So, hier kommt auch mein Fazit:
Zum BuchDer Roman beginnt mit einem grausigen Prolog, über den ich immer mal wieder im Laufe der Geschichte nachgegrübelt habe, bis er dann irgendwann eine schreckliche Auflösung erhielt. Und dies ist schon gleich ein gelungener Start in die Geschichte, denn geheimnisvolle Prologe mag ich sehr.
Die Geschichte wird in zwei Handlungsträngen erzählt, von denen einer gegenwärtig spielt und der andere den Leser in die Geschehnisse zurückversetzt, die die damals jugendlichen Freunde erleben mussten. Dies wird geschickt verflochten, so dass man sich als Leser nicht nur mit den damaligen dramatischen Ereignissen beschäftigt, sondern auch mit deren möglichen Auswirkungen auf die jetzigen Pläne der Freunde, deren erneutes Zusammentreffen offensichtlich ganz besondere Gründe hat. So entsteht bis zum Ende Puzzleteil für Puzzleteil vor dem Leser ein erschreckendes Bild mit einer überraschenden Wendung.
Handlungsort ist ein kleines verschneites Dorf, das wetterbedingt regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten wurde, was allein schon eine unangenehme Vorstellung ist. Unheimlich wurde es aber dann immer mehr durch anfangs kleine mysteriöse Erscheinungen und unerklärliche Begebenheiten. Diese erzeugten einen angenehmen Grusel bei mir, der sich im Laufe der Geschichte immer mehr steigerte. Denn nicht nur, dass die Vorkommnisse immer heftiger und auch beängstigender wurden, so wurden auch die dafür möglichen Ursachen im Laufe der Recherchen, die die Jugendlichen zudem noch in immer gefährlichere Situationen brachten, stets unheimlicher. Denn Thomas Finn hat sich hier sehr gründlich mit alten Sagen und Bräuchen rund um Nikolaus, Ruprecht, Perchta und Co. beschäftigt, sie mit der Geschichte verbunden und damit Erklärungen zu den unheimlichen Geschehnissen geboten, die mir noch im Nachhinein die Haare zu Bege stehen lassen. Denn wenn mir zusätzlich eines einen besonderen Grusel beim Lesen erzeugt hatte, dann die Überlegung, ob vielleicht etwas Wahrheit in dem grausigen Unheil stecken könnte, das dem Ort widerfuhr. Diese Erkenntnisse über alte Bräuche und Sagen wurden dabei sehr unaufdringlich und passend in die Geschichte eingefügt und boten nebenbei noch zusätzliche interessante Einblicke, ohne den Lesefluss zu stören.
In die fünf Freunde konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, denn ihre Ängste und Sorgen wurden sehr emotional und intensiv beschrieben und sie wirkten damit von Anfang an sehr lebendig auf mich. Aber auch die Verbissenheit und Kompromisslosigkeit der Erwachsenen kam sehr gut rüber, so dass ich auch von ihnen ein deutliches Bild vor Augen hatte. Die Handlungen Einzelner wirkten dadurch beängstigend realistisch und zusammen mit den unnatürlichen Geschehnissen ist es dem Autor damit gelungen, eine für mich erschreckende und unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Selbst Tage nach der Lektüre denke ich noch viel an die Geschehnisse und hängen die gruselige Atmosphäre und Bilder noch in mir nach.
Ein mystischer Thriller, der durch die Vermischung mit alten Sagen und Bräuchen, eine ganz besondere Gruselatmosphäre schafft, ohne auf eine "Holzhammermethode" angewiesen zu sein und damit sicher auch für Leser geeignet ist, die normalerweise keine Horrorthriller lesen. Mich hat er begeistert.
Zur LeserundeDie Runde hat mir sehr viel Spaß gemacht. Sich gemeinsam zu gruseln macht doch noch mehr Spaß, als alleine!
Ganz besonders danke ich dir, Tom, dass du uns wieder so nett begleitet und unsere Fragen beantwortet hast.

Danke auch für deine interessanten Zusatzinformationen und ich hoffe, du hattest auch so viel Spaß mit der Runde wie wir. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, hier wieder mal ein Buch mit dir gemeinsam zu lesen.
