Hm...
Also, ich will jetzt eigentlich keine Thread-Nekromantie betreiben, aber...
Was ist denn so schlimm an diesem Satz?
Ich meine - es gibt tausend Sätze wie diesen, die in jedem dritten Buch vorkommen.
"Er lachte.", "Fassunglos starrte er ihn an/nach oben/durch die Tür/whatever.", "Ich liebe dich!"
Da kann man sich auch fragen "warum lacht der ständig?" oder "warum muss der immer fassunglos starren?" oder "warum müssen sich immer alle lieben?".
Aber mal ganz ehrlich - es gibt eben Situationen, in denen ein irgendwo bellender Hund einfach zum Bild dazugehört.
Beispiel: Ein verschlafenes Dörfchen in den Abendstunden. Neben diversen Geräuschen wie meinetwegen Hühnergegacker irgendwo, ein quäkendes Radio aus einem geöffneten Fenster in der Nähe, das leise, unregelmäßige Klingeln der Kuhglocken auf der nahen Weide, tja, da ist es doch nicht weiter verwunderlich, wenn da dann ein Hund bellt.
Anders Beispiel: Nachts irgendwo auf dem Land in der
Nähe eines Dorfes, meinetwegen auf einem Berg/Hügel, wo von oben die Sterne leuchten und von unten aus dem Tal die Lichter des Dorfes. Da hört man nunmal nicht sonderlich viel, aber einen Hund, der bellt, hört man eben doch noch recht weit.
Drittes Beispiel: Ein heruntergekommenes Arbeiterviertel irgendwann während der industriellen Revolution. Es stinkt, es ist dreckig, man sieht Kinder in Lumpen, die mit Lumpen auf der Straße spielen, aus einem Fenster hört man das hysterische Kreischen einer Frau, dann fängt irgendwo ein Baby an zu schreien, hinter allem rattert ein Zug mit lautem Getöse über die nahe Bahnstrecke, ja, und irgendwo in diesem verlausten, dreckigen Viertel bellt eben auch ein Hund - ein versiffter Köter in diesem Fall, wahrscheinlich nur mit drei Beinen und einem Auge, und mehr Flöhen als Haaren im Fell, aber immerhin, ein Hund.
Hunde gehören zum Menschen nunmal dazu wie Ratten, und das seit Jahrtausenden. Nur Ratten hört man eben meistens nicht - oft sieht man sie ja nichtmal.
Von daher...
Möchte ich hier jetzt mal ganz offiziell eine Lanze für den bellenden Hund brechen.

Gut, es mag Bücher geben, wo es unangebracht ist (Maskenball in Venedig, alle tanzen, da kommt der bellende Hund komisch, genauso beim Geheimagenten-Showdown im 35. Stock des Bürogebäudes einer internationalen Jogginghosen-Mafia), aber da stört dann wohl auch weniger der Satz selbst, sondern eben die Tatsache, dass es nicht ins Bild passt.
Und: ja, ich mag Hunde.
