Autor Thema: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“  (Gelesen 603 mal)

Offline apassionata

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Hier könnt Ihr von Seite 21 bis Seite 79 schreiben.  :)

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
 
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline apassionata

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Hallo zusammen.

Mensch, hier im zweiten Abschnitt hat sich ja gleich mächtig viel aufgetan.  :o
Innerhalb von Stunden, Tagen hat sich eine Weltordnung neu erschaffen.  :o Die so genannte „Christliche Föderation“. Auch noch unter einem Vorwand, der mir persönlich noch nicht einmal überlegt oder gar diskutiert vorkommt. Geschweige den bestätigt.  :o Das katastrophale daran ist für mich ja die Vorstellung, dass genau dies, genau so (ok, ohne das viele Blut) tatsächlich hier und heute passieren könnte.  :o  Ein Gedanke der mir immer wieder eine Gänsehaut bescheren kann. Deshalb liebe ich ja eigentlich solche Geschichten, solche Bücher. Denn sie rütteln auf, machen aufmerksam und lassen aufhorchen… Da wünsche ich mir doch gleich, dass dies auch die „richtigen“ Menschen lesen und erkennen. Aber eben jene machen wenn, dann wohl einfach dicht und ignorieren den Fingerzeig, den Seitenhieb oder erkennen sich erst gar nicht als eben solche.  ::)

„Beten, kämpfen, beten“. Soll ja nun wohl das neue Rezept dieser neuen „Föderation“ sein.  ::) In meinen Augen ein absolutes Paradox. Vielleicht macht sich da ja mal einer, der schlauen Herren, die so schnell die Macht ergriffen haben Gedanken darüber. Überhaupt rieche ich hier so etwas wie eine angezettelte Verschwörung. Nunja, zumindest wenn das Phänomen des vielen Blutes nicht wäre. Hier bin ich ja noch ganz ratlos. Doch vielleicht sollte ich hier in meinen Überlegungen auch einfach loslassen, und anstatt mich auf Verschwörungstheorien zu stürzen, den Fantasy-Einschlag in dieser Geschichte akzeptieren.  ;D  Trotzdem: Hat überhaupt einer von den so cleveren Oberkopferten überprüft, ob der erste Impuls, der so genannte Ursprung, aus dem diese ganze Hyper-Reaktion, der angeblich so christlichen Welt entsprang, auch Hand und Fuß hat? Vielleicht war dieser Riese ja gar nicht der Messias. Oder einer von einer anderen Glaubensgemeinschaft? Herrschaftzeiten, warum glauben manche Menschen immer gleich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles auf „sich“ und ihresgleichen beziehen zu müssen? Sich herausnehmen zu können, dass ihr Gott (oder um am Text zu bleiben) ihr Schöpfer, der einzig wahre ist? Und wer sagt, dass der Attentäter ein Moslem war?
Aber ich denke, hier geht es nicht nur mir so…?

Was Brians Truppe betrifft, so ist diese wohl, von Marcel, ganz wohlweislich genau so zusammen gewürfelt. Da war es ja beinahe schon vorprogrammiert, dass der Schwächste gleich noch zu Beginn auf der Strecke bleiben musste.  :'( Da hätte Paul sich vielleicht doch mal kurz motivieren sollen und den Helden herauslassen können… aber nein.  ::) Nunja, ich hoffe wenigstens, dass er ein schlechtes Gewissen dafür haben wird. Eines welches ihn plagt.  :P

Dass sich Brian nun auch noch „umtaufen“ musste, ist zwar der Hammer, aber ich glaube bei der momentanen Lage ist es für ihn wohl auch besser so. Trotzdem hoffe ich, dass er sich am Ende des Buches, wenn die Menschheit überlebt, wieder Brian Mallouf nennen wird.  ;)

Ein Brief von Khayra kam durch. Aus Boston? Tatsächlich eine Deckadresse? Oder eher ein Trick? Ich hatte im ersten Abschnitt so gar nicht mitbekommen, dass Brians Vater in der amerikanischen Botschaft arbeitete. Hat das vielleicht auch noch einen Einfluss? Wird Brian vielleicht mehr beobachtet, mehr manipuliert? Ist dieser Lt. Rafael wirklich ganz „koscher“?

Derdekea ist sicherlich eine ganz wichtige Schlüsselfigur. Ganz am Anfang kam sie mir ja tatsächlich wie das kleine, schutzlose Mädchen vor, als dass Marcel sie uns wohl hier beschreiben wollte. Ein kleines Mädchen, das vielleicht so etwas wie Visionen oder Vorahnungen hat. Doch mittlerweile wissen wir ja, dass sie sogar ein Engel der Hoffnung darstellt. Zumindest hat sie sich Brian gegenüber so vorgestellt. Hihi, hier kommt nun leider meine Kiminalistische Ader wieder heraus, die nicht gleich glaubt, was man ihr so auftischt.  ;D Leider artikuliert sich Derdekea sich nicht immer sehr eindeutig. Mindestens Brian wünscht sich von ihr wohl nun doch einige Informationsteile mehr. Immerhin soll angeblich er allein in der Lage sein, die Welt beziehungsweise die Menschheit zu retten.  :o  Na da bin ich ja mal echt gespannt, ob und wie der „kleine“ Brian das schaffen will. Und dann auch noch indem er andere durch wörtliche Güte oder Argumentation zu überzeugen versucht.

Was ich aber auf keinen Fall vergessen möchte zu erwähnen… Brian soll zwar der Hoffnungsträger der Menschheit im Sinne des Schöpfers sein, doch er denkt momentan doch noch viel eher an Rache (S.62). Das passt doch irgendwie nicht mit dem zusammen, was Derdekea von ihm erwartet.

Immerhin müssen Brian und Khayra was Bsonderes in diesem Gefüge sein. Denn beide haben den atomaren Anschlag unbeschadet überlebt. Könnte es vielleicht sogar sein, dass beide Seiten, also Muslime und Christen (oder wie auch immer man das aufsplittern will) einen letzten Erlöser (Erlöserin) erhalten haben? Brian und Khayra.

Und diese Jungs, die mit Brian zusammen ausgebildet werden sollte. Sie haben alle keine Familien mehr? Wie praktisch für die Belange (die Umerziehungsmaßnahmen) dieser „Christlichen Föderation“. Selbst Brians Schwester sei ja nun angeblich auch tot.

Auf S.48 wird der Gedanke aufgeworfen, dass all dies eine Prüfung Gottes sein soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass wenn es einen Gott gibt, dass er so feindselig sein könnte, so viele Unschuldige über die Klinge springen zu lassen, nur um eine Gewissheit zu haben.  ;)
Mittlerweile bin ich voll drin, im Buch. Ähnlich einem elektrischen Schlag hat es mich gepackt…  :lesen:

Liebe Grüssle
                   Marion  :winken:
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Offline MarcelK

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„Beten, kämpfen, beten“. Soll ja nun wohl das neue Rezept dieser neuen „Föderation“ sein.  ::) In meinen Augen ein absolutes Paradox. Vielleicht macht sich da ja mal einer, der schlauen Herren, die so schnell die Macht ergriffen haben Gedanken darüber. Überhaupt rieche ich hier so etwas wie eine angezettelte Verschwörung. Nunja, zumindest wenn das Phänomen des vielen Blutes nicht wäre. Hier bin ich ja noch ganz ratlos. Doch vielleicht sollte ich hier in meinen Überlegungen auch einfach loslassen, und anstatt mich auf Verschwörungstheorien zu stürzen, den Fantasy-Einschlag in dieser Geschichte akzeptieren.  ;D  Trotzdem: Hat überhaupt einer von den so cleveren Oberkopferten überprüft, ob der erste Impuls, der so genannte Ursprung, aus dem diese ganze Hyper-Reaktion, der angeblich so christlichen Welt entsprang, auch Hand und Fuß hat? Vielleicht war dieser Riese ja gar nicht der Messias. Oder einer von einer anderen Glaubensgemeinschaft? Herrschaftzeiten, warum glauben manche Menschen immer gleich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles auf „sich“ und ihresgleichen beziehen zu müssen? Sich herausnehmen zu können, dass ihr Gott (oder um am Text zu bleiben) ihr Schöpfer, der einzig wahre ist? Und wer sagt, dass der Attentäter ein Moslem war?
Aber ich denke, hier geht es nicht nur mir so…?


Die Ereignisses sind in der Tats sehr überstürzt und unüberlegt, ganz wie in der Realität. Viele Kriege unserer Geschichte sind aus niederen Beweggründen entstanden, ohne Abwägung von Ursache oder Schuld. Natürlich braucht man dafür ein Alibi und da kommt vielen Despoten dieser Welt aber selbst strengen Demokraten (ich möchte nur an die radikalen Christen erinnern, die sich im Moment bei den Republikanern in den USA formieren) die Religion gerade recht. Oder man denke an die Weimarer Republik: Wie schnell kann aus einem demokratischen Staat über nacht ein totalitäres Regime werden. Alles was man brauchte war ein Sündenbock, eine einfache Antwort die die unzufriedene Bevölkerung brav schlucken konnte. Dieses Prinzip hat vor 80 Jahren funktioniert und es funktioniert auch heute noch. Denn wer das Antworten stehts anderen überlässst, der ist gezwungen sich wie Brian und alle anderem seinen Schicksal zu fügen. Hätte auch nur irgendwer rational über den Anschlag nachgedacht, dann hätte man wohl wesentlich mehr Zeit in Aufklärung gesteckt als nur ein paar Stunden und keinen Krieg vom Zaun gebrochen. Aber so sindse halt, die Menschen.  ;)

Zitat
Was Brians Truppe betrifft, so ist diese wohl, von Marcel, ganz wohlweislich genau so zusammen gewürfelt. Da war es ja beinahe schon vorprogrammiert, dass der Schwächste gleich noch zu Beginn auf der Strecke bleiben musste.  :'( Da hätte Paul sich vielleicht doch mal kurz motivieren sollen und den Helden herauslassen können… aber nein.  ::) Nunja, ich hoffe wenigstens, dass er ein schlechtes Gewissen dafür haben wird. Eines welches ihn plagt.  :P

Dass sich Brian nun auch noch „umtaufen“ musste, ist zwar der Hammer, aber ich glaube bei der momentanen Lage ist es für ihn wohl auch besser so. Trotzdem hoffe ich, dass er sich am Ende des Buches, wenn die Menschheit überlebt, wieder Brian Mallouf nennen wird.  ;)

Was ist die Identität des einzelnen überhaupt noch wert? Wie gehen wir mit ihr um? Das waren zwei der Fragen, die ich mir beim Schreiben dieser Szenen überlegt habe. Brian wirft seinen Namen, das letzte was ihn mit seiner Familie verbindet, weg, damit er von der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Lucas, ein in sich gekehrter gebrochener Junge hat hingegen längst akzeptiert, dass er kein Zeichen mehr in dieser Welt setzen kann. Was bleibt ist nur ein Zettel mit seinem Namen und ein Grab, das kaum jemand besucht...

