Autor Thema: 05 - Seite 279 bis Ende  (Gelesen 1264 mal)

Offline Heimfinderin

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05 - Seite 279 bis Ende
« am: 04. Februar 2011, 00:48:19 »
Hier könnt Ihr von Seite 279 bis zum Ende  schreiben.

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« Letzte Änderung: 04. Februar 2011, 00:50:50 von Heimfinderin »
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #1 am: 09. Februar 2011, 12:22:06 »
Hab heute morgen das Buch zu Ende gelesen. Ich konnte einfach nicht mehr an mich halten und wollte wissen, wie es mit den beiden weitergeht.

Die Arbeit in der Fabrikarbeit ist wirklich gut beschrieben. Vor allen Dingen die Luft, die von der Wolle total verpestet war, und die Arbeitsbedingungen ... Zu Zeiten der Industrialisierung war das ja wirklich hart, unmenschlich und vor allen Dingen ungesund. Das die eintönige Arbeit einen dann noch ganz kirre macht, wo die Lebensumstände eh schon so krass sind, kann ich gut verstehen.
Deswegen bewunder ich auch Wanda mal wieder, als sie später in Nördlingen sich regelrecht geweigert hat, wieder in einer Fabrik zu arbeiten. Ich denke, damit hat sie vor allen Dingen Inges Verstand gerettet. Der Bauernhof ist wirklich ärmlich. Wie viel der Krieg gefordert hat, hat man da richtig gesehen. Und Inge verliebt sich in den Bauernsjunge. Ich konnte sie verstehen, mir wäre es wohl ähnlich ergangen. Und wenn man erst einmal verliebt ist, merkt man es auch nicht, wenn der Typ einen eigentlich nur veräppelt.  ::) Arme Inge, aber sie sieht ja relativ schnell ein, dass er nicht der Richtige für sie gewesen wäre.

Der junge Offizier war wirklich toll, aber ich habe ihm am Anfang auch nicht so ganz über den Weg getraut. Wandas Traum fand ich klasse! Schön in die Geschichte eingearbeitet und er hat so viel ausgesagt. Die ständige Angst wieder einmal beklaut zu werden, die Furcht jemanden zu vertrauen. Das war ja allgegenwärtig - unvorstellbar!
Aber wie süß, dass er sich doch nicht als A* herausstellt und wie süß und lieb von Inge, dass sie Wandas Brief abschickt. Man merkt immer wieder, dass die beiden sich richtig angefreundet haben und zueinander stehen. Die beiden wissen, dass sie sich vor allen Dingen auf sich verlassen können. Wenigstens haben sie noch einen. Und ich bin mir auch sicher, dass Inge auch bald noch einen finden wird. :)

Die Amerikaner sind wirklich nett zu den beiden Mädels. Endlich mal jemand. Aber ich denke auch, dass nun das "normale" Leben wieder beginnt und zwei Mädels wird (vor allen Dingen von Männern) ja immer gern geholfen.

Das Interview am Ende fand ich auch klasse! Schön, dass das geklappt hat, Gina!

Offline Gina

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #2 am: 09. Februar 2011, 12:32:57 »
Schön, dass du mitgelesen hast, Avila! Und danke für dein Lob. Ich freu mich sehr, dass dir das Buch gefallen hat.
Der Roman über verbotene Musik:
Gina Mayer, "Das Lied meiner Schwester"
Rütten & Loening, 448 Seiten, € 19,95

Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #3 am: 09. Februar 2011, 13:31:18 »
Ich hab zu danken für das tolle Buch.  :winken: Eine abschließende Rezi folgt auch demnächst.
Ich hoffe wirklich, dass das sich das Buch als Schullektüre festigen kann. Willst du noch verraten, welche Szenen weggekürzt wurden?

Offline Gina

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #4 am: 09. Februar 2011, 16:34:22 »
Super! Das mit den gekürzten Szenen verrate ich, wenn alle fertig sind.
Liebe Grüße
Gina
Der Roman über verbotene Musik:
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Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #5 am: 09. Februar 2011, 19:26:17 »
Okay, dann werde ich mich brav noch gedulden.  :)

Offline Heimfinderin

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #6 am: 11. Februar 2011, 23:04:43 »
Hallo zusammen,

ich habe das Buch gestern fertig gelesen und bin noch ganz berührt davon. Ich freue mich so sehr für Wanda, die ihr Glück am Ende gefunden hat, und dass gerade Inge ihr dieses Glück quasi "geschenkt" hat. Denn mir kam es nicht nur alleine als lieb gemeinte "Hilfestellung" vor, dass Inge den Brief abgeschickt hat, sondern auch wie ein großes Dankeschön. Ein Dankeschön an Wanda für die Unterstützung und spätere Freundschaft und das damit verbundene Mitziehen und Mit-Überleben. Denn ich glaube, wenn Wanda nicht gewesen wäre, wäre Inge nicht nur einmal einfach irgendwo "liegengeblieben". Inges immer stärker gewordene Abgestumpftheit und Teilnahmslosigkeit, die man gegen Ende mehr und mehr spüren konnte, war einfach erschreckend und es war Wanda, die sie immer wieder mitgezogen hatte. Avila hat auch das Beispiel mit der Fabrik genannt. Ich denke auch, dass Inges Zustand mit ein Grund war, dass Wanda dort weg wollte. Wanda hat am Ende immer mehr Geistesgegenwart gezeigt (auch den Zug nach Chemnitz zu verlassen), ohne die die beiden sicher nicht überlebt hätten. So gesehen empfinde ich Inges Tat schon als ein "Etwas-an-sie-zurückgeben", was auch einen recht hohen Wert hat, denn sie hätte es auch, mal egoistisch gesehen,  einfach sein lassen können, denn dann bliebe ihr Leben mit Wanda zusammen erst mal wie gewohnt. So weiß Inge aber, dass sie in Zukunft erst mal (und zum ersten Mal) alleine bleiben wird.  Von ihrer Mutter und auch ihrem Vater gibt es ja bisher auch kein Lebenszeichen. Und der Gedanke ist sicher nicht schön, um so mehr ist ihre Handlung zu schätzen, finde ich.

Noch eine kurze Bemerkung zu Inges Abgestumpftheit: Ginas Bild von Inges Leben, dass sie platt walzt und aufrollt, um es dann zur Seite zu stellen war wieder ein eindringliches Bild, das Inges Zustand klar und deutlich spürbar gemacht hat. Dieses Bild ging mir wie all die anderen Bilder wieder sehr nah und ich will es hier einfach noch einmal extra erwähnen.

Und wie grausam es war, dass sie ihre Mutter so schnell, nachdem sie sie plötzlich gefunden hatte, schon wieder verlieren musste. Da muss man ja verzweifeln, wenn man sich gerade mal ein bisschen getraut hat, Hoffnung zu empfinden in all dem Elend, in dem man sich eigentlich befindet. Da ist es doch sehr verständlich, wenn man sich anschließend diese Gefühlsregung nicht mehr erlaubt und sich lieber "ausschaltet".

Besonders schön fand ich dann Wandas Aussage, dass sie damals auch sterben wollte, aber dann Inge getroffen hatte. Da wurde mir stellvertretend für Inge richtig warm ums Herz.

Was  mich immer wieder wundert, wenn ich davon lese, ist die ganze Bürokratie. Genehmigungen für bestimmte Flüchtlingslager, für Ausreiseziele, für dieses und für jenes. Ich stelle mir bei so großen Fluchtbewegungen immer ein großes Durcheinander vor und wundere mich dann immer wieder, dass Bürokratie in dem ganzen Elend überhaupt noch möglich ist, dass man überhaupt den Nerv hat, sich um solche Dinge zu kümmern, wer jetzt z. B. wohin reisen soll und wohin nicht und dies auch überhaupt noch funktionieren soll.  Es ist mir einerseits schon klar, dass man nicht den Überblick verlieren will oder eben auch Aufenthaltsorte damit festhalten kann und Ordnung reinbringen will, aber gefühlsmäßig habe ich immer das Gefühl, es gibt doch Wichtigeres als diese ganzen Formulare und Unterschriften und Genehmigungen. Ich war echt froh, dass die eine Dame die beiden einfach entgegen irgendwelcher Vorgaben nach Nördlingen schickte.

