So eine Frage ist schon verteufelt schwer zu beantworten. Wenn man mich wirklich zur Festlegung auf ein Buch zwingt, dann würde ich - wenig originell, ich geb's zu - Tolkiens
Der Herr der Ringe nennen. Das muß so etwas wie ein Lieblingsbuch sein, denn ich lese es normalerweise einmal pro Jahr

- natürlich in der alten Übersetzung!
Schwierig ist es, das "Warum" zu erklären. Ein wesentlicher Faktor ist sicher, daß ich bei jedem Wiederlesen immer noch Neues finde, Details, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Außerdem mag ich, wie umfassend Tolkien Mittelerde angelegt hat. Dazu braucht es dann natürlich auch noch die anderen Bücher, die mir viele Fragen beantwortet haben, die
Der Herr der Ringe offen gelassen hat (zu Personen, Geschichte, Zusammenhängen usw.), aber mindestens genauso viele neu aufgeworfen haben. Gerade diese "Unvollständigkeit der Überlieferung" macht es so "glaubwürdig". In dieser Kombination finde es einfach beeindruckend.
Es gibt hier noch einen wichtigen Punkt, nämlich meinen Lieblingscharakter Sam Gamdschie. Er ist in diese Rolle beim häufigen Wiederlesen quasi hineingewachsen. Er versteht zwar nicht alles von den Aktionen der großen Politik, aber tut, was seine Freundschaft zu Frodo seiner Meinung nach von ihm erfordert und ohne zu fragen, was es ihm einbringt oder ihn kostet. Damit wird er für mich zum eigentlichen Helden dieser Geschichte. Ich habe mal gelesen, daß Tolkien Allegorien verabscheut habe, aber hier könnte man naheliegenderweise herauslesen, daß auch das Handeln der "kleinen Rädchen" wichtig ist - und unter Umständen sogar wichtiger als das der "großen Tiere". Und das gefällt mir ausnehmend gut!
Und wer sich jetzt immer noch fragt, wie mein Nickname zustande gekommen ist, den verweise ich auf den Anhang zur Elbensprache Quenya im Silmarillon