Zitat
Ein Brief von Khayra kam durch. Aus Boston? Tatsächlich eine Deckadresse? Oder eher ein Trick? Ich hatte im ersten Abschnitt so gar nicht mitbekommen, dass Brians Vater in der amerikanischen Botschaft arbeitete. Hat das vielleicht auch noch einen Einfluss? Wird Brian vielleicht mehr beobachtet, mehr manipuliert? Ist dieser Lt. Rafael wirklich ganz „koscher“?


Hmm gucken wir mal  :)


Zitat
Was ich aber auf keinen Fall vergessen möchte zu erwähnen… Brian soll zwar der Hoffnungsträger der Menschheit im Sinne des Schöpfers sein, doch er denkt momentan doch noch viel eher an Rache (S.62). Das passt doch irgendwie nicht mit dem zusammen, was Derdekea von ihm erwartet.

Brian ist ein Mensch der plötzlich vor dem Nichts steht. Rache und Schmerz der Gegenwart blockieren jegliche Gedanken an die Zukunft. Das ist auch Sinnbild des Krieges: Auf Aktion des Gegners folgt Reaktion. Gedanken über ein Ende des Konfliktes macht sich da erstmal keiner. Für uns als Leser mag das unglaublich erscheinen, aber Brian und die anderen haben weit andere Probleme...

Zitat
Auf S.48 wird der Gedanke aufgeworfen, dass all dies eine Prüfung Gottes sein soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass wenn es einen Gott gibt, dass er so feindselig sein könnte, so viele Unschuldige über die Klinge springen zu lassen, nur um eine Gewissheit zu haben.  ;)

Eine interessante These. Ich frage mich: Wenn es einen Gott gibt, wieviel Kontrolle hat er über uns? Je mehr Freiraum er uns gewährt, je härter muss er eingreifen. Es ist vielleicht wie bei Eltern und ihren Kindern: Nicht jeder Vater und nicht jede Mutter lieben ihr Kind (leider), andere wiederum lieben ihre Kinder über alles, reagieren aber streng wenn es etwas ausgefressen hat weil sie Angst um ihr Kind haben. Mit Gott könnte es sich genauso verhalten. Aber das ist nur meine Deutung...

Zitat
Mittlerweile bin ich voll drin, im Buch. Ähnlich einem elektrischen Schlag hat es mich gepackt…  :lesen:

Das freut mich. So ging es mir auch beim Schreiben   ;D

Grüße

Marcel
http://www.marcel-klapschus.de
Autor von Der Rote Ozean http://www.der-rote-ozean.de

Offline apassionata

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Hallo Marcel...

„Beten, kämpfen, beten“. Soll ja nun wohl das neue Rezept dieser neuen „Föderation“ sein.  ::) In meinen Augen ein absolutes Paradox. Vielleicht macht sich da ja mal einer, der schlauen Herren, die so schnell die Macht ergriffen haben Gedanken darüber. Überhaupt rieche ich hier so etwas wie eine angezettelte Verschwörung. Nunja, zumindest wenn das Phänomen des vielen Blutes nicht wäre. Hier bin ich ja noch ganz ratlos. Doch vielleicht sollte ich hier in meinen Überlegungen auch einfach loslassen, und anstatt mich auf Verschwörungstheorien zu stürzen, den Fantasy-Einschlag in dieser Geschichte akzeptieren.  ;D  Trotzdem: Hat überhaupt einer von den so cleveren Oberkopferten überprüft, ob der erste Impuls, der so genannte Ursprung, aus dem diese ganze Hyper-Reaktion, der angeblich so christlichen Welt entsprang, auch Hand und Fuß hat? Vielleicht war dieser Riese ja gar nicht der Messias. Oder einer von einer anderen Glaubensgemeinschaft? Herrschaftzeiten, warum glauben manche Menschen immer gleich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles auf „sich“ und ihresgleichen beziehen zu müssen? Sich herausnehmen zu können, dass ihr Gott (oder um am Text zu bleiben) ihr Schöpfer, der einzig wahre ist? Und wer sagt, dass der Attentäter ein Moslem war?
Aber ich denke, hier geht es nicht nur mir so…?


Die Ereignisses sind in der Tats sehr überstürzt und unüberlegt, ganz wie in der Realität. Viele Kriege unserer Geschichte sind aus niederen Beweggründen entstanden, ohne Abwägung von Ursache oder Schuld. Natürlich braucht man dafür ein Alibi und da kommt vielen Despoten dieser Welt aber selbst strengen Demokraten (ich möchte nur an die radikalen Christen erinnern, die sich im Moment bei den Republikanern in den USA formieren) die Religion gerade recht. Oder man denke an die Weimarer Republik: Wie schnell kann aus einem demokratischen Staat über nacht ein totalitäres Regime werden. Alles was man brauchte war ein Sündenbock, eine einfache Antwort die die unzufriedene Bevölkerung brav schlucken konnte. Dieses Prinzip hat vor 80 Jahren funktioniert und es funktioniert auch heute noch. Denn wer das Antworten stehts anderen überlässst, der ist gezwungen sich wie Brian und alle anderem seinen Schicksal zu fügen. Hätte auch nur irgendwer rational über den Anschlag nachgedacht, dann hätte man wohl wesentlich mehr Zeit in Aufklärung gesteckt als nur ein paar Stunden und keinen Krieg vom Zaun gebrochen. Aber so sindse halt, die Menschen.  ;) 

Ja, so sind sie eben, diese Menschen. Ein Thema, da ich immer aus der Haut fahen könnte.
Und ja, es wird wohl leider immer so funktionieren. Da muss man nur den richtigen Sündenbock in die Menge schreien.  :(
Eigentlich schade, dass die Menschheit nicht aus den Fehlern ihrer Vergangenheit bereit ist zu lernen.
Dieserart das Thema in einem Buch noch einmal auf den Punkt zu bringen finde ich richtig gut. Es kann für meinen Geschmack nicht genügend wachgerüttelt werden.

Was ist die Identität des einzelnen überhaupt noch wert? Wie gehen wir mit ihr um? Das waren zwei der Fragen, die ich mir beim Schreiben dieser Szenen überlegt habe. Brian wirft seinen Namen, das letzte was ihn mit seiner Familie verbindet, weg, damit er von der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Lucas, ein in sich gekehrter gebrochener Junge hat hingegen längst akzeptiert, dass er kein Zeichen mehr in dieser Welt setzen kann. Was bleibt ist nur ein Zettel mit seinem Namen und ein Grab, das kaum jemand besucht...   

Das mit dem Zettel und dem "einsamen" Grab fand ich sehr bedrückend. Und ja, im Prinzip zwei einsame, verlorene Seelen.
Es hat beim Lesen schon ein wenig geschmerzt, diese Verluste des "Sich selbst seins" mitzuerleben.

Was ich aber auf keinen Fall vergessen möchte zu erwähnen… Brian soll zwar der Hoffnungsträger der Menschheit im Sinne des Schöpfers sein, doch er denkt momentan doch noch viel eher an Rache (S.62). Das passt doch irgendwie nicht mit dem zusammen, was Derdekea von ihm erwartet.

Brian ist ein Mensch der plötzlich vor dem Nichts steht. Rache und Schmerz der Gegenwart blockieren jegliche Gedanken an die Zukunft. Das ist auch Sinnbild des Krieges: Auf Aktion des Gegners folgt Reaktion. Gedanken über ein Ende des Konfliktes macht sich da erstmal keiner. Für uns als Leser mag das unglaublich erscheinen, aber Brian und die anderen haben weit andere Probleme...

Stimmt. Ich muss es mehr aus seiner Perspektive betrachten, denn aus der Perspektive des Lesers. Das vergisst man bisweilen manchmal so gerne.  ;)
Man stelle sich vor, wir hätten auf einen Schlag alles verloren und die Heimat ist nicht mehr Heimat, sondern nur noch fremd.

Auf S.48 wird der Gedanke aufgeworfen, dass all dies eine Prüfung Gottes sein soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass wenn es einen Gott gibt, dass er so feindselig sein könnte, so viele Unschuldige über die Klinge springen zu lassen, nur um eine Gewissheit zu haben.  ;)

Eine interessante These. Ich frage mich: Wenn es einen Gott gibt, wieviel Kontrolle hat er über uns? Je mehr Freiraum er uns gewährt, je härter muss er eingreifen. Es ist vielleicht wie bei Eltern und ihren Kindern: Nicht jeder Vater und nicht jede Mutter lieben ihr Kind (leider), andere wiederum lieben ihre Kinder über alles, reagieren aber streng wenn es etwas ausgefressen hat weil sie Angst um ihr Kind haben. Mit Gott könnte es sich genauso verhalten. Aber das ist nur meine Deutung...

Auch sehr interessant.  ;D
Als Eltern-Kind-Version und so wie du es gerade beschrieben hat kann man es natürlich auch sehen.
Da muss ich jetzt auch erst noch ein bisschen nachdenken gehen...  :winken:
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline Kati

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Huhu  :winken:

es ist ja einiges passiert in dem Abschnitt.  :o

Das Bild, welches von der Welt gezeichnet wird, gefällt mir (also gefallen nicht im Sinne von schön  ;D ). Alles in Schutt und Asche, Überschwemmungen durch einen blutigen Ozean und Chaos pur... das passt in solch einen Roman.
Wobei ich natürlich auch ein paar Sachen sehr befremdlich finde. Zum ersten habe ich mich gewundert, warum sich alles in der Nähe des Ozeans in Chigago abspielt? Normal sollten doch Menschen eher ins Landesinnere flüchten, wenn die Gefahr vom Wasser droht.
Zum Ende hin passiert ja dann genau das, alles ist auf der Flucht.
Dann hat mich der Tod um Brians Schwester irritiert. Alles versinkt im Chaos, wahrscheinlich Tausende Tote, Obdachlose, Flüchtlinge... und der General erfährt zeitnah, dass Brians Schwester nicht überlebt hat. Da hätte ich eher wilde Spekulationen, Vermisstenlisten etc. erwartet. Oder ist das eine Falle für Brian? Das ging mir auch durch den Kopf. Er scheint ja als Person nicht ganz unwichtig zu sein. Zum einen Augenzeuge der Jesus-Figur und auch als Schlüsselcharakter, der alles wieder umdrehen soll und den Frieden bringen.

Derdekea fand ich klasse. Diese Mädchen dort in Israel war schon sehr gruselig (der vermeintliche Traum), doch dann entpuppt sie sich als Engel. Ob sich das in Brians Phantasie abspielt? Und warum steigt er in den blutigen Ozean... der Junge hat Nerven *schüttel*  ;D
Auch die Situation im Flieger fand ich gelungen... mit dem Lied "Apologize". Ich hatte es direkt im Ohr.  ;)

Jetzt frage ich mich natürlich, wie Khayra sich dort befreien konnte.
Und Brian ist ganz erwachsen geworden. Diesen Wandel hast du gut hinbekommen, Marcel. Ich habe schon gestaunt, als er plötzlich an nuklear verseuchtes Trinkwasser gedacht hat und da Vorsicht walten ließ. In dem Moment hat er mich überrascht. Ich hätte da nicht dran gedacht.  :-[

Ich kann immer noch nicht glauben, dass der Riese eine Auferstehung Christie und ein göttliches Wesen gewesen sein soll. Das ist doch Humbug und Manipulation.  :-\

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weiter gehen mag.  :lesen:


Offline Kati

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Huhu,  :winken:

Zitat
Auf S.48 wird der Gedanke aufgeworfen, dass all dies eine Prüfung Gottes sein soll. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass wenn es einen Gott gibt, dass er so feindselig sein könnte, so viele Unschuldige über die Klinge springen zu lassen, nur um eine Gewissheit zu haben.  ;)

Eine interessante These. Ich frage mich: Wenn es einen Gott gibt, wieviel Kontrolle hat er über uns? Je mehr Freiraum er uns gewährt, je härter muss er eingreifen. Es ist vielleicht wie bei Eltern und ihren Kindern: Nicht jeder Vater und nicht jede Mutter lieben ihr Kind (leider), andere wiederum lieben ihre Kinder über alles, reagieren aber streng wenn es etwas ausgefressen hat weil sie Angst um ihr Kind haben. Mit Gott könnte es sich genauso verhalten. Aber das ist nur meine Deutung...

Die Erklärung finde ich wirklich sehr gut und sie regt auch zum nachdenken an. Aber die göttliche Frage hat viel mit der eigenen Persönlichkeit zutun. Ich bin da zu abgestumpft und werde wohl immer irgendwie dagegen reden, weil ich nichts anderes zulassen will.
Ich bin bei einer liebevollen, gläubigen Uroma aufgewachsen. Aber genau sie hat mir in den letzten quälenden Jahren vor ihrem Tod bewiesen, dass es keinen Gott geben kann. Niemand der glaubt und betet, hat so etwas verdient. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ja. Aber das bestimmen wir selbst... unsere Seele, und was wir damit zu Lebzeiten machen. Ein Gott hat damit nichts zutun. Er ist eine erfundene Kirchenfigur, weil der Mensch etwas zum anbeten brauchte.  :verschwoerung: Das ist mein denken, damit möchte ich natürlich niemanden angreifen. Zum Verständnis und zur weiteren Diskussion wird es aber wohl behilflich sein.  ;D

Zitat
Mittlerweile bin ich voll drin, im Buch. Ähnlich einem elektrischen Schlag hat es mich gepackt…  :lesen:

Es ist irgendwie so abgefahren (postiv gemeint) das man nicht anders kann, als neugierig weiter lesen.  :lesen:

Zitat von: Marcel
Was ist die Identität des einzelnen überhaupt noch wert? Wie gehen wir mit ihr um? Das waren zwei der Fragen, die ich mir beim Schreiben dieser Szenen überlegt habe. Brian wirft seinen Namen, das letzte was ihn mit seiner Familie verbindet, weg, damit er von der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Lucas, ein in sich gekehrter gebrochener Junge hat hingegen längst akzeptiert, dass er kein Zeichen mehr in dieser Welt setzen kann. Was bleibt ist nur ein Zettel mit seinem Namen und ein Grab, das kaum jemand besucht...

Bei der Szene musste ich auch schlucken. Schade das Brian es in dem Moment nicht verstanden hat und keine Worte für Lucas fand. Wir Leser werden den Namenszettel aber sicher nicht vergessen... wirklich sehr einprägsam!

LG Kati  :winken:

Offline MarcelK

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Hallo Kati   

Wobei ich natürlich auch ein paar Sachen sehr befremdlich finde. Zum ersten habe ich mich gewundert, warum sich alles in der Nähe des Ozeans in Chigago abspielt? Normal sollten doch Menschen eher ins Landesinnere flüchten, wenn die Gefahr vom Wasser droht.

Im Großraum Chicago wohnen über 8 Millionen Menschen, die mal eben Kurz zu evakuieren ist ein logistischer Kraftakt. Hinzu kommt ja die Stimmung im Land nach wie vor kämpferisch ist: Statt Chicago aufzugeben schuften hunderte Soldaten einen Schutzdamm gegen die Fluten zu errichten. Natürlich ist das ein wahnwitziges Manöver, aber Brian und den anderen bleibt keine andere Wahl. Erst als sie realisieren, dass ihr mickriger Staudamm nichts gebracht hat, schalten sie rechtzeitig und bringen sich in Sicherheit. Hier denkt jeder wieder nur an die eigene Haut. Genau das wird Lucas zum Verhängnis.

Dann hat mich der Tod um Brians Schwester irritiert. Alles versinkt im Chaos, wahrscheinlich Tausende Tote, Obdachlose, Flüchtlinge... und der General erfährt zeitnah, dass Brians Schwester nicht überlebt hat. Da hätte ich eher wilde Spekulationen, Vermisstenlisten etc. erwartet. Oder ist das eine Falle für Brian? Das ging mir auch durch den Kopf. Er scheint ja als Person nicht ganz unwichtig zu sein. Zum einen Augenzeuge der Jesus-Figur und auch als Schlüsselcharakter, der alles wieder umdrehen soll und den Frieden bringen.

