Hallo zusammen.
Mensch, hier im zweiten Abschnitt hat sich ja gleich mächtig viel aufgetan.

Innerhalb von Stunden, Tagen hat sich eine Weltordnung neu erschaffen.

Die so genannte „Christliche Föderation“. Auch noch unter einem Vorwand, der mir persönlich noch nicht einmal überlegt oder gar diskutiert vorkommt. Geschweige den bestätigt.

Das katastrophale daran ist für mich ja die Vorstellung, dass genau dies, genau so (ok, ohne das viele Blut) tatsächlich hier und heute passieren könnte.

Ein Gedanke der mir immer wieder eine Gänsehaut bescheren kann. Deshalb liebe ich ja eigentlich solche Geschichten, solche Bücher. Denn sie rütteln auf, machen aufmerksam und lassen aufhorchen… Da wünsche ich mir doch gleich, dass dies auch die „richtigen“ Menschen lesen und erkennen. Aber eben jene machen wenn, dann wohl einfach dicht und ignorieren den Fingerzeig, den Seitenhieb oder erkennen sich erst gar nicht als eben solche.

„Beten, kämpfen, beten“. Soll ja nun wohl das neue Rezept dieser neuen „Föderation“ sein.

In meinen Augen ein absolutes Paradox. Vielleicht macht sich da ja mal einer, der schlauen Herren, die so schnell die Macht ergriffen haben Gedanken darüber. Überhaupt rieche ich hier so etwas wie eine angezettelte Verschwörung. Nunja, zumindest wenn das Phänomen des vielen Blutes nicht wäre. Hier bin ich ja noch ganz ratlos. Doch vielleicht sollte ich hier in meinen Überlegungen auch einfach loslassen, und anstatt mich auf Verschwörungstheorien zu stürzen, den Fantasy-Einschlag in dieser Geschichte akzeptieren.

Trotzdem: Hat überhaupt einer von den so cleveren Oberkopferten überprüft, ob der erste Impuls, der so genannte Ursprung, aus dem diese ganze Hyper-Reaktion, der angeblich so christlichen Welt entsprang, auch Hand und Fuß hat? Vielleicht war dieser Riese ja gar nicht der Messias. Oder einer von einer anderen Glaubensgemeinschaft? Herrschaftzeiten, warum glauben manche Menschen immer gleich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles auf „sich“ und ihresgleichen beziehen zu müssen? Sich herausnehmen zu können, dass ihr Gott (oder um am Text zu bleiben) ihr Schöpfer, der einzig wahre ist? Und wer sagt, dass der Attentäter ein Moslem war?
Aber ich denke, hier geht es nicht nur mir so…?
Was Brians Truppe betrifft, so ist diese wohl, von Marcel, ganz wohlweislich genau so zusammen gewürfelt. Da war es ja beinahe schon vorprogrammiert, dass der Schwächste gleich noch zu Beginn auf der Strecke bleiben musste.

Da hätte Paul sich vielleicht doch mal kurz motivieren sollen und den Helden herauslassen können… aber nein.

Nunja, ich hoffe wenigstens, dass er ein schlechtes Gewissen dafür haben wird. Eines welches ihn plagt.

Dass sich Brian nun auch noch „umtaufen“ musste, ist zwar der Hammer, aber ich glaube bei der momentanen Lage ist es für ihn wohl auch besser so. Trotzdem hoffe ich, dass er sich am Ende des Buches, wenn die Menschheit überlebt, wieder Brian Mallouf nennen wird.

Ein Brief von Khayra kam durch. Aus Boston? Tatsächlich eine Deckadresse? Oder eher ein Trick? Ich hatte im ersten Abschnitt so gar nicht mitbekommen, dass Brians Vater in der amerikanischen Botschaft arbeitete. Hat das vielleicht auch noch einen Einfluss? Wird Brian vielleicht mehr beobachtet, mehr manipuliert? Ist dieser Lt. Rafael wirklich ganz „koscher“?
Derdekea ist sicherlich eine ganz wichtige Schlüsselfigur. Ganz am Anfang kam sie mir ja tatsächlich wie das kleine, schutzlose Mädchen vor, als dass Marcel sie uns wohl hier beschreiben wollte. Ein kleines Mädchen, das vielleicht so etwas wie Visionen oder Vorahnungen hat. Doch mittlerweile wissen wir ja, dass sie sogar ein Engel der Hoffnung darstellt. Zumindest hat sie sich Brian gegenüber so vorgestellt. Hihi, hier kommt nun leider meine Kiminalistische Ader wieder heraus, die nicht gleich glaubt, was man ihr so auftischt.

Leider artikuliert sich Derdekea sich nicht immer sehr eindeutig. Mindestens Brian wünscht sich von ihr wohl nun doch einige Informationsteile mehr. Immerhin soll angeblich er allein in der Lage sein, die Welt beziehungsweise die Menschheit zu retten.

Na da bin ich ja mal echt gespannt, ob und wie der „kleine“ Brian das schaffen will. Und dann auch noch indem er andere durch wörtliche Güte oder Argumentation zu überzeugen versucht.
Was ich aber auf keinen Fall vergessen möchte zu erwähnen… Brian soll zwar der Hoffnungsträger der Menschheit im Sinne des Schöpfers sein, doch er denkt momentan doch noch viel eher an Rache (S.62). Das passt doch irgendwie nicht mit dem zusammen, was Derdekea von ihm erwartet.
Immerhin müssen Brian und Khayra was Bsonderes in diesem Gefüge sein. Denn beide haben den atomaren Anschlag unbeschadet überlebt. Könnte es vielleicht sogar sein, dass beide Seiten, also Muslime und Christen (oder wie auch immer man das aufsplittern will) einen letzten Erlöser (Erlöserin) erhalten haben? Brian und Khayra.
Und diese Jungs, die mit Brian zusammen ausgebildet werden sollte. Sie haben alle keine Familien mehr? Wie praktisch für die Belange (die Umerziehungsmaßnahmen) dieser „Christlichen Föderation“. Selbst Brians Schwester sei ja nun angeblich auch tot.
Auf S.48 wird der Gedanke aufgeworfen, dass all dies eine Prüfung Gottes sein soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass wenn es einen Gott gibt, dass er so feindselig sein könnte, so viele Unschuldige über die Klinge springen zu lassen, nur um eine Gewissheit zu haben.

Mittlerweile bin ich voll drin, im Buch. Ähnlich einem elektrischen Schlag hat es mich gepackt…

Liebe Grüssle
Marion
