Hmhm.
da ich die Bibel in die Runde geworfen habe, will ich abschliessend was dazu bemerken.
Sie ist für mich eine Aphorismensammlung, die man zumindest im AT irgendwo aufschlägt und an Versen hängenbleibt. Ich mag die Psalmen, weil die Worte Melodie haben, einen fremden Gesang aus einer Zeit, wo diese Melodie noch etwas bedeutet hat.
Mein Arbeitsgebiet ist das Mittelalter, eine zutiefst religiöse Zeit, in der die Menschen keine andere Melodie als die der Bibel kannten.
Uns ist diese Art von Leben total fremd, es ist wahnsinnig schwer, sich das Empfinden und Handeln eines mittelalterlichen Menschen vorzustellen - aber wir kennen die Bibel, das ist das einzige was uns mit diesen Menschen verbindet. Deswegen schmökere ich gerne darin rum. Nicht wegen der religiösen Inhalte (ich bin zwar getauft aber kein religiöser Mensch), sondern weil ich Spuren darin entdecke und ein bisschen von der Melodie höre.
Außerdem ist es faszinierend, ein Werk zu lesen, an dem so viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Intentionen mitgewirkt haben.
Historische Romane haben leider keine große Lobby und sind oft als "Dumpfliteratur" abqualifiziert, und ich glaube, vielen Lesern fällt mein Spiel mit der Bibel und der Religion gar nicht auf, weil sie es überlesen auf der Jagd nach der Liebesgeschichte im Buch.
Aber da es hier offenbar nicht reinpasst, halt ich schon den Mund.
Viele Grüße, Dagmar