Brians Schwester war bis zu diesem Zeitpunkt seine einzig lebende Verwandte. Vielleicht ist sie wirklich gestorben und es wurde gemeldet und einfach an Brian weitergereicht, vielleicht war es aber auch Taktik der CFA: Wenn Brian denkt, seine Schwester sei tod, wäre er quasi gezwungen bei der CFA zu bleiben. Es gibt ja niemanden sonst an den er sich dann wenden könnte. Aber auch das ist wieder eine Sache der Interpretation ;-)

Derdekea fand ich klasse. Diese Mädchen dort in Israel war schon sehr gruselig (der vermeintliche Traum), doch dann entpuppt sie sich als Engel. Ob sich das in Brians Phantasie abspielt? Und warum steigt er in den blutigen Ozean... der Junge hat Nerven *schüttel*  ;D
Auch die Situation im Flieger fand ich gelungen... mit dem Lied "Apologize". Ich hatte es direkt im Ohr.  ;)

Derdekea war für mich der schwierigste Charakter des Romans. Ihre Rolle ist vielfältig deutbar, aber vielleicht macht sie das gerade so interessant.
"Apologize" war in der Ursprungsfassung übrigens noch "Eye of the Tiger". Ich weiß nicht was in mich gefahren war. Letztendlich passt "Apologize" bedeutend besser, auch wenn dafür jegliches bischen "Ironie" dem Rotstift zum Opfer fiel.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass der Riese eine Auferstehung Christie und ein göttliches Wesen gewesen sein soll. Das ist doch Humbug und Manipulation.  :-\

Na zumindest ist es dass, was Brian und die anderen glauben sollen. Ob das der Weißheit letzter Schluss ist wird sich wohl erst noch zeigen... ;D

@edit: Zitate angepasst.
« Letzte Änderung: 29. August 2011, 09:06:19 von apassionata »
Autor von Der Rote Ozean http://www.der-rote-ozean.de

Offline apassionata

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Wobei ich natürlich auch ein paar Sachen sehr befremdlich finde. Zum ersten habe ich mich gewundert, warum sich alles in der Nähe des Ozeans in Chigago abspielt? Normal sollten doch Menschen eher ins Landesinnere flüchten, wenn die Gefahr vom Wasser droht.

Nunja, wenn alle im sicheren Bergland säßen, hätte Marcel wohl weniger dramatisches zu erzählen. *grins* Zudem hat man so noch zusätzlich die Möglichkeit die Versorgung durch den Schiffsverkehr zu sichern.

Dann hat mich der Tod um Brians Schwester irritiert. Alles versinkt im Chaos, wahrscheinlich Tausende Tote, Obdachlose, Flüchtlinge... und der General erfährt zeitnah, dass Brians Schwester nicht überlebt hat. Da hätte ich eher wilde Spekulationen, Vermisstenlisten etc. erwartet. Oder ist das eine Falle für Brian? Das ging mir auch durch den Kopf. Er scheint ja als Person nicht ganz unwichtig zu sein. Zum einen Augenzeuge der Jesus-Figur und auch als Schlüsselcharakter, der alles wieder umdrehen soll und den Frieden bringen.

Ehrlich gesagt wäre ich gar nicht überrascht, wenn die Tatsache um den Tod seiner Schwester einfach erlogen wäre. Denn so ist Brian allein und gleichsam abhängig und viel leichter formbar.

Auch die Situation im Flieger fand ich gelungen... mit dem Lied "Apologize". Ich hatte es direkt im Ohr.  ;) 

Habe mir das Lied gleich von meiner Tochter als Hintergrundmusik abspielen lassen.  ;D
Passte für mich ganz prima… und ja, die Situation war wirklich gut gelungen.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass der Riese eine Auferstehung Christie und ein göttliches Wesen gewesen sein soll. Das ist doch Humbug und Manipulation.  :-\ 

Für mich ist da ja auch ein bisschen was faul. Andererseits unterstütz Derdekea ja diese These. Aber vielleicht ist dies ja auch nur ein Beispiel für viele andere Eventualitäten. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich hier tatsächlich um den christlichen Messias handelte. Er könnte doch eigentlich genauso gut ein jüdischer oder muslimischer Bote gewesen sein, oder?
Schließlich haben wir doch im Text bisher sehr wenig von ihm und auch von der Herkunft des Attentäters gehört. Also ich bin bei solchen spontan ausgerufenen Fakten immer etwas skeptisch.

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Offline apassionata

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Erst als sie realisieren, dass ihr mickriger Staudamm nichts gebracht hat, schalten sie rechtzeitig und bringen sich in Sicherheit. Hier denkt jeder wieder nur an die eigene Haut. Genau das wird Lucas zum Verhängnis.

Das kam ganz gut rüber. Ich denke aber auch, dass sich in solchen Extremsituationen sich stets jeder selbst der nächste ist – leider.

