Ich habe eher Lieblingsautoren. David Brin ist einer davon. Ich habe die meisten seiner Bücher auf Englisch gelesen, und "Sternenflut" ist wohl "Startide Rising" auf Englisch. Auch für meinen Geschmack einer seiner besten Romane. Ich mag David Brin so gerne, weil er tiefgründige, philosophische Themen mit Science Fiction verknüpft, und das ist für mich die wahre SF. Außerdem ist er einer dieser Autoren, denen niemals die Ideen auszugehen scheinen. In seinen Romanen finden sich so viele originelle Ideen, die wirklich neu sind, und wie schwer ist das bitteschön heutzutage? Zum Beispiel "The Practice Effect", ein Roman, der in einer Dimension spielt, in der Gegenstände durch Benutzung immer besser werden. Das heißt, wenn du ein mieses Sackleinenhemd lange genug trägst, hast du früher oder später die feinste Seide am Leib. Aus diesem Prinzip ergeben sich natürlich eine Menge Möglichkeiten und Komik. Alleine, bis der Protagonist (und der Leser) kapiert, was in dieser Dimansion physikalisch anders ist, geschieht so viel Absurdes, dass man sich einfach nur amüsiert. Wie genial ist diese Idee bitteschön? Alleine für dieses Buch liebe ich David Brin!
Bernard, kennst du "Earth" von David Brin? Den Roman würde ich noch vor den Uplift-Romanen einordnen. Earth ist eine klassische Utopie, die er 1988 geschrieben hat, und die 50 Jahre in der Zukunft spielt. Also im Jahr 2038 - ist gar nicht mehr so lange hin

. Ich habe Earth vor drei Jahren gelesen, und es war unheimlich spannend, zu sehen, was sich inzwischen schon bewahrheitet hat, noch vor dem Jahr 2038. In Earth ist z.B. New Orleans geflutet und untergegangen, das war schon fast unheimlich. Aber andere Dinge sind auch sehr spannend und zum Teil schon jetzt eingetreten, alles in allem finde ich in Earth kaum etwas, worin sich David Brin geirrt hat. Eine weitere seiner genialen Ideen ist die, wie in Earth der Überwachungsstaat funktioniert: Die Rentner, die den ganzen Tag in den Parks und U-Bahnen rumhängen und neugierig verfolgen, wer sich daneben benimmt, haben kleine Kameras in ihre Brillen eingebaut, die jedes kleinste Vergehen mitschneiden und an die Polizei übertragen.
Dann war ich auch total begeistert von "Foundation's Triumph", David Brins Beitrag zur neuen Foundation-Trilogie. Ich finde, er hat seine beiden Kollegen ganz schön an die Wand geschrieben, aber das ist natürlich Geschmackssache

. Um Himmels Willen, ich glaube, ich bin ein David-Brin-Groupie. Mir fallen gerade noch so viele andere Bücher von ihm ein, die auch alle super waren!
Ursula LeGuin ist eine weitere meiner Lieblingsautorinnen. Mein Lieblingsbuch von ihr ist "The Dispossessed", auf Deutsch, glaube ich, "Die Habenichtse". Es geht um eine Welt von mittellosen Anarchisten, die in einer Art kommunistischem System leben. Der Held der Geschichte reist in eine Nachbarwelt, in der der Kapitalismus herrscht, und stellt natürlich fest, dass es da auch nicht viel lustiger ist. Gut, das war jetzt laienhaft zusammengefasst, aber ich denke, man versteht schon, um was es geht.
Und dann muss ich natürlich noch Margaret Atwood nennen und meinen aktuellen Lieblingsroman von ihr "Oryx and Crake". Der ist wirklich der Hammer. Eine absolut düstere Utopie. Die Menschheit hat sich fast vollständig ausgerottet und die wenigen Überlebenden kämpfen um ihr Dasein, unter anderem mit genmanipulierten Monsterschweinen und anderen fiesen Überbleibseln menschlicher Verbrechen. In Rückblicken erzählt der Protagonist "Snowman", der in den Untergang mit verwickelt war, wie es dazu kommen konnte, und es tun sich nach und nach ziemlich krasse Abgründe auf. Den Roman liebe ich einfach nur, weil ich auf gute Utopien stehe, und weil Margaret Atwood eine kanadische Göttin ist, das ist ja wohl kein Verbrechen, sonst keine Gründe nennen zu können

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Ich kann mich nicht für ein Lieblingsbuch entscheiden, das ist einfach zu viel verlangt! Es gibt haufenweise gute Romane, so ist das nun einmal. Und ich habe noch nicht einmal angefangen, über Octavia Butler oder Gloria Naylor oder Terry Pratchett abzuschwärmen, und das lass ich jetzt auch bleiben, sonst sitz ich morgen früh noch hier.