Der junge Offizier war wirklich toll, aber ich habe ihm am Anfang auch nicht so ganz über den Weg getraut. Wandas Traum fand ich klasse! Schön in die Geschichte eingearbeitet und er hat so viel ausgesagt. Die ständige Angst wieder einmal beklaut zu werden, die Furcht jemanden zu vertrauen. Das war ja allgegenwärtig - unvorstellbar!

Ja, der junge Mann war einfach zu gut um wahr zu sein. Dieses Gefühl hatte ich auch. Er war so rührend und fürsorglich und zum Verlieben lieb.  Ich wollte es ihm so gerne glauben, traute der Sache aber auch nicht und habe dann Wandas Traum sofort als Realität geglaubt und war richtig traurig darüber, ja fast schon resigniert, vom Gefühl her. Um so größer war dann meine Freude, dass es nur ein Traum war! Das hast du wirklich toll gemacht, Gina. Dieses mit der Zeit entwickelte Misstrauen und die Angst vor dem Verhalten anderer Leute konnte man besser glaube ich gar nicht mehr deutlich machen!

Furchtbar empfand ich dann die Beschreibung, als der Bombenregen fiel. Das ist so eine schlimme Vorstellung, diese hilflose Angst, jeden Moment könnte man von diesen Dingern getroffen werden.

Zu Ursel möchte ich noch etwas sagen. Ich fand das total schön von ihr, dass sie von sich aus zu den beiden gegangen ist, um ihnen Essen zu bringen und war richtig erschrocken über Inges scharfe Reaktion. Ich kann Inge schon verstehen, aber es war die Mutter die gestohlen hat und diese hätte die Reaktion verdient. Für Ursel ist es bestimmt schlimm gewesen, so abgewiesen worden zu sein, nachdem sie es gut gemeint hat und Unrecht erkannt und wieder gutmachen wollte. Ich fürchte, das wird sie nicht mehr so schnell tun und das ist schade.

Und endlich ging es dann wieder aufwärts, sie bekommen eine Anstellung bei den Amerikanern. Und sie spielen Klavier. Schmunzeln musste ich dann darüber, dass sie die Jazzmusik als "Marschversionen" spielten, aber das war ja nun auch ganz neue Musik für sie und war für mich auch ein schönes Bild für den Neuanfang, der ja, wie die Musik, von den Mädchen auch erst wieder erlernt werden muss. Natürlich wurde ich durch die Musik- bzw. Jazzszenen gleich wieder an "Das Lied meiner Schwester" erinnert. Wie schön, dass du auch hier in die Geschichte wieder die Musik reingebracht hast, Gina. Man merkt, wie gerne du Musik magst.

Wie auch deine anderen Bücher, mochte ich auch dieses Buch hier wieder sehr gerne.  :)
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #7 am: 12. Februar 2011, 15:35:04 »
Ich freue mich so sehr für Wanda, die ihr Glück am Ende gefunden hat, und dass gerade Inge ihr dieses Glück quasi "geschenkt" hat. Denn mir kam es nicht nur alleine als lieb gemeinte "Hilfestellung" vor, dass Inge den Brief abgeschickt hat, sondern auch wie ein großes Dankeschön.

Oh, das hast du sehr schön beschrieben.
Ich finde, man sieht in der Szene auch irgendwie, dass es für die beiden nur wichtig ist, glücklich zu sein. Sowohl sie selbst, als auch die andere. Sei es aus Dankbarkeit oder Freundschaft. Es ist - so wie es bei einer guten Freundschaft üblich ist - ganz selbstverständlich geworden, etwas für den anderen zu tun, was ihn glücklich macht.

Was  mich immer wieder wundert, wenn ich davon lese, ist die ganze Bürokratie. Genehmigungen für bestimmte Flüchtlingslager, für Ausreiseziele, für dieses und für jenes. Ich stelle mir bei so großen Fluchtbewegungen immer ein großes Durcheinander vor und wundere mich dann immer wieder, dass Bürokratie in dem ganzen Elend überhaupt noch möglich ist, dass man überhaupt den Nerv hat, sich um solche Dinge zu kümmern, wer jetzt z. B. wohin reisen soll und wohin nicht und dies auch überhaupt noch funktionieren soll. 

Ja, das ist schon erstaunlich. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass die Leute teilweise auch froh darüber sind, weil sie so wenigstens noch eine gewisse Ordnung in ihrem Leben haben und nicht alles im Chaos versinkt. Und zu der Zeit ist es ja auch für die Regierung noch wichtig, die volle Kontrolle zu haben. Richtig bewusst wurde mir das bei der Szene, in der die eine Frau über Hitler und das Regime schlecht geredet hat und am nächsten Tag direkt abgeholt wurde. Erschreckend!

Zu Ursel möchte ich noch etwas sagen. Ich fand das total schön von ihr, dass sie von sich aus zu den beiden gegangen ist, um ihnen Essen zu bringen und war richtig erschrocken über Inges scharfe Reaktion. Ich kann Inge schon verstehen, aber es war die Mutter die gestohlen hat und diese hätte die Reaktion verdient. Für Ursel ist es bestimmt schlimm gewesen, so abgewiesen worden zu sein, nachdem sie es gut gemeint hat und Unrecht erkannt und wieder gutmachen wollte. Ich fürchte, das wird sie nicht mehr so schnell tun und das ist schade.

Ich weiß, was du meinst, aber irgendwie konnte ich Inge auch verstehen. Natürlich, es war vor allen Dingen die Mutter, aber inwiefern kann man das da noch auseinander halten, wenn man gehungert hat. Aber ja, für Ursel muss das auch furchtbar gewesen sein. Ich bin da ziemlich hin und her gerissen. Ich finde Entschuldigungen gut, aber ich finde es natürlich auch selbstverständlich, dass man Entschuldigungen nicht annehmen muss. Auch wenn es natürlich immer hart für denjenigen ist, der über seinen eigenen Schatten springt. Hm ...

Und endlich ging es dann wieder aufwärts, sie bekommen eine Anstellung bei den Amerikanern. Und sie spielen Klavier. Schmunzeln musste ich dann darüber, dass sie die Jazzmusik als "Marschversionen" spielten, aber das war ja nun auch ganz neue Musik für sie und war für mich auch ein schönes Bild für den Neuanfang, der ja, wie die Musik, von den Mädchen auch erst wieder erlernt werden muss.

Ich mochte die letzten Musikszenen auch total gern. Ich hatte ein richtig tolles Gefühl dabei und hätte gerne noch mehr davon gelesen. Aber ich finde die Nachkriegszeit auch super spannend und lese gerne darüber oder schaue mir Filme an. Sie vermitteln so eine ganz besondere Stimmung, die mich immer wieder vom Neuen fasziniert.

Offline Gina

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #8 am: 12. Februar 2011, 17:15:20 »
Danke, Avila und Heimfinderin! Mich freut´s, dass es euch gefallen hat.
Ich finde die Nachkriegszeit mit allem Elend und allen Umbrüchen auch super spannend - deshalb schreibe ich auch gerade einen Roman, der in den Jahren nach dem Krieg spielt.
Und dass Inge den Brief von Wanda weitergibt, war die Idee meines Agenten (ich hatte ursprünglich eine irre komplizierte Szenerie konstruiert, die mir keiner abgenommen hätte). Ich fand sie auch so schön, dass ich sie gleich in die Tat umgesetzt habe ...
Der Roman über verbotene Musik:
Gina Mayer, "Das Lied meiner Schwester"
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Offline Heimfinderin

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #9 am: 12. Februar 2011, 18:33:02 »
Aber ich kann mir auch vorstellen, dass die Leute teilweise auch froh darüber sind, weil sie so wenigstens noch eine gewisse Ordnung in ihrem Leben haben und nicht alles im Chaos versinkt. Und zu der Zeit ist es ja auch für die Regierung noch wichtig, die volle Kontrolle zu haben. Richtig bewusst wurde mir das bei der Szene, in der die eine Frau über Hitler und das Regime schlecht geredet hat und am nächsten Tag direkt abgeholt wurde. Erschreckend!

Ja, das stimmt. Mein Verstand hat mir das auch so gesagt, aber die Vorstellung, dass man sich in der Situation noch mit so vielen Formularen beschäftigt, wo man mit Problemen wie Hunger und Überlebenskampf zu tun hat, wirkte auf  mich einfach irgendwie .... absurd. Und ja, diese Szene, als die Frau abgeholt wurde, nur weil sie ihren ganzen Frust mal in einem Satz loswerden musste, fand ich auch schlimm. Man sollte doch auch echt meinen, dass die Leute mit der Zeit und vor allem ihren  Überlebensproblemen genug zu tun haben und sich nicht noch um so was kümmern können, wie andere Leute kurz vor Schluss noch anzuschwärzen.  ::)

Ich weiß, was du meinst, aber irgendwie konnte ich Inge auch verstehen.

Ja, auf jeden Fall. Abgesehen davon, dass sie in dem Moment emotional sicher keinen Unterschied zwischen Mutter und Tochter machte, stand nun auch mal gerade nur die arme Ursel vor ihr, um ihren ganzen Frust wegen der Sache abzuladen.


Ich finde die Nachkriegszeit mit allem Elend und allen Umbrüchen auch super spannend - deshalb schreibe ich auch gerade einen Roman, der in den Jahren nach dem Krieg spielt.

Oh wie schön und spannend! Da kann man sich ja schon wieder freuen!  :)  Wieder ein Jugendroman oder einer für Erwachsene?
Liebe Grüße
Heimfinderin

Offline Gina

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #10 am: 12. Februar 2011, 19:42:32 »
Für Erwachsene. Es geht um eine illegale Abtreibungsklinik in den Trümmern der Stadt. Soll im Herbst 2012 bei Aufbau erscheinen, wenn alles gut läuft.
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Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #11 am: 12. Februar 2011, 21:10:46 »
Für Erwachsene. Es geht um eine illegale Abtreibungsklinik in den Trümmern der Stadt. Soll im Herbst 2012 bei Aufbau erscheinen, wenn alles gut läuft.


Oh, das klingt ja sehr interessant. Da freu ich mich drauf!

Offline tjaa

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #12 am: 13. Februar 2011, 14:33:38 »
Ich habe das Buch vorhin auch fertig gelesen. Die Kapitel fliegen wirklich nur so dahin, und immer wenn man denkt: Nur noch eines, dann kommt das Nächste und man kann nicht aufhören.

Erst einmal vielen Dank an Gina für die Teilnahme an der Leserunde!
Ich hatte mich vorher nie wirklich mit diesem Thema beschäftigt und dieses Buch war eine gute Gelegenheit, mehr zu erfahren. Die Geschichte um die Feindschaft der beiden Mädchen, die zur Freundschaft wird, ist rührend. Am Ende nehme ich den beiden fast ab, Schwestern zu sein. Ich glaube, hätte es Inge und Wanda wirklich gegeben, wäre das eine Freundschaft und Verbundenheit für's Leben geworden.

Ebenfalls Danke allen Mitlesern. Es war schön mit euch, und noch sind die Diskussionen ja nicht vorbei :)

Nun zum Buch...

Die anfängliche Freude von Inge, dass ihre Mutter lebt und in Dresden bei der Tante auf sie wartet, schlägt ja schnell um. Das hätte ich Inge wirklich nicht gewünscht. Es muss furchtbar sein, wenn man zunächst voller Hoffnung solch einen Brief liest und dann erfährt, dass die Mutter vermutlich tot ist und dies der letzte Kontakt war.

Auch interessant ist die Frage der Schuld. Inge begreift, dass nicht nur Wolfgang und seine Kameraden waren, die Schuld am Krieg tragen. Jeder hat eine Mitschuld, jeder, der mitgemacht hat, sich nicht gewehrt hat, nichts dagegen getan hat. Im Nachhinein ist sowas natürlich aber auch immer leicht zu sagen. Keiner von uns war dabei...

Der junge Soldat Friedrich ist ja sehr reizend. Bietet den Mädchen den Schlafsack an und nähert sich Wanda langsam an. Ich freue mich sehr für Wanda, Friedrich scheint ein guter Mann zu sein.

Auch rührend finde ich, dass Ursel den beiden etwas zu essen bringt. Sie scheint wohl doch noch ein schlechtes Gewissen zu haben, wegen allem, was passiert ist.

Die kurze Liaison vonn Inge und Martin ist ja schnell wieder vorbei, da Martin dann Maria heiratet. Schade, ich hätte es Inge gegönnt. Aber sie findet sicherlich noch einen netten Mann :)

Schön, dass es doch ein Happy End für Inge und Wanda gibt. Die Amis helfen den beiden ja sehr und ich hoffe, dass Inge und Wanda ein schönes Leben hatten. Die beiden werden mich sicherlich noch eine Weile in meinen Gedanken begleiten...

Offline Avila

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #13 am: 13. Februar 2011, 17:21:06 »
Auch interessant ist die Frage der Schuld. Inge begreift, dass nicht nur Wolfgang und seine Kameraden waren, die Schuld am Krieg tragen. Jeder hat eine Mitschuld, jeder, der mitgemacht hat, sich nicht gewehrt hat, nichts dagegen getan hat. Im Nachhinein ist sowas natürlich aber auch immer leicht zu sagen. Keiner von uns war dabei...

Ja, das stimmt. Jeder hatte irgendwo eine Mitschuld - aber nicht nur die Deutsche, auch die anderen Ländern, vor allen Dingen die dortige Politik. Sie müssen ja auch mitbekommen haben, dass immer mehr Juden und andere Verfolgte aus Deutschland geflohen sind, aber eingegriffen haben sie erst, als Hitler nicht nur rassenwahnsinnig, sondern auch noch größenwahnsinnig geworden ist und quasi die Weltherrschaft wollte und in jedes Land einmarschiert ist. ::)
Aber die Schuldfrage ist ja auch ein zentraler Punkt in der Nachkriegszeit gewesen. Ich denke, man kann heute wesentlich besser darüber diskutieren, weil es kaum noch Zeitzeugen gibt und wenn es sie gibt, waren sie noch meistens Kinder, die ja nun wirklich nichts tun konnte. Unsere Aufgabe heute ist es, zu schauen, dass es nicht mehr soweit kommt und ich finde, dass in Deutschland sehr sensibel und verantwortlich mit dieser Frage umgegangen wird. Das finde ich immer wieder schön zu beobachten. Denn Nazis wird es wohl immer geben, leider.  >:(

Offline tjaa

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Re: 05 - Seite 279 bis Ende
« Antwort #14 am: 13. Februar 2011, 19:06:34 »
Das stimmt wohl. Ich denke mir auch immer wieder, dass das 3. Reich wohl nicht nur in Deutschland funktioniert hätte. Menschen in anderen Ländern hätten da sicherlich auch mitgemacht. Also ich meine damit, dass nicht unbedingt "das deutsche Volk" nur mitgemacht hat. Aber ist eben schwierig, das im Nachhinein zu beurteilen.

Was ich nur mittlerweile etwas schade finde, ist, dass egal was passiert, wir Deutschen uns immer noch irgendwo schuldig fühlen müssen für das, was war. So habe ich zumindest das Gefühl. Und teilweise es in manchen Ländern sogar Leute gibt, die denken, in Deutschland werden immer noch Juden vergast. Das macht mich immer sehr traurig, und irgendwie auch wütend.