Aber ich verspreche Euch hiermit: Am Ende dieser Leserunde lasse ich die Katze aus dem Sack.
Na dann! So lange kann ich auch noch warten.

Nur soviel schon mal als Vorgeschmack: Tom Waits habe ich live gesehen, was für einen Europäer, glaube ich, nicht leicht zu bewerkstelligen ist, denn der Mann macht sich live ausgesprochen rar.

Ziemlich cool!
Ansonsten sehe ich, dass Floyd seinem Spitznamen "Nobodys Floyd" - zumindest bei Yklamyley - schon schnell gerecht geworden ist ... 
Oh ja, und das nach 14 Seiten. Mittlerweile habe ich die ersten zwei Rhythmen beendet und mag ihn immer noch nicht / noch weniger.

Und das Jahrzehnt kann ich ruhig aufklären: Es sind nicht die 70er, sondern viel näher dran: Die 90er, als tatsächlich noch beinahe niemand ein Handy besaß und auch "Internet" nur ein ruckeliges Gerücht war. (Und das Wort "Internet-Leserunde" noch überhaupt nicht erfunden, oder, Nimue?)
Nach dem ich an beide Jahrzehnte kaum bewusste Erinnerungen habe (bei den 70ern wäre das gar nicht möglich, in den 90ern war ich noch ein Kind), ist für mich das eine wie das andere
Ich will gar nicht erst anfangen, Bands aufzuzählen, aber reicht das als Orientierung, Yklamyley? 
Aber klar doch!

Aber mal ehrlich, es hätte ja auch jemand aus einer ganz ganz anderen Richtung dabei sein können, bei der Leserunde mein ich, das wäre beinahe noch einen Tick interessanter geworden.

Das Cover und auch das innere Design des Buches gefallen mir sehr gut. Interessant finde ich auch den "Klappentext" bzw. das Gedicht, das mir irgendwie auch gut gefällt.
Das Gedicht am Anfang irritiert mich noch etwas und bis jetzt kann ich damit, genauso wie mit den kleinen Zeilen zu Anfang der Kapitel noch nicht viel anfangen.
Mag mich mal jemand einweihen? Meine Ausgabe ist von 1999 aus dem Rotbuch Verlag, und ich finde kein Gedicht am Anfang. Ist das erst in der Neuauflage hinzugefügt worden?
Und mein Cover verrät mir nur: "Ich glaube nicht an Noten. Ich glaube an den Rausch in mir."
Mir gefällt (zumindest auf dem amazon-Bildchen), das alte Cover aber auch viel besser als das neue:


Viel rockiger, nicht so gothic. Denn damit kann ich leider gar nichts anfangen.

Ich könnte jetzt schon wieder Seiten füllen darüber, wie wichtig mir Musik ist. Wie sie meinem Leben einen Rhythmus gibt. Wie die Begegnung mit einem ganz bestimmten Musiker, der jetzt schon leider nicht mehr unter den Lebenden weilt, mich ganz speziell zu HalbEngel inspiriert hat.
Floyd sieht in meinem Kopf aus wie
Ian Curtis (Joy Division). Aber den meinst du vermutlich nicht!

Und wie ich mich trotzdem bewusst dagegen entschieden habe, ein Instrument zu lernen, um mein Wahrnehmungsspektrum nicht auf dieses eine einzige Instrument einzuengen.
Wow, das merk' ich mir für die Zukunft. In Wahrheit beiße ich mich ständig in den Hintern, drehe mich in Kreisen und würde mein 6-jähriges Selbst am liebsten in die Musikschule treten, damit es verdammt nochmal Gitarre spielen lernt.
Natürlich könnte ich jetzt noch Gitarre lernen, nur fehlt mir für Stunden das Geld und fürs selber beibringen das Talent.

(Ausreden, Ausreden, alles Ausreden!)
Schon wieder so viel geschrieben, und noch kaum eine Zeile zum Buch selbst...

Ich finde es ja befremdlich, wenn deutsche Autoren Romane in Amerika ansiedeln und die Protagonisten dann englische Namen haben, man aber die ganze Zeit merkt, dass man keine Übersetzung liest. Das hat mich schon als Kind in Jugendbüchern gestört.
Tobias, hat das einen Grund? Hat für dich die Geschichte in diesem Umfeld besser funktioniert, oder ist das der Einfluss des noch unbekannten Vorbildes?
Laurie und Karen haben auch schon Antipathiepunkte bei mir gesammelt, etwa mit solchen Dialogen:
"Hast du den neuen Chronicle gelesen? Der Kritiker da hat geschrieben, Sleep sei "das furchtbarste, herzzereißendste Geschrei seit Auschwitz"."
"Harter Vergleich. Aber trifft ziemlich gut."

Sorry, aber was für blöden Kühe sind das denn? Ich weiß schon, dass die Amis es nicht ganz so mit Pietät haben, trotzdem wirft das kein gutes Licht auf unsere beiden Groupie-Tussis. Aber als die Hellsten sind Groupies ja ohnehin nicht bekannt...

Und es geht weiter, diesmal mit Musik:
Laurie grinste Karen an und zuckte die Schultern: "Was hast du erwartet? Sam steht auf Meat Loaf und Bob Seger und solche Sachen."
Im zweiten Rhythmus treffen wir auf Floyd als kleinen Jungen, und oh Wunder, ich finde den als Kind schon scheiße.

Natürlich ist er hochbegabt, interessiert sich nicht für die Schule (obwohl er ganz leicht alles könnte), rebelliert und tritt völlig unverständlicherweise gegen einen Lehrer, der ihm einfach egal sein könnte, für irgendwelche Ideale ein, etwas unmotiviert meiner Meinung nach.
Er stürmt und drängt und wir versuchen wieder einmal verzweifelt, hinter die Geheimnisse eines Genies zu kommen! Musiker dürfen nicht üben, sie können alles immer gleich, Schriftsteller schreiben von der Muse geküsst in einem Inspirationsschub, nichts wird redigiert, alles kommt perfekt und Luft schnappend ist der Künstler selbst beeindruckt von seiner Genialität.

Mir ist das alles ein bisschen zu fadenscheinig, und für wirklich genial oder begabt halte ich Floyd noch nicht. Nur für überheblich, von sich selbst eingenommen, ein stilisiertes Produkt der Eigen- und Fremdvermarktung. Bisher, es bleibt also spannend!
Auch dieses Posting beende ich wieder mit einem Link:
Huddie "Leadbelly" Ledbetter - "Good Night, Irene", einem der Einflüsse nämlich, die Floyd in seiner Jugend verpasst hat, und die ihm erst sein "Meister" zeigt.
PS: Ich bezweifle übrigens, dass Keith Richards der beste Gitarrist aller Zeiten ist!
