Autor Thema: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)  (Gelesen 1607 mal)

Offline nimue

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Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« am: 17. August 2006, 07:07:26 »
Hier könnt ihr zum vierten Teil schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Bella

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Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #1 am: 29. August 2006, 13:02:53 »
Hallo!

So, den vierten Teil habe ich gestern auch beendet. Und bin immer noch nicht schlauer, wie denn die Leiche von Guus ter Haer in das Dolmengrab kommt... Das wird sich dann wohl im fünften Teil erst klären.

Dafür wissen wir jetzt, welcher Bruderschaft Großonkel Vortkamp und Henk angehören - davon war ich allerdings nicht so begeistert, ich hatte gehofft, wir kommen mal ohne Geheimbünde aus.  ;)  Gibt oder gab es diese "Söhne der Täufer" denn wirklich?

Eigentlich wollte  ich noch mehr schreiben, hab aber meine Notizen zu hause vergessen  :-\ Also bis  später...  :winken:
LG, Bella

Offline Moorteufel

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Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #2 am: 30. August 2006, 22:10:56 »
Dafür wissen wir jetzt, welcher Bruderschaft Großonkel Vortkamp und Henk angehören - davon war ich allerdings nicht so begeistert, ich hatte gehofft, wir kommen mal ohne Geheimbünde aus.  ;)  Gibt oder gab es diese "Söhne der Täufer" denn wirklich?
Hallo an die Runde,
nein, ohne Geheimbünde geht's auch bei mir nicht zu, aber eigentlich ging es mir weniger um das Geheime des Bundes, sondern um die Vermengung von religiösem Eifer und weltlicher Macht. Die "Söhne des Täufers" (eine gänzlich fiktive Bruderschaft) sind Täufer, die unter den Einfluss von Freimaurern geraten, die eigentlich ganz hiesige und weniger jenseitige Interessen vertreten. Damit sind sie den Münsterer Täufern nicht unähnlich, die das Gottesreich auf Erden errichten wollten, als ganz reale weltliche Macht.  (Anders als etwa die gewaltfreien Mennoniten nach ihnen.) Und beide Gruppierungen oder Sekten oder Bünde scheitern kläglich dabei ... Allerdings muss ich zugeben, dass es mir ungeheuren Spaß gemacht hat, die absurden Geheim-Rituale der "Doopers" zu erfinden ;-)
Liebe Grüße
Mani Beckmann
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Tom Finnek

Offline Bella

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Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #3 am: 01. September 2006, 09:47:03 »
ohne Geheimbünde geht's auch bei mir nicht zu

Macht ja nix, die Täufersöhne standen ja nicht so im Vordergrund. Außerdem hat das im Endeffekt ganz gut ins Bild gepasst.  ;D

Die Vortkamps haben absolut kein Glück mit den Frauen vom Gerwing-Hof:  Nicht nur, dass es dem armen Hermann nicht gelingt, mit seiner Liebsten nach Amerika zu fliehen, ihm wird auch noch das Knie zerschossen - wie fies  ;)
LG, Bella

Offline Bruder Grimm

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Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #4 am: 08. September 2006, 22:16:05 »
Der meiner Meinung nach beste Teil des Buches (ich habe es mittlerweile durch).

Die Geschichte um Lisbeth und Hermann fand ich sehr spannend geschrieben (dabei mag ich sonst keine Liebesgeschichten).
Das ganze hatte wirklich was vom im Buch angesprochenen "Romeo und Julia". Eine heimliche Liebe zwischen zwei verfeindeten Familien, Verrat, einen schießwütigen Vater, welcher letzlich die Fluchtpläne vereitelt. Überhaupt fand ich das Vorhaben der beiden recht gewagt, dass es dann so kläglich und unspektakulär endet dagegen eher schade. Ich hätte es den beiden Turteltauben gegönnt. Aber mit einem Ende ala "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende" wäre es dann wohl doch zu schnulzig geworden.

Lustig fand ich  den Professor, der sich beständig selbst lobt und sich immer in den Mittelpunkt schiebt (letzlich aber nichts wirklich zu Wege bringt). ;D

Etwas erstaunt war ich, das vom Brand des Krummhauses gesprochen wurde. Da hatte ich gleich die Vorahnung, dass das wohl das große Finale im anderen Erzählstrang wird.

ohne Geheimbünde geht's auch bei mir nicht zu

Macht ja nix, die Täufersöhne standen ja nicht so im Vordergrund. Außerdem hat das im Endeffekt ganz gut ins Bild gepasst.  ;D

Ich empfand den Geheimbund auch nicht als störend. Das ganze lief ja eher am Rande ab und diente wohl eher dazu, das Verhalten bzw. die Hintergründe zu mancher Person zu erklären.

Offline nimue

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Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #5 am: 09. September 2006, 06:38:56 »
Hallo liebe Leserunde,

jetzt liege ich so langsam im Endspurt und habe nun nach dem vierten Teil beschlossen, dass mir Hermann mit seinem verliebten Getue ganz schön auf die Nerven geht ;-) Auch Lisbeths ständiges "Sie Dummer!", "Sie Unverschämter!"..... gruselig! ;D

Johann Vortkamp gefällt mir in dieser Zeit eigentlich am besten (und natürlich der Magisterbauer!). Nun freue ich mich aber auf jeden Fall, wieder in das Jahr 1635 zurückzukehren.

