Zum BuchNachdem ich mir das Buch aufgrund der begeisterten Kritiken bereits zum Geburtstag gewünscht hatte, konnte ich mich gerade noch bis zur Leserunde zusammenreißen.
Das wunderschöne Cover lockt den Leser geradezu unwiderstehlich an.
Insgesamt kann ich mich den guten Kritiken nur anschließen!
Die Handlung nimmt einen sofort gefangen, der Stil ist wunderbar flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin.
Besonders das Zusammenspiel aus dramatischen Szenen und Humor hat mir gefallen. Immer wieder gab es Stellen, bei denen man sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte.
Das langsame Erzähltempo hat mich keineswegs gestört, dadurch kam die Stimmung des Romans besonders gut zu Geltung.
Etwas nervend fand ich ab und an die ausgeprägte „Zurück zur Natur“- Propaganda, allerdings schadet die gerade in einem Jugendbuch wohl nie.
Bei der Handlung und der Konstellation der Figuren kommt man natürlich nicht umhin, immer wieder Vergleiche zur „Bis(s)“- Reihe zu ziehen.
Das liegt nun mal in der Natur der Sache.
Erfreulicherweise konnte ich feststellen, dass „Splitterherz“ ein ganz eigenes Werk ist.
Dennoch denke ich, dass besonders „Twilight“-Leser auch hier ihren Spaß haben werden.
Diese seien aber vorgewarnt: Vampire werdet ihr hier nicht finden!
Die Hauptprotagonistin Ellie war mir sympathisch. Ein Punkt, der bei mir eine durchaus wichtige Rolle spielt.
Dennoch kann ich die Klagen von anderen Lesern über ständige Heul- und Schlafattacken gut nachvollziehen.
Einerseits ist sie ein typischer Teenager mit all deren wechselhaften Stimmungen, andererseits ist sie schon reifer als ihre Klassenkameraden.
Mich hat jedoch etwas anderes viel mehr gestört.
Der Außenseiter als Held einer Geschichte hat ja schon Tradition.
Ich selbst lese solche Geschichten auch sehr gerne, dennoch war mir Ellie hier zu sehr Außenseiterin. Sämtliche Klischees wurden furchtbar übertrieben. :rollen:
Sie hat keine Freundinnen (nein, die beiden Schnepfen aus der Großstadt zählen nicht), alle Gleichaltrigen sind oberflächlich und herzlos. Einzig Tillmann scheint nicht in das Raster zu passen.
Selbst die introvertierte Bella (um beim naheliegenden Vergleich zu bleiben) hatte Freundinnen.
Ich persönlich fühle mich jedoch schon fast selbst etwas angegriffen.
Schließlich war jeder von uns mal in Ellies Alter und ich denke, dass ich und auch die sehr viele andere nicht so waren.
Du meine Güte!
In zwei Schulen wird es doch wenigstens EIN nettes Mädchen geben!
Ich hoffe sehr, dass sich Ellies übermäßig starke Isolation in den nächsten beiden Bänden etwas lockert.
Colin als Ellies Gegenpart fand ich hingegen durchweg gelungen. Sehr attraktiv, so dass man Ellies Faszination nur zu gut verstehen kann, aber auch geheimnisvoll und gefährlich genug um Schaudern hervorzurufen.
Eine unwiderstehliche Mischung!
Hochspannung sucht man über weite Teile der Handlung umsonst, doch liefert uns Bettina Beelitz dann ein überraschend dramatisches Finale. Hier konnte auch Ellie mich wieder voll überzeugen.
Das Ende an sich ist durchaus in sich abgeschlossen und befriedigend, so muss man als Leser nicht Nägel kauend auf den nächsten Band warten.
Mein romantisches Herz hofft natürlich auf ein baldiges Wiedersehen zwischen Ellie und Colin.

So freue ich mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung!
Zur LeserundeEs wurde ja mal wieder viel diskutiert.
Sehr interessant fand ich diesmal, wie unterschiedlich gewisse Dinge beurteilt wurden. Ob es da nun um Ellies Sensibilität ging oder um andere Dinge.
Und Bettina hat immer fleißig geantwortet. Das war wirklich toll!
Genau so machen Leserunden den größten Spaß!
Vielen Dank an alle Mitleser und natürlich ganz besonders an Bettina für diese wunderbare Leserunde!