Leserundenarchiv > Christoph Hardebusch – Sturmwelten. Jenseits der Drachenküste

Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)

(1/3) > >>

Seychella:
Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Seychella:
Rezension

Beim Lesen des letzten Teils der Sturmwelten-Trilogie ist mir verstärkt aufgefallen, wie viele Details und Zusammenhänge ich in der Zwischenzeit vergessen hatte. Es ist jetzt nicht so, dass ich gar nichts mehr wusste - aber viele Einzelheiten waren einfach verschwunden. Daher würde ich empfehlen, die einzelnen Bände nicht mit einem zu großen zeitlichen Abstand zu lesen - dann hat man sicher (noch) mehr von den Büchern. Andererseits ist das natürlich ein hervorragender Grund für eine erneute Lektüre. ;)

Die Atmosphäre der Geschichte, der Stil und die lebendigen Figuren haben mich schnell wieder eingefangen - ich war erneut tief in den Sturmwelten versunken und von jeder Seite gefesselt. Dabei entstanden auch viele beeindruckende Bilder in meinem Kopf, die mich teilweise auch noch ein wenig länger begleitet haben.
Neben einem Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren lernt man aber auch neue interessante Figuren kennen, die für die ein oder andere Überraschung sorgen. Trotzdem hängt mein Herz doch mehr an meinen "alten Freunden", und Jaq ist nach wie vor meine Lieblingsfigur - auch wenn Franigo da ziemlich aufgeholt hat. :)

Das entscheidende Seegefecht hat mich sehr beeindruckt und mitgerissen - auch weil dort jede Figur ihren Platz eingenommen und so zum Finale beigetragen hat. Im Verlauf der Geschichte werden die meisten Fragen beantwortet und im detailliert erzähltem Nach-Ende gibt es einen Ausblick auf das weitere Leben der einzelnen Charaktere, was mir sehr gefallen hat. Dafür war der Epilog dann ziemlich rätselhaft, schlug aber auch einen Bogen zum Beginn dieser Reihe und beendete sie daher sehr rund.


Leserundenfazit

Diese Leserunde war für mich sehr abwechslungsreich, da es zu den vielen Figuren die unterschiedlichsten Ansichten gab und man auch wunderbar spekulieren und diskutieren konnte. Vielen Dank dafür an meine Mitleser! :) Ich war diesmal ja das Schlusslicht, trotzdem fühlte ich mich nicht allein gelassen - und ich hoffe, dass ihr mit meinen Beiträgen auch noch etwas anfangen konntet. ;)

Lieben Dank auch an Christoph für die nette Begleitung unserer Leserunde, die Erläuterungen und Hintergrundinfos. Und nicht zuletzt für das überraschend Lieblingsfiguren-freundliche Ende! ;D Ich bin schon gespannt, wohin es uns mit deinem nächsten Buch verschlägt...

Und jetzt würde ich mich noch über eure abschließende Meinung freuen! :winken:

Kiala:
Rezension
Der letzte Teil der Sturmwelten-Trilogie bietet wie schon seine Vorgänger wieder beste Unterhaltung. Der Mix aus Fantasy- und Marine-Roman funktioniert noch genauso gut wie im ersten Band.
Leider lag das Erscheinungsdatum zwischen den einzelnen Teilen recht weit auseinander, so dass man als Leser erst einmal eine Weile braucht um sich alle Handlungsebenen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Hier wäre vielleicht eine kleine Zusammenfassung am Anfang hilfreich gewesen.
Aber nach und nach tauchten die wichtigsten Geschehnisse auch ohne eine solche Gedächtnisstütze wieder aus den Untiefen meines Gehirns auf.

Der dritte Teil der Trilogie schließt sich fast nahtlos an das Ende des zweiten Bands an. Jaquento und Bhirad verfolgen auf Roxanes Schiff immer noch die Todsünde mit ihrer geheimen und rätselhaften Ladung.
Währendessen schlagen sich Sinao und der Admiral mit den Intrigen der Compagnie in den Sturmwelten herum und Franigo versucht sich immer noch an einem Balanceakt zwischen purem Egoismus und Einmischung in die Politik.

Lange Zeit fragt man sich, wie denn nun alle Handlungsstränge zusammengeführt werden sollen. Besonders Franigos Rolle ist lange Zeit unklar, da sein Leben mit den übrigen Geschehnissen scheinbar gar nichts zu tun hat.
Doch gelingt es Christoph Hardebusch am Ende alle Protagonisten zum Endkampf an einem Punkt zu sammeln. Geschickt führt er alle Stränge zusammen und löst sie wieder zu einem befriedigenden Ende auf.
So wird die Trilogie angenehm rund und befriedigend abgeschlossen.

Dennoch muss ich zugeben, dass ich von der Auflösung am Ende ein klein wenig enttäuscht war. Nach ca. 1700 Seiten in der Sturmwelt hatte ich doch am Ende eine etwas ausgefeiltere, überraschendere Lösung erwartet. Es fehlt einfach ein bisschen der Clou im stimmigen, aber etwas glatten Ende.
Dennoch will ich nicht meckern, da ich wieder viel Spaß beim Segeln durch die Sturmwelten hatte!

Besonderen Gefallen fand ich wieder an den Parallelen zur wirklichen Geschichte Europas. Wer hier im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, ist in den Sturmwelten eindeutig im Vorteil.  ;D

Fazit: Befriedigendes Ende der Sturmwelten-Trilogie, auch wenn der letzte Pfiff ein wenig fehlte.

Leserunde
Wie immer hatte ich sehr viel Spaß. Sowohl der Meinungsaustausch untereinander, als auch mit Christoph funktionierte wieder mal einwandfrei. So wünscht man sich eine Leserunde!
Vielen Dank an alle und besonders an Christoph!  :winken:

Aldawen:
Zum Buch: Auch dieser Band schließt wieder nahtlos an seinen Vorgänger an, was einerseits schön ist, weil die Geschcihte dadurch keinen Bruch erfährt, ich andererseits aber feststellen mußte, daß mir in den rund anderthalb Jahren seit Band zwei doch viele Details und Zusammenhänge entfallen sind. Daher lautet die Empfehlung, die Bände auf jeden Fall zeitnäher zueinander zu lesen.

Beibehalten wird die Erzählung aus verschiedenen Perspektiven, so daß man über die Vorgänge in den einzelnen Strängen immer gut im Bilde bleibt. Leider spielt insbesondere die kleine Echse Sinosh nicht mehr so eine prominente Rolle, dafür tauchen eine Menge neuer Leute auf. Und mit diesen Leuten gibt es auch neue Handlungsorte. Das fand ich ein bißchen schade, weil sich dadurch viel von den Sturmwelten wegbewegt hat und auch die Piratenatmosphäre zugunsten einer mehr „klassischen“ Fantasykulisse etwas verloren ging. Es gibt zwar immer noch Degen, Segelschiffe und Kanonen, aber ich hätte auf diese Verlagerung in eine chinesisch inspirierte Welt verzichten können. Ein dramatisches Seegefecht rettet an dieser Atmosphäre für mich zwar vieles, aber trotzdem ...

Ähnliches gilt für den Erzählstrang um Franigo. Ich mag Franigo als Charakter durchaus, aber seine Geschichte wirkte lange wie ein Fremdkörper in der Erzählung. Natürlich wird er schließlich gebraucht, aber ob ich dafür so lange durch hiscadische Gasthöfe hätte ziehen müssen und Franigo in Duellen beobachten, wage ich doch zu bezweifeln. Immerhin wird aber nicht nur Franigo glaubhaft mit der übrigen Handlung verknüpft, auch die großen Fragen sind am Ende eigentlich beantwortet, und das erzählte Nach-Ende gibt einen Ausblick auf das weitere Leben der einzelnen Protagonisten – ein Detail, das mir gut gefällt. Lediglich Tanára bleibt für mich ein Rätsel und natürlich Franigos vollständiger Name  ;)

Zur Leserunde: Angesichts des Abstandes zum zweiten Band war das kollektive Gedächtnis der Runde mal wieder eine große Stütze. Und natürlich war es wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich Charaktere und Handlungsdetails aufgenommen werden. Besonderen Dank an Christoph, der uns auch diesmal wieder so nett begleitet hat  :winken:

Schönen Gruß
Aldawen

kaluma:
Meine Meinung zum Buch:

Der dritte Teil der Sturmwelten-Reihe schließt nahtlos an den zweiten an und geht genauso spannend weiter. Wieder gibt es verschiedene Erzählstränge - meinem Eindruck nach mehr als je zuvor: zum ersten Roxane und Jaquento bei der Verfolgung der Todsünde mit ihrer mysteriösen Ladung, zum zweiten die Geschehnisse um Thyrane, Sinao und Manoel in der Sturmwelt, zum dritten Franigo, viertens Tareisa und dann gibt es auch noch Maecan - der sich allerdings dann mit Franigo zusammentut.

Günstig war es, daß ich den zweiten Teil direkt vor diesem Buch gelesen habe (den ersten schon vor ein paar Monaten). Ich stimme euch zu, daß es sich empfiehlt, beim Lesen eine zeitliche Nähe einzuhalten oder am besten die Bücher direkt nacheinander zu lesen.

Gut gefallen hat mir wieder die Seefahrtsatmosphäre des Buches und die Spannung. Es liest sich einfach angenehm und ist ein schönes Lesevergnügen. Allerdings wurde ich gegen Mitte des Buches ziemlich ungeduldig, was die Aufklärung der verschiedenen Rätsel betrifft - hier wird der Leser wirklich sehr lange im Ungewissen gelassen und es kommen sogar noch neue Handlungsorte, Personen und neue Rätsel dazu.

Schließlich klärt sich dann doch alles, alle Erzählstränge laufen zusammen. Die Auflösungen insgesamt fand ich zwar stimmig und befriedigend im Hinblick auf das Ergebnis der Reise, aber alles in allem war auch ich ein wenig enttäuscht. Einiges erklärte sich allzu unspektakulär (Jaquentos Vergangenheit), und was die Erklärungen der Einzelheiten rund um die Ladung, ihre Wirkungsweise und ihren Diebstahl betrifft, ging mir persönlich nicht tief genug. Auch mit Sinoshs Weiterentwicklung war ich nicht hundertprozentig zufrieden.

Was Franigos Rolle betrifft: ja, er wird am Ende gebraucht, aber daß ich dafür diesen Unsympathen so lange ertragen mußte, steht für mich in keinem Verhältnis. Auch wenn er dem Ganzen ein gewisses Mantel-und-Degen-Flair verleiht... Am interessantesten an diesem Erzählstrang ist für mich die Heftigkeit der Abneigung, die ich gegen Franigo empfinde, während er einigen von euch mit der Zeit recht sympathisch geworden zu sein scheint...

Schön fand ich, daß es am Ende einen Ausblick über das weitere Schicksal der Hauptpersonen gibt und daß sie am Ende relativ ungeschoren davonkamen (insbesondere um meine Lieblingsperson Roxane hatte ich doch ein wenig gebangt).

Zur Leserunde:
Wie immer habe ich die unterschiedlichen Sichtweisen von euch anderen Lesern interessiert verfolgt. Und alleine hätte ich das Buch sicher nicht so gründlich gelesen und meine Gedanken so gründlich formuliert und weiterverfolgt, auch wenn ich dabei manchmal ein bißchen fehlspekuliert habe. Vielen Dank allen Teilnehmern der Leserunde! :winken:

Und besonders herzlichen Dank an Christoph! :winken: Deine Beiträge zu den Hintergrunddetails des Schreibens waren sehr aufschlußreich, klar und präzise. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen!

Viele Grüße, kaluma

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln