Ich finde es ja befremdlich, wenn deutsche Autoren Romane in Amerika ansiedeln und die Protagonisten dann englische Namen haben, man aber die ganze Zeit merkt, dass man keine Übersetzung liest. Das hat mich schon als Kind in Jugendbüchern gestört.
Tobias, hat das einen Grund? Hat für dich die Geschichte in diesem Umfeld besser funktioniert, oder ist das der Einfluss des noch unbekannten Vorbildes?
Dieses Buch konnte nicht in Deutschland spielen. Oder sind die Scorpions etwa Led Zeppelin? Ist Udo Lindenberg Neil Young? Siehste.
Jetzt, nach Rhythmus 3 und 4 kann ich dir zustimmen. Aber beim Lesen des ersten und zweiten war für mich auch die beschriebene Stimmung (vor allem im 1) sehr deutsch, sehr wenig amerikanisch, irgendwie.
Außerdem nehme ich nicht an, dass deutsche Musiker vorwiegend deutsche Vorbilder haben. Und um in deren Dunstkreis zu stehen, muss man geographisch doch nicht unbedingt nahe wohnen, oder doch? Natürlich gibt es Gegenden, aus denen erstaunlich viele Bands kommen, die ich mag, in der sich die Atmosphäre selbst befruchtet (oder so), und wo vermutlich schneller mal zur Gitarre gegriffen wird als beispielsweise im österreichischen Voralpenland.
Abgesehen warte ich schon länger auf eine wellenschlagende österreichische Band, mir wärs auch lieber durch Texte als durch experimentelles Geklimpere. Stell' ich mich zu sehr ins Abseits, weil ich STS teilweise einfach großartig finde?

Dass ich den dritten Rhythmus liebe, habe ich ja schon festgehalten! Bisher finde ich es toll, dass Perspektiven, Schreibstile, Textsorten, Blickwinkel sich von Rhythmus zu Rhythmus ändern!
Obwohl ich natürlich kaum etwas verstehe, dafür interessiert mich Musik viel zu sehr auf emotionaler, textlicher und erlebbarer Ebene, und *schämschäm* viel zu wenig von Seiten des Produzierenden her. Mir ist es auch lieber, wenn eine Liveband (und es gibt so viel, dass nur live wirkt! Und anderes, das live überhaupt nicht wirkt) mit Charisma und Sympathie arbeitet, mit dem Publikum arbeitet und nicht dröge perfekt sitzende Töne runterleiert (gerade bei Bands, die aufgrund ihrer Spielweise gelobt werden, oft mein Problem...).
Die Verbundenheit Floyds zu seiner Musik wird mehr als deutlich, auch bei Utah, die mit komplett anderer Herangehensweise ebenso die Musik als Teil ihres Selbst anzusehen scheint. Karen mutiert rückblickend zu einer hysterischen Zicke, keine vorteilhafte Entwicklung. 
Oh ja!
Und eine meiner Lieblingsstellen muss ich natürlich auch noch zitieren:
Es ist vielmehr, als ob du ihn nie richtig sehen kannst, als ob alle deine Sinne ein kleines bißchen blind werden in seiner Gegenwart, nur der eine nicht, von dem er lebt, das Gehör. Er lebt leise, man hört ihn kaum atmen, die Mädchen, mit denen er schläft, hören kaum sein Herz schlagen. Er erkundet, jeden Tag seines Lebens ein wenig weiter, aus dem Zentrum seiner Stille heraus den Lärm der Welt.

Was für Zeilen! "sehen", die "Sinne" werden "blind", "Gehör", "leise", "hören", "Stille", "Lärm", wow! Die Unmöglichkeit des Sehens, die Beschreibung der Figur über das Hören, ach schön!
Über mich habe ich gelernt, dass, was ich höre, wohl ziemlich mainstreamig ist. Virtuosität muss man mir schon mit Brettern in den Kopf hämmern, Stimmung und Erlebbarkeit sind mir wichtiger als neue unerlebte Klänge, wenn jemand ein Solo spielt wird mir schnell langweilig...
Ich habe übrigens Zwan und Smashing Pumpkins live gesehen, und fand beide langweilig, vor allem zweitere. Abgehoben, *schnarch*, null Interaktion, und musikalisch einfach nicht mitreißend. Wie virtuos die sonst sind, kann ich anscheinend nicht beurteilen, aber live war's einfach nur fad.