man ganz automatisch vorzeitig erwachsen wird, wenn man ein Elternteil oder beide verliert.
Aber was mir total gut gefallen hat war, dass Salima freiwillig schreiben gelernt hat. Vor allem, dass endlich mal eine Protagonistin in einem Roman nicht einfach nur unglaublich lernbegeistert ist (ist zwar glaubwürdig, geht mir aber hin und wieder schon auf die Nerven), sondern sie tut es zum größten Teil deswegen, weil sie es besser können will als die Jungen und überhaupt etwas können will, was sonst keine Frau will. Das macht sie für mich noch einmal sympathischer.
Und ganz toll finde ich ihren Gedanken, als ihr das Schreiben verboten wird: Was ich gelernt habe, kann mir keiner mehr nehmen.
Ich hab zwar auch schon (mit gutem Gewissen) lernbegeisterte Protagonistinnen beschrieben, aber ich fand es auch schön, mal solch eine Protagonistin wie Salima zu haben. Für mich war immer spürbar, dass sie sehr intelligent und wißbegierig ist, aber eben kein typischer Bücherwurm.
Jetzt bin ich natürlich auf Heinrich gespannt... mal gucken, wann der auftaucht. 
Ich hoffe, es dauert für Dich nicht zu lange, bis er in Salimas Leben tritt!

Salima verbringt eine Kindheit im Luxus und ohne große Sorgen, liebt ihre Mutter und Geschwister und ist neugierig und lebendig.
Das war wirklich eine sehr glückliche, behütete Kindheit.
Und der Sultan war unvorstellbar reich: ich habe für die Jahre nach seinem Tod Zahlen in Pfund bzw. Dollar gefunden, die in die Millionen gingen.
Schon nach Abschnitt 1 kann ich ein erstes Fazit ziehen: ein Buch, das es sich zu lesen lohnt! Danke Nicole!
Ich hoffe sehr, dass es Dir auch weiterhin mit dem Buch so geht, irismaria!
Ich verlinke euch hier noch ein paar zeitgenössische Bilder:
Ansicht der Stadt von Sansibar vom Meer ausGasse in der SteinstadtBeit il Mtoni um 1870