Brians Schwester war bis zu diesem Zeitpunkt seine einzig lebende Verwandte. Vielleicht ist sie wirklich gestorben und es wurde gemeldet und einfach an Brian weitergereicht, vielleicht war es aber auch Taktik der CFA: Wenn Brian denkt, seine Schwester sei tod, wäre er quasi gezwungen bei der CFA zu bleiben. Es gibt ja niemanden sonst an den er sich dann wenden könnte. Aber auch das ist wieder eine Sache der Interpretation ;-)

Sehe ich ganz ähnlich, wie zuvor schon angesprochen. Ohne Bezugsperson ist Brian viel besser manipulierbar.
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Tja, im Prinzip ist alles, was ich mir notiert hatte schon gesagt... Bleibt mir nur noch auf einige religiöse Details einzugehen:

Zunächst mal, apassionata, wie kommst du darauf, dass Khayra eine Erlöserin ist? Brian wird eindeutig als der letzte Erlöser bezeichnet. Und dass es neben dem letzten Erlöser auch noch eine letzte Erlöserin gibt, erscheint mir dann doch als eine zu große sprachliche Spitzfindigkeit.

"Problematisch" finde ich, dass man das Buch bis hierhin für ein fundamental christliches Werk halten könnte. Offenbar geht das Buch davon aus, dass Gott wirklich existiert, denn mit der Wissenschaft sind die Vorkommnisse (der rote Ozean, die überlebenden Jugendlichen mitten im Anschlag, der Riese...) ja nicht zu erklären. Vor diesem Hintergrund ist die Interpretation der christlichen Föderation natürlich mehr als nachvollziehbar: nach langem Warten erfüllt sich endlich die Prophezeiung vom zweiten Kommen des Sohn Gottes, doch diesmal brauchen die Menschen keine 33 Jahre um ihn zu töten sondern eher 33 Sekunden. Daraufhin straft Gott die Menschheit in einem ähnlichen Stil wie "damals" bei der Sintflut. Dadurch fühlen sich die Anhänger des Christengottes gedrängt etwas zu ihrer Rettung zu tun und das tun sie indem sie Gottes Feinde bekämpfen... Ich hoffe sehr, dass auch noch eine genauso nachvollziehbare Sicht der "Gegenseite" auf diese Dinge geliefert wird!

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist dass das Buch - wenn ich Marcel richtig verstanden habe - nicht religiös sein soll. Wie passen die offensichtlichen Wunder dazu?

Offline MarcelK

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Re: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“
« Antwort #10 am: 29. August 2011, 14:17:58 »
"Problematisch" finde ich, dass man das Buch bis hierhin für ein fundamental christliches Werk halten könnte. Offenbar geht das Buch davon aus, dass Gott wirklich existiert, denn mit der Wissenschaft sind die Vorkommnisse (der rote Ozean, die überlebenden Jugendlichen mitten im Anschlag, der Riese...) ja nicht zu erklären. Vor diesem Hintergrund ist die Interpretation der christlichen Föderation natürlich mehr als nachvollziehbar: nach langem Warten erfüllt sich endlich die Prophezeiung vom zweiten Kommen des Sohn Gottes, doch diesmal brauchen die Menschen keine 33 Jahre um ihn zu töten sondern eher 33 Sekunden. Daraufhin straft Gott die Menschheit in einem ähnlichen Stil wie "damals" bei der Sintflut. Dadurch fühlen sich die Anhänger des Christengottes gedrängt etwas zu ihrer Rettung zu tun und das tun sie indem sie Gottes Feinde bekämpfen... Ich hoffe sehr, dass auch noch eine genauso nachvollziehbare Sicht der "Gegenseite" auf diese Dinge geliefert wird!

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist dass das Buch - wenn ich Marcel richtig verstanden habe - nicht religiös sein soll. Wie passen die offensichtlichen Wunder dazu?

Ein guter Punkt, den du da ansprichst. Man darf aber nicht vergessen: Wir erleben die Geschichte aus Brians Perspektive. Er weiß nur dass, was die Propaganda im einflößt. Wie sachlich diese Information bei einer radikal christlichen Organisation sein kann, kann man sich glaube ich denken: Das es sich bei dem Riesen um Jesus handelt, ist im Moment nichts weiter als eine These, die als absolute Wahrheit verkauft wird. So etwas wie einen Gott und einen Erlöser gibt es übrigens auch in anderen Religionen. Das einzig mit dem Christentum zu assoziieren liegt uns in der christlichen Welt natürlich am nächsten, ist aber ein Trugschluss.
Autor von Der Rote Ozean http://www.der-rote-ozean.de

Offline apassionata

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Re: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“
« Antwort #11 am: 29. August 2011, 14:58:54 »
Zunächst mal, apassionata, wie kommst du darauf, dass Khayra eine Erlöserin ist? Brian wird eindeutig als der letzte Erlöser bezeichnet. Und dass es neben dem letzten Erlöser auch noch eine letzte Erlöserin gibt, erscheint mir dann doch als eine zu große sprachliche Spitzfindigkeit.

Vielleicht habe ich mich hier nicht eindeutig zu meiner Spekulation ausgedrückt.
Angeblich soll Brian ja der letzte Erlöser der christlichen Welt sein. Da ich aber immer noch nicht ganz überzeugt davon bin, dass der Riese, sowie der angesprochene Schöpfer tatsächlich dem christlichen Glauben entspringt, sondern genauso gut auch muslimisch, jüdisch oder gar religionslos sein könnte, könnte es doch genauso sein, dass Khayra von ihrem muslimischen Volk als "ihre" Erlöserin angesehen wird.
Es ist ja doch kein Geheimniss, dass jede Religion für sich stets behauptet, den einzig wahren Schöpfer zu haben. Alle anderen haben da ja immer keine Ahnung, sind ungläubig und so weiter. Wieso sollte es dann nicht auch möglich sein, dass jede Religion den Glauben an einen jeweils "dazupassenden" Erlöser (oder in diesem Fall Erlöserin) hat? So wie jeder nur seinen Propheten als den wirklich wahren ansieht.
Ich meinte es eher dieserart...  ;)

Ob, was und wie Marcels Wahrheit später noch aussehen mag, da habe ich keine Ahnung. Ich dachte für mich eben nur, dass es zumindest eine Möglichkeit sein könnte. Zumal jede Gruppierung stets ihre eigene Wahrheit als wirklich wahr verkauft. Denn ich glaube immer noch nicht, dass es sich wirklich so verhält, wie es alles scheint und wir betrachten ja auch alles aus Brians Blickwinkel. Dieser ist aber nun doch vielleicht noch etwas unreif und zumindest verwirrt.  ;)  Vielleicht ist alles auch nur von irgendwem insziniert? So wie Kriege auch immer von Habierigen Geschäftemachern am Leben erhalten werden?
 
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

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Re: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“
« Antwort #12 am: 29. August 2011, 15:48:58 »
Naja, aber der Engel, der ja definitiv ein übernatürliches Wesen ist, sagt, Brian wäre der einzige. Aber klar, im Extremfall lügt er Brian sogar an und hat tausende denen er das gleiche erzählt. Das kann man natürlich nicht wissen...

Offline apassionata

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Re: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“
« Antwort #13 am: 29. August 2011, 16:16:34 »
Naja, aber der Engel, der ja definitiv ein übernatürliches Wesen ist, sagt, Brian wäre der einzige. Aber klar, im Extremfall lügt er Brian sogar an und hat tausende denen er das gleiche erzählt. Das kann man natürlich nicht wissen...

 ;D  Oder der christliche Engel kennt die "Gegenmannschaft" nicht.
Aber schon klar, was du meintest. Ich denke hier sind sicher viele verschiedene Interpretationen möglich. Die eigene ist einem natürlich immer am nähesten.  ;)
Um viele andere zu erfahren gibt es Leserunden.de.  ;D
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Offline MarcelK

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Re: 02 – Kapitel 6 bis einschließlich Kapitel 20 „Gebrochenes Glas“
« Antwort #14 am: 29. August 2011, 16:54:14 »
Zunächst mal, apassionata, wie kommst du darauf, dass Khayra eine Erlöserin ist? Brian wird eindeutig als der letzte Erlöser bezeichnet. Und dass es neben dem letzten Erlöser auch noch eine letzte Erlöserin gibt, erscheint mir dann doch als eine zu große sprachliche Spitzfindigkeit.

Vielleicht habe ich mich hier nicht eindeutig zu meiner Spekulation ausgedrückt.
Angeblich soll Brian ja der letzte Erlöser der christlichen Welt sein. Da ich aber immer noch nicht ganz überzeugt davon bin, dass der Riese, sowie der angesprochene Schöpfer tatsächlich dem christlichen Glauben entspringt, sondern genauso gut auch muslimisch, jüdisch oder gar religionslos sein könnte, könnte es doch genauso sein, dass Khayra von ihrem muslimischen Volk als "ihre" Erlöserin angesehen wird.
Es ist ja doch kein Geheimniss, dass jede Religion für sich stets behauptet, den einzig wahren Schöpfer zu haben. Alle anderen haben da ja immer keine Ahnung, sind ungläubig und so weiter. Wieso sollte es dann nicht auch möglich sein, dass jede Religion den Glauben an einen jeweils "dazupassenden" Erlöser (oder in diesem Fall Erlöserin) hat? So wie jeder nur seinen Propheten als den wirklich wahren ansieht.
Ich meinte es eher dieserart...  ;)

Ob, was und wie Marcels Wahrheit später noch aussehen mag, da habe ich keine Ahnung. Ich dachte für mich eben nur, dass es zumindest eine Möglichkeit sein könnte. Zumal jede Gruppierung stets ihre eigene Wahrheit als wirklich wahr verkauft. Denn ich glaube immer noch nicht, dass es sich wirklich so verhält, wie es alles scheint und wir betrachten ja auch alles aus Brians Blickwinkel. Dieser ist aber nun doch vielleicht noch etwas unreif und zumindest verwirrt.  ;)  Vielleicht ist alles auch nur von irgendwem insziniert? So wie Kriege auch immer von Habierigen Geschäftemachern am Leben erhalten werden?

"Marcels Wahrheit" wird es nicht geben. Jeder von euch muss selbst eine Wahrheit zu diesem Thema finden. Von daher kann ich euch nur meine persönliche Sicht der Dinge schildern. Engel, Erlöser, Riesen, Götter,.... sie alle tragen für mich keine Etiketten. Und daher würde es mir schwer fallen sie einer bestimmten Religion zuzuordnen. Aber die CFA sucht ofenbar nach einfachen Antworten auf eine fast unmögliche Frage. Wieviel Übersinnliches und wieviel Insziniertes letztendlich dahintersteckt? Sehr schwer zu sagen.... Wenn ich Jesus auf der Straße begegnen würde, woher wüsste ich dann dass es Jesus und nicht Mohammed oder Karl Gustaf Irgendwer ist? Für uns klingt das so selbstverständlich, aber wenn wir ehrlich sind wüssten wir genausowenig wie Brian, wie wir uns nach solchen Begegnungen verhalten sollten...
Autor von Der Rote Ozean http://www.der-rote-ozean.de