So, den vierten Teil habe ich gestern auch beendet. Und bin immer noch nicht schlauer, wie denn die Leiche von Guus ter Haer in das Dolmengrab kommt... Das wird sich dann wohl im fünften Teil erst klären.

Aber zumindest wissen wir jetzt, dass es sich um Guus handelt - sehr geschickt, wie hier einzelne Knoten über zwei Zeitebenen gelöst werden. Ich kann wirklich nur sagen: Hut ab!

@Herr Beckmann: Wie urteilen Sie selbst über Ihre "Moor-Trilogie": welches ist das "beste" Buch?

Dafür wissen wir jetzt, welcher Bruderschaft Großonkel Vortkamp und Henk angehören - davon war ich allerdings nicht so begeistert, ich hatte gehofft, wir kommen mal ohne Geheimbünde aus.  ;)

Hihi... ich fühle mich so langsam auch von den Geheimbünden verfolgt. Hier stört es mich aber genausowenig wie euch.

Die "Söhne des Täufers" (eine gänzlich fiktive Bruderschaft) sind Täufer, die unter den Einfluss von Freimaurern geraten, die eigentlich ganz hiesige und weniger jenseitige Interessen vertreten.

Die Freimaurer wurden ja bisher nur recht kurz erwähnt - waren die in dieser Zeit tatsächlich erst im Entstehen begriffen?

Die Vortkamps haben absolut kein Glück mit den Frauen vom Gerwing-Hof:  Nicht nur, dass es dem armen Hermann nicht gelingt, mit seiner Liebsten nach Amerika zu fliehen, ihm wird auch noch das Knie zerschossen - wie fies  ;)

Obwohl das ganze natürlich sehr romantisch gewesen wäre: ich finde es gut, dass es mit der Flucht nicht geklappt hat.

Überhaupt fand ich das Vorhaben der beiden recht gewagt, dass es dann so kläglich und unspektakulär endet dagegen eher schade.

Also... einen Knieschuss finde ich nicht unspektakulär ;-)

Ich hätte es den beiden Turteltauben gegönnt. Aber mit einem Ende ala "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende" wäre es dann wohl doch zu schnulzig geworden.

Es durfte logischerweise nicht mit der Amerikaflucht klappen, denn irgendwie müssen ja Hermanns Nachfahren den braunen Koffer in Deutschland finden.

Ich bin sehr gespannt, wie das ganze nun ausgeht!

Liebe Grüße
nimue
Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Re: Mani Beckmann - Teufelsmühle (Vierter Teil)
« Antwort #6 am: 09. September 2006, 13:14:51 »
@Herr Beckmann: Wie urteilen Sie selbst über Ihre "Moor-Trilogie": welches ist das "beste" Buch?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Die drei Romane sind über einen großen Zeitraum entstanden, und zwischen den einzelnen "Moor-Romanen" habe ich einige andere Romane (Krimis) geschrieben, die wiederum Auswirkungen auf mein Schreiben hatten. Insgesamt glaube ich, dass meine Romane mit der Zeit reifer und hinsichtlich des Stils prägnanter geworden sind. Und die Figuren wirken möglicherweise in den letzten Romanen interessanter, konfliktreicher und ambivalenter als in den frühen Romanen. Der "Moorteufel" war mein erster historischer Roman, und er ist entstanden, nachdem ich zwei Krimis geschrieben hatte, bei denen ich sehr mit Perspektivwechseln und Stilbrüchen gearbeitet habe (wenn man so will: sehr "postmodern"). Beim "Moorteufel" wollte ich mal was anderes machen und "klassisch" erzählen: eine ganz konsequente Ich-Erzählung ohne jeden Perspektivwechsel. Die Geschichte ist wie ein Bildungsroman angelegt: ein unbedarfter junger Mann gerät in absonderliche Situationen und muss erwachsen werden. Bei "Die Kapelle im Moor" hatte ich den Wunsch, meine Hauptfigur etwas stärker und zwiespältiger zu machen: oft ist es ja so, dass in einem Roman oder Film die Bösewichte interessanter sind als die Helden. Also habe ich einen Gauner zum Helden gemacht und die Geschichte einer Rache erzählt. Um sich zu rächen, geht unser Held über Leichen, wahrlich kein lieber Mensch. Aber eine Figur mit einem sehr starken Konflikt. Mein Arbeitstitel lautete übrigens: "Der Bauernfänger". Dieser Titel war dem Verlag allerdings zu negativ besetzt. Die "Teufelsmühle" entstand nach einem eher satirisch und autobiografisch angelegten Berlinale-Krimi ("Filmriss") und ist vielleicht mein bislang bester Roman, sicherlich mein bester historischer Roman, aber das kann ich eigentlich gar nicht beurteilen, weil das Buch noch "zu frisch" ist und ich keinen Abstand habe.
Herzliche Grüße
Mani Beckmann
Liebe Grüße
Tom Finnek