Autorenecke > Hinter dem Vorhang

Schreibt ihr eigentlich kapitelweise?

(1/1)

Jaqui:
Hallo,

die Frage hört sich etwas komisch an, aber ich wusste nicht wie ich sie besser formulieren sollte. Was ich gerne wissen will, ist: Schreibt ihr ein Kapitel fertig und geht dann zum nächsten oder schreibt ihr eine Szene fertig, auch wenn sie auf mehrere Kapitel aufgeteilt ist.

Meistens laufen ja mehrere Handlungen in einem Buch parallel, die sich immer wieder gegenseitig unterbrechen. Wie geht ihr dann ans Schreiben ran? Schreibt ihr Handlung 1 mal fertig und bschäftigt euch dann mit Handlungsstrang 2 oder schreibt ihr wirklich so wie es dann im Buch erscheint?

Katrin

Lucie:
Hallo Katrin,

ich schreibe erstmal wild drauflos und ordne den Text erst bei den Korrekturen.
Auch die Kapiteleinteilung entsteht bei mir erst später.

Die Frage mit den Handlungssträngen ist schon schwieriger.
Gerade stehe ich beim vierten Teil meiner Krimireihe zum ersten Mal vor diesem Problem: Ich habe den ersten Handlungsstrang mit gut 180 Seiten fertig und stelle nun fest, dass ich beim Einfügen in die Resthandlung nochmal einiges ändern muss  >:( .
Meiner Meinung nach also nicht das optimale Vorgehen ;)

Liebe Grüße,
Lucie   

SternenFee:
Hallo Katrin,
ich fange meist damit an, mir alles wichtige was mir in den Sinn komm zu notieren. Meist ist das ganz durcheinander und ein ziemlicher kauderwelsch. Teilweise schreibe ich schon Sätze auf, die ich unbedingt erwähnen will, manchmal sind es nur Stichpunkte, die die zukünftige Handlung umreißen.
Danach versuche ich das ganze etwas zu ordnen. Meine Hauptfragen sind dabei immer: Was sollte der Leser von Anfang an wissen, was erst später? Ist es sinnvoll wenn erst dies geschieht, dann jenes? Etc.

Und wenn dieses grobe Grundgerüst steht kann ich jederzeit überall ansetzen und etwas schreiben. Egal ob es nur ein Satz ist oder 20 Seiten.  ;D
So komme ich nicht durcheinander und bin nicht darauf angewiesen Kapitelweise zu schreiben. Was mir -zugegeben- sehr schwer fällt.

Ich hoffe das konnte etwas helfen.
Viele Grüße,
Marie

kehca:
Grundsätzlich lebe ich von der Zettelwirtschaft ;)
Alles, was mir in den Sinn kommt und was gerade nicht in den Handlungszeitpunkt reinpasst, wird aufgeschrieben und irgendwo aufgehängt. Damit ich es auch ja nie wieder vergessen kann.

Grundsätzlich schreibe ich, wie du ja als Beispiel gebracht hast, die Unterbrechungen an einem. Sprich wenn der Handlungsstrang 1 unterbrochen wird, schreibe ich einfach am zweiten weiter und dann wieder am ersten und immer so weiter.
Vielleicht wäre das andere praktischer und weniger kompliziert und ich müsste weniger oft die Stellen nach einer Pause nachlesen, aber so finde ich es einfach praktischer, weil ich dann sicher sein kann, dass der Übergang von Handlung 1 auf Handlung 2 schon recht sauber ist und ich überhaupt nichts bis sehr wenig später daran verändern muss.^^

AnIanna:
Ich schreibe erst einmal wild drauf los - wenn die Muse einen küsst, muss man diesen Moment nutzen. Ich schreibe dann wie im Wahn und lasse einfach fließen was raus will. Für gewöhnlich ist das chronologisch und springt von einem Handlungsstrang zum anderen.
Dabei schreibe ich manchmal auf Zetteln, Blöcken oder auch am Rechner, das hängt von der Situation ab - wie es halt gerade passt. Damit habe ich dann Schritt eins, die reine Story, der Teil der aus  Inspiration und Kreativität entsteht - dabei steht mir der Verstand, die Ordnung und Struktur nur im Weg.
Danach kommt der sehr viel zeitaufwändigere Teil, das lange Feilen am Text bis die einzelnen Handlungsstränge logisch korrekt miteinander verknüpft sind, sprachliche Ungenauigkeiten und Wiederholungen ausgemerzt.
Oft muss man ich dann nochmal zurück zu Punkt eins, weil sich ein weiterer Seitenarm der Handlung noch ergibt oder eine Wendung eingebaut werden muss.

Dies ist garantiert nicht die effektivste Art zu schreiben, sie passt bestimmt auch nicht zu jeder Persönlichkeit - aber bei mir funktioniert das leider nur so.

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln