Autor Thema: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)  (Gelesen 2273 mal)

Offline nimue

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Hier könnt ihr zum neunten bis zwölften von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Loomis

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #1 am: 08. Januar 2011, 20:39:28 »
Grandios! Das Kapitel über die Awards fand ich toll. Ich hasse diese Shows und dieses Gehabe auch. Die Nominierungen und Preisträger sind oftmals ein Witz und insgeheim gewinnen dabei doch sicher eh nur die, mit denen sich zur Zeit das meiste Geld verdienen lässt. Das einzige Talent der Moderatoren ist meist, dass sie unglaublich viel reden und gleichzeitig so wenig sagen können.

Dann das endgültige Aus. Der Bruch mit Donelli. Die ganze Zeit denke ich mir, dass Floyd das doch nicht ernst meinen kann. Klar verstehe ich seine Beweggründe, aber muss er wirklich alles aufgeben um künstlerisch frei zu sein? Kann er alles aufgeben? Oder macht ihn das erst recht unfrei? Donelli droht ja schon an, ihn juristisch zu knebeln bis zum geht nicht mehr.

Und dann zack, alles vorbei. Wir erfahren gar nicht mehr wirklich, wie es mit Floyd weiterging, geschweige denn was aus Hall, Utah und Nick wurde. Auch Karen, Donelli, Sletvik und alle anderen sind plötzlich nicht mehr da. Das Ende von MBMI und das Verschwinden von Floyd als Interviewschnipsel darzustellen fand ich interessant. Diese Interviews würden ja tatsächlich geführt werden, wäre diese Story genauso passiert. Brian Milman erzählt noch ein wenig über den Verbleib von Floyd, aber Milman ist ja doch sehr durch den Wind und ob da alles so stimmt wie er es erzählt...

Im letzten Kapitel lernen wir noch einen neuen Charakter kennen: Luke, einen vierzehnjährigen Skater der ein Kassettenband entdeckt und die unter großen Mühen birgt. Darauf zu hören ist vermutlich Floyd, auch wenn das nicht direkt so geschrieben steht. Diese 20 Minuten Gitarrenspiel veranlassen Luke, sich auch eine Gitarre zu kaufen.
Nun, es gibt tatsächlich manchmal Situationen, bei denen man bestimmte Musik hört und man denkt: Ja, das ist es. Und damit nimmt diese Musik entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben.

Offline nimue

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #2 am: 11. Januar 2011, 08:39:36 »
Hallihallo,

so, ich bin auch durch (wo ist denn der Rest, der so vorgeprescht ist?).

Die letzten Kapitel haben mir sehr gut gefallen. Sehr menschlich und mit viel Gefühl. Ich könnte nicht sagen, welcher dieser vier Rythmen mir besser gefallen hat. Die Preisverleihnung war spitze, aber auch Waylands Monolog und Floyds Reaktion darauf. Und auch die Interviewschnipsel haben die ganze Sache nochmal von einer anderen Seite beleuchtet.

Dann das endgültige Aus. Der Bruch mit Donelli. Die ganze Zeit denke ich mir, dass Floyd das doch nicht ernst meinen kann. Klar verstehe ich seine Beweggründe, aber muss er wirklich alles aufgeben um künstlerisch frei zu sein? Kann er alles aufgeben?

Er hat nicht alles aufgegeben. Er hat noch seine Musik und seine Gitarre und damit ist er nicht völlig frei, meiner Meinung nach. Er ist abhänig von seiner Musik. Sie ist seine Droge, für sie hungert er sogar, um seine Wahrnehmung, das Hören, zu verstärken. Nein, Floyd ist auch jetzt noch kein freier Mensch. Was mich dazu bringt: Was ist Freiheit? Wann ist jemand wirklich frei? Gibt es diese absolute Freiheit überhaupt?

Und dann zack, alles vorbei. Wir erfahren gar nicht mehr wirklich, wie es mit Floyd weiterging, geschweige denn was aus Hall, Utah und Nick wurde. Auch Karen, Donelli, Sletvik und alle anderen sind plötzlich nicht mehr da.

Das waren alles Nebencharaktere. Ebenso wie Floyd - jedenfalls meiner Meinung nach. Das, worum es hier geht, ist die Musik. Um nichts anderes. Alle Menschen, die in der Geschichte mitspielten, betraten ihre Bühne und verließen sie dann wieder. Aber die Musik ist von Anfang bis Ende geblieben.

Das letzte Kapitel fand ich ja richtig spannend - cooler "Hochseilakt", Tobias

Darauf zu hören ist vermutlich Floyd, auch wenn das nicht direkt so geschrieben steht. Diese 20 Minuten Gitarrenspiel veranlassen Luke, sich auch eine Gitarre zu kaufen.

Ob Floyd oder nicht (ich glaube natürlich auch, dass seine Musik auf dem Band ist) - das ist egal, denn das einzige, das zählt ist, dass Luke durch diese Musik zur Musik kommt.

Das ist jedenfalls das, was ich aus den Zeilen herauslese :-)

So, obwohl das absolut nicht mein Thema war, hast Du es mal wieder geschafft, Tobias: Mir hat Dein Buch sehr gut gefallen und es hat mich zum Nachdenken angeregt (wenn auch die Musik niemals einen großen Stellenwert in meinem Leben einnehmen wird - vermute ich jedenfalls).

Liebe Grüße
nimue
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Offline Loomis

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #3 am: 11. Januar 2011, 13:41:09 »
Dann das endgültige Aus. Der Bruch mit Donelli. Die ganze Zeit denke ich mir, dass Floyd das doch nicht ernst meinen kann. Klar verstehe ich seine Beweggründe, aber muss er wirklich alles aufgeben um künstlerisch frei zu sein? Kann er alles aufgeben?

Er hat nicht alles aufgegeben. Er hat noch seine Musik und seine Gitarre und damit ist er nicht völlig frei, meiner Meinung nach. Er ist abhänig von seiner Musik. Sie ist seine Droge, für sie hungert er sogar, um seine Wahrnehmung, das Hören, zu verstärken. Nein, Floyd ist auch jetzt noch kein freier Mensch. Was mich dazu bringt: Was ist Freiheit? Wann ist jemand wirklich frei? Gibt es diese absolute Freiheit überhaupt?
Ja, ich meinte natürlich alles außer der Musik.  ;)

Aber Dein Einwand mit der Droge ist Interessant. Floyd wollte also kein "Slave to the System" mehr sein, das ist ihm gelungen. Aber ob die Musik ihm nun alle Freiheiten gibt oder gar alle Freiheiten nimmt ist eine sehr interessante Frage.

Offline bella*

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #4 am: 11. Januar 2011, 17:39:42 »
Ups...ich dachte, ich hätte hier doch schon was geschrieben! Hmpf...jetzt weiß ich es natürlich nicht mehr! MENSCH...naja, aber sehr interessant fand ich ebenso wie Loomis deinen Ansatz mit der Droge, nimue.
Das letzte Kapitel hat mir auch ziemlich gut gefallen und irgendwie fand ich es hatte so einen schönen Abschluss, allerdings war zumindest mir schon ziemlich früh klar, was Luke wohl machen wird. Etwas irritiert hat mich die Geschichte mit seinem besten Freund!

Offline Yklamyley

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #5 am: 12. Januar 2011, 22:16:01 »
So, und in den wenigen letzten Takten hat sich das alles mit MBMI erledigt, wobei das letzte Kapitel ja wieder eine Brücke zum Anfang geschlagen hat, und so einen Pocahontasgleichen ewigen Kreislauf in Gang setzt.  ;)

Ich mochte Floyd zwischenzeitlich ganz gerne, allerdings ist mir am Schluss aus seinem Verhalten auch zu "esoterischer Psychoscheiß" (sagt Donelli nicht Ähnliches?) geworden. Ich denke an "Into the Wild" und den Aussteiger, der in der Wildnis verhungert, und an "Schlafes Bruder" und "man kann nicht lieben, während man schläft".
Ist das der Ruhm? Die einen lässt er abheben, die anderen bringt er um, und wieder andere treibt er in einen beinahe krankhaften Freiheitswahn?
(Da fällt mir ein: Soll nicht Tolstoi notiert haben: Es gibt etwas, was ich mehr als das Gute liebe: Ruhm)

Aber ja, was wird aus den anderen? Da bin ich noch bei Floyd, die kommen sicher alleine zurecht. Andererseits hätte ich wohl doch auch diese Neugier noch gerne befriedigt gehabt, denn außer bei Floyd (und auch da letzten Endes ja auch), liegen die Leben der meisten Figuren nur in Fetzen vor uns, in Versatzstücken, ohne Anfang und ohne Ende. Vielleicht ist das die Konsequenz aus der Momentaufnahme, die uns präsentiert wird, und die uns nur wenige Blicke in Vergangenheit und Zukunft erlaubt.

Eine interessante Erfahrung, das Musik hören ohne tatsächlich auch nur irgendwie sein Gehör benutzen zu können. Die anderen Sinnesorgane werden in der Literatur weit öfter ausgelotet, vor allem Fühlen, Sehen und Schmecken.

Auf jeden Fall hat das Lesen Spaß gemacht, und fast mehr noch das Reflektieren über mein eigenes Verhältnis zur Musik.  :)

Und jetzt warte ich mit großer Spannung auf die letzten Enthüllungen!  ;D
Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / "Yklamyley! Yklamyley!
Sie ist die Mächtigste von uns allen!
Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!"
"Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?"
"Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!" (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #6 am: 13. Januar 2011, 13:48:54 »
Breña fehlt noch.
Aber lass Dich nicht hetzen, Breña!  :urlaub:

muss schon noch früh genug die Karten auf den Tisch legen: Tobias

Offline Loomis

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #7 am: 13. Januar 2011, 13:57:31 »
Wirst Du uns am Ende eigentlich auch wieder ein paar knifflige Fragen stellen?

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #8 am: 13. Januar 2011, 16:07:00 »
Ja, zwei Fragen weiß ich schon, aber die sind gar nicht so knifflig.
Nun muss ich mir extra für Dich noch eine besonders knifflige ausdenken ... :o ;)

Fragenschmied: Tobias

Offline Loomis

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #9 am: 13. Januar 2011, 16:50:20 »
Ach ja, was ich noch sagen wollte:
Ich fands übrigens lustig, dass Floyd an seiner Gitarre ein Bigsby-Vibrato hat und kein Floyd Rose. ;D
Wobei es natürlich 1961 eh noch kein Floyd Rose gegeben hätte.

Offline Hexe

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #10 am: 13. Januar 2011, 23:01:40 »
Ich freue mich total, daß dieses Buch der Bücher, mein HalbEngel, hier so intensiv diskutiert wird! Hoffe, ich mache alles richtig und ihr könnt meinen Text lesen. HalbEngel begleitet mich seit über 10 Jahren! Kein zweites Buch hat mich dermaßen gefesselt und beseelt! Beschreibt es doch so wunderbar die Welt der Musik, denn "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." (Nietzsche)

Und ich bin sehr glücklich, daß HalbEngel endlich wieder erhältlich ist, kann ich es so doch wieder empfehlen.

Für alle, die Scott Walker nicht kennen und ihn kennen lernen möchten (ich bin mit ihm "aufgewachsen" und er ist für mich nach wie vor unübertroffen!!!), empfehle ich eine seiner Solo-CDs nach der endgültigen Trennung der Walker Brothers, z. B. Scott 4.

Möge dieses Buch euch weiterhin begleiten!

Ich werde die weiteren Beiträge hier verfolgen, bin gespannt.

Tobias, du weißt, wie wertvoll mir dein HalbEngel ist!!!

"Ich glaube nicht an Noten. Ich glaube an den Rausch in mir."

"I'll never be part of the norm."

Ich freue mich!


Offline Tobias O. Meißner

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #11 am: 13. Januar 2011, 23:10:33 »
 :-*

Offline Breña

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #12 am: 15. Januar 2011, 13:07:29 »
Aber lass Dich nicht hetzen, Breña!

Komm ja schon, bin schon da!
Die letzten Rhythmen habe ich bewusst herausgezögert, weil ich sie mit klarem Kopf lesen wollte. Sorry, dass ihr warten musstet!


Mir gefällt dieser Rückblick im elften Rhythmus sehr gut, besser hätte man das Unwissen der Öffentlichkeit nicht darstellen können. Sowieso, ein interessanter Schnitt der Fan-Szene. Den zwölften Rhythmus fand ich erst etwas irritierend, vom Rest abgelöst. Mein erster Gedanke war, dass es den nicht mehr gebraucht hätte, nach kurzem Reflektieren bildet er aber genau den richtigen Abschluß, weil auch hier gezeigt wird, welche Wirkung Musik haben kann.

Dann das endgültige Aus. Der Bruch mit Donelli. Die ganze Zeit denke ich mir, dass Floyd das doch nicht ernst meinen kann. Klar verstehe ich seine Beweggründe, aber muss er wirklich alles aufgeben um künstlerisch frei zu sein? Kann er alles aufgeben?

Er hat nicht alles aufgegeben. Er hat noch seine Musik und seine Gitarre und damit ist er nicht völlig frei, meiner Meinung nach. Er ist abhänig von seiner Musik. Sie ist seine Droge, für sie hungert er sogar, um seine Wahrnehmung, das Hören, zu verstärken. Nein, Floyd ist auch jetzt noch kein freier Mensch.

Allerdings ist diese Form der Abhängigkeit genau die, die er braucht. Das ganze Brimborium um MBMI herum, die fetten Konzerte, das High-Tech-Studio, die Awards, all das hat ihn von "seiner" Musik abgehalten. Seine spezielle Form des Hörens, seine Macht, Musik entstehen zu lassen, hat er eigentlich nur dann wiedergefunden, wenn er sich von all dem gelöst hat.

Dass wir nicht erfahren, wie es den Bandmitgliedern nach dem Split tatsächlich ergeht, finde ich überhaupt nicht schlimm, auch vorher sind manche Figuren nach einem "Auftritt" nicht mehr aufgetaucht. Nimue hat es auf den Punkt gebracht:
Das waren alles Nebencharaktere. Ebenso wie Floyd - jedenfalls meiner Meinung nach. Das, worum es hier geht, ist die Musik. Um nichts anderes. Alle Menschen, die in der Geschichte mitspielten, betraten ihre Bühne und verließen sie dann wieder. Aber die Musik ist von Anfang bis Ende geblieben.

Ist das der Ruhm? Die einen lässt er abheben, die anderen bringt er um, und wieder andere treibt er in einen beinahe krankhaften Freiheitswahn?

Ich finde, diesen "krankhaften Freiheitswahn" konnte man auch anfangs schon bei Floyd herauslesen, er brauchte nur diese Erfahrungen mit MBMI, um ihn mit allen Konsequenzen leben zu können. Und durch die Errfahrungen erscheint seine Entscheidung um so krasser.

Insgesamt ein Buch, dass auch mich wahrscheinlich weiterhin begleiten wird, denn schon jetzt habe ich viele Passagen mehrfach gelesen. Außerdem werde ich Ausschau halten nach Deinen anderen Büchern, Tobias, endlich kann ich nimues Begeisterung verstehen. ;)

Viele Grüße
Breña
"It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

Offline Tobias O. Meißner

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #13 am: 15. Januar 2011, 14:21:47 »
Dankeschön für das viele Lob.
Der einzige Smiley, der halbwegs so etwas wie eine Verbeugung macht, ist der hier  8), aber nicht so richtig, wie ich mir das vorstelle. Immerhin passt er hervorragend zum Rockmusikthema.
Also nochmal:  8) an Euch alle!

Jetzt ist es aber soweit, ich habe zwei Versprechen einzulösen: Antworten geben und Fragen stellen.

Zuerst die Echos, äh, die Antworten: Was höre ich eigentlich privat am liebsten für Musik?
Hier zeichnete sich schon ziemlich früh für mich ab, dass ich die Leserunde ein wenig torpediere, wenn ich meine tatsächlichen Vorlieben offenbare, deshalb wollte ich Euch lieber erstmal in Ruhe das Buch lesen lassen. Rockmusik spielt nämlich gar nicht so eine große Rolle für mich. Ich finde zwar die Stones der 70er großartig und Jimi Hendrix und Led Zeppelin und überhaupt ziemlich viel älteres Zeug, aber in den 2000er-Jahren habe ich mir ziemlich genau zwei reinrassige Rockalben gekauft: "Era Vulgaris" von Queens of the Stone Age, das ich superb finde, und ein Best-of-Album von Rob Zombie, weil ich seine Filme mag. Nine Inch Nails sind natürlich toll, aber sind die noch Rock oder schon Abstraktion? Ansonsten liebe ich in den Rockgefilden eher so "schräge" Bands wie Pavement oder Broken Social Scene oder Eels oder Sigur Ros. Oder eben gleich Singer/Songwriter wie Sufjan Stevens oder Rufus Wainwright. Oder das größenwahnsinnige Spätwerk der Beach Boys!
Ansonsten bei mir ganz, ganz wichtig: beinahe sämtliche Spielarten der sogenannten Black Musik - Blues, Funk, Soul, R'n'B, HipHop und zunehmend auch Jazz. Da gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu lernen. The Roots sind neben Radiohead für mich die unverzichtbarste Band der Gegenwart. Von GangStarr habe ich ebenfalls alles da. Von Kanye West und G. Love & Special Sauce ebenfalls.
Auch wichtig: Dancefloorzeug. Electro, House, Big Beat. Ich habe alles von Underworld, alles von den Chemical Brothers, und Aphex Twin ist für mich der spannendste Einzelgänger der letzten 40 Jahre.
Und Ennio Morricone! Und Tom Waits! Und Chris Whitley! Und schwierige Frauen! Laura Nyro, Kate Bush, Björk, P. J. Harvey, Janelle Monae, Joan as Police Woman, Joanna Newsom! Und und und ... (Tobias wird schwadronierend in einer Zwangjacke abgeführt ...)

Der Musiker, den ich eingangs erwähnte, der mir die Augen darüber öffnete, wie Floyd Timmen aussehen und beschaffen sein soll, war Jeff Buckley. Als Jeff Buckley 1997 im Alter von nur 29 Jahren ertrank, war das der größte persönliche Verlust meines Lebens. Zu dem Zeitpunkt hatte ich HalbEngel schon geschrieben, aber veröffentlicht war es noch nicht.
Floyd ist aber nicht ausschließlich Jeff Buckley (obwohl ich es ziemlich unheimlich finde, dass man im Internet, wenn man Fotos von Jeff Buckley aufruft, eines sehen kann, das ihn mit einem einzigen gemalten Engelsflügel zeigt - und ich habe dieses Foto erst vor kurzem zum ersten Mal gesehen!) In Floyds Charakter sind darüberhinaus noch ein paar Interviews mit Mark Hollis eingeflossen, dem Kopf von Talk Talk, und ebenfalls so ein sich einkapselnder, mittlerweile komplett zurückgezogener Eigenbrötler. Ich liebe Leute, die toll sind und sich dennoch rar machen können.

Und damit bin ich ja schon bei meinen drei Fragen an Euch angekommen, und bei meinen eigenen Antworten auf die ersten beiden dieser Fragen.
Es sind Fragen, wie sie Musikern oft gestellt werden:

1. Was war das eindrucksvollste Konzert Deines Lebens und warum?

(Nimue hat das für sich schon beantwortet. Hexe ist aber ausdrücklich eingeladen, hier mitzumachen.)
Bei mir war es Jeff Buckley 1995 im LOFT in Berlin. Ich notierte hinterher in mein Tagebuch: "Und wenn der Tod jetzt kommt, dann ist das der Würde des Moments angemessen". Seltsam, dass ich Jeff Buckley intuitiv mit dem Tod in Verbindung brachte, nur falschherum. Zwei Jahre später war er nicht mehr am Leben, ich dagegen krebse noch immer herum ... :-\
2. Welches ist für Dich das wichtigste Album Deines Lebens und warum?
Sehr schwere Frage, eigentlich nennt man immer mindestens "fünf Alben für die Insel". Und dennoch, wenn ich mich nur für ein einziges entscheiden müsste, würde ich "Spirit of Eden" von Talk Talk nennen, vielleicht im Verbund mit dem Nachfolgeralbum "Laughing Stock". Weil ich niemals zuvor und niemals danach wieder erlebt habe, wie das Erwartbare umgedeutet wird in das Zeitlose, wie das Gängige sich auflöst und überführt wird in etwas, das jenseits von Konventionen in einem freien, sprituellen Raum leuchtet.
Und 3., extra für Loomis, etwas Kniffliges: Von welchem "unverschämt talentierten jungen Schwarzen", der wie Prince singt, ist auf S. 180 die Rede?
Tipp: das Buch entstand 1995, und derjenige hat jetzt auch schon seit zehn Jahren kein neues Album mehr vorgelegt, ich scheine solche Leute schon im vorhinein identifizieren und herauspicken zu können ...

Viel Spaß beim Beantworten!  :popcorn:
Tobias

Offline bella*

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Re: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)
« Antwort #14 am: 16. Januar 2011, 20:40:20 »
Sooo, ich bin wieder dabei! :) Zuerst mal, ebenfalls ein  8) zurück an dich für die tolle Leserunde. Auch, wenn ich selbst nicht soviel von Musik verstehe, wie manch andere hier, hatte ich enorm Spass an der Leserunde und auch von dir zu erfahren, wer oder was bei dir in Gedanken hinter Floyd und der Geschichte gesteckt hat. ;) Sooo, du bist also eigentlich gar nicht so rockmusikfanatisch? Das ist ja interessant und vorallem, dass du eigentlich eher das Gegenteil als deine Lieblingsmusik bezeichnet! :D

Nun zu deinen Fragen:

1.) Dazu muss ich sagen, dass ich zwar schon bei Festivals war, aber selten auf einzelnen Konzert. Wobei ich da trotzdem sagen würde, dass mich das Three Doors Down-Konzert vor 2 Jahren am meisten beeindruckt hat. Ich kann so direkt gar nicht sagen warum, ich war danach nur wie von Sinnen und wollte das Ganze am liebsten nochmal und nochmal hören!

2.) Auch das wird auf Three Doors Down hinauslaufen, wobei ich da nicht direkt sagen kann, welches der drei Alben mich am meisten umgehauen hat, wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, wäre das wohl "Away from the sun". ;) Three Doors Down begleitet mich seit meinem 16. Lebensjahr (da waren sie in Deutschland noch gar nicht bekannt) in sämtlichen Situationen, auch wenn ich das neuste Album nicht so viel versprechend finde, wie die ersten